Bridge-Ecke mit      Josef Koch
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Betreff: Unterfarben sind auch Lebewesen ( 11.02.2026 )

Heute habe ich eine schönes Beispiel für einen Unterfarbkontrakt.
Ost eröffnet mt 1 Treff, Süd bietet stop 3 Coeur, West 4 Treff und Ost 5 Treff.
Aufgrund von Wests Coeur Chicane gehen hier 6 Treff, einen Kontrakt, den man nicht unbedingt finden muss.


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Betreff: Schlemmchen? ( 10.02.2026 )

Heute habe ich einen interessanten Schlemmversuch.
Nach dreimaligem Pass eröffnet Ost mit 1 Pik, West bietet stop 3 Treff ( = 4er Pikanschluß einladend).
Ost bietet 3 Karo ( = Kontrolle), West 4 Treff ( = Kontrolle) und Ost jetzt die Assfrage.
West zeigt 2 KeyCards und Ost schließt mit 6 Pik ab.
Süd spielt Treff aus, Ost gewinnt und zieht zwei Runden Trumpf.
Da weder Treff Dame Ausfällt noch Karo 3-3 steht ist Ost am Schluß auf den Coeur Expass angewiesen, der zum Glück steht.
Kein guter Schlemm, aber er geht halt.


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Betreff: Mut hat auch der kleine Muck ( 10.02.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für mutiges Reizen.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 1 Pik und Süd 1 SA.
Nord lädt mit 2 SA ein, Süd nimmt mit 3 SA an.
Süd erzielt 2 Pikstiche, 4 Treffstiche, 2 Karostiche und 1 Coeurstich und bringt so 3 SA so gerade knapp nach Hause.
Mutig gereizt und gespielt.


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Betreff: Auch mal drauf gehen!!! ( 10.02.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel, wo mutiges, zupackendes Reizen belohnt wird.br> Nord bietet in letzter Hand 1 Karo, Süd 1 Coeur und Nord stop 3 Karo, Süd riskiert 3 Coeur,Nord schließt mit 4 Coeur ab.
West spielt Treff 3 aus,O/W machen 2 Treff und einen Pikstich.
Nach dem Trümpfeziehen macht man noch 6 Karostiche, 10 Stiche, erfüllt.


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Betreff: Kontrollverlust? ( 09.02.2026 )

Heute habe ich eine sehr schwer zu beherrschende Hand,in der Kontrollverlust droht, wie man an 2 Teilergebnissen gut ablesen kann.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 1 Pik, ich entschloss mich bewußt für das fehlerhafte 2 Coeur ( = die Hand hat bei weitem keine Reversstärke, kann aber immer nach 3 Karo zurückgehen), Süd hob in 3 Coeur, ich schloß mit 4 Coeur ab.
Der Angriff war schlechtest möglich für mich mit Treff, ich stach den zweiten Treff, spielte Karo Ass und Karo, überstochen von West.
West spielte Treff, ich stach in der Hand und den letzten Karo mit dem Ass.
Nach zwei Runden Trumpf, spielte ich so lange Karo, bis West stach, 4 Coeur erfüllt.
Haben Sie den Verteidigungsfehler gesehen.?
West hat das getan, was die meisten Verteidiger tun, Weszt überstach Süd anstatt abzuwerfen.
Falls West nicht übersticht, verliert Nord die Trumpfkontrolle, weil es zu wenige Übergänge in die Hand gibt, um sowohl die Karos als auch die Trümpfe zu bearbeiten.


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Betreff: Blattbewertung ( 09.02.2026 )

Heute habe ich ein sehr schönes Beispiel für Blattbewertung und Sperrreizung.
Nach dreimaligem Pass war Süd am Zug.
Ich hörte auf Nord zu meiner Überraschung stop 3 Coeur, wenige Momente später war der geteilte Nuller mit 170 eingefahren.
Meine Partnerin war sich keiner Schuld bewußt, Sie schwadronierte darüber, dass stop 3 Coeur in vierter Hand immer etwas stärker sein könne, während ich mir verzweifelt Ihre Hand ansah.
Da uns dieser zweifelhafte Erfolg in letzter Zeit mehrfach gelang und immer von stärkeren Händen in der Outpass die Rede aufkam, wenn der Nuller da war, versuchte ich mal in die nüchterne Analyse zu kommen.
Zunächst fragte ich meine Partnerin, wieviel Verlierer denn eine normale Einerstufeneröffnung habe, sie antwortete korrekt mit 7.
In einem zweiten Analyseschritt kamen wir zu dem Zwischenresultat, dass eine Sperreröffnung mindestens so viele Verlierer haben sollte wie eine Eröfnung auf der Einerstufe, ein Meilenstein in der Entwicklung.
Ich bat Sie Ihre Looser zu zählen, es reichte nur bis 6.
Sie war erstaunt, dass es nur 6 waren, ich war erstaunt, dass Sie erstaunt war.
Ich fragte Sie dann, da Sie ja schon etwas länger Bridge spiele, ob Sie es verwundere, dass die Trumpfkarten 6 unf 7 schlicht 2 Zusatzstiche lieferten, wohl wissend, dass das Ganze nun doch langsam inquisitorische Züge annahm.
Nein, es verwundere Sie nicht, sagte Sie tapfer, es hätte ja nach 2 Runden Trumpfziehen doch schon keiner außer Ihr mehr eines gehabt.
Wir einigten uns darauf, derartig dumme Experimente zukünftig zu unterlassen, ich bin gespannt, ob es auch so umgesetzt werden wird.
Was wäre also die richtige Reizung gewesen ?
1 Coeur von Süd, 1 Pik von Nord, stop 3 Coeur von Süd, 4 Coeur von Nord.


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Betreff: wieder piano ( 09.02.2026 )

Heute habe ich ich schönes Kampfbridgebeispiel.
Süd eröffnete mit 1 Treff, Nord bot 1 Pik und Süd 1 SA.
Nord bot 2 Treff, alle passten, letztlich erfüllte Süd 3 Treff.


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Betreff: Piano.piano ( 09.02.2026 )

Heute habe ich einen stacheligen Kampfigel.
Nach dreimaligem Pass eröffnet Nord mit 1 Coeur, Süd antwortet 2 Coeur.
Alle passen, West spielt Treff 3 aus.
O/W kassieren 4 Treffstiche, 2 Coeurstiche, 1 Karostich und Pik König für drei Faller.
Double Dummy gehen hier 5 Treff, das wird man in der Praxis nicht finden.


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Betreff: Zusammenwirken ( 05.02.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass man mit schwächeren Händen dennoch mitwirken muß,man hat eben zu selten die " Brecher", die aufgrund ihrer Punktstärke zum Selbstgänger taugen.
Nord eröffnet mit 1 Coeur, Ost hat ein äußerst knappes 1 Pik, Süd ist erstmal raus und West hebt auf 2 Pik.Nord muß passen.
Jetzt ist der Moment gekommen, wo Süd seinem Partner helfen muß.
Dies tut er am besten durch 2 SA, 3 Karo wäre zu einseitig.
Nord bietet 3 Treff und ein sehr schöner Kontrakt ist gefunden.
Jammern Sie nicht den möglichen 200 für einen kontrierten Faller in Pik nach, das findet keiner, Ihre Achse hat durch gutes Zusammenwirken einen schönen Kontrakt erreicht.
Was ist hier wichtig?
Lassen Sie nicht den Gegner 2 Pik spielen, tun Sie was, helfen Sie Ihrem Partner.


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Betreff: Ihr Nicht! ( 05.02.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass man sich besonders im Paarturnier auch auf höherer Stufe etwas trauen soll.
Ost eröffnet klassisch mit stop 3 Pik.
Süd ist in Gefahr einen König zu schwach für 4 Karo ( = Non Leaping Michaels mit 5-5 in den roten Farben) und passt daher.
West har eine zu schlechte Verteilung, um den Partner auf 4 Pik zu heben.
Nord zeigt sein bombastischen Treffs mit 4 Treff,Süd ist dran.
Passen oder reizen und wenn ja, was?
Ich plädiere trotz der Punktschwäche der Hand für reizen, Süd hat ja immerhin 2 attraktive Places to Play, er hofft,dass es passen wird.
Das Gebot ist für mich eindeutig 4 Karo, Süd will beide Farben anbieten.
Nord reagiert so, wie von Süd erhofft, da ihm die Karos nicht passen bietet er 4 Coeur.
Damit ist Süds Spekulation voll aufgegangen.West kann noch überlegen, ob er mit 4 Pik verteidigt ( = dann Kontra) oder passt und hofft, dass 4 Coeur fallen.
Wofür ich volles Verständnis habe, ist 4 Pik ( = wenn West sofort gehoben hat) spielen zu lassen.
Wenig Verständnis habe ich für 3 Pik, absolut null Verständnis für 2 Pik von Ost ungestört.
Ich frage mich, wie so die Gedanken des Nordspielers sein könnten, der auf 2 Pik in der Outpassposition passt.
Ost eröffnete mit weak Two, sein Partner sperrte nicht und bot auch nicht 4 Pik.
Er hat selber 6 sichere Treffstiche,seinem Partner sollten mindestens 2 Stiche zustehen, also ist doch 3 Treff jetzt absolute Bürgerpflicht.


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Betreff: Übersicht ( 05.02.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für Spielübersicht.
Süd eröffnet mit 1 Treff, West passt und Nord bietet 1 Pik.
Ost passt und Süd hebt auf 2 Pik.
Eine ganz schön blöde Situation aus Sicht von West, er hat Punkte, weis aber nicht so recht, was er machen soll.
Klar ist aber, dass N/S in ihrem Wohnzimmer angekommen sind, wenn 2 Pik zum Endkontrakt werden sollte, schreiben O/W ein schlechtes Resultat.
Dies ist die Handlungsmaxime, pass ist schlecht, pass ist schlecht.... ist schlecht....schlecht.
Ost bietet daher 2 SA, es ist unklar, ob dies beide UF oder Karos und Coeurs sind.
Ein guter Spieler auf Ost stellt sich jetzt die Frage, warum West eigentlich anfangs nicht 1 Treff kontrierte, die Antwort ist einfach, er hat Verteilungsunwuchten.
Daher bietet er nicht blind und faul 3 Coeur sondern 3 Karo.
Sehr gut gemacht, Gratulation.
Sie sehen in der Double Dummy Analyse, dass in beiden UF 11 Stiche gehen, die brauchen Sie nun wirklich nicht zu finden, wichtig ist N/S aus ihrem Wohnzimmer herauszuholen.


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Betreff: Kampf im Kaufhof ( 05.02.2026 )

Das obige Board weckte in mir eine Assoziation mit einer berühmten Schlagzeile der Bildzeitung aus den 70er Jahren, hier entbrennt ein heisser Kampf um den Teilkontrakt.
Süd eröffnet mit 1 Treff, West hat ein knappes Kontra.
Es tuen sich jetzt 2 Reizpfade auf, Nord könnte rekontrieren ( Zeigt Punktmajorität auf N/S) oder passen und abwarten.
Sollte Nord passen wird Ost strafwandeln und Süd SOS mit Rekontra rufen, worauf Nord 1 Karo bietet.
Nach Rekontra pass wird Süd 1 Coeur bieten, alle passen.
1 Coeur gehen ebenso wie 1 SA, es geht nichts auf der 2er Stufe.
Wichtig ist hier das wohltemperierte Bieten insgesamt und das " Fühlen", dass 1 Treff kein guter Kontrakt ist.
Gut gemacht von allen Akteuren, Gratulation.


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Betreff: Imagine ( 04.02.2026 )

Heute habe ich ein Board, in dem es um Ihre Vorstellungskraft geht.
Zunächst einmal ist dem Gesamtverein zu gratulieren, 5 Paare im Schlemm ist mehr als ordentlich.
Was ist mit den anderen 4 Paaren?
Wie ist Süds Hand zu beurteilen?
Er hat eine machtvolle 6-5 Verteilung mit jeweils Ass, König in den Farben und noch ein Seitenass dazu.
Damit ist dies für mich eine klare 2 Trefferöffnung.
Süd startet also mit stop 2 Treff, Nord bietet NICHT das bei Ihnen so beliebte Relais 2 Karo, sondern zeigt mit 2 Coeur ( = sagt nichts über Coeur, zeigt eine unausgeglichene Hand mit 8 + Punkten).
Süd ist erfreut und zeigt mit 3 Treff eine seiner Farben, Nord bietet 3 Coeur und Süd 3 Pik.Nord bietet 4 Pik.
Süd weis genug, er wird ein bis 2 Treffverlierer bei Nord stechen können und schließt mit stop 6 Pik ab.
Der Schlemm spielt sich einfach, man gibt lediglich einen Stich an den Pik Buben ab, bei einem 2-2 Stand der gegnerischen Trümpfe hättte man locker alle Stiche gemacht.
Was ist hier wichtig?
Zählen Sie nicht stur Punkte, bewerten Sie Ihre Hand.
In der ex ante Bewertung ist Süds Hand etwa 27 Punnkte wert.
20 FP ( = König beim Ass ist ein weiteres Ass), 3 FVP für das Coeur Chicane, 1 FVP für das Double Karo, 2 Längenpunkte in Treff und einer in Pik.
Falls diese Hand ein bischen Fit bekommt, sind 6 in einer der schwarzen Farben kalt.


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Betreff: Bridge nach Bauernregeln ( 04.02.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für die Schlemmimpulsgebung und die Schlemmauswahl.
Nord eröffnet klassisch mit 1 SA, Süd bietet 2 Karo Transfer, den Nord mit 2 Coeur ausführt.
Früher haben die Spieler nach der Maßgabe gearbeitet 1 SA plus 1 SA gleich 6 SA.Dies ist nicht immer richtig, aber eine gute Guideline.
Süd will nicht unbedingt in 6 Coeur oder 6 SA springen, aus seiner Sicht könnte ein Loch in Karo bestehen, dies will er durch eine Cuebidsequenz ( = Kontrollen) ausschließen.
Er bietet daher partieforcierend 2 Pik ( = Kontrolle), Nord meldet 3 Treff ( = Kontrolle = Treff König), Süd jetzt 3 Coeur ( = habe keine Karokontrolle).
Da Nord mit Karo Ass die Süd fehlende Karokontrolle hat, kann er mit 3 Pik ( = Ass) weitermachen.
Süd weis jetzt genug und stellt mit 4 SA die Assfrage, die Nord mit 3 Keycards beantwortet.
Es sind also alle KeyCards an Board, für einen evtl. Großschlemm bräuchte Nord aber noch eine Farblänge, die Süd jetzt nicht mehr herausbekommt.
Süd wird also mit Kleinschlemm abschließen, aber welchem?
Als alter Paarturnierhai weis Süd, dass hier einige rein aufgrund der Masse in 6 Coeur sein werden, die möchte er schlagen und wäht daher 6 SA aus.
Eine gute Wahl, 6 SA bringt 15 MP, 6 Coeur hätte nur 12 MP gebracht, macht in der Endabrechnung des Turniers ein knappes Prozent aus.


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Betreff: No Fit, no Bid ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein interessantes Beispiel für Schadensvermeidung im Misfitfall.
Nach pass, pass eröffnet West mit 1 Coeur, Nord überruft mit 2 Coeur ( = 5+ Piks und eine 5+ UF), kann in Grün recht schwach sein.
Ost wird jetzt mit 3 Coeur sperren, von einem Pikfit hält dies N/S möglicherweise nicht ab, von einem Unterfarbfit wohl schon, aber Ost weis aufgrund der Eröffnung seines Partners und der eigenen 9 FP, dass N/S es auch nicht allzu üppig mit den Punkten haben.
Süd ist dran.
Er hat 8 FP und keinen Pikfit, Nords zweite Farbe wird mit hoher Sicherheit Karo sein, deshalb ist 4 Treff zum einen nicht von der nötigen Punktmasse unterfüttert, aber auch naiv.
Deshalb passen alle, aber was passiert?
3 Coeur ist tatsächlich schon 1 bis sogar 2 Etagen zu hoch, Nord/ Süd haben auch nicht 3 Pik oder etwas höheres drin.
Gutes Bridge von allen Beteiligten.
Dem Paar 202 biete ich eine Spezialtherapie an, wie kommt man hier auf 4 Coeur?


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Betreff: Vollspiel!!! ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein wichtiges Thema, nämlich das Erfordernis von Forcierenden Geboten, wenn Vollspiel erreicht werden soll.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd antwortet mit 1 Pik, Nord hat 1 SA als Rebid.
Süd weis aufgrund seiner 15 FP, dass N/S in Partie gehören, Schlemm ist wohl außer Reichweite, nachdem Nord nur 1 SA bieten konnte.
Süd weis aber noch nicht, welche Partie man spielen soll.
2 Paare sind auf N/S im Teilkontrakt hängen geblieben, eines davon in 2 Pik, dem "Klassiker" für ein nicht forcierendes Gebot.
Süd darf werder 2 noch 3 Pik bieten, beides wäre passbar.
Er muss also entweder jetzt eine Partie ansagen oder über 2 Karo ( = künstlich, dritte Farbe Forcing) gehen, worauf Nord 3 Coeur bietet,Süd jetzt 3 Pik ( = jetzt durch Zwischenschaltung von 2 Karo partieforcierend) und Nord wird mit 3 SA ( = meine Wahl) oder 4 Pik abschließen.
Beide Kontrakte spielen sich problemlos, es haben auch alle Paare mindestens 10 Spielstiche erzielt.
Was ist hier wichtig?
Wenn Sie wissen, dass Ihre Achse in Partie kommen muß ( = Ihr Partner aber noch nicht), dann müssen Sie drauf achten, dass Sie unterhalb von Partie nicht etwas nicht Forcierendes bieten oder gleich eine Partie ansagen.
Dritte und vierte Farbe Forcing ( = beide nicht passbar) sind dazu wichtige Hilfsmittel, Sie erfahren dann mehr über Partners Hand und kommen so zu einer guten Entscheidung.


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Betreff: Not in our House!!!! ( 30.01.2026 )

Heute habe ich eine interessante Judgementhand.
West eröffnet mit 1 Karo, Nord bietet stop 2 Pik, Ost etwas gezogen forcierend 3 Treff und Süd selbstverständlich stop 4 Coeur.
West geht in die Bücher, er denkt über 6 Treff oder 6 Karo nach, weis aber nicht so recht und hat auch Angst vor einem Pikschnapper.
Deshalb bietet er sehr abgeklärt erst einmal 4 SA ( = habe Karo als Hauptfarbe, kann aber auch gut Treff mit Dir spielen, mach was Schlaues draus).
Ost versteht West genau, er hat Abgst vor einem Coeurverlierer und auch einem Pikschnapper, er begnügt sich mit 5 Karo.
Auf Nord sitzt ein guter Spieler, er kennt Partners Treffkürze und hat selbst eine Karokürze, er bietet 5 Coeur, die Ost konriert.
Ost hat Glück, 5 Coeur fallen sogar einmal, warum werden sich viele fragen und es nicht lösen können.
Man gibt doch nur die beiden UF Asse ab, die beiden Karoverlierer kann man doch verstechen, werden Sie sagen.
Dies aber geht leider nicht, weil Nord nur 3 Trümpfe hat und Süd kein Entree außerhalb Trumpfs, um Nord zweimal stechen zu lassen, so dass er auf einem zweiten Karoverlierer " hängen" bleibt.
Ein schöne Gimmickhand.


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Betreff: Nicht Machado, nicht Trump, BFC Colonia!! ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel in der kompetitiven Reizung.
Manche werden die Osthand mit 1 Treff eröffnen, ich würde es wegen der blanken Coeur Dame eher nicht tun.
Also eröffnet Süd nach dreimaligen Pass mit 1 Karo, Nord antwortet mit 1 Coeur und Süd bietet 2 Coeur.
Nach pass, pass kontriert Ost noch einmal auf, West bietet 2 Pik.
Nord kann jetzt sein Blatt deutlich aufwerten, er hat eine neunte Trumpfkarte, sein Partner hat ein Single Pik, er bietet also 3 Coeur und Süd bietet jetzt die Partie aus.
Zweimal boten O/W, die mit viel Pass starteten jetzt noch 4 Pik.
Was sollen wir von den einzelnen Kontrakten halten?
Dreimal durfte West 2 Pik spielen, das ist nicht wirklich zu verstehen, 3 oder mehr Coeur ist auf N/S Pflicht.
Einmal durfte Nord 3 Coeur spielen, das ist auch schwer zu verstehen, aber noch irgendwo plausibel, man muß auf O/W nicht unbedingt 3 Pik bieten und auf N/S nicht unbedingt an 4 Coeur glauben.
Zweimal durften O/W 4 Pik in Gefahr unkontriert spielen, dies ist völlig unverständlich, selbst wenn Ost mit 1 Treff eröffnet haben sollte, jetzt, wo O/W beide angepasst waren geht 4 Pik doch wohl erst recht nicht.
Sie schrieben dann 300 und 200 statt 800 und 500 für das Kontra, das ist schon Geld, finde ich.
Immerhin boten jetzt N/S nicht 5 Coeur, die völlig absurd gewesen wären, aber hier tatsächlich gingen.
Am Montag nach dem Turnier soll sich das Nobelpreiskommitee aus Oslo bei unserer Vorsitzenden Gisela gemeldet haben, wenn Sie von diesem Spiel gewußt hätten, hätte nicht Maria Machado den Nobelpreis bekommen, nachdem Donald J. wohl aus politischen Gründen nicht so wirklich in Frage kam, sondern die tapferen Paare 3 und 5 des BFC Colonia, die 4 Pik unkontriert spielen ließen, so richtig verdient hätten sie ihn m.E. aber auch nicht.....


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Betreff: Verteidigungstechnik ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für eine Standardverteidigung.
West eröffnet mit 1 Treff, Ost bietet stop 2 Karo ( = 6+ Karos, 5-8 FP) und West stop 3 SA.
Standardausspiele gegen diese Reizung sind Coeur 5 ( = mein Favorit) oder Pik 5.
Lassen wir Nord Coeur 5 ausspielen, dann ist es für die Verteidigung schwieriger.
Der Tisch kommt herunter, wie sieht es aus? Durch das Ausspiel hat West 2 Coeurstiche, Pik Ass, 1 Karostich und 4 Treffstiche, es fehlt ihm 1 Stich zum Erfüllen.
Dieser kann nur aus der Karofarbe kommen, N/S müssen verhindern, dass West Osts Karos zum Laufen bekommt.
Können Sie das schaffen ?
Aus Nords Sicht hat Ost mögliche Entrees in Pik ( = Bube), Coeur ( = Bube) und Treff ( = Dame).
Süd kann in Pik und Coeur verhinden, dass Ost ans Spiel kommt, in Treff kann dies keiner der beiden auf N/S, also kommt Ost außerhalb Karos einmal ans Spiel.
N/S können also mit dem Ducken eines Karos verhindern, dass Ost mit der Karolänge den Kontrakt absichert.
Also legt Süd auf die ausgespielte Coeur 5 nicht den König, West gewinnt mit Coeur Dame.
Das Nachspiel von Karo Bube duckt Nord.
Die nachgespielte karo 5 nimmt Nord ( = ein Wechsel auf eine andere Farbe würde West nicht weiterbringen) und spielt erneut Coeur, worauf Wests Ass entfernt wird und der Coeur König unverändert Osts Coeur Bube bewacht.
Jetzt geht West an die Treffs ( = Pik wäre schlechter für ihn), Ost gewinnt mit der Dame und retourniert Treff, Süd deckt mit der 9 und die gute Sache hat gesiegt. Egal ob West jetzt nimmt oder nicht, er bekommt nur noch 3 Treffstiche und Pik Ass.
Zurück zur Wirklichkeit.
Den zwei Paaren, die nicht in 3 SA waren, sage ich, " dies ist mit dieser Hand auf Dauer nicht richtig, man wird sie zu über 90% gewinnen".
Dem Spieler, der gegen 3 SA von Ost Treff 2 ausgepielt hat sage ich, " wenn Sie sich für dieses Spiel interessieren, dann haben Sie doch Wests Erstgebot von 1 Treff gehört, wie kamen Sie jetzt auf die Idee, Treff auszuspielen, was absolut verboten ist? "
Den beiden Spielern, die Coeur 5 ausspielten und dann den Knoten nicht entwirren konnten, so daß West einmal sogar 2 Überstiche machte, sage ich, " Ihr habt leider das Schönste, ja nahezu Orgastische im Bridge nicht erreichen können, nämlich in einem Gesamtkunstwerk mit Eurem Partner 3 SA zu stürzen, wie ich es gezeigt habe".
Dies verstehe ich nicht, mit dem Ausspiel der Coeur 5 ist schon die Hälfte der Arbeit getan, man muß dann auf den Plan kommen, den ich beschrieben habe, zumindest muss der Grundplan, Osts Karos lahm zu legen, da sein.
Wer das dann nicht schaftt, sich so in die Hand einzufuchsen, dass dies gelingt, der schafft es halt leider nicht, er sollte aber zumindest diesen Pfad erahnen und es zumindest ein Stück weit versuchen.


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Betreff: Kampf um den Teilkontrakt ( 30.01.2026 )

Heute habe ich den im Team zwar nicht so im Mittelpunkt stehenden, aber dennoch wichtigen Kampf um den Teilkontrakt.
Ost eröffnet mit 1 Treff, nach pass, pass bietet Nord 1 Pik, Ost hält sich erst einmal zurück um zu hören, wie sich sein Partner so fühlt.
Süd bietet 2 Pik, die hier eher Sperrcharakter haben.
West hat eine sehr schlechte Verteilung, dennoch sollte er in Weis mit 4 Punkten und 4 er Treff jetzt 3 Treff einstreuen.
Jetzt ist genau die Situation eingetreten, die man mit gutem Bridge erreicht, beide Seiten können Fehler machen, wir sind über den Wohlfühlbereich hinaus.
Manche werden 3 Treff spielen lassen in der Hoffnung, dass es fällt, andere werden 3 Pik bieten und selber fallen.
3 Pik gehen zwar Double Dummy, dazu muß man aber die Pik Dame bei West finden, die man wohl einen Tick eher bei Ost verorten würde.
Was nicht passieren sollte ( = BFC Colonia Bidding Feaver) ist, dass O/W noch 4 Treff bieten, denn erstens wird man die mit nicht antwortendem Partner nach Osts 1 Treff Eröffnung wohl kaum erfüllen, zweitens läßt man die Chance liegen N/S zu Fall zu bringen.


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Betreff: Minimax überall ( 30.01.2026 )

Die heutige Hand war für mich die schwierigste des Turniers.
Nords Hand ist eindeutig zu stark für einen Weak Two, man kann sie anpassen oder mit 1 Coeur ( = ganz klar mein Favorit) eröffnen.
Ost könnte auch passen, viele werden damit 2 Karo bieten.
Auf 2 Karo wird Süd erstmal eine Runde aussetzen müssen, Kontra mit dem 3er Pik geht schlecht, für forcierende 3 Treff fehlt es etwas an Punkten.
West passt und Nord zeigt jetzt mit 2 Coeur sein 6er Coeur.
2 Coeur könnte zum Endkontrakt werden, es kann gut sein, dass West noch mit 3 Karo kommt.
3 Coeur sollte Süd hier nicht mehr bieten, er hat zwar 8 FP, seine Treffs sind aber zu langsam, die Gegner werden in Pik und Karo bereits alles abkassiert haben, was Ihnen so eben zusteht, für die beiden hohen Treffs hat Nord dann keine lohnenden Abwürfe mehr.
Die Hand spielt sich einfach, N/S kassieren 5 Stiche in Treff und Coeur.
Sollte Nord 3 Coeur spielen, machen O/W je zwei Pik- und Karostiche sowie einen Coeurstich, als also auch 1 mal down.


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Betreff: Reizsrtategien ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein schwieriges Thema, die Reizstrategien.
Nach pass, pass ist West am Zuge.
Er hat 14 Punkte und eine schöne 6er Farbe, eine Mischung zwischen einem Einfärber und einer ( noch so gerade) ausgeglichenen Hand.Er muß sich im Grunde jetzt schon überlegen, wie er diese Hamd verkauft, dazu bieten sich 3 Reizfolgen an.Man hat es schlicht nicht immer passend, muss leicht improvisieren, man wählt dann die Gebotsfolge, die die Hand am ehesten beschreibt.
1. 1 Treff gefolgt von späterem 2 Treff ( dazu ist die Hand zu gut, vor allem die Trefffarbe).
2. 1 SA mit 2 Doubles ohne Hochfigur ( = nicht meine Wahl)
3. 1 Treff stop 3 Treff ( = meine Wahl, ich zähle mir für Treff Ass, König einen Punkt dazu, das passt dann am ehesten, weil es auch die Qualität der 6er Farbe eher zeigt)
Also eröfffnet West mit 1 Treff, Ost bietet 1 Coeur und West ( = passbar) stop 3 Treff. Jetzt kann Ost beruhigt 3 SA bieten.
Sie sehen, was dreimal auf 1 Treff, 2 Treff passierte, Ost passte weg, 130 statt 600, die Vollkatastrophe.
Bejammern Sie nicht das Pech, Sie haben suboptimal agiert und die auf lange Sicht gerechte Quittung dafür bekommen.
Was ist hier wichtig?
Schauen Sie sich Ihr Blatt an und überlegen Sie zumindest noch das zweite Gebot, dass Sie hier auf eine normale Antwort auf 1er Stufe abgeben würden.
Wählen Sie die Sequenz aus, die insgesamt am besten auf Ihre Hand passt, hier ist das m.E. 1 Treff stop 3 Treff.
Ich weis, dass dies " leicht gezogen" ist, aber 2 Treff ist auch stark unterreizt, zweiteres ist gerade im Team auf Sicht nicht gut.Ich nehme lieber ca. 30 % Fälle ( wie dieser hier) mit, wodurch ich damit Partie erreiche, ich nehme die 10% Fälle hin, in denen wir zu hoch kommen, in den anderen ca. 60% macht es nichts aus, entweder ist der Partner schwach und passt oder er ist auch ggü. Minimum bei mir so stark, dass wir eh in Partie landen.


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Betreff: Wir spielen hier!!! ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein Board für kompetitive Reizer.
West eröffnet mit 1 Treff,Nord hat 4 jämmerliche Punkte, aber eine tolle Hand, sollte seine Achse einen Fit haben.
Deshalb bietet er hier in Nichtgefahr absolut zwingend 2 Treff ( = 5+ Piks und eine weitere Farbe mit mind. 5 Karten), also einen klaren Zweifärber.
Dies nimmt Ost schon mal für das erste aus dem Spiel, Süd bietet 3 Treff ( = entweder Stoperfrage oder Pikfit und gute Hand).
West hat kein eigenes Gebot mehr, Nord zeigt mit 3 Pik Minimum, Ost muß jetzt laut geben, nachdem er in der ersten Runde passte, er bietet 4 Treff und Süd 4 Pik.
Falls West diese spielen läßt in der Hoffnung , dass sie fallen, erlebt er sein blaues Wunder.
Falls er 5 Treff bietet gibt es zwingend ein Kontra, warum?
Ost hatte auf Nords 2 Treff kein Gebot, West konnte über 3 Treff Nichts reizen, aber jetzt sollen plötzlich doch 5 Treff gehen?
Egal wie, N/S schreiben plus.
Schauen Sie mal was passiert wäre, wenn Nord gepasst hätte.
Ost /West hätten friedlich 4 Treff gespielt, Süd hätte zwar seine Karos ein- bis zweimal genannt, der Pikfit wäre unentdeckt geblieben und damit das Hauptasset von Nord, sein Treffchicane nicht zur Geltung gekommen.
Was ist hier wichtig?
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will Sie nicht ermutigen, mit jedem 08/15 Blatt und 4 Punkten den " großen Zampano" zu geben, hier haben Sie aber nur vielleicht 4 Punkte, bei Pikfit haben Sie eben nicht 4 sondern etwa 10 Punkte.
Dies müssen Sie ( weil es eben vielleicht nur 4 sind), sofort Ihrem Partner mitteilen, auf der 2 er Stufe in Grün geht das hier noch, Sie haben einmal gesprochen und Ihrem Partner einen Zweifärber mit Piks gezeigt,Sie werden in dieser Hand nur noch sprechen, wenn man Sie fragt und dann rufen Sie " Minimum, Minimum, Minimum".
Sie haben nicht viel, aber den entscheidenden Startschuss für Ihren Partner gegeben, der wird Sie verstehen, spätestens nachdem auch Ost auf der 4er Stufe mal mitreizte und Sie mit 3 Pik Ihr Minimum gezeigt haben.


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Betreff: Blattbewertung ( 30.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Blattbewertung, nachdem ich die erschütternde Ergebnistabelle dieses Boards gesehen habe.
Ost ist knapp vor einer 1 Trefferöffnung, würde er eröffnen, wäre der Schlemm auf N/S offensichtlich und noch einfacher zu reizen, Süd hätte ca. 8 zusätzliche Punkte in Treff, eröffnet Ost nicht, sind es vielleicht 5 zusätzliche Punkte.
Lassen wir Ost also passen.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord bietet 2 Pik,Süd stop 4 Treff ( = Splinter, guter Pikfit, Kürze in Treff), Nord 4 Karo ( = Kontrolle), Süd 4 Coeur ( = Kontrolle), Nord 4 Pik ( = Abschluss aus seiner Sicht, nicht zwingend für seine Achse), Süd 5 Treff ( = Habe Chicane in Treff), Nord 5 Coeur ( = habe Coeur König oder Coeur Single), Süd stop 6 Pik.
Der Schlemm spielt sich einfach, da nur 2 Trümpfe mit dem König fehlen wird man Pik Ass für 13 einfache Stiche ziehen.
Man muß hier nicht in 7 Pik sein, aber nicht in 6 Pik zu sein, geht nun wirklich gar nicht.
Was ist hier wichtig?
Lassen Sie uns mal Süds Hand bewerten, nachdem Nord den Pikfit bestätigte.
1. Süd hat 9 FVP in Pik, 5 FP und zusätzliche 4 für die beiden zusätzichen Trumpfkarten, er hat 4 Punkte in Coeur, nach Nords Karo Kontrollgebot ca. 7 Punkte in Karo und 5 Punkte in Treff, also insgeamt ca. 25 FVP.
2. Partner Nord hat 7 FV plus 2 FVP in Pik für seine vierte Trumpfkarte, nachdem Süd ein Treffchicane zeigte, ist sein Coeur Single auch ca. 5 Punkte wert, seine Hand also insgesamt ca. 14 FVP, ca. 14 plus ca. 25 sind ca. 39 Punkte.
" Herr Koch, Sie haben nicht mehr alle Latten am Zaun", werden Sie sagen.
" Das verstehe ich", erwidere ich ruhig, "lassen wir doch ma die Punkte aus Sicht von O/W zählen".
1. West hat 3 Punkte in Pik, die sind 0, falls Süd Pik Ass zieht.
2. Sie haben 6 Punkte in Coeur, die sind null wert, falls Süd das Ass hat.
3. Sie haben einen Punkt in Karo.
4. Sie haben 8 Punkte in Treff, die sind von vornherein null wert, weil Süd in Treff Chicane ist.
O/W haben also einen Punkt ( = der ist auch völlig wertlos, eine bedeutsame vierte Runde in Karo wird es in dieser Hand nicht geben.
Zusätzlich haben sie den Trumpfkönig blank, wenn Süd mit dem Ass anfängt ist bereits Game Over.
Hören Sie auf mit dem sturen Punkte zählen, BEWERTEN Sie IHRE HÄNDE, hier sind bei erkennbar überragendem Pik fit ( 10+ ist nach 2 Geboten Süd bekannt), die Piklänge, das Treffchicane, der Karo König und das Coeur Single alles super XXXL Karten und man weis das alles nach wenigen Geboten ziemlich klar.
Sollte Süd hier seinem Partner sagen, der ihn fragte, warum er keinen Schlemmversuch machte, "ich hatte doch auch nur 15 Punkte, Du hast ja schließlich nur 2 Pik geboten" , dann könnte er auch gleich sagen " Ich habe von diesem Spiel keine Ahnung, ich will auch keine haben, es ist mir egal, Blattbewertung kann ich nicht, will ich nicht, interessiert mich auch nicht, Du mein Partner interessierst mich übrigens auch nicht, ich möchte hier lediglich Sonntag Nachmittag ein paar bunte Karten auf den Tisch legen, es ist mir doch egal, was auf diesen Karten steht".


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Betreff: Same Story again ( 30.01.2026 )

Heute habe ich ein fast identisches Problem wie in Board 20.
Ost eröffnet mit 1 Treff, West bietet 1 Coeur und Ost 1 Pik.
West hat jetzt nicht genug Masse, um 2 Karo ( = wäre hier 4. FF ) zu reizen und bietet daher 1 SA.
Dies ist eine reine Punktansage, es verspricht entgegen der landläufigen Meinung nicht zwingend einen Karostopper.
Ost will forcieren, er bietet aber nicht stop 3 Treff ( = passbar) sondern 2 Karo ( = vierte Farbe Forcing).
West "liefert" und bietet 2 SA, Ost hebt auf 3 SA.
Ich will hier nicht erreichen, dass Sie wie die Weltklasse in diesem Board vielleicht 6 Treff finden, ich möchte jedoch schon sehen, dass Sie hier 3 SA finden, wir haben stattdessen 8 fehlerhafte Endkontrakte produziert, die mit simpelster Reiztechnik zu vermeiden gewesen wären, dies ist bridgeliche Armut.


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Betreff: 5 Treff, der Kontrakt der Looser ( 30.01.2026 )

Man muß hier nicht unbedingtHeute habe ich mal wieder, das Thema UF versus SA.
In diesem Board sind 5 Paare, also genau die Hälfte in 5 Treff gelandet und haben dafür völlig zu Recht einen schlechten Score erzielt, warum?.
In der ungestörten Reizung gibt es das Spiel 5 in UF sehr selten und ( = genau dies ist hier der Punkt) immer nur, nachdem analysiert wurde, ob 3 SA gehen.
Hier eröffnet West mit 1 Treff, Ost bietet 2 Treff ( = Inverted Minor ,d. h. 2 Treff ist die einladende Hand nit mind. 4er Treff, stop 3 Treff wäre die schwache Treffhebung).
West bietet 2 SA ( = Minimumeröffnung ohne zwingenden Stopper in allen Restfarben.
Daraufhun bietet Ost partieforcierend 3 Coeur ( = Coeurkontrolle), West fällt jetzt doch 3 SA leicht, denke ich.
Man muß hier nicht unbedingt den Treffschlemm oder den etwas abstrus anmutenden SA Schlemm finden, 3 SA sollten es aber schon sein, 5 Treff ist ein bridgelicher Offenbarungseid.


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Betreff: Spieltechnik ( 29.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Spieltechnik, nachdem in einem einfachen 08/15 Board 3 Spieler ohne Not im Topkontrakt 4 Pik einmal down gingen.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord muß jetzt über Umwegreizung oder ähnliches eine einladende Pikreizung einleiten, die zum Endkontrakt 4 Pik von Süd führt, den ja auch immerhin 7 von 9 Paaren gefunden haben.
Gegen diesen Kontrakt wurde 7 mal Treff oder Coeur angegriffen, ich bin begeistert, bravo.
3 Spieler fielen jetzt, einen davon sogar 2 mal, davon bin ich weniger begeistert, der Kontrakt spielt sich doch relativ einfach.
Kernelement des Spielplans ( = ja, Spielplan, das ist eine Art Ablaufplan für die Spieldurchführung, den Sie leider nur allzu selten machen) ist es, zweimal in Richtung der Marriage in Karo bei Nord zu spielen, um 3 Karostiche zu erzielen, wenn Karo Ass bei West stehen sollte.
Dieser Standarspielzug funktioniert hier prächtig, auf den vierten Karo wird man hier einen Coeur- oder Treffverlierer los.


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Betreff: 1 SA in der Outpass ( 29.01.2026 )

Heute habe ich ein Standardbietinstrument vorzustellen, das zu meiner Überraschung viele offenbar nicht kennen.
Nord eröffnet mit 1 Pik ( mit 6er UF durchaus 1 SA möglich, mit 6er OF macht man das nicht).
Nach pass, pass ist West am Zug.
Die Biettheorie hat für diese Situation, wo man statistisch betrachtet wesentlich häufiger eine ausgeglichene Hand mit 11- 14 FP als eine solche mit 15-18 FP hat das Bietinstrument 1 SA entwickelt, hat man 15 oder mehr Punkte, muß man dann halt kontrieren oder zur Not eine 4er Farbe oder den Farbüberruf bieten.
Die Weiterreizung erfolgt so, als ob der 1 SA Bieter mit 1 SA eröffnet hätte, also Stayman, Transfer etc, eine Einladung zu 3 SA natürlich jetzt erst ab guten 11 Punkten.
1 SA, pass, pass,pass wäre also hier richtig gewesen.
Den Endkontrakt von 1 Pik von Nord hätte es also niemals geben dürfen.


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Betreff: Verteilung aufwerten ( 29.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für einen Verteilungsschlemm.
West eröffnet 1 Treff, Ost bietet 1 Pik und West 2 Treff ( = Blatt hat keine Reverstärke).
Ost bietet 2 Karo ( = NUF = Neue UF Forcing), West stop 3 Coeur ( = punktschwach aber 5er Coeur) und Ost jetzt 4 Treff ( = Assfrage auf Treffbasis), hört 3 KeyCards, alle KeyCards sind da, stop 6 Coeur.
Ein äußerst leicht zu findender und zu spielender Schlemm, Ost kriegt die 6-5 Verteilung von West heraus und weis, dass man allenfalls einen Coeurstich herausgeben wird.
Was ist hier wichtig?
1. Immer mit der längeren Farbe eröffnen, um Partner kein falsches Bild über seine Hand zu zeichnen
2.Nicht Revers reizen ohne Reversstärke
3.Sinnvolle Frageinstrumente ( = hier 2 Karo NUF) einsetzen um mehr über die Hand zu erfahren
4.Sein Blatt perfekt beschreiben, nachdem West mit 1 Treff 2 Treff nur schwach reizte,gibt er jetzt Gas und zeigt das 5 er Coeur im Sprung, er bietet nicht 2 Coeur, schwach mit 4er.


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Betreff: Glaubst Du dran? ( 29.01.2026 )

Heute habe ich eine reine Judgementproblematik.
Süd passt diese Hand an,Nord eröffnet mit 1 Karo ( Alternative 1 SA), Süd bietet jetzt stop 2 Pik, schwacher Sprung mit 6+ Piks und 5-8 FP.
Nach Wests pass ist Nord wieder am Zuge.
Warum eröffnete Süd nicht mit einem Weak Two, obwohl er diese Blattstruktur hat?
Die Antwort kann nur sein, dass er am unteren Rand der Punkterange liegt oder sein Blatt einen sonstigen Defekt hat.
Dies sollte Nord vorsichtig machen.Sollte er deshalb die Flinte ins Korn werfen?
Ich finde nicht, sein Blatt sollte mit den schönen Kontrollen und der 5er Karofarbe mindestens eine Einladung wert sein, die er mit 2 SA zum Ausdruck bringt.
Süd geht in sich, er hat zwar eine schöne Position in Treff, aber die schlechtest mögliche Verteilung mit 6-2-2-3 und ein relatives Punkteminimum, die Farbe ist zudem sclecht, daher winkt er konsequent mit 3 Pik ab.
Daran tut er gut, es gehen nur 3 Pik.
Dieser Logik folgte nur Paar 9, herzlichen Glückwunsch.
Zum Rest des Vereins muß man leider sagen: " Fehlerhafte Blattbewertung als Massenphänomen".
Was ist hier wichtig?
1. Süds anfängliches Pass sollte Nord mistrauisch machen und ihn nicht in 4 Pik springen, sondern nur einladen lassen.
2.Süd wiederum sollte sein Blatt objektiv bewerten, es ist Minimum, also konsequenterweise nur 3 Pik.
Wenn Sie nicht lernen, mindestens die Hälfte aller Einladungen abzulehnen, werden Sie Ihr Bridge nicht verbessern können.


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Betreff: Schöner Schlemm, wie spielt man den? ( 28.01.2026 )

Heute habe ich eine leichte Schlemmreizung und eine etwas komplizierte Abspieltechnik.
West wird in Grün gegen Rot diese Hand mit einem Weak Two in Pik eröffnen.
Nord ist zu punktschwach ( = jetzt) eine Zwischenreizung abzugeben, Ost fragt mit Ougust oder ähnlichem nach der Qualität dieses Weak Two.
Diese ist durchschnittlich, am besten spielt man in dieser Situation nicht das klassische Minimax, sondern man reiz auf der 3 er Stufe Werte (hier Coeur König) und auf der Viererstufe Splinter, hier also konkret 3 Coeur.
Dies gefällt Ost sehr, er kann jetzt die Assfrage stellen, Treff Ass fehlt, er erfährt von Trumpf Dame und Coeur König ( = letzteres wußte erschon) und bietet 6 Pik aus.
Nach Treff Ass Ausspiel kann man überhaupt nicht mehr fallen,auf die beiden hohen Coeurs werden die beiden Karoverlierer abgeworfen.
Nach Coeur Bube oder klein Karo ist es deutlich schwieriger, weil man nicht weis, was man auf die beiden Coeurs abwerfen soll.
Man kann nicht den Karoschnitt zuerst spielen, sitzt dieser nicht ist man von oben down wegen des Treff Asses.
Man muss dann Karo Ass und die Trümpfe ziehen und auf die beiden hohen Coeurs die 2 Karos aus der Westhand abwerfen und Karo Dame verstechen.
Jetzt gewinnt man nur noch zu 50% ( = hier klappt es), wenn man klein zur Treff 10 spielt, also auf den Buben bei Nord schneidet.


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Betreff: Warum 4 Pik? ( 28.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass man auch mit starken Händen den Partner mitsprechen und zumeist auch entscheiden lassen sollte, anstatt selbst etwas blind " zu schiessen".
West eröffnet mit 1 Karo (= stop 2 SA wäre auch vertretbar),Nord bietet 1 Coeur.
Ost hat jetzt absolut diskussionslos ein Pass, für eine freiwillige Reizung braucht er so ab ca. 8 FP aufwärts.
Hätte Nord gepasst, hätte ich mir mit den 5 FP 1 Pik noch gerade so gefallen lassen, es ist aber problematisch.
Süd passt und West kontriert, Ost bietet 1 Pik.
Ost ist nicht gesprungen, er hat auf der 1er Stufe geboten, kann 0 Punkte und auch nur ein 4er Pik haben.
Für eine Einladung mit 2 Coeur ist West mit dem nur 3er Pik eindeutig zu schwach, dies würd etwa 20 FP und ein 4er Pik zeigen.
Eine etwas weichere Einladung mit 2 Pik ist o.k.
Hierauf würde Ost jetzt mit dem 5er Pik und 5 FP noch einmal mit 3 Pik rückeinladen, Ost hat bereits alles gezeigt und passt dies.
Die Hälfte aller Spieler macht sich derartige Gedanken nicht, entweder reizen sie freiwilig mit 5 Punkten 1 Pik, dann wäre stop 4 Pik von West richtig,oder West reizt trotz des nur schönen 3er Piks hier einfach 4 Pik ggü. einem Partner, der null Punkte haben kann.
Wie Sie sehen ( = und dies hätte vor allem West mit seinem 3er Pik und Nords Coeurzwischenreizung sehen müssen), dass Ost hier nach Coeurausspiel die Trumpfkontrolle verliert und 1 bis 3 mal fällt.


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Betreff: Kontrollreizungen ( 28.01.2026 )

Heute habe ich das speziell für Schlemmreizungen immens wichtige, unverzichtbare Instrument Kontrollreizungen, das ich Ihnen einmal etwas tiefer vorstellen will.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord bietet 2 Coeur, Süds Hand stellt jetzt ein knappes stop 3 Pikgebot ( = auf jeden Fall 6+ Piks) dar, nur 2 Pik zu bieten wäre auch noch vertretbar.
Nords Hand hat dadurch eine enorme Aufwertung erfahren, Pik Dame, Bube sind plötzlich sehr gute Karten, dazu hat er 3 Kontrollen ( = Ass, König in Karo und Treff Ass) in den Unterfarben, es herrscht also absoluter Schlemmalarm.
Nord gibt jetzt mit 4 Treff eine sog. Kontrollreizung ab.
Sinnvollerweise spielt man sog. gemischte Kontrollen, d.h. man zeigt Erst- oder Zweitrundenkontrolle in Form von Ass, König, Single oder Chicane.
Der Partner weis zunächst nicht, ob die Kontrolle eine Erst- oder Zweitrundenkontrolle bedeutet, er weis aber, dass der Gegner auf keinen Fall 2 Stiche in dieser Farbe abziehen kann.
Die Abgabe einer Konrolle legt hier Pik als Trumpffarbe fest, Kontrollen werden von unten nach oben gereizt.
Läßt man bei der Reizung von Kontrollen eine Farbe aus, bedeutet dies also , dass man selbst keine Kontrolle hat, der Partner sollte mit Schlemmabsicht jetzt nur weitermachen, wenn er SELBST eine Kontrolle in der ausgelassenen Farbe hat.
Süd reizt also hier 4 Couer ( = auch Kontrolle).
4 Coeur ist definitiv eine Kontrolle, Nord hat mit der Abgabe der Kontrollreizung ( = auch Cue Bid genannt) 4 Treff definitiv Pik als Trumpffarbe festgelegt, 4 Coeur kann jetzt also per Definition kein alternativer Endkontraktvorschlag mehr sein.
Wie Sie sehen, hätte Nord ohne das Coeur Cue die Reizung mit 4 Pik abschließen müssen, er sebst hat ja trotz seines korrekten 2 Coeur Gebotes keine Kontrolle in Coeur.
Jetzt erfolgt die Assfrage und man landet in einem wunderbaren, unproblematischen Schlemm, man gibt lediglich einen Coeurstich heraus.
Manche Spieler stellen ohne vorherige Cue Bid Sequenz einfach mit starken Händen die Assfrage, dies ist sehr, sehr schlechtes Bridge, ebenso wie das stellen einer allgemeinen Assfrage mit einem Chicane im Blatt, warum?
Wer die Assfrage stellt, muß bei genau einer fehlenden KeyCard einen Schlemm spielen können, sonst war die Assfrage definitiv falsch, wieso?
Wenn eine KeyCard fehlen sollte und es ist diejenige, wo ich selber keine Kontrolle habe, kann der Gegner in dieser Farbe mehrere Stiche abziehen, nach vorheriger Kontrollreizung ist dies unmöglich.
Genauso ist es , wenn ich ein Chicane habe und eine KeyCard fehlt. Ein Ass des Partners in dieser Farbe nützt mir fast nichts, ein fehlendes Ass in der Farbe, wo ich keine Kontrolle habe, bringt uns möglicherweise um.
Das Stellen einer Assfrage ohne vorherige Kontrollsequenz ist also hochgradig borniert.Manchmal ist es allerdings so, dass der Gegner auf hoher Stufe mitbietet und man dann selbst eine saubere Kontrollreizung nicht mehr durchführen kann.
Bei ungestörter Reizung darf dies schlicht nicht passieren.


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Betreff: Blattbewertung ( 28.01.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für Blattbewertung.
Nords Hand ist mit den 4 Assen und den 3 Zehnern etwa 22 Punkte wert, ich würde sie mit stop 2 Treff eröffnen.
Süd bietet 2 Pik ( = Partieforcing mit 8+ und einer ausgeglichenen Verteilung), Nord 2 SA und Süd 3 Pik ( = 5er Pik), die Nord auf 4 Pik hebt.
Hieraus kann Süd Nords mind. 3er Anschluß ableiten, er hat jetzt mit dem Coeur Double 10 FVP und muß einen Schlemmversuch machen.
Hierzu stellt er definitiv nicht die Assfrage, warum nicht?
Es hat 2 Gründe, zunächst einen prinzipiellen:
Wenn ich in einer Farbe ( = hier Karo) keine Kontrolle habe und es sollte bei der Assfrage eine KeyCard fehlen, könnte dies Karo Ass sein, evtl. fehlt auch Karo König, man hat also " ein Loch".
Der zweite Grund liegt in der Kreativität von Süd, der mit seinem 2 Pikgebot eine ausgeglichene Hand versprach, wenn er jetzt also Kontrollen reizt, sind dies aus Sicht von Nord Könige, von denen ja Süd ( außerhalb Piks) zwei Prachtexemplare hat.
Süd bietet also 5 Treff ( = Treff König), Nord 5 Karo,Süd 5 Coeur.
Jetzt will Nord unbedingt Schlemm spielen, er bietet aber nicht voreilig 6 Pik, sondern 6 Treff, damit Süd ggfls. Treff Dame und Bube in seiner Hand aufwerten könnte.
Dies ist nicht der Fall, Süd hat nichts mehr zuzusetzen und schließt mit 6 Pik ab.
Der Schlemm hat exakt 75%, man erfüllt mit der Standardtechnik des Doppelschnitts in Karo.
Was ist hier wichtig?
Zählen Sie nicht stur Punkte, bewerten Sie Ihre Hand, Nords Hand ist deutlich mehr wert als 20 FP, also reizen Sie es auch.
Verabschieden Sie sich nach den starken Eröffnungen von Ihrem so heiß geliebten, aber total nichtssagendem und intellektuell unterbelichtetem Relais 2 Karo, zeigen Sie, was sie haben.
Ohne Süds 2 Pik und 3 Pikgebote hätte Nord Süds spätere Kontrollgebote von 5 Treff und 5 Coeur nicht eindeutig lesen können.
Ggü. einer 2 SA Eröffnung hätte sich Süd mit 4 Pik zufrieden geben müssen.


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Betreff: Können Sie zählen? ( 28.01.2026 )

Heute habe ich ein extrem kurzes Beispiel für Ihr Schulschwänzen in Klasse 2 der Grundschule,wie komme ich auf diese Unverschämtheit, nun, sehen Sie selbst.
West eröffnet in letzter Hand mit 1 Coeur, Ost bietet 1 SA, West sollte jetzt mit seinen schönen 17 Holz mit 2 SA zum Vollspiel einladen, um selbst 3 SA zu bieten fehlen ihm 2 Pünktchen, denn 17 plus 6 oder 7 sind nur 23-24 FP.
Erhielte ich diese Einladung, würde ich mit 9 oder 10 FP annehmen, mit 6 oder 7 FP ablehnen, bei 8 FP würde ich nach Argumenten für das ein oder andere in meiner Hand suchen, positiv könnte das 5er Karo z. B. sein.
Dies ist hier nicht der Fall, also ( UND DA setzt es bei dem ein oder anderen von Ihnen offensichtlich immer wieder aus) muss Ost die Einladung ablehnen, Schluss, Punkt, aus.


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Betreff: Extreme Hände reizt man extrem ( 28.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für die Reizung in Freakhänden.
Nord eröffnet mit stop 3 Pik, Süd hebt auf 4 Pik und beginnt bereits, die Bietboxen aufzuräumen.
West hat andere Pläne und bietet 4 SA ( = Zweifärber), er hat einen Zweifärber, bietet also niemals nie nicht Treff oder Coeur , sondern zeigt den Zweifärber..
Ost bietet 5 Treff und Süd 5 Karo.
Nord weicht in 5 Pik aus und West bietet 6 Treff, die Nord kontriert.
Dieses Kontra soll nicht heißen, dass Nord in dieser Partie eigene Aktien hat, um Ost zu Fall zu bringen, Nord will Süd lediglich vom Pikausspiel abhalten und zeigt damit entweder Coeur Ass, Coeur Chicane oder Karo König.
Damit ist das Ausspiel von Karo Ass zwingend.
Nord kann leider nur Karo 9 auf dieses Ass legen, hieraus kann Süd bei der Markierungsmethode " Niedrig positiv" keine eindeutige Botschaft ableiten.
Süd sieht aber Coeur Ass, König am Tisch liegen und muss jetzt entscheiden, ob Nord den Karo König hat oder Coeur Chicane.
Dies ist leicht lösbar, hätte Nord in Coeur ein Chicane hätte West ein 6er Coeur und damit nicht Treff sondern Coeur geboten.
Süd retourniert also Karo und damit obsiegen N/S in dieser Hand. Hätte er Pik Ass gespielt, hätte N/S zwar später hier konkret auch noch einen Faller erzielt, der hätte aber leicht flöten gehen können, falls Ost nur ein Single Coeur gehabt hätte.
Was ist hier wichtig?
West bietet nicht Treff oder Coeur, er hat einen Zweifärber und reizt einen Zweifärber.
Süd zeigt auf dem Rückweg die Karos, er hebt nicht blind die Piks.
Nord kontriert Wests 6 Treff um einen roten Stich zu zeigen und Pik Ass zu verneinen bzw. Süd vom Pikausspiel abzuhalten.
Dies ist fundamental, spielt Süd hier Pik Ass aus, erfüllen O/W sogar 6 Treff.
Nord muß für den zweiten Stich raten, er kann sich aber ausrechnen, dass Nord Karo König hat und nicht Coeur Chicane.
Bitte führen Sie sich vor Augen, dass sowohl Süds Karogebot als auch Nords Kontra an genau der richtigen Stelle die einzigen Möglichkeiten waren, den Verteidigungszug aus richtige Gleis zu bringen.
Noch eine Bemerkung :
Hätten N/S hier fehlerhaft noch 6 Pik gereizt wie Paar 3, hätte West kontrieren müssen, um Ost eine Chance zu geben, Coeurauspiel zu finden und nicht blind Treff Ass auszuspielen.
Und noch eine Bemerkung:
Das Ergebnis 6 Pik erfüllt von Nord kann es definitiv nicht geben. Falls Ost Treff Ass ausspielt, sollte man 13 Stiche machen, spielt er Coeur aus nur 11 Stiche.


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Betreff: 3 mal Teilkontrakt? ( 27.01.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für Basisreiztechnik.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West antwortet 1 Pik und Ost jetzt stop 3 Coeur.
Ich weis nicht, wie Ihre Gedanken so sind in dieser Situation, ich bin da ein bäuerlicher Simpel.
Mein Partner hat ab ca. 16 Punkte versprochen,ich habe ein Single Coeur, meine 4 jämmerlichen Piks schon erzählt, ich habe aber 2 schöne Asse und eine passable 6er Farbe.
Damit will ich im Team zwingend ( ich aber auch im Parturnier) in 3 SA sein, falls unsere Karohaltung zu schwach sein sollte, dann nehme ich das hin, ich möchte aber auf keinen Fall zu der Fraktion gehören, die 5 oder 6 Treffstiche machte und 3 SA plus x verpasste, dieser Fall wird deutlich häufiger sein, als dass wir wegen Karo fallen.
3 SA von WEST ist hier der Topkontrakt, auch wenn hier 4 Coeur trotz des relativ schlechten Trumpfstandes gehen.
Dass wieder 3 Pare nicht im Vollspiel waren ist für mich befremdlich.


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Betreff: Blattbewertung ( 27.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Blattbewertung.
Nord eröffnet in letzter Hand 1 Coeur, die Süd auf 2 Coeur hebt.
Nords Hand ist etwa 17,5 Punkte wert, 3 Asse und 2 Doubles sind bei Fit aufzuwerten, die Karo Dame ist leicht abzuwerten.
Für ein stop 4 Coeur ist die Hand zu schwach, wir können uns aber sicher darauf einigen, dass sie mindestens eine gute Einladung wert ist.
Wieso um Himmels Willen passt Süd dies jetzt? Seine Hand ist etwa 9 Punkte wert, 7 FP plus 1 Punkt für das Double und ein Punkt für das 5 er Karo.
In diesem Board stimmen die Dinge einfach nicht, dies ist kein Bridge.
Zweimal wurde mit einer Hand von Nord, die viel näher an stop 4 Coeur als an pass ist nicht eingeladen, dies geht wirklich überhaupt nicht.
Zweimal wurde von Süd eine Einladung abgelehnt, nicht ganz so ein schlimmer Patzer wie der von Nord, aber auch schon schlimm und im Team erst recht.
Noch eine Bemerkung:
Als ich mir die Hand ansah, hätte ich sehr viel Geld darauf gewettet, dass auf jeden Fall ein Paar in 4 Coeur sein würden, nämlich Dr. Kesting/ Fingerle, die Sieger des Turniers.
Ich hoffe allerdings, dass Sie dort in einem planvollen Prozess hineingekommen sind, und nicht nur deshalb, weil Leo immer im Vollspiel ist.


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Betreff: Die perfekte Falle ( 27.01.2026 )

Heute habe ich einen interessaneten reiztechnischen Gimmick.
Süd eröffnet mit stop 3 Coeur ( das 4er Pik ist zwar nicht schön, wird aber von Experten nicht als ausreichender Hinderungsgrund angesehen).
West ist einer sehr schwierigen Position, er ist unter Druck, wenn er passt ist ein Durchpass hochwahrscheinlich.
Also wird er trotz des Verteilungsdefektes x versuchen, auf jeden Fall auf Dauer besser als 4 Treff.
Nord könnte die Sperre auf 4 Coeur verlängern, wobei höchst unklar ist, ob dies ein Verteidigen ist oder diese sogar zum Erfüllen angesagt wurden.
Nord passt, aus seiner Sicht ist überhaupt nicht klar, ob O/W etwas drin haben, falls er 4 Coeur reizen würde, würden O/W ohnehin 4 Pik reizen.
Ost ist unter Druck. Unter besseren Spielern ist es hier selbstverständlich, dass man mit 9 FP und Kürze in Coeur nicht 3 Pik reizen kann, es wäre geradezu lächerlich.
Ost bietet also stop 4 Pik und diese gehen halt nicht.
Was auf jeden Fall wieder Banane ist, über 4 Pik noch 5 Coeur zu bieten, noch schlimmer ist 5 Pik über 5 Coeur, aber unser Verein hat halt diese schlimme Krankheit, beide kassierten wenigstens mit plus 50 für die Gegenseite und plus 500 für die Gegenseite den verdienten Lohn ihrer ewig dumpfen Sturheit.


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Betreff: Passen oder reizen? ( 27.01.2026 )

Heute habe ich ein wichtiges reiztaktisches Thema.
Ost eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 SA und West ist am Zug.
Was sollten seine Überlegungen sein?
Er sollte grob überschlägig seinem Partner 13 FP und Süd 16 FP geben, d.h. die 11 verbliebenen Restpunkte verteilen sich mit 5 und 6 etwa gleichwertig auf seine und Nords Hand.
Er hat im schlechtesten Fall mit seinem Partner einen 8 Kartenfit in Karo.
Ein NON FORCING 2 Karo Gebot erschwert dem Gegner die Weiterreizung, z. b. können keine Transfers mehr gereizt werden. Es gibt auch dem Partner die Möglichkeit, die Karos zu heben und vor allem reduziert es die Punktspanne, die wir haben könnten, wir haben ab ca. der Hälfte der Restpunkte, definitiv kein Blatt im Bereich 0-3 FP.
In unserem Beispiel wäre 2 Karo sicherlich sowohl richtig als auch erfolgreich, mit 2 Karo plus 1 oder gar plus 2 schlägt man auf jeden Fall N/S, selbst wenn diese in 1 SA 2 mal fallen sollten.
Diese Basiszusammenhänge scheinen im Starterfeld die wenigsten präsent zu haben oder zu verstehen, denn 5 mal wurde 1 SA friedlich gespielt.
In der Ergebnistabelle sehen Sie übrigens einen weiteren wichtigen Punkt.
In den 3 Fällen, wo West Karo ausspielte fiel Süd 1 bis 2 mal, bei Coeurausspiel erfüllte er mit Überstichen.
Hier gilt " la longue d'abord", die längste Farbe zuerst, wenn die Reizung nichts anderes nahelegt.
Hier wäre es übrigens auch so gewesen, dass wenn N/S 2 in OF erreicht hätten, Ost mit seinem ordentlichen 3er Karo noch 3 Karo hätte bieten können, bei Double hätte er wahrscheinlich gepasst.
Was ist hier wichtig?
Helfen Sie auch mit schwachen Händen Ihrem Partner, verbessern Sie seine Informationslage, er macht dann Vieles richtiger als ohne diese Information.
Natürlich hört auch der Feind mit, Sie informieren auch ihn, der Nutzwert dieser Information ist aber zumeist für den Partner höher als für die Gegner.


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Betreff: Kartengerechtes Reizen/ Markierung ( 27.01.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für blattadäquates Reizen.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd antwortet 1 Pik, Nord 2 Karo, Süd 2 Coeur und Nord stop 3 Pik, alle passen.
Nord hat sein Blatt richtig beschrieben, er hat 18 FVP, Süd weis von 16 FVP.
Wie kommt Süd mit seinen 8 FVP jetzt auf 4 Pik, wie in 2 Fällen passiert?
Wieso sind O/W nicht in der Lage, unfallfrei die drei Unterfarbtopfiguren einzusammeln ?
Ein Pikstich käme ja noch dazu, also einmal down.
Stattdessen haben N/S in allen 3 Ausspielungen 10 Stiche machen dürfen, einmal mit einem krass falschen Ausspiel von Treff 5, dass aber zum einen nichts kostete und zum anderen den richtigen Pfad zum Faller zu 100% offenlegte.
Der Ostspieler fragte sich nicht, warum er mit dem König den ersten Stich gewinnen konnnte, er spielte auch nicht Treff 2 als Lavinthalsignal für Karo zurück, man ließ Süd in aller Ruhe dreimal Treff spielen, bis die Karo drei in der Hand abgeworfen werden konnte.
Ein anderes Mal spielte West Karo 8 aus, Ost gewann den Stich und fand jetzt den Wechsel auf Treff nicht, er hatte sich offensichtlich keine Gedanken gemacht, wo die weiteren Stiche für die Verteidigung herkommen sollten und setzte einzig und allein darauf, dass Wests Karo 8 ein Single sei, wo doch das Nachspiel von Treff 2 nichts kosten kann.
Bei derartigen Verteidigungsleistungen wundert es mich nicht, dass die Spieler sehr häufig zu hoch reizen, sie werden ja nicht dafür bestraft.


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Betreff: Weshalb so hoch? ( 26.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Colonia Bidding Feaver zum Thema.
Süd eröffnet mit 1 Treff, West wird ein knappes 1 Pik bieten und Nord 1 SA.
Ost kann diese 1 Pik jetzt FREIWILLIG 1 mal heben, auch dies ist knapp.
Süd hat nichts mehr zusetzen.
Da Süd kurz in Pik ist und nicht kontrierte, werden N/S keinen keinen Fit in den roten Farben haben, Nord bietet daher kompetitiv 3 Treff,auch dies ist schon gezogen.
Alles, was jetzt noch kommt ist kein Bridge mehr, es ist nur noch banana, gaga, Bidding Feaver.
Schauen wir z. B. mal auf das 3 SA Gebot von Nord, worauf basiert dies ohne Farblänge, nachdem der Partner eine Minimumeröffnung zeigte, er hat 8 FP ggü. 12-14 FP, jetzt wo beide Gegner reizten viel eher 12 als 14.?
Eine ähnliche Logik ist ein Gebot auf der 5er Stufe von Süd, ebenso die 3 Coeur Gebote von N/S.
Wenn ich alles was ich habe bereits gereizt habe, dies gilt hier für Süd , West und Nord, dann reizt einer auf unserer Achse maximal noch einmal kompetitiv, hier 3 Treff von Nord.
Ich möchte noch einmal daran erinnern, unsere Hände, sind ggü. dem Zeitpunkt der Blattaufnahme unverändert geblieben, sie haben sich dadurch, dass der Gegner reizte nicht verbessert, eher verschlechtert, denn die Punkte, die der Gegner reizt, die fehlen meinem Partner, d.h. er wird für seine Aktionen eher Minimum sein.


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Betreff: Eunen Move noch ( 23.01.2026 )

Heute habe ich ein wichtiges Thema, nämlich die Frage, wie sich der Partner des Spielers verhalten soll, der den Gegner anfänglich überrufen hat.
Ost eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 Coeur ( bitte nicht 2 Coeur, dafür ist die Hand mit der guten Farbe zu stark).
West passt,wie stellt sich die Lage aus Sicht von Nord dar?
Nord hat eine eigene Eröffnung und einen Minifit in Partners Farbe.
Wir können uns, so glaube ich, darüber einig werden, dass es irgendwo eine Grenze geben muß, ab der hier Nord sprechen muß, um evtl. Vollspielchancen der N/S Achse wahrzunehmen.
Diese Grenze orientiert sich an der Maximalstärke, die Partner Süd hier haben kann, nämlich 17 FP, mit 18 FP aufwärts hätte er ein sog. Stärkekontra abgegeben und nicht Farbe gereizt.Er muß aber auch die Minimalstärke seines Partners bedenken, die im Bereich von nur 8 FP aufwärts liegen kann.
Also : 17 plus 12 sind 29, 8 plus 12 sind 20.
Am wahrscheinlichsten sind ca. 11 Punkte bei Süd, also 1 Stich mehr als er mit 8 Punkten erzielen würde, ein guter Stich weniger, als er mit Maximum erzielen würde.
Daher muß Nord hier reizen, aber was?
Er hat keinen Coeurfit, daher kann er Gegners Farbe nicht überrufen ( = ansonsten das geeignetste Mittel zur Auslotung von Süds Stärke).
Er bietet daher ganz normal und bietraumschonend 1 Pik ( = muß hier keine 5er Farbe sein) und wartet ab, wie Süd sich dazu verhält.
Süd hat jetzt die wichtige Information, dass Nord ab 10 FP hat, zusätzlich wertet Nords Pikgebot seine eigene Pikhaltung von Dame, 10,x deutlich auf, er hat jetzt mit dem 6er Coeur, der Pikhaltung und den beiden Doubles eine Hand, der ich ebenfalls Eröffnungsstärke attestieren würde.
Dies zeigt Süd durch eine positive Aktion, also keine Minimumreizung wie 1 SA, 2 Coeur oder 2 Pik, er bietet stop 3 Coeur ( 6+ Coeurs).
Dies wiederum versteht Nord, er hat Maximum und hebt Süd in 4 Coeur.
Eine fantastische Leistung des Partnerschaftsbridge, jeder der beiden Protagonisten hat sich exakt an die gemeinschaftlich festgelegten Regeln gehalten,dann in einer gegenseitigen Minimax Untersuchung die Partie ausgelotet und sie dann auch sachlogisch ausgereizt.
4 Coeur ( 4 Pik wären auch gegangen) spielen sich problemlos, es ist sehr schade, dass Paar 22 diesen Kontrakt zwar fanden, dann aber durch einen Spielfehler leider fielen.
Was ist hier wichtig?
1. In den Leitplanken ( = Punktspannen und Verteilungsgrenzen) bleiben, also nicht stop 2 Coeur von Süd sondern das stärkere 1 Coeur.
2. Ab 10 FP aufwärts muß Nord mind. einmal reizen und abwarten.
3.Jetzt muß Süd " liefern", er muß Nord sein Blatt hinsichtlich Verteilung ( = 6er Coeur hat Vorrang vor 4er Pik, weil Nord zunächst nur 4 Piks versprach) und vor allem Stärke ( = Eröffnungsstärke versus nur Überrufstärke) weiter beschreiben.
4. Der Ball liegt jetzt auf dem Elfmeterpunkt, Nord verwandelt ( = reizt jetzt 4 Coeur).
Eine Hand, die dem an partnerschaftlichem Brridge orientierten Spieler das Herz wärmt.


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Betreff: Blattbewertung ( 22.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Blattbewertung.
West eröffnet in vierter Hand mit 1 Karo, Ost bietet 1 Coeur und West 1 Pik.
Jetzt hat Ost ein völlig natürliches sehr gut passendes Gebot von stop 2 SA.
West hat 14 FP und gute Mittelkarten, also ein klares, NICHT DISKUTIERBARES 3 SA.
M. E. ist dieses Board in der Reizung so einfach, so klar, dass eigentllich alle 11 Paare in 3 SA sein müßten, es sind aber nur 5, 5 Paare nur in 1 SA ist m. E. nicht mehr normal.
Was ist hier wichtig?
Ost hat 11 FP mit 2 Assen,nur falls West seine Eröffnung verpennt hätte wäre damit ein Kontrakt auf der Einerstufe möglich, sonst müssen es doch wenigstens 2 SA sein.
Falls Ost hier mit 2 SA einlädt muss West mit 14 FP und guten Mittelkarten annehmen, falls nicht, stimmt die Blattbewertung nicht.


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Betreff: Umgang mit Sperrreizungenöffnungen ( 22.01.2026 )

Heute habe ich ein häufig vorkommendes Thema, nämlich den schwierigen Umgang mit Sperrreizungen.
West eröffnet mit 1 SA, Nord bietet über 2 Karo ( = konventionell für eine lange Oberfarbe z. B. im Multilandykonzept gegen 1 SA) oder direkt mit stop 3 Coeur seine lange Farbe an.
Hier hat Ost den sehr grossen Vorteil, dass er von 15- 17 FP bei seinem Partner weis.
Ohne Zwischenreizung hätte Ost einen Piktransfer eingeleitet und West dann zu 3 SA oder 4 Pik eingeladen, es wäre 3 SA von West gespielt worden.
Jetzt ist Ost unter Druck, es ist eine sog. "One Shot" Situation entstanden, er muß sich entscheiden, ob er passt oder aktiv reizt.
Für mich steht außer Frage, dass man mit der Osthand jetzt 3 Pik bieten muß, um eine Entscheidungsgrundlage für West vorzubereiten.
West kann jetzt sowohl 3 SA als auch 4 Pik vertreten.
Osts Gebot war nicht risikofrei, mit Minianschluß in Pik und ohne soliden Coeurstopper hätte es für O/W durchus eng werden können.
Genau dies ist es, was Sperreröffnungen oder auch Sperrgegenreizungen bewirken sollen, den Informationsaustausch der Gegner einzuschränken.
Dabei geht es dann häufig nur noch um Judgement, um Einschätzungen, was richtig sein könnte, man kann es nicht mehr in einem vollumfänglich kontrollierten Prozess herausarbeiten, man muss es zumindest ein Stück weit "aus dem Bauch heraus " entscheiden.
Deshalb freue ich mich, dass unter den 5 Paaren, die 4 Pik oder 3 SA erreichten auch Paar 9 war, die ich auftrags meines Augenarztes in Board 19 fürchterlich herunterputzen mußte.
Sowohl 4 Pik als auch 3 SA spielen sich hier einfach, weil Pik Ass bei Süd steht.


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Betreff: Waren O/W auch da? ( 22.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für kompetitive Reizung versus keiner Reizung.
Nach zweimaligem Pass eröffnet Nord mit 1 Coeur, Süd hebt auf 2 Coeur.
Wie ist die Lage aus Sicht von West?
Nord könnte stark sein und damit N/ S vielleicht 4 Coeur drin haben.
West hat 9 FP und eine schöne Cheffarbe, er sollte unbedingt seinem Partner ein Signal geben, dass man u. U. kämpfen will, zumindest jedoch ein gutes Ausspiel zeigen.
Dies nennt man auch "Prebalancing", also ein vorverlegtes Wiederbeleben.
Er bietet also völlig normal auch in Gefahr 2 Pik.
Nord hat ein schickes Hänchen und bietet selbstverständlich stop 4 Coeur.
Versetzen wir uns jetzt mal in die Situation von Ost.
Hätte sich West nicht gemeldet, könnte er in Gefahr niemals nie nicht mehr in die Reizung gehen. Jetzt kann er auf Basis des 2 Pikgebotes von West sein Blatt neu bewerten.
Er hat plötzlich eine Hand, die ich mit etwa 15 Punkten bewerte,da ist 4 Pik geradezu Pflicht.
Und glauben Sie mir, ich sage hier 4 Pik mit äußerst geringem Restzweifel, dass wir diese nicht machen könnten, zum Erfüllen an, nicht ( = in rot gegen grün sowieso nicht) um irgendwie zu verteidigen.
Ich schaue in die Ergebnistabelle, glaube nur Coeur zu sehen, und besuche aüßerst verzweifelt erst mal einen guten Freund, einen Augenarzt.
Ich zeige ihm wie zum Beweise das Ergebnisdiagramm,er hört sich mein "Leiden" völlig relaxed und etwas amüsiert an, holt die Whiskeyflasche aus dem Schrank und wir trinken erst mal was.Ganz beiläufig eröffnet er mir dabei seine Diagnose: " Alter Junge, ich kann Dich beruhigen, Deine Augen sind völlig in Ordnung, Du brauchst nicht mal eine Brille".
Und dann fügt er noch an: " Ich habe übrigens, jetzt wo ich nicht mehr Tennis spielen kann, auch mit dem Bridgespiel angefangen.Ich war deshalb geschockt, als Du mit dieser Ergebnistabelle ankamst, ich sah auch nur Coeur und befürchtete zunächst, dass wir beide von der gleichen Krankheit befallen wären".
" Du spielst jetzt also auch Bridge , das finde ich toll." Ich wollte ihn natürlich jetzt überreden zu uns in den Verein zu kommen.
Er fragte, was das denn für ein Verein sei, wo hier alle in Coeur waren, einmal Nord 1 Coeur sogar spielen durfte.
Ich lobte den Verein über den grünen Klee, konnte ihn aber nicht überzeugen.
Beim Rausgehen kam er dann noch mit zwei unverschämten Ansinnen.
Zunächst erkundigte er sich nach dem Westspieler von Paar 9, ob dieser privat krankenversichert sei, er hätte ja offensichtlich in der Outpassposition die 5 Pikkarten nicht identifizieren können.
Und dann bot er noch ein Augenscreening für den Gesamtverein an, was ich entschieden zurückwies, der alte Halunke wollte doch tatsächlich die Kosten für den sündhaft teuren Whiskey wieder hereinholen.
Wieder zuhause schaute ich noch mal in die Ergebnistabelle und das Double Dummy Ergebnis, es gehen 5 Pik.
Leute, Leute, dieses Board ist schlicht unfassbar.


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Betreff: Blattbewertung 3 ( 21.01.2026 )

Heute habe ich ein weiteres Beispiel für mangelnde Blattbewertung.
West eröffnet mit stop 2 Pik, Ost ist am Zuge.
Ost hat ein schönes double in Pik und ca. 16 FP, die Hand gibt m.E.locker ein Fragegebot mit 2 SA her.
Egal welches Antwortschema O/W jetzt haben sollten, West hat absolutes Minimum und sollte entsprechend antworten.
Minimum heißt Minimum, wenn man hier also jetzt in 4 Pik kommen sollte, stimmen die Dinge einfach nicht, es ist nicht einfach nur ein Fehler oder Pech,nein, es ist einfach richtig schlecht.
Dementsprechend fällt man einmal.
Was ist hier wichtig?
1. Sollte Ost über stop 2 Pik noch etwas unternehemen?
Die Hand ist eindeutig so angelegt, dass man ggü. einem stärkeren Wesk Two ins Vollspiel gehen sollte.
2. West sollte ehrlich antworten und das kann nur heißen : " ich bin Minimum vom Minimum"
3. Dies MUSS Ost leider zur Kenntnis nehmen, er setzt sich seiner eigenen Lächerlichkeit aus, wenn er erst mit Vollspielfantasie fragt, erhält die Minimumantwort und bietet dann 4, warum fragte er dann?
Beim Bridge ist der richtige Umgang mit schlechten Nachrichten sehr wichtig.
Man sollte NICHT darauf reagieren, "entweder hat mein Partner mich angeschwindelt und ist doch stark, obwohl er schwach beauskunftete" oder aber das Spiel auszureizen, " weil es wird schon irgendwie gehen".


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Betreff: Der Todeskuss ( 21.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für den " Kiss of Death", den " Todeskuss"
Ost eröffnet mit 1 Coeur, Süd hat kein Gebot, Nord kontriert mit seinen 9 FP und der ( =relativen ) Coeurkürze jetzt in letzter Hand auf.
Für dieses Wiederbelebungskontra reichen 9 Punkte, Partner braucht daher entsprechend mehr, um z. B. zu springen oder Ähnliches.
Hier kann Süd davon ausgehen, dass seine Achse die Punktmajorität hat, dass es aber möglicherweise nicht für ein eigenes Vollspiel auf der N/S Achse reicht.
Er passt daher und wandelt damit das Informationskontra des Partners in ein Strafkontra ( = leicht spekulativ, es könnten u.U. doch 4 Pik gehen), es könnte zum Todeskuss kommen, d.h. der Eröffner erzielt mit einem kontrierten Faller schon minus 200, während NS nur einen eigenen Teilkontrakt erfüllen können.
Bei guter Verteidigung fällt Ost zweimal, bei schwächerer Verteidigung aber immerhin auch schon einmal, der Kiss of Death mit minus 200 für einen einsamen Saaltop also.
Was ist hier wichtig?
1. Süd hat über 1 Coeur von Ost keine Reizung
2. Nord sollte nicht passen, sondern in letzter Hand, also in der sog. Outpassposition nicht passen, er darf ab ca. 8 FP kontrieren, ein Wiederbelebungskontra, dass eben nicht vollwertig = Eröffnungsstärke sein muß.
3. Süd muß abwägen, ob er die eigene Partie in Pik sucht oder auf den Todeskuss spekuliert, meine erste Präferenz mit einem starken Partner.Mit einem schwächeren Partner würde ich evtl. stop 2 Pik reizen.


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Betreff: Schweinchen Schlau ( 21.01.2026 )

Heute habe ich eine Spezialität für Paarturnierhaie.
Süd eröffnet mit 1 Treff, West bietet 2 Treff (= 5er Pik + weitere 5er Farbe).
Nord bietet Non Forcing 2 Coeur.
Süd ist jetzt deutlich zu stark für ein einfaches 4 Coeur,außerdem weis er, dass 3 SA plus x mehr zählt als 4 Coeur, Daher bietet er 3 Karo, Stopperfrage in Wests zweiter Farbe.
Nord " liefert" und bietet 3 SA.
Egal , was Ost ausspielt, O/W realisieren nur die beiden OF Asse, die gleichen beiden Stiche, die Sie auch in 4 Coeur machen würden.
Als sich die Nebel der Schlacht verzogen haben, schreiben sich N/S 660 auf, ein deutlicher Unterschied zu 4 Couer plus 1 für 650.
Was ist hier wichtig?
Hören Sie nicht auf zu denken, wenn Sie glauben, das Ziel ( z.B. Vollspiel in Coeur) erreicht zu haben.
"Besser" ist der Feind von "gut".
Süd sieht das 4 Coeur kalt sind, er hat aber eine SA Hand und er hat auch in Karo, der zweiten Fare von West etwas zu bieten.
Gratulation an die Paare 3 und 12.


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Betreff: Die Macht der Kürzen ( 21.01.2026 )

Heute habe ich ein zweites Mal das Thema blattbewertung, diesmal mit dem Schwerpunkt Bewertung von Kürzen.
Süd eröffnet mit 1 Karo, West kontriert, Ost ist am Zuge.
Ost hat ein sehr schickes Händchen mit 2 Assen, 9 FP und Kürze in GEGNERFARBE Karo.
Er hat m. E. zwei Alternativen, diese Hand zu reizen, etwas defensiv mit stop 2 Coeur oder etwas forscher mit 2 Karo ( = ich bin gut, zeig mal was Du hast), eindeutig meine erste Wahl.
West bietet 2 Coeur. Ost hebt auf 3 Coeur.
Was sagt uns das?
Das Zwischenschalten von 2 Karo zeigt eine gute Hand, die jetzt noch einmal einlädt. West hat mit seinen beiden Assen und 14 FP trotz schlechter Verteilung jetzt genug, um anzunehmen.
Also bietet er jetzt 4 Coeur für einen einsamen Saaltop.
M.E.ist dies aber bei weitem kein Zauberwerk, sondern ein logisches Ergebnis guter Blattbewertung und kreativen Reizens. Ost mußte zum Ausdruck bringen, dass er stärker ist als stop 2 Coeur, stop 3 Coeur konnte er aber nicht bieten, weil dies ein 5er Coeur versprechen würde.
West wiederum sollte Osts Bietverhalten entschlüsseln, er hat die geringen Reserven, die er braucht , um 4 Coeur auszubieten.


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Betreff: Blattbewertung ( 21.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Blattbewertung.
West eröffnet mit 1 Treff, Ost bietet 1 Pik und West hat 1 SA ( 12-14) als Rebid.
Wie sieht die Lage aus Sicht von Ost aus?
Ost hat 19 FP mit unterdurchschnittlichen Mittelkarten und der schlechtest möglichen Verteilung.
Für mich ist das eher keine Einladung, ich habe aber noch ein Restverständnis, wenn man damit stop 4 SA quantitativ bietet, vielleicht hat ja West 14 FP und eine 5er Farbe.
Hierauf hat West ein so eindeutiges Pass, wie es eindeutiger doch nun wirklich nicht geht.
Hier waren 4 Paare im Schlemm, dies ist leider ein absolutes Armutszeugnis, es ist nicht Pech oder unglücklich oder ähnlich, es ist ein absolut unentschuldbares Versagen.


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