Josef Koch Frage/Bridgeproblem senden:
Betreff: Judgement ( 22.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder das sensible Thema Judgement.
Süd eröffnet 1 Treff, West bietet 1 Pik.
Nord kontriert mit 4er Coeur und 3er Karo.
Ost hebt auf 2 Pik, Süd passt aufgrund seiner nur 3 Coeurs und des Double Karos ebenso wie West hinter ihm.
Nord ist am Zuge, wie ist der Datenkranz für seine Entscheidung?
Sein Partner Süd konnte nicht auf die Farben, die er mit Kontra zeigte, eingehen, das deutet neben einem 3 er Pik bei ihm auf maximal 6 rote Karten ( wahrscheinlich genau 5,mit nur 4 roten Karten hätte er wohl seinerseits 3 Treff geboten) hin.
Also bietet Nord vollkommen sachlogisch 3 Treff, er will O/W auf jeden Fall aus ihrem Wohnzimmer 2 Pik vertreiben.
Damit ist ein Plusscore für N/S sichergestellt.
Dass sogar 2 Pik schon gefallen wären, war nicht bzw.nur schwer erkennbar, man kontriert auch nicht gerne einen Teilkontrakt auf niedriger Stufe, wenn man nicht den zweiten Faller sehen kann.
Meine Analyse wendet sich vor allem an die vier Paare ( = 40%), die O/W unbehelligt 2 Pik spielen ließen, dies kann eben auf Dauer auch bei einem Faller für 100 nicht gut sein, wenn man selbst 110 für 2 Treff plus 1 drin hat.
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Betreff: Blattbewertung ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel dynamischer Blattbewertung, speziell wie sich der Wert einer Karte verändern kann aufgrund verschiedener Informationen aus der Reizung.
Nord hält trotz der nur 9 FP eine sehr schöne Hand und eröffnet diese nach der 20er Regel ( = Summe der FP plus Anzahl der Karten in den beiden längsten Farben soll 20 oder mehr sein, hier mit 21 erfüllt) mit 1 Karo.
Ost bietet 2 Treff und Süd muß sich etwas einfallen lassen.
Er kann nicht 2 Coeur bieten, das wäre NON Forcing, er hat jedoch Partiestärke.
Also bietet er mit 5-3 in den OF Kontra.
West hebt seinen Partner auf 3 Treff, 5 Treff wäre aggressiver.
Nord ist wieder dran, wie ist die Situation zu beurteilen ?
Durch Süds Kontra, das ein mindestens 3er, eher 4 er Coeur verspricht, ist Nords Karte extrem gewachsen.
Er hat jetzt mit dem Treff Chicane etwa 17 bis 18 FVP und sollte den Schlemmbereich anpeilen.
Doch was soll er bieten?
Für stop 4 Coeur ist er eindeutig zu stark,m.E. bleiben 3 Möglichkeiten, erstens 4 Treff als allgemeines Forcing mit Treffkontrolle und zweitens stop 3 Coeur oder stop 5 Coeur.
Er entscheidet sich (= eindeutig meine Wahl) für 4 Treff, auf die Süd 4 Coeur bietet.
Jetzt ist Nords Karte noch einmal gewachsen.
Daraufhin stellt Nord mit 5 Treff die Chicane Assfrage auf Coeurbasis, die Süd mit 5 SA ( 2 KeyCards plus Coeur Dame beantwortet).
Es fehlt entweder eine der Coeur Hochfiguren oder Pik Ass, Nord schließt mit 6 Coeur ab.
Der Schlemm spielt sich extrem einfach, man sollte in der Praxis immer 13 Stiche machen, weil der Coeur König im Schnitt sitzt.
Es ist bedauerlich, dass hier niemand im Schlemm landete.
Offensichtlich hat Nord wieder nur 9 Punkte gezählt und nicht bemerkt, dass er auf einer Bombe mit enormer Sprengkraft sitzt.
Durch Süds wohltemperierte, gefühlvolle Reizung kann Nord sein Blatt nochmals aufwerten und den Schlemm ausloten und ihn auch letztlich verwandeln.
Geholfen hat auch das zögerliche Reizverhalten von O/W, West hätte auch statt 3 Treff mal 5 Treff reizen können, dann wäre es für N/S viel schwerer geworden, Nord hätte 5 Coeur reizen müssen, es ist fraglich ob Süd dann auf 6 Coeur geht, was ich angesichts meiner guten Coeurs ( = den König gebe ich jetzt immer zu Nord) und meines 4er Treffs ( = deutet auf maximal Single, eher Chicane bei Nord hin) auch getan hätte.
Die Kontrakte 3 SA auf N/S und 2 bzw. 3 Pik von West wie auch evtl. Treffkontrakte von O/W unter Partiehöhe von N/S sind aufgrund der Verteilung von N/S schlicht abwegig.
Was ist hier wichtig?
Extreme Hände reizt man extrem, Nord weis nach Aufnahme der Karten, dass in jedem Fall seine Achse spielen wird, egal auf welcher Höhe, erst bei 7 Karo oder 7 Coeur wäre da für mich Schluss.
Man sollte sowohl eine statische ( = vor Beginn der Reizung) als auch dynamische Blattbewertung ( = die Gebote der Gesamtreizung einbeziehend) machen und sein weiteres Bietverhalten daran ausrichten.
Dies führt hier zu einer starken Aufwertung des Treff Chicanes und des wenn auch schwachen 5er Cours.
Allein diese Basics lassen den Schlemm beinahe als selbstverständlich erscheinen.
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Betreff: Kismet ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, wo man sich anschließend die Haare rauft, man hat das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, hatte aber nur Pech.
Süd eröffnet mit 1 Karo, Nord springt in 3 SA, alle passen.
Ost spielt klein Pik aus, man gewinnt in der Hand, kreuzt zu Karo Dame und läßt Treff 10 laufen, Treff Dame gewinnt.
Die nächste Pikrunde wird gewonnen, man kreuzt zu Karo König und spielt Treff zur 9, die ( = und ewig grüßt das Murmeltier)
Ost mit dem Ass gewinnt und Pik fortsetzt,man gewinnt jetzt nur noch, wenn Ost nicht das Coeur Ass hat oder Pik 4-4 stand.
Ost hat Coeur Ass und 5 Piks...., Kismet.
Bei besseren Spielern, wird über dieses Board kein Wort verloren, ich werde immer gefragt, "was haben wir falsch gemacht? ".
" Sie haben überhaupt Nichts falsch gemacht, wenn Sie nicht in 3 SA gewesen wären, dann hätten Sie was falsch gemacht. Hier haben Sie schlicht und einfach in zweierlei Hinsicht Pech gehabt, zum Einen hat Ost alle 3 Entrees und ein 5er Pik, die Wahrscheinlichkeit dafür liegt weit unter 3 %.
Zum Anderen haben Sie auch noch Pech gehabt, dass die Verteidigungskünste von 4 Paaren trotz Pikausspiel nicht ausreichten, Nord zu Fall zu bringen, doppeltes Pech also"erwidere ich, schon ahnend, dass das nicht ausreicht.
" Wir sind doch in 3 SA gefallen, da müssen wir doch was falsch gemacht haben oder nicht,Herr Koch?" ist die Frage,die ich erwartet habe.
" Glauben Sie mir, Sie haben Nichts falsch gemacht, Sie hatten nur das von mir beschriebene Pech, dass die Variante mit den maximal 3 % vorlag, sonst nichts".
" Nein, nein, so einfach kommen Sie mir nicht davon, ich werde in Zukunft mit diesem Blatt vorsichtiger reizen, man muß nicht immer auf Teufel komm raus im Vollspiel sein".
" Genau das sollten Sie nicht tun", erwidere ich verzweifelt," wenn Sie das tun, gehören Sie zu den 97% Verlierern, die nicht 3 SA ausreizten, es ist nicht erstrebenswert, zur Vermeidung des 3 % Falles aus allen ähnlichen Vollspielen herauszubleiben".
" Ich glaube, ich höre mit dem Bridge auf, es kann doch nicht richtig sein, etwas zu tun, was verliert und Sie verteidigen das noch vehement".
" Das,was zu 97% Erfolg bringt IST RICHTIG, es macht keinen Sinn, sich über die restlichen 3 % Gedanken zu machen" sage ich noch, an der nächsten Schleife des Murmeltiers beteilige ich mich nicht mehr.
Was ist hier wichtig?
Bridge ist vor allem ein Spiel der Stochastik, der Lehre der Wahrscheinlichkeiten.
Wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass etwas richtig ist, und dieses Ergebnis auch noch hoch belohnt würde (= wie hier mit 600 oder 630 für 3 SA), dann macht es keinen Sinn, zu versuchen, die Fälle herausfiltern zu wollen, die schiefgehen.
Sie wissen z. B., dass etwas zu 70% Positiv ausgeht ( = statistischer Durchscnitt von 100 Fällen).Sie ( = und auch die besten Spieler der Welt) können nicht wissen, ob Sie sich gerade in einem der boards befinden, das zur 70% Mehrheit oder zur 30% Minderheit gehört.
Dies gilt es zu akzeptieren, gute Spieler stört dies überhaupt nicht, sie wissen nämlich,dass ihre Konkurrenten auch in dem Fall der 30% unterwegs sind, wenn Sie es selbst sind, dieses Board entscheidet also nichts.
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Betreff: Mitmachen!!!! ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, das mal wieder beweist, dass es oft der puntschwächere Spieler ist, der die Initiative zu einem Schlemm ergreifen muss.
Falls es Ihrem Bietsystem entspricht, sollte Nord diese Hand mit stop 2 Treff (= beliebiges Semiforcing) eröffnen.
Süd ist haarscharf zu schwach, mit 2 Coeur ( = ab 8 Punkten, unausgeglichene Hand) zu antworten, er bietet daher 2 Karo.
Nord deklariert sich mit 3 Treff,Süd bietet 3 Karo ( = partieforcierend), Nord zeigt mit 3 Coeur seine zweite Farbe.
Süd sollte jetzt diese Hand nicht mit 3 SA aufgeben, sondern in eine Treffschlemmuntersuchung eintreten, er bietet daher 4 Treff, die Unterfarbassfrage.
Die normale Antwort darauf wäre 4 Coeur ( 41/30), also 3 KeyCards, worauf Süd mit 5 Treff abschließen würde.
Es gibt aber eine Spezialantwort von Nord, die zusätzlich das Karochicane zum Ausdruck bringen kann, dies hilft hier entscheidend.
Er bietet stop 5 Treff ( = ungerade Anzahl von KeyCards (( = hier sicherlich 3)) plus Chicane in einer über der Trumpffarbe Treff liegenden Farbe ( = hier Karo oder Pik).
Daraufhin schließt Süd mit 6 Treff ab.
Der Schlemm ist nicht übermäßig gut, man Kommt aber mit dem Schnitt auf Pik Dame nach Hause.
Was ist hier wichtig?
Durch die 4 Trümpfe und Coeurkürze (= normal ist es nicht vorteilhaft, in Partnerfarbe kurz zu sein, bei sehr gutem Trumpffit ist das anders, weil man mehrere Verlierer der Spielhand verstechen kann, sofern nötig) ist die Südhand mehr wert als 3 SA oder 3 Pik ( = vierte Farbe Forcing), Süd sollte sich zu einem Schlemmversuch entschlie0en, im Team wäre der für mich Pflicht, im Paarturnier würde ich es auch riskieren, man muß es aber nicht unbedingt.
Sollte Pik ausgespielt werden, muß man (= weil das Ass ohnehin bei West stehen sollte) am Dummy klein bleiben, bei Karo Ass Ausspiel ist es einfach.
Man kommt immer dazu, zwei mal Coeur am Dummy zu verstechen.
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Betreff: Systemfalle ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, das mit den gängigen Reizsystemen nicht vernünftig reizbar ist.
West eröffnet mit 1 Treff, Nord passt, Ost ist am Zuge.
Falls Ost sich zu 1 SA entschließen sollte, wird West mindestens mit 2 SA einladen oder gleich stop 3 SA reizen.
Sollte Ost nach dem Inverted Minor Konzept 3 Treff ( ab 6 Punkte, 5er Treff) bieten, würde West mit 3 SA abschließen.
Spielt man nicht Inverted Minor, würde Ost 2 Treff bieten und West würde wiederum mindestens mit 2 SA einladen oder gleich stop 3 SA bieten.
Soweit zur Theorie in einem Board, in dem Double Dummy nur 2 Treff gehen.
Die Praxis lehrt uns aber, dass 5 Paare mindestens 9 Stiche (davon 4 sogar 11 Stiche) in einem SA- Kontrakt erzielten, egal von welcher Seite sie gespielt wurden.
Dies liegt vor allem an einem grottenschlechten Ausspiel von Pik 8 von Nord oder einem unglücklichen Ausspiel von Karo 4 von Süd.
Bei bestem und natürlichen Ausspiel von Coeur 3 von Nord hat West keinerlei Chancen, mehr als 1 SA zu erfüllen.
Der Grund dafür ist ein funktionierendes Längenmarkierungssystem von N/S.
West wird versuchen, die Treffs des Tisches zu nutzen und Treff König spielen, durch Nords Markierung mit Treff 5 (= wahrscheinlich Double) duckt Süd diesen zunächst 1 Mal, auf die nachgespielte Treff 3 von West gibt Nord die Treff 6 ( = hat definitiv ein Double, jetzt duckt Süd erneut.
Jetzt hat West kein Entree für die Treffs des Tisches, Nord " bewacht" Coeur Dame, Süd Karo Bube.
Nach dem Kassieren von 2 Treffstichen und 3 Coeurstichen sowie Karo Ass und König muss West entweder selbst Pik spielen oder Süd zwei Karostiche gewähren, worauf der Treff Ass abziehen und dann Pik durchspielen kann.
Spielt Ost 3 SA und Süd spielt Karo 4 aus, wird es eng für N/S, weil die Kommunikation in Karo gestört ist und Süd weder einen Karostich noch Treff Ass bekommt.
Dann macht West 3 Karostiche, 2 Treffstiche, 3 Coeurstiche und einen Pikstich und erfüllt 3 SA.
Das Ausspiel von Karo 4 ist kein grober Fehler im engeren Sinne, aber für meine Begriffe ein leichter, weil die Reizung schlicht nach Oberfarbausspiel schreit.
Coeurausspiel würde hier Nichts kaputtmachen, Pikausspiel würde das Geschäft von N/S enorm befeuern, allein 4 Pikstiche wären erzielbar.
Eine faszinierende Hand, wie ich finde.
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Betreff: Blattbewertung ( 22.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder das allseits so beliebte Thema Blattbewertung, das viele Spieler ( = vor allem unsere Punktezähler) aber kaum beschäftigt.
West eröffnet mit 1 SA.
Ost hat eine Hand mit formal 9 FP, es sind aber 9 gruselige Punkte, die Mittelkarten fehlen völlig, auch die Verteilung ist nicht gerade schön.
Es ist eine Überlegung mit der Osthand zu passen, man könnte aber auch z. B. folgenden Beschluss fassen, nämlich den Stayman zu machen und danach einzuladen, mit Maximum und Fit bei West könnten 4 in OF gehen.
Also bietet Ost 2 Treff, West 2 Coeur und Ost 3 Coeur einladend.
Auf diese Einladung hat West ein eindeutiges Pass, 7 von 10 Paaren haben offensichtlich eine ganz andere Blattbewertung und boten die Coeurpartie aus.
Der extrem schlechte Coeurstand ist mitverantwortlich, dass 4 Coeur nicht gehen, aber nicht entscheidend.
Durch gute Umstände ( = Karo Ass bei Süd, Pik König ggü. double Ass) macht man im Cross Ruff 3 Coeur und fällt nur einmal.
Was ist hier wichtig?
Ost muß sich bewußt sein, dass seine Hand weniger wert ist als 9 FP, was seine 3 Könige suggerieren.
Dennoch ist Stayman unter dem Strich ein akzeptabler und nachvollziehbarer Reizplan.
West muß Osts 3 Coeur als das verstehen und akzeptieren, was es ist, eine Einladung.
Bei Einladung ist seine Hand ohne Diskussion Minimum, und bei Minimum ( = eine Einladung ist im Grunde eine MiniMAX- Frage) lehnt man diese ab.
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Betreff: Wie kommen wir dahin? ( 21.07.2026 )

Heute habe ich ein interessantes Verteidigungsproblem.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord bietet 2 Karo und Süd 2 Coeur, die Nord in 4 Coeur hebt.
Wie ist die Lage auf Ost einzuschätzen?.
N/S haben die Punktemajorität und wohl auch einen stabilen Fit, aus Osts Sicht spricht wenig dafür, dass 4 Coeur nicht gehen könnten.
Er hat aber ein ordentliches 7er Treff und seine Achse ist in Grün gegen einen roten Gegner, für mich ist damit 5 Treff jetzt Pflicht.
Die 5 Treff sind zwar in erster Linie zur Verteidigung angesagt, wie gut diese Verteidigung jedoch ist, sieht man daran, dass mit dem konkreten Sitz in Treff und Karo sogar 5 Treff relativ einfach gehen.
Ich finde es erstaunlich, dass nur 2 Paare mit 5 Treff Widerstand gegen 4 Coeur leisteten, so leicht sollte man sich nicht den Schneid abkaufen lassen.
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Betreff: Piano, piano ( 21.07.2026 )

Man sagt mir ja oft nach, dass ich zu schlemmlastig berichte, deshalb bin ich heute mal am anderen Ende des Reizspektrums unterwegs.
Süd eröffnet mit 1 Karo, Nord bietet 1 Coeur und Süd passt mit seinem 3er Anschluss,an Partie ist mit angepasstem Partner ohnehin kaum zu denken.
West ist am Zuge, eine schwierige Situation.
Ich denke, Experten würden in der Outpassposition trotz 4er jetzt 1 Pik bieten.
Wenn er das tut, haben O/W die gleichen Chancen wir N/S im 7 Kartenfit 1 in OF zu erfüllen, passt West, dürfte es gut für N/S sein.
Eine hochinteressante Hand, finde ich, nur 2 Paare schafften es, auf der 1er Stufe stehen zu bleiben, leider im falschen Kontrakt 1 SA.
Wer hier nach 1 Coeur von Nord noch 1 SA bietet, begibt sich m. E. in zu unsicheres Terrrain.
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Betreff: Die Macht der Kürzen ( 20.07.2026 )

Heute habe ich wieder mal die Themen Kürzenbewertung und das Reizverhalten mit extremen Händen.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 1 Pik, Süd kontriert.
West sperrt mit stop 4 Pik, Nord kontriert.
Für Süd ist das eine nicht einfache Situation, er kann das Kontra nicht stehen lassen, in 4 Pik kommt die Kraft seiner Hand nicht angemessen zur Geltung.
Auch 5 Coeur fände ich unterreizt.
Er kann 4 SA für einen Coeur-/ Karozweifärber bieten, mit 5 Pik eine Erstrundenkontrolle in Pik zeigen oder 6 Coeur bieten.
Ich würde stop 6 Coeur bieten, ob das richtig ist, weis ich selber nicht.
Interessanter wäre das Gebot 4 SA.
Darauf darf Nord wiederum nicht unterreizen und einfach 5 Coeur oder 5 Treff bieten.
Ich würde mit 5 Pik meinerseits Erstrundenkontrolle in Pik bieten und damit auch eine relative Längengleichheit in Coeur und Treff übermitteln.
Daraufhin bietet Süd 6 Coeur, die man mit Überstich erfüllt, falls der Gegner nicht Karo ausspielen sollte.
Was ist hier wichtig?
In der Blattbewertung sollte Süd seine Kürzen hoch taxieren, mit Fit in z. B. 6 Coeur ist seine Hand etwa 15 FVP wert, es sollte also ein Schlemm werden.
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Betreff: High, High, high in the sky ( 20.07.2026 )

Heute habe ich ein hochinteressantes Verteilungsboard, in dem beide Achsen sehr viel richtig oder auch falsch machen können.
Ich eröffnete auf Nord mit stop 4 Coeur, Ost bot m. E. überzogen 5 Coeur, ich denke pass von Ost und 4 SA ( = Zweifärber) von West wäre hier richtig gewesen, worauf O/W in 6 Coeur kommen, gegen die Süd mit 6 Pik verteidigen wird.
Über 6 Pik von Süd kann West entweder kontrieren oder 7 Coeur bieten, Süd wird auf jeden Fall 7 Pik bieten.
Nach 5 Pik von Süd über Osts 5 Coeur bot West 6 Coeur und Süd jetzt 6 Pik.
Wests pass ist jetzt nicht zu verstehen, entweder bietet man 7 Karo oder 7 Coeur oder kontriert wenigstens.
Wir durften also jetzt 6 Pik unkontriert spielen.
Ost spielte grob fehlerhaft Pik Bube aus, gegen eine solche Reizung sollte man niemals der Gegenseite die Initiative überlassen, er sollte Coeur König oder Treff Ass ausspielen.
So schlecht das Ausspiel von Pik Bube auch sein mag, es gibt immerhin West die Gelegenheit, seine guten Karos zu zeigen.
Falls man Lavinthal markiert gibt man Treff 4 als Signal für Karo, spielt man direkte Markierung, gibt man die Karo 2.
Unsere Gegner gaben zu Protokoll, dass sie direkt markieren, allerdings wohl nur West, Ost wußte es nicht oder hat es nicht gesehen oder misachtet.
Ich spielte nach dem ersten Pikstich Treff in Richtung König, Ost stieg mit dem Ass ein und wechselte ...... auf Coeur!!!!, jetzt hat man einfache 12 Stiche, man wird die beiden Karos auf die hochgeschnappten Treffs los.
Das dies an gleich an 3 Tischen passierte, zeigt, dass auf Markierung zu wenig Wert gelegt wird.
Was wäre eigentlich passiert, wenn Ost mit Treff Ass angegriffen hätte?
Ost kann erkennen, dass sowohl West als auch Nord ein Single Treff haben und hätte angesichts des Coeur Chicanes am Tisch und der langen Treffs dort völlig automatisch auf Karo wechseln sollen.
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Betreff: Spieltechnik ( 18.07.2026 )

Heute habe ich ein Standardbeispiel für Spieltechnik.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 Karo, Nord 1 Coeur, Süd stop 2 SA und Nord hebt in 3 SA.
West spielt Coeur König aus, welchen Spielplan machen Sie sich?
Coeur König sieht schwer nach König, Dame, Bube, ? aus.
Da die vierte Coeur 10 ein zweiter Stopper ist und mir ein Wechsel auf Karo unangenehm wäre,würde ich den König gleich eintüten, Pik König vorlegen und solange Pik spielen bis Ost sein Ass nimmt.
Ost wird Coeur zurückspielen, West nimmt und kassiert z. B. ein weiteres Coeur.
Egal wie West fortsetzt, erfüllt man jetzt 3 SA, man hat zwei Karostopper, die reichen aus, in Ruhe den Treffschnitt zu machen. Auch wenn der Treffschnitt ( = wie hier) verloren gehen sollte, kommt man jetzt in 3 SA durch.
Was ist hier wichtig?
Bei der Frage Ducken oder nicht kommt es oft darauf an, ob der Gegner uns mit einem Wechsel in eine andere Farbe weh tun kann. Diese Farbe ist hier Karo, obwohl man dies aufgrund der soliden Haltung Ass, König, 9,7 gar nicht vermuten sollte.
Der Hauptgrund dafür liegt darin, dass wenig Komunikation zwischen Nord- und Südhand besteht, vor allem aufgrund des Doubles in Karo bei Nord.
Falls O/W Pik einmal ducken und es wurde zuvor zweimal Karo gespielt, hat N/S kein Entree für die zwei hohen Piks am Tisch wie auch evtl. ein hohes Karo, falls Ost später Karo Dame kassiert haben sollte.
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Betreff: Balancing die x te ( 15.07.2026 )

Heute habe ich gefühlt zum hundertsten Mal das Thema Balancing, was in der Beispielhand außer uns wieder höchstens 1 Paar befolgte, vielleicht sogar gar kein weiteres Paar.
Süd eröffnete mit 1 SA, Nord leitete mit 2 Coeur einen Transfer ein, den Süd mit 2 Pik ausführte.
West hat eine volle Eröffnung mit der Idealverteilung 1-4-4-4.
Sollte Nord auf 2 Pik passen müssen, wird wohl 2 Pik gespielt werden, sein Partner Ost wird nicht genug haben, um West zu einem Gebot auf der 3er Stufe ermutigen zu können.
Daher bietet er völlig richtig kontra, ein sog. Pre- Balancing, ein vorverlegtes Balancing.
" Ist das nicht gefährlich ? " werden Sie vielleicht fragen.
Diese Frage ist völlig berechtigt, wenn Nord einen Großteil oder alle von Osts 7 Punkten hätte, könnte er nach einem Gebot auf der 3er Stufe kontriert werden und durchaus auch 2 bis dreimal falllen.
In der Praxis wird dies selten passieren, eher wird Nord das eigene Vollspiel suchen.
Teilen sich die Restpunkte zwischen Nord und Ost wie hier in etwa gerecht auf, wird kaum jemand kontrieren können, Süd hat eine SA- Verteilung und Nord nicht genug Masse.
Den Finalkontrakt von 1 SA von Süd darf es nicht geben.
Neben einem Spieler, der in 3 Pik ging, fiel auch schon unnötig einer, der nur in 2 Pik war.
4 mal ( = 50%) durften sich N/S gemütlich im Wohnzimmer einrichten und für Tops 110 und mehr in 2 Pik schreiben, nervenschonend, alles easy.
Ich erfüllte 3 Coeur, in dem Moment, wo mein Partner das Pre-Balancing abgab, war ein gutes Ergebnis für uns sichergestellt.
Hier ( und in vielen vergleichbaren Boards) 2 Pik spielen zu lassen, ist nicht einfach nur ein Fehler, der passieren kann, es werden viele grundlegende große Defizite offengelegt, für einen besseren Spieler ist durch ein solches Board der ganze Bridgenachmittag in die Hose gegangen, er verzeiht ihn sich zu Recht nicht, auch sein Partner sollte darüber nicht diskussionslos hinweggehen.
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Betreff: Weia, oh weia, weia... ( 15.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, das für mich unglaublich ist.
Nord eröffnete mit 1 Karo, Süd bot 1 Coeur und Nord korrekt stop 3 Karo.
Süd bot 3 Coeur, was jetzt forcierend ist.
Jetzt kann Nord mit Kontrollen in allen Nebenfarben mit 4 SA die Assfrage stellen und hört etwas überraschend mit 5 Pik von den beiden fehlenden KeyCards und der Coeur Dame.
Jetzt besteht absoluter Großschlemmalarm.
Er stellt mit 5 SA die Königsfarbe, die Süd mit 6 Treff ( = habe Treffkönig) beantwortet.
" Läuft.." denkt sich Nord und fragt mit 6 Karo noch nach Karo König, den Süd verneinen müßte.
" Wieso müßte ? " höre ich Sie sagen, " er hat doch auch den Karo König nicht".
" Das ist richtig" höre ich mich sagen," aber wenn Nord der Karo König für einen Großschlemm interessiert, habe ich doch mit 9 gemeinsamen Trümpfen und dem Karo Single genau das, was den Karo König kompensiert", ich biete also stop 7 Coeur.
In 7 Coeur zu kommen kann ich von Ihnen nicht verlangen, dass aber niemand wenigstens in 6 Coeur kam ist geradezu lachhaft.
Wieso passiert das?
Viele haben auf Nord einfach auf 4 Coeur gehoben und damit das Potenzial ihrer Bombe überhaupt nicht erkannt.
Wieso haben nur 3 von 8 Spielern 13 Stiche erzielt, 4 von den 5 Restspielern haben sogar nur 11 Stiche erzielt. Sie haben es nicht mal geschafft, einen Treffverlierer zu verschnappen, wo man 2 Schnapper für 13 Stiche machen kann.
Daran sieht man genau, dass sie sich definitiv keinen Spielplan gemacht haben, sie haben einfach völlig ideen- und fantasielos drauflosgespielt.
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Betreff: Fehlerkette mit Biddingfeaver ( 15.07.2026 )

Heute habe ich das Beispiel einer Fehlerkette einer Achse.
Mein Partner eröffnete die vorliegende Hand auf West nicht, ihm war die Farbqualität in der Hauptfarbe Pik zu schlecht für die Muiderbergeröffnung stop 2 Pik ( = mind. 5 er Pik plus mindestens 4er UF, 5 bis 11 FP), ich hätte sie mit 2 Pik eröffnet, obwohl auch ich eher ein Freund guter Farben bin, was hier immerhin auf die Treffs zutrifft.
Nord eröffnete für mich nachvollziehbar mit 1 Karo.
Ich hatte auf Ost kein Gebot.
Süd hatte das auch nicht, bot aber 1 Coeur.
Wenn man mich fragt, wer der gefährlichste Gegner beim Bridge ist, würde ich scherzhaft mit leicht ernstem Hintergrund sagen, das ist der "midhand opponent", also mein Partner.
So ist das auch hier, wenn man damit, was viele machen, 1 Coeur bietet, ist der Partner oftmals kaum mehr zu bremsen.
West passte erneut, Nord bot 2 Karo, nach pass, pass bot West 2 SA ( = Restfarben mit mindestens 5-4), dies hielt Nord nicht ab, 3 Karo zu reizen.
Ich hatte auf Ost jetzt ein Problem.
Sollte ich schon sicher erscheinende 200 ( = sog. Kiss of Death ) abkassieren, oder waren hier etwa lukrativere 4 Pik für uns drin?
Nicht zuletzt wegen Süds Reizung gab ich meinem Partner jetzt so 2 bis 3 Punkte weniger, als er hatte und bot ( = wahrscheinlich zu defensiv) nur 3 Pik, auch in der Hoffnung, noch 4 Coeur oder 4 Karo zu hören.
Nord enttäuschte mich nicht, im BFC Bidding Feaver kam 4 Karo.
Man kann bekanntlich auch einen Elefanten reizen, dieser Punkt war jetzt bei mir erreicht, ich kontrierte.
Was ist hier wichtig?
Ich habe mit Händen wie der Südhand deutlich bessere Erfahrungen mit pass gemacht, als wenn ich damit 1 Coeur reize.Ich will das 1 Coeurgebot nicht als per se falsch bewerten, meine Erfahrung ist nur die, dass die richtig großen Katastrophen passierten, wenn ich damit 1 Coeur bot, als es einfach mit pass auszusitzen.
Sehr oft kommt der Gegner hinter mir mit einer Wiederbelebung ( = dann zunächst nach Süds Warnung pass auf Nord, evtl. später noch 2 Karo).
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Betreff: SOS !!! ( 15.07.2026 )

Heute stelle ich Ihnen einen Yarborough und eine Retttungsstrategie aus einem Horrorkontrakt vor.
Süd eröffnet mit 1 Pik, West bietet 1 SA, Nord gibt mit eindeutiger Punktemajorität seiner Achse ein Strafkontra ab.
Die entscheidende Hand am Tisch hat hier Ost, "wieso Ost mit seinen 0 Punkten? " werden Sie sagen.
Ost hält einen sog. Yarborough, eine nach einem englischen Grafen benannte Hand ohne Honneur.
Diese Hand kommt 1 mal in ca. 13.000 Fällen vor.Im tiefsten Bridgemittelalter zog der Graf durch die britischen Pubs und bot den trinkfesten Mitgästen eine Wette an, er zahlte jedem Mitspieler 10.000 britische Pfund, wenn sie einen Yarborough aufnahmen, davon lebte er recht gut.Ich hätte vielleicht auch mit ihm gewettet, subjektiv schätze ich die Wahrscheinlichkeit einen zu bekommen deutich höher als 1 zu 10.000 ein.
Ich persönlich hatte einmal einen "Superhyperyarborough" mit einer 7 als höchster Karte, das könnte für einen Eintrag im Guinessbuch reichen.
Jetzt zurück aus dem Mittelalter an die Tische der aktuellen BFC Turniere.
Ost erkundigt sich bei Süd nach dem Hintergrund von Nords Kontra und erhält die nicht sehr verwunderliche Antwort " das ist ein Strafkontravorschlag, wir haben die Punktmajorität".
Was also tun?
Es gibt verschiedene Rettungsstrategien für diese Situation, die wahrscheinlich beste und billigste ist das sog. " SOS- Rekontra", das West auffordert, in seine längste Farbe zu fliehen, weil das zu erwartende Desaster hier in der Regel geringer ist, als wenn man 1 SA im Kontra allein aus der Hand spielen muß.
So auch hier, in 2 Karo hat West die Chance, mit einem Faller wegzukommen, bei uns am Tisch gab es mit minus 4 für 1100 in kontrierten 1 SA kein Erbarmen.
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Betreff: Schlecht spielen, hoch gewinnen!!! ( 15.07.2026 )

Heute habe ich ein sehr schönes Beispiel, wie im Bridge auch grottenschlechtes Spiel zu schönen Resultaten im Einzelfall führen kann, natürlich perspektivisch in langer Sicht scheitern wird.
Süd eröffnete mit 1 Pik, es gibt jetzt 2 Gebote, die Nord auf keinen Fall abgeben sollte, nämlich stop 4 Pik ( = viel zu stark) und 4 SA ( = Assfrage für Pik).
Warum nicht 4 SA, Nord ist doch stark?
Wie reagieren Sie denn, wenn Süd 2 KeyCards melden sollte?
Sollten dies Pik König und Karo Ass sein, sind Sie im Schlemm 1 mal down, falls Coeurausspiel gefunden wird.
4 SA ist ein Beweis der Hilflosigkeit, ohne vorherige Kontrollreizung stellt man keine Assfrage, falls eine KeyCard fehlen sollte, ist man quasi im Spielcasino.
Hier war dies der goldene Griff.
Falls Nord korrekt 2 Treff bieten sollte, kommt Ost mit den Coeurs ins Spiel, man gibt dann 2 Coeurstiche für 450 ab.
Das passierte hier nicht, mein Partner spielte Karo aus und Süd machte über die langen Treffs 13 Stiche für einen geteilten Top.
Nord freute sich über seinen Coup, denn sie wissen nicht was sie tun....
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Betreff: 1 Punkt? ( 15.07.2026 )

Heute habe ich wieder einmal das Thema Blattbewertung.
Süd eröffnet mit stop 2 Treff, Nord bietet 2 Karo, Süd deklariert sich mit 2 SA, was 22 bis 23 FP zeigt.
Wie sieht die Lage aus Sicht von Nord aus?
Er hat keine Punkte, aber mit 5-5 eine schöne Verteilung.
Mit 3er Pik bei Süd würde er also gerne 4 Pik spielen.
Wie hoch ist aber die Chance auf ein 3er Pik bei Süd?
Das ist einfache Stochastik,es sind 66,6 ( Periode) %.
Wie sieht es aus, wenn Süd kein 3er Pik haben sollte?
Sehr schlecht, er müßte nämlich dann in meinem System 3 SA bieten ( = mit nur Double führt man den Transfer nach 2 SA (( anders nach 1 SA )) nicht aus).
Was also machen?
Ich bin mit 66,6 Periode % zufrieden, ich reize also den Transfer mit 3 Coeur, den Partner mit stop 4 Pik mit seinem 4er Anschluß gerne annimmt.
Interessant empfand ich die Empörung an unserem Tisch, dass ich mit 1 Punkt gereizt hatte.
Da kann ich nur sagen : " selig sind die Unwissenden", ich habe bei Pikfit eine Hand, die etwa 5 bis 6 Punkte wert ist, wer da von 1 Punkt fabuliert zeigt damit deutlich, dass er sich noch nie wirklich mit der Logik des Bridgespiels, also seines Hobbys quasi, beschäftigt hat, schade eigentlich.
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Betreff: Reizprinzipien ( 14.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, wo mehrere Reizprinzipien zum Vorschein treten.
West eröffnet mit 1 Coeur, nach pass, pass ist Süd am Zuge.
Wenn man in der eröffneten Gegnerfarbe in der Outpassposition ( = in letzter Hand) eine Kürze hat, ist das Aufkontrieren mit nahezu jedem Blatt ab ca. 6 Punkten eine absolute Pflicht.
Süd könnte auch angesichts seines nur 3er Piks 2 Karo bieten, ich empfehle trotzdem das Kontra, weil es eine Strafwandlung durch Nord mitnimmt.
Dies war das erste Reizprinzip, dass in dieser Hand zu berücksichtigen war.
Jetzt ist nach Süds Kontra Nord am Zuge.
Er hat 13 FP,Partie könnte gehen, muß aber nicht, falls der angepasste Süd deutlich unterwertig ein Wiederbelebungskontra abgegeben hat.
Es gilt das Principle of borrowed king, das Prinzip des geborgten Königs, das heißt Nord kann mit 13 FP nicht blind 3 SA oder Ähnliches bieten, er muß den Fall abfangen, dass Süd nur ca. 6-8 Punkte hat.
Dafür eignet sich am besten ( = wie so häufig) der Gegnerfarbenüberruf mit 2 Coeur, was eine eigene gute Eröffnung zeigt und ggü. gepasstem Partner noch eine Restfantasie auf Partie hat.
Süd ist Supermaximum für sein anfängliches Pass, er muß also stark reizen.
Mit 4er Pik würde er jetzt stop 3 Pik reizen, jetzt sollte er 3 Coeur ( = bin absolutes Maximum, Partner mach was Schlaues) bieten, worauf Nord 3 SA bietet.
Was ist hier wichtig?
1. Dem Prinzip des Handlungszwangs mit Kürze in Gegnerfarbe folgend muß Süd aufkontrieren oder reizen, pass ist schlicht verboten.
2.Nord muß den Fall eines unterwertigen Kontras abfangen, Süd wiederum muß jetzt Supermaximum für sein anfängliches Pass zeigen.
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Betreff: Peinlich, peinlich ( 14.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, wo zumindest unter Kleinschlemm einfach nichts laufen darf.
Ost eröffnet mit 1 Pik, West bietet 2 Treff und Ost jetzt stop 3 Coeur, was 5-5 in den OF zeigt.
Jetzt kann West die Piks nicht vernünftig heben ( allerhöchstens gleich 6 Pik), er bietet daher 4 Karo ( = vierte Farbe Forcing), Ost wiederholt mit 4 Coeur die Coeurs, obwohl er schon 5-5 zeigte.
Jetzt kann West forcierend ( = weil er 4 Karo vorgeschaltet hatte ) 4 Pik bieten.
Ost zeigt mit 5 Treff sein Single, West weis nicht so recht weiter, er schließt daher mit 6 Pik ab.
Man kann jetzt viele akademisch anmutende Fragen stellen, wie man hätte 7 in den OF oder SA hätte erreichen können, das ist für mich nicht entscheidend, wer aber mit der Westhand nicht in den Schlemm geht, der sollte sich fragen, ob er das richtige Koordintensystem hat, es ist hochnotpeinlich.
Die Ausbeute von 2 Schlemms bei 8 Ausspielungen ist schlicht indiskutabel.
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Betreff: Partie, aber welche? ( 14.07.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizproblem.
Süd eröffnet mit 1 Karo, West zeigt seine Coeurs mit 1 Coeur, Nord hat ein Informationskontra.Ich würde hier eindeutig dem Kontra den Vorzug vor dem schlechten 6er Treff geben.
Ost bietet mit seinem minimalistischen Blatt aufgrund der neunten Trumpfkarte 2 Coeur.
Süd muß jetzt zeigen, dass er mehr als eine normale Eröffnung hat, ich empfehle 3 Coeur ( 3 Karo wäre einfach kompetitiv) , obwohl angesichts seines 3er Coeurs keine realistische Hoffnung besteht, dass Nord einen Coeurstopper hat.
Nord bietet 4 Treff und Süd jetzt 4 Karo.
Jetzt hilft Nord das 3 Coeurgebot von Süd enorm, zeigte es doch eine Hand von ca. 16 FP aufwärts.
Obwohl die Coeur Dame 2 verschenkte Punkte sind, es ist auch immerhin ein Single, die beiden Karofiguren sind gut, alles in allem Grund genug, jetzt auf 5 Karo zu erkennen.
Was ist hier wichtig?
Süd muß zeigen, dass die Hand N/S gehört, daher muß er ein stärkeres Rebid wählen als 3 Karo.In dieser Situation ist Gegnerfarbenüberruf oft das richtige Signal, so auch hier.
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Betreff: Blattbewertung ( 10.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder die zentralen Themen Blattbewertung und taktisches Reizverhalten.
Süd eröffnet mit 1 Treff, ich würde bei gepasstem Partner auf West passen.
Passt West wird die Reizung mit 1 Pik von Nord, 2 Treff von Süd und 2 Karo von Ost weitergehen, worauf Süd jetzt mit 2 Pik sein 3er Pik zeigen wird.
Damit dürfte die Reizung durch sein, Nord hat nicht genug Masse, um mit 3 Pik noch einmal einzuladen.
Bietet West jedoch reiztaktisch wenig reflektiert ( = wen will er mit gepasstem Partner mit diesem Schrotthaufen erschrecken? ) stop 2 Coeur, gibt er Nord die wunderbare Gelegenheit, Non Forcing 2 Pik zu bieten,die ich auf Süd trotz vermeintlich schlechtem Coeur König mit dem schönen 6er Teff auf 4Pik heben würde.
Was ist hier wichtig?
1. Nachdem Ost passte gehört die Hand aus Sicht von West glasklar dem Gegner, warum will und soll er dann dem Gegner seine Karten ( = und damit auch indirekt die Karten seines Partners) verraten und ihm freiwillig aus Pferd ( = hier 4 Pik) helfen?
2.Nach Nords 2 Pik kann Süd seine Hand und vor allem das 6er Treff aufwerten und 4 Pik ausbieten.
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Betreff: Judgement ( 10.07.2026 )

Heute habe ich eine Hand, in der es entscheidend auf das Judgement ankommt.
Ost eröffnet mit 1 Treff.
Süd sollte jetzt mit 5-4 in den Oberfarben und 17 FP eher Kontra bieten als 1 Pik reizen.
Nords Hand liegt mit schlechten 7 FP knapp unter der Grenze ( = ca. 8 FP)für einen Sprung in 2 Coeur, allerdings gilt diese Grenze für 4er Farben, die 5. te Trumpfkarte sollte Kompensation genug sein, hier 2 Coeur und nicht 1 Coeur zu bieten.
Süd wid dann ins Vollspiel gehen, obwohl sein Treff König eine schlechte Karte ist.
Diese kleine Überlegung macht den Unterschied aus zwischen einem geteilten Top für 420 und einem Score unter Mitte für 170.
Was ist hier wichtig?
Versuchen Sie, wann immer es geht eine möglichst genaue Stärkedifferenzierung Ihrer Gebote hinzubekommen,diese Hand von Nord ist nicht exakt stop 2 Coeur, sie ist aber eher stop 2 Coeur als nur 1 Coeur, also bieten Sie 2 Coeur.
Auf 1 Coeur müßte Ihr Partner trotz starker Hand passen.
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Betreff: Schlemmimpuls ( 10.07.2026 )

Heute habe ich mal als Ausnahme eine Schlemmhand.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West hebt auf 2 Coeur.
Ost weis jetzt von einem mindestens 9 Kartenfit in Coeur, dieser gute Fit sollte Motiv genug sein, einen Coeurschlemm zu untersuchen, Ost braucht nur eine gewisse Trumpfqualität bei West.
Mit Mehrfachkontrollen in allen Nebenfarben stellt Ost daher die Assfrage, hört von 2 KeyCards mit Trumpf Dame und bietet 6 Coeur.
Der Schlemm ist nicht besonders gut,aber er geht mit dem Pikschnitt, sicherlich nicht gut ist, dass niemand drin war.
Ich würde diesen Schlemm immer spielen wollen, falls Partner Coeur König und Dame hat, statt Karo Ass wäre mir Treff Dame fast lieber.
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Betreff: Ihr Nicht!!!! ( 09.07.2026 )

Heute habe ich ein typisches Paarturnierboard, das der Saal kaum verstanden hat.
West bietet um Himmels Willen in Gefahr und besonders in erster Hand nicht stop 2 Coeur.
Nord bietet 1 Treff und Ost 1 Coeur.
Süd macht nicht lange rum und bietet 4 Pik, West ist am Zuge.
Wie ist seine Hand zu bewerten?
" Er hat 6 Punkte" höre ich Sie sagen, " warum stellen Sie mir diese triviale Frage"?
" Ich finde sie absolut gar nicht trivial" werde ich sagen," West hat gegen 4 Pik einen halben Coeurstich und einen viertel Stich vielleicht auf die Treff Dame, also praktisch nichts.
In Coeur dagegen sehe ich ca.16 FVP ggü. einem Partner, der Coeur gegengereizt hat".
6 FP plus 2 Punkte für das 4er Pik ( = Partner hat wahrscheinlich Single), plus 6 Punkte für die neunte bis 11. Trumpfkarte und 2 Punkte für das Karosingle.
Mit der Westhand ist also 5 Coeur jetzt keine Option mehr, es ist absolute Pflicht.
Wenn Sie mich fragen würden, " sagen Sie das zur Verteidigung an ? " wüßte ich nicht mal, ob ich das bejahen sollte, an einem guten Tag könnten auch 5 Coeur gehen.
Ich verstehe in dieser Hand viele Dinge nicht.
1. Wieso bot Süd nicht 4 Pik, egal ob mit oder ohne Gegereizung?
2.Wieso ließ West N/S unbehelligt 4 Pik spielen oder kontrierte 5 Treff nicht?
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Betreff: Balancing ( 09.07.2026 )

Heute habe ich ein Board mit zwei wichtigen Aspekten.
Ost eröffnet mit 1 SA.
Süd hat eine schöne Hand,mit der man das Gefühl hat, etwas reizen zu müssen, er kann es aber in der Sandwichposition ( = zweiter Hand) nicht.
West leitet mit 2 Coeur einen Transfer ein, auf den alle 9 Ostspieler, die mit 1 SA eröffneten schlecht reagierten.
Richtig ist stop 3 Coeur ( = 4er Coeuranschluss mit Minimum), ein Reizelement aus dem sog. Superacceptance Konzept, bei dem der Eröffner seine Fitqualität in der Transferfarbe deklariert.
Ich kenne jetzt Ihren typischen Beisreflex " Aber Herr Koch", werden Sie empört sagen, " hier gehen nicht mal 2 Coeur, und Sie wollen uns allen Ernstes empfehlen, in dieser Hand sogar 3 Coeur zu bieten? ".
" Ja, genau", werde ich sagen," Sie haben leider wieder vergessen, dass Sie in Wirklichkeit gar nicht exakt diese Hand spielen, sondern eine von Hunderttausenden, in denen Ihr Partner mit 2 Karo auf Coeur transferiert und Sie mit stop 3 Coeur den Zug auf das entscheidende Gleis stellen, 4 Coeur zu erreichen,wenn Ihr Prtner einen Tick stärker ist, während Sie in 2 Coeur versumpfen würden, wenn Sie nur 2 Coeur bieten würden".
Die Spieler vergessen nämlich Folgendes, denn sie wissen nicht was sie tun, wie uns die Bibel schon lehrte:
1.Es gibt viele Fälle ( = alle nach dem law of total tricks), wo mit 9 gemeinsamen Trümpfen 3 Coeur auch mit sehr schwachem Partner gehen, also kein Schaden ggü. 2 Coeur plus 1 entstehen würde.
2.Es gibt ca. 20% Fälle, wo man durch stop 3 Coeur ( = 4er Anschluss mit Minimum) oder besonders 2 SA ( = 4er Anschluss mit Maximum) in gute 4 Coeur kommt, wo der Saal ohne Super Accetance 2 Coeur plus 2 spielt.
3. Mit stop 3 Coeur verhindern Sie eher Gegenreizungen, wie ich Ihnen gleich zeigen werde.
Wenn Sie jetzt diese 3 Möglichkeiten sehen, werden Sie realisieren, wenn Sie eine letzte Spur von Realisationsvermögen haben, dass Sie hier in diesem Fall einem der ca. 3 % der Fälle erlegen sind, wo 3 Coeur nicht gehen, Sie aber 77% Normalfälle und 20% bessere Fälle für Ihre Seite ausgelassen haben.
Jetzt zu dem letzten beschriebenen Aspekt, falls Sie 2 Coeur reizen:
Gegen richtig gute Spieler schreiben Sie mit 2 Coeur einen 80 % igen ( oder mehr) Nuller,die lassen Sie nämlich nicht 2 Coeur spielen und erfüllen oder für minus 1 fallen.
Falls Ost 2 Coeur reizt und Süd und West passen, wird ein guter Spieler auf Nord 2 SA ( = die Unterfarben) bieten,woraufhin N/S locker 3 Karo für 110 erfüllen, wenn Sie Glück haben, wenn Sie Pech haben erfüllen Sie sogar 5 Karo für 400.
400 kann man nicht verlangen, man sollte es nicht übertreiben, 3 Karo gemacht für 110 auf N/S ist bereits ein sehr gutes Resultat, 5 Karo gemacht ist ein Top.
Die 9 Spieler, die hier auf Nord auf 2 Coeur gepasst haben,dokumentieren damit, dass Sie das Wesen des Paarturniers ( = dem Gegner falls immer es geht Probleme zu stellen) nicht verinnerlicht haben.
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Betreff: Extreme Hände reizt man extrem ( 09.07.2026 )

Heute habe ich ein typisches Paarturnierkampfboard.
Nord eröffnet nach der Zwanzigerregel ( = Summe der FP und der Anzahl der Karten in den beiden längsten Farben soll mindestens 20 betragen) mit 1 Coeur, Ost bietet NICHT stop 2 Pik, sondern zeigt mit 2 Coeur seinen Zweifärber mit Piks, seine Hand ist nämlich ein Zweifärber und kein Einfärber in Pik.
Süd bietet stop 4 Coeur und West hat eine schwere Entscheidungssituation.
Er hat mit den beiden Assen zwei eigene Defensivstiche, 4 Coeur könnte fallen.Seine Unterfarblängen deuten allerdings darauf hin, dass seine Achse kaum mehr als zwei Pikstiche ( = wenn überhaupt) und 1 UF Stich oder 1 Pistich und 2 UF Stiche, falls Treff Osts zweite Farbe sein sollte) machen können wird.
Deshalb bietet er 5 Treff im Sinne eines passe or correct in den UF.
Der optimale Kontrakt wäre damit erreicht,falls N/S diese kontrieren würden.
Immerhin 3 von 10 Paaren machten daraufhin den beliebtesten BFC Fehler, nämlich noch eigene 5 Coeur zu bieten, die ich auf Süd meiner eigenen Analyse gemäß für einen vermeintlichen Saaltop kontiert hätte.
Es wäre keiner gewesen, weil ein Paar 10 Stiche in kontrierten 4 Pik machen durfte, wo nur 8 Stiche gehen.
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Betreff: Schweres Stöffchen ( 07.07.2026 )

Heute habe ich eine schwer zu reizende und auch zu spielende Hand.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West antwortet mit 1 Pik, worauf Ost mit stop 3 Treff eine starke Hand ab 18 FP zeigt.
Das 3 Treffgebot sorgt bei West für eine gewisse Ernüchterung, er muß aber jetzt in eine Schlemmuntersuchung eintreten.
Dazu bietet er zunächst 3 Karo ( = 4 VFF), um nach der Antwort 4 Treff von Ost noch ernüchteter zu sein.
Lassen Sie sich vom Ergebnisdiagramm ( = 7 Karo gehen ) nicht kirre machen,ich biete auch mit sehr gutem 5er Karo nicht im Alleingang 6 Karo, nachdem mein Partner mir schon mindestens 10 Karten gezeigt hat, die nicht Karo sind.
Da West die Coeurs bisher nicht forcierend heben konnte ( = man bietet in der ersten Bietrunde mit einem 5er Pik nicht stop 2 SA für den Coeurfit), sitzt er jetzt im Schlamassel und muß ohne Pikkontrolle 6 Coeur versuchen.
Wird Treff Ass ausgespielt, spielt sich 6 Coeur trotz des unangenehmen Coeurstandes einfach, man schnappt zweimal Treff und konzediert einen Trumpfstich an Süd.
Bei einem anderen Ausspiel ist man wohl auf die sitzende Ruffingfinesse in Treff angewiesen,ist aber trotzdem nicht einfach, da man außer Pik Ass keinen vernünftigen Eingang in die Hand hat, um zwei mal Treff zu spielen.
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Betreff: UF Vollspiel? ( 07.07.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizproblem.
Ost eröffnet mit 1 Karo,für Süd würde ich ein knappes Stärkekontra empfehlen.
West bietet Rekontra ( = wir haben die Punktemajorität), Nord passt,ebenso wie Ost.
Süd bietet sperrend stop 3 Treff, was soll West jetzt Schlaues machen?
Da er keine OF hat,liegt der Fokus in dieser Hand auf der 3 SA Untersuchung bzw. der Frage, ob ansonsten 5 Karo gespielt werden kann.
Er bietet daher jetzt 3 Karo und verneint damit in dieser Situation einen Treffstopper, mit Halbstopper hätte er gepasst.
Ost wiederum weis jetzt, dass 3 SA nicht gehen, aber reicht es für 5 Karo?
Er hat eine minimalistische Hand, aber immerhin ein Treffsingle.
Deshalb passt er nicht und bietet West noch 4 Karo an.
West muß jetzt entscheiden, sein Datenkranz ist folgender:
1. Ost hat nicht selbst 5 Karo gereizt, sondern mit 4 Karo (= dies kann hier nicht die Assfrage sein) nur gezeigt, dass er nicht absolutes Minimum hat
2. Süd hat erst kontriert und ist dann gesprungen, dies deutet auf ein Stärkekontra hin, vielleicht durch lange Treffs etwas gezogen ab guten 16 FP.
Damit sollte der Weg zu 5 Karo zu lang sein, mit der gleichen Haltung in einer OF würden wohl 4 in OF gespielt werden können, also passt er klug.
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Betreff: Spieltechnik ( 06.07.2026 )

Heute habe ich ein Spieltechnikthema in einem schönen Schlemm.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West bietet 1 Pik und Ost stop 3 Treff ( = high revers ab 18 FP).
West bietet 3 Karo ( = vierte Farbe Forcing) und Ost 4 Treff.
Dieses Gebot gefällt West wie eingeschlafene Füße, es hilft aber nicht, er muß sich Richtung Schlemm bewegen und bietet daher trotz der ihm fehlenden Pikkontrolle ( ich kann mir alerdings kaum Hände vorstellen, in den Ost ab 18 ohne Pikkontrolle hat) stop 6 Coeur.
Falls Süd Treff Ass ausspielt ist es einfach, man gibt nur einen Stich an Coeur Dame ab.
Spielt er Karo aus wird es schwieriger.
Man nimmt Karo, spielt Trumpf zum Ass und legt Treff König vor.
Deckt Süd, sticht man, geht mit Pik zum Ass und sticht ein kleines Treff.
Deckt er nicht, wieder holt man die Prozedur einmal und sticht dann Treff klein.
Geht zu Pik Ass und sticht Süds Ass heraus, läßt dann Coeur 10 laufen,die Süd mit der Dame gewinnt.
Jetzt gewinnt man jedes Rückspiel und zieht die restlichen Trümpfe, die Hand ist hoch, man ist auf Treff 4-4 und Treff Ass bei Süd angewiesen.
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Betreff: Bridge paradox ( 06.07.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für die Bridgeparadoxien, die wir in unserem täglichen Doing so produzieren.
West eröffnet mit 1 Pik, Ost hebt auf 2 Pik.
Süd hat einen gepassten Partner, beide Gegner haben gereizt, N/S sind in Gefahr.
Stop 4 Coeur auf Süd ist ein Zockerbid, das man durchaus abgeben kann, un O/W unter Druck zu setzen, ich würde dennoch nur 3 Coeur bieten.
West hat jetzt für meinen Geschmack kein weiteres Gebot ( = zu wenig Zusatzstärke), Ost im Grunde auch nicht, wenn man die Double Coeur Dame abwertet ist nicht mehr viel da.
Süd hat die Zögerlichkeit von O/W bemerkt und bietet 4 Coeur.
Süd hat sich also verzockt, er hat nicht sofort 4 Coeur geboten.
Was sollte O/W jetzt mit einem Gegner machen, der zunächst behauptete " ich kann nur 3 Coeur spielen", jetzt aber doch 4 spielen will?
Darauf gibt es nur eine Antwort, nämlich Kontra.
Wer jetzt 4 Pik bietet und vorher ja sogar nur 2 spielen wollte,muß in geistiger Umnachtung leben, was hat sich an den Karten geändert, die vorher nur 2 Pik spielen wollten?
Jetzt noch ein Wort zu Nord.
Nord hat einen Partner, der zweimal gereizt hat, er selbst hat möglicherweise zwei Pikstiche und noch zwei Könige nebendran, wieso ist das jetzt kein glasklares Kontra?
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Betreff: 13 mal berührt, 12 mal nichts passiert ( 06.07.2026 )

Heute habe ich ein Standardbeispiel für kontrollierte Stärkedifferenzierung.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Ost überruft mit 1 Coeur.
Ich sehe jetzt Wests Hand nahe an einer Einladung für ein Vollspiel in Coeur ( = dann also 2 Karo),abhalten davon würden mich die 4-3-3-3 Verteilung und die schwachen Mittelkarten.
Für 2 Coeur ist die Hand aber zu stark.
Daher muss West einen Mittelweg finden, der wäre hier für mich 1 Pik, die forcierend sind.
Ost wiederum muss jetzt mit dem Pikfit zeigen, dass er mehr als einen minimalistischen Überruf hat, er bietet stop 3 Pik, was eine gute Eröffnung zeigt.
Richtig schön ist Wests Hand immer noch nicht, aber mit den 10 Punkten sollte er jetzt die Partie wagen, und zwar besser die Partie in Pik mit 4-4 Fit ( warum spielen hier alle Coeur???) als die in Coeur im 5-3 Fit.
4 Pik spielen sich einfach, man gibt die beiden Karos und Pik Ass raus, auf die langen Coeurs wirft man die Treffverlierer ab.
Was ist hier wichtig?
Sowohl Ost als auch West müssen hier die Stärke ihrer Hände ziemlich genau differenziern, es ist eben ein Unterschied, ob z.B. Ost einen minimalistischen Überruf mit 8 bis 9 Punkten hat oder wie hier 14 Punkte, das kann man nicht gleich reizen, sondern muss differenzieren, damit der Partner dann richtige Entscheidungen bei der Kontrakthöhe und Kontraktdenomminierung treffen kann.
Hiet wird sogar ( = im ganzen Saal von sonst niemand) der bessere Pikfit als Coeurfit gefunden, wenn man das vernünftig und ausgewogen angeht, Gratulation deshalb vor allem an West, wenn er das hingebracht haben sollte.
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Betreff: Kontrollstarke Hand ( 06.07.2026 )

Heute habe ich eine schöne Schlemmreizung.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West antortet mit 1 Pik.
Mit 14 FP und der Treffkürze sowie Kontrollstärke (= Erstrundenkontrolle in allen Nebenfarben) ist Osts Hand jetzt ein stop 3 Pikgebot wert.
West weis also jetzt von einem Doppelfit mit mindestens jeweis 9 Karten in den Oberfarben, kann aber mit den beiden UF Doubles kaum etwas anderes unternehmen als mit 4 Coeur zu unterreizen und darauf hoffen, dass Ost noch etwas unternehmen kann.
Das 4 Coeurgebot hilft Ost trotzdem, weis er doch jetzt auch von dem Doppelfit, er kann daher mit seinen Kontrollen mit 4 SA die Assfrage ( = auf Coeurbasis ) stellen, hört von 2 KeyCards ( = Coeur König und Pik Ass) plus Coeur Dame und schließt mit 6 Coeur ab.
Der Schlemm spielt sich trotz des 4-0 Standes der Coeurs relativ einach, zum Ausgleich für den schlecht stehenden Pik König hat der liebe Bridgegott den Karo König korrekt gestellt.
Was ist hier wichtig?.
Trotz guten Coeurfits sollte West zunächst seine Pikfarbe zeigen, ein absolutes NO GO ist vor allen Dingen ein sofortiges stop 4 Coeur oder Ähnliches.
Ost sollte mit stop 3 Pik eine Hand zeigen, die mehr als Minimum ist.
Mit der Kenntnis des Doppelfits kann Ost jetzt mit seinen tollen Kontrollen die Assfrage stellen.
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Betreff: Blattbewertung ( 02.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder das ewig junge Thema Blattbewertung.
Nord eröffnet mit 1 Pik.
Süd hat ein 4er Pik mit 11 FP, ein Single und ein Double, also eine Hand, die ca. 16 FVP wert ist.
Er bietet daher stop 4 Treff ( = Pikfit und Treffkürze).
Nord hat eine Hand mit 6 Piks und Erstrundenkontrolle in allen Nebenfarben, sie ist etwa 19 FVP wert, es MUSS, NICHT kann oder könnte vielleicht absolut zwingend ein Schlemm gespielt werden.
Nord bietet 4 Karo ( = habe Karokontrolle und Schlemminteresse),Süd bietet 4 Pik (= habe mein Hand schon beschrieben und habe keine Coeurkontrolle).
Nord ist besorgt, dass 2 Coeurstiche herausgehen könnten, will den Schlemm aber noch nicht aufgeben.
Deshalb bietet er 5 Karo ( = aufgrund Süds König zwingend Chicane und Chicaneassfrage auf Pikbasis, selbstverständlich braucht und hat er dafür eine Coeurkontrolle).
Süd anwortet 5 Coeur, dies ist zwingend Pik Ass.
Nord stellt mit 5 SA die Frage nach Pik Dame, die Süd mit 6 Karo ( = habe Pikdame und Karo König beantwortet).
Karo König ist so unnötig wie ein Kropf, deshalb schließt Nord mit 6 Pik ab.
Ich weis nicht, wie man hier 13 Stiche machen soll, wie es das Diagramm postuliert, vielleicht kann mir da jemand helfen?
Ich weis wohl, dass man mit dieser Hand im Schlemm sein muß, es ist sehr befremdlich, dass sich für diesen Gedanken keines der 8 Paare erwärmen konnte.
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Betreff: Spieltechnik ( 02.07.2026 )

Heute habe ich ein Spieltechnikproblem, nachdem zu viele Spieler in dem guten Kontrakt 4 Pik unnötig fielen.
Die Reizung in diesem Board verläuft wie folgt:
Nord eröffnet mit 1 Treff ( = richtig , Treff, schwache Hände mit 5-5 in Treff und Pik eröffnen mit 1 Treff), Süd bietet 1 Karo, Nord 1 Pik, Süd 2 Coeur und Nord 2 Pik, woraufhin Süd ihn in 4 Pik hebt.
Das normale Ausspiel Coeur 7 wurde von fast allen gewählt.
Wie erfüllt man 4 Pik nach diesem unangenehmen Ausspiel trotz des schlechten Pikstandes?
Man sticht die dritte Coeurrunde klein.
Jetzt gibt es 2 Fälle :
1. Ost übersticht
Man muß jetzt aus den Treffs etwas machen und geht dazu wie folgt vor.
Man nimmt jedes Rückspiel, entblockiert Treff Ass, kreuzt mit Trumpf zum Tisch und schnappt einmal klein Treff.
Dann zieht man Pik König und sieht den 4-1 Pikstand.
Man sticht sich mit Karo in die Hand zurück, zieht den letzten Trumpf und die Treffs sind hoch.
2. Ost übersticht in der 3. Coeurrunde nicht, was oft für die Verteidigung besser sein kann, hier aber keinen Unterschied macht.
Dann entblockiert Nord Treff Ass und Karo Ass und spielt die Hand im Cross Ruff zu Ende, er zieht kein mal Trumpf, sondern spielt zunächst Treff König und Dame und sticht dann zwei mal Treff und drei mal Karo.
Sollte Ost in der vierten Treffrunde hoch vorschnappen, übersticht man und gewährt am Ende Ost einen Stich auf die verbliebene Pikfigur.
Was ist hier wichtig?
Der Hauptspielplan sollte sein, sich mit einmal schnappen Nords schöne Trefflänge hoch zu machen, bevor man die Trümpfe zieht.
Hochverdächtig ist es, wenn Ost in der dritten Coeurrunde Nord nicht überschnappen sollte, was auf einen 4-1 Pikstand hindeutet und einen Strategiewechsel zum Crossruff erforderlich macht.
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Betreff: No Fit, No Bid ( 02.07.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für die Richtigkeit einer alten Bridgeweisheit, die die Spieler aber zumeist nicht akzeptieren wollen und kläglich scheitern.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West bietet 1 Pik und Ost 2 Coeur ( = richtig, trotz 7er zu schwach für Sprung in 3 Coeur).
Wie stellt sich die Situation aus Sicht von West dar?
Ost hat ein mind. 6er Coeur und Minimum ggü. dem eigenen Single gezeigt.
Auf Pik ging Ost nicht ein, zunächst nicht verwunderlich, er könnte aber z. B. noch ein 3er Pik haben.
Sollte West jetzt danach suchen und sein schlechtes 5er Pik wiederholen, er hat schließlich auch 10 FP?
Die Antwort ist eindeutig nein, es gilt die alte Regel: " No Fit No Bid", d.h. wenn ein Fit nicht frühzeitig erkennbar ist ( hier ist der Misfit in Coeur schon klar, die mind. 6 Coeurs von Ost vermindern die Wahrscheinlichkeit, dass er ein 3er Pik haben sollte von etwa 28% auf nur noch ca.15%) sollte man den Ball flach halten.
Ein Spieler wiederholte fehlerhaft seine Piks, viele andere überschätzten ihre Coeurs und gaben richtig Gas, allein 3 mal wurde 4 Coeur geboten.
Mit 2 Coeur erfüllt oder 2 plus 1 hätte man ein sehr gutes Ergebnis geschrieben.
Natürlich stehen die Coeurs hier sehr schlecht, aber darum geht es nicht.
Es geht um folgendes Problem, das ich " asymetrische Wahrnehmung" nennen möchte.
Die meisten Spieler nehmen gute Nachrichten vom Partner gerne positiv bis euphorisch auf, schlechte Nachrichten wollen sie nicht akzeptieren,sie negieren sie schlicht ( " das kann doch nicht sein", " ist doch höchst unwahrscheinlich" oder " so ein Pech aber auch" hört man dann häufig).
Ich gehe das ganz anders an, ich freue mich über frühzeitige schlechte Nachrichten, dann kann ich mit dem Ergebnis arbeiten.( Wenn mein Partner z. B. mit 3 Treff eröffnet und ich habe Chicane Treff mit 17 Punkten, passe ich das sehr gerne und schlage alle, die glauben 3 SA könten gehen).
Hier sollte für West das 2 Coeurgebot von Ost eine deutliche Warnung sein ( " dieses Board scheint nicht für uns gemacht"), ein guter Spieler akzeptiert dies und passt es weg.
Er trauert auch nicht dem hypothetischen Fall nach, das Ost doch in 15% der Fälle ein 3er Pik dazu hat, er nimmt gerne die 85% der Fälle mit, wo erfüllte 2 Coeur besser sind als die Suche nach der Taube auf dem Dach ( = 3er Pik bei Ost) erbringen könnte.
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Betreff: Leichte Arithmetik ( 02.07.2026 )

Heute habe ich Reizparadoxon, nachdem nur 4 Paare den richtigen Kontrakt von 4 Pik erreichten.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd antwortet mit 1 Karo und Nord bietet 1 Pik.
Zwar wäre ein rotes Single oder Chicane wertvoller als in der Partnerfarbe Treff, dennoch hat Süd 14 FVP, da sollte nach Nords Eröffnung in erster Hand doch 4 Pik selbstverständlich sein,zumal Süd kleine Piks hat, um die Treffverlierer von Nord zu stechen.
5 Paare dachten offenbar anders,2 davon spielten sogar im Paarturnier den hoffnungslos unterlegenen 5-3 Fit in Karo, ein Paar trotz Oberfarbfit 2 SA.
Manchmal frage ich mich, was sich Spieler, die 30 oder mehr Jahre Bridge spielen, so denken.
Wissen sie nicht, dass ein 4-4 Fit generell besser als ein 5-3 Fit ist, wissen sie überhaupt, dass Pik mehr zählt als Karo, ein im Paarturnier nicht ganz unerheblicher Unterschied?
Interessiert sie dies überhaupt oder haben sie nicht die Konzentrationsfähigkeit, diesen oder überhaupt einen Denkprozess über die ca. 2 Minuten Dauer einer Reizung durchzuhalten?
Hierzu würde ich gerne mal ein offenes und ehrliches Interview mit einem der Spieler führen wollen, wer dazu auch Lust hat, möge sich gerne bei mir melden.
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Betreff: Standardreiztechnik ( 01.07.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel der Standardreiztechnik, weil nur 4 Paare ( = ca. 43%) der Spieler den absoluten Normalkontrakt von 4 Pik erreichten.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Ost kontriert mit 4-3 in den OF und guter Eröffnung, er bietet nicht seine mittelmäßigen Karos an.
Nach Lehrbuch des Anfängerunterrichts sollte West ab 8 FP ( und erst recht mit einer 5er Farbe) jetzt in 2 Pik springen.
Darauf bietet Ost mit 14 FP und dem Single in Gegnerfarbe jetzt stop 4 Pik.
Bridge ist manchmal sehr simple,es zeigt sich immer wieder.
Was ist hier wichtig?
Es ist enorm wichtig, in seinen Geboten, die oftnals eine große Punktspanne haben können ( z. B.zeigt hier 1 Pik 0 bis 7 FP) eine mehr oder minder genaue Stärkedifferenzierung vorzunehmen, hier konkret eine Hand ab 8 Punkten zu zeigen, damit der Partner mit dieser wertvollen Information weiter arbeiten kann.
Als Abstufungsschema kann folgendes gelten:
Mit 0 bis 7 FP erfolgt ein Farbgebot auf niedrigster Stufe.
Ab 8 FP in Oberfarbe und 10 FP in Unterfarbe springt man mit 4er Farbe einmal, d.h. hier z. B. stop 2 Pik.
Mit 10 FP und 5er Farbe springt man zweimal, hier wäre das stop 3 Pik, wenn West 10 FP hätte.
Ab eigener Eröffnung überruft man nach Kontra des Partners zunächst die Gegnerfarbe, um eine Hand mit Eröffnungsstärke und damit Partieinteresse zu zeigen, hier also 2 Treff.
Dieses Schema arbeitet in der Praxis erstaunlich gut und hinreichend präzise, es verhindert z. B. hier, dass man in peinlichen 2 Pik plus 2 oder 3 Pik plus 1 landet.
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Betreff: Reiztechnik ( 01.07.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für Standardreiztechnik, nachdem einige Paare hier offensichtlich ohne diese in SA-Kontrakten landete und verdient fielen.
Ost eröffnet in letzter Hand 1 Treff, West antwortet mit 1 Karo, Ost hebt Non Forcing mit stop 3 Karo.
Der angepasste West zeigt mit 3 Coeur einen Coeurstopper und eine Hand, die mit Pikstopper bei Ost gerne 3 SA spielen würde.
Dieser antwortet umgehend mit 4 Karo ( = NON Forcing = habe keinen Pikstopper).
Auf 4 Karo passt West, an 5 Karo glaubt er mit seinem Double Pik jetzt nicht mehr, mit Single in Pik hätte er 5 Karo geboten.
Was ist hier wichtig?
West Antwort 1 Karo auf seine 1 Treff ist angesichts Osts Haltung in den OF, insbesondere in Pik ein deutliches Warnsignal für einen 3 SA Kontrakt, es gilt in der Reizung herauszufinden, ob OF- Stopper vorhanden sind.
Dies leitet West wunderbar mit seinem 3 Coeurgebot ein.
Hätte Ost ein Halbstopper in Pik genügt, hätte er auf 3 Coeur nicht 4 Karo sondern 3 Pik geboten mit den Antworten 3 SA ( = ja, ich habe mindestens einen Halbstopper) oder seinerseits 4 Karo ( = habe keinen Halbstopper in Pik und wahrscheinlich auch keine Kürze (( = sonst 5 Karo)) in Pik.
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Betreff: Du kommst hier net rei!!! ( 01.07.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass im Bridge auch Fantasie und Temperament ihren Raum haben sollten.
Gute Spieler auf West eröffnen dies Hand mit 1 Coeur oder stop 4 Coeur, niemals mit stop 3 Coeur ( = zu stark).
Ganz egal, ob West mit 1 Coeur oder 4 Coeur eröffnete, es werden 3 oder 4 Coeur bei gepasstem Partner vor ihm liegen, wenn Süd das erste Mal drankommt.
Was sollten Süds Gedanken sein?
Er hat eine hochattraktive Hand mit einem Stall voll Punkten, aber leider nur einem 3er Pik.Bei 20 FP und Coeur Chicane sollte er aber einen Beschluß definitiv fassen, nämlich, WIR und NICHT DIE werden spielen.
Die Paare 4 und 9, die auf N/S schon 3 Coeur spielen ließen, sollten sich einmal hinterfragen, ob ihr Bridgekompass denn stimmen könnte.
Was sollte Süd denn bieten? Diese Frage ist heikel, ein Kontra könnte als Strafe von Nord verstanden werden, Süd möchte mit seinem schönen 3er Pik auch nicht unbedingt in 4 Pik landen.
Also bietet er 4 SA, ein Zweifärber mit der Tendenz beide UF, mit 4er Pik hätte er eher Kontra gereizt.
Nord bietet pflichtgemäß 5 Treff ( = Farben von unten nach oben).
Säße ich auf Süd, würde ich mich an die morgendliche Rasur erinnern, gelang diese gut, wird es ein schöner Tag ( = also Hebung auf 6 Treff), ruckelte es dabei, passe ich auf 5 Treff.
Meistens gelingt die Rasur ohne größere Verletzungen, also 6 Treff.
In 6 Treff hat Nord ein bischen Glück, dass Ost Pik Ass, Bube sec. hat, ich möchte aber auch darauf hinweisen, dass Nords Mitgift auch einen Tick besser ( = z. B. Pik Bube oder Karo König) hätte ausfallen können.
Was ist hier wichtig?
Süd hat einen Hammer mit 20 FP, einer 6er Farbe und Chicane in Gegnerfarbe, also eine Hand, die etwa 25 FVP wert ist.
Wie kann man da auf die Idee kommen, dass der Gegner 3 Coeur spielen darf ( = absolut absurd), wie kann man auf die Idee kommen, dass er 4 Coeur spielen darf ( = absolut mut- und instrumentenlos (( das Gebot 4 SA kennt er nicht, schade))).
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Betreff: Balancing ( 01.07.2026 )

Heute habe ich eine nicht einfach zu reizende Hand.
Süd eröffnet mit 1 Treff, Nord antwortet mit 1 Karo.
Ost hat trotz seiner 15 FP jetzt kein Gebot, Süd bietet 1 SA.
Nord wiederholt mit 2 Karo seine 6er Farbe.
Ost ist dran, hat sich die Lage verändert, sollte er etwas unternehmen und wenn ja, was?
Es hat sich etwas verändert, Süd hat definitiv keine 4er OF, sein Partner Nord mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.
Sollte Ost jetzt passen, wird die Reizung mit nahezu 100% zu Ende sein, sein Partner wird nicht genug Masse haben, selbst ohne Aufforderung noch etwas zu reizen.
Ost hat zwar eine schöne Karoposition mit wahrscheinlich allein 2 Trumpfstichen und wahrscheinlich 2 Defensivstichen außerhalb Karos, aber 2 Karo wird in der Praxis eher knapp gehen als fallen.
Daher entscheidet er sich trotz nur 3-3 in OF für ein Kontra, worauf West sehr gerne 2 Coeur bietet.
Damit haben O/W schon mal ein Ziel in dieser Hand erreicht, sie schreiben plus.
In der Praxis wird man auf West 3 Coeur machen können, die nur eng werden sollten, wenn Nord Treff Bube ausspielt. Spielt er hingegen Karo Ass aus, sind ganz schnell 4 Coeur gemacht.
Noch ein paar Bemerkungen zu den erreichten Kontrakten und den Spielergebnissen.
Mir fällt keine Reizung in keinem System der Welt ein, mit der man mit einem Chicane in einen Karokontrakt von West kommt.
2 SA von Ost kann kein sinnvoller Kontrakt sein, nachdem Süd eröffnete und Nord antwortete, dies ist wieder ein schönes Beispiel dafür, dass es fast immer besser ist,mit Kontra den Partner sprechen zu lassen, als selbst mit 2 SA " zu babbeln".
Geradezu absurd ist das Spielergebnis von 4 Karo erfüllt durch das N/S Siegerpaar 8, auch wenn Ost ihnen durch ein unglückliches Ausspiel einen Stich schenkte.
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Betreff: Geduld bitte ( 24.06.2026 )

Heute habe ich ein Gegenspielthema, nachdem viel zu viele Spieler 3 SA ( z. T. mit Überstichen) erfüllen durften.
Ost eröffnet in letzter Hand 1 SA, West riskiert mit dem schönen 6er Karo 3 SA.
Süd ist am Ausspiel.Er hat 5-5 in Coeur und Treff, da O/W keine OF reizten, versucht er Coeur 4 ( 2./ 4. oder Coeur 3 ( 3./5.).Ost gewinnt Nords 7 mit der Coeur 10.
In der dritten Karorunde kommt Nord zu Stich und spielt Coeur 2 zurück, was auf eine 3er Länge bei ihm hindeutet, aber keine sein muß.
Was macht Süd auf Osts Figur in der zweiten Coeurrunde.?
Er hat selbst ein Treffentree, man kann den Kontrakt aber nur schlagen, falls Nord ein schnelles Pikentree hat.
Ost wird neben den hohen Karos in Treff oder Pik arbeiten müssen, um den neunten Stich zu machen.
Daher sollte Süd die zweite Coeurrunde ducken.
Dann fällt 3 SA einmal.
Diese Gedanken machten sich 4 von 7 Südspielern nicht.
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Betreff: Wie finden wir die richtige Höhe? ( 24.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass es wichtig ist, in der Reizung vor allem in der Stärkedifferenzierung richtig zu arbeiten.
Ost eröffnet mit 1 Pik.
Süd hat einen Stall voll Probleme trotz sehr starker Hand.
Er kann schlecht 2 Treff Non Forcing bieten, für stop 2 SA fehlt die fünfte Karokarte, für Kontra und auf ein Coeurgebot des Partners das Nachreizen der Treffs fehlt auch ein Punkt.
Letzteres ist für mich wegen des sehr soliden 6er Treffs aber die mit Abstand kleinste Lüge, also erst mal ein Kontra.
West passt, Nord ist am Zuge.
Nord muß von einem normalen Infokontra ausgehen, hat aber 9 FP, darf also nicht 2 Coeur, sondern muß stop 3 Coeur bieten.
Daraufhin folgt Süd seinem Urplan und bietet 4 Treff.
Dieses Gebot ist für Nord sehr schwer zu lesen, ist es eine Kontrolle für einen evtl. Coeurschlemm oder ist es eine eigene Farbe mit starker Hand?
Zum Glück ist es forcierend, Nord bietet 5 Treff.
Was ist hier wichtig?
Süd hat eine starke Hand, aber ein problematisches erstes Gebot, es gilt die " kleinste Lüge" zu finden.
Nord darf nicht dummduselig 2 Coeur bieten, sondern muß stärker reizen.
Nord hört zwar 4 Treff von Süd gerne, aber was zeigt dies?
Hier ist es vor allem für schwächere Spieler wichtig, nicht in Panik zu geraten.
Die allererste Frage ist, ob 4 Treff forcierend ist.
Man bejaht dies und nimmt sich einen Moment zurück.Mit einer Kaokontrolle wäre es einfach, man würde sich mit 4 Karo retten können.
Da man die nicht hat, muß man sich für 4 Coeur oder 5 Treff entscheiden.
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Betreff: Spielplan ( 24.06.2026 )

Heute habe ich einen Spielplan, der in diesem schönen, aber schwer zu spielenden Schlemm nicht ganz trivial ist.
Ost eröffnet mit 1 Karo, West bietet 1 Pik und Ost hebt auf 2 Pik.
West hat 16 FP und 2 VP für das Coeursingle und stellt mit Kontrollen in allen Nebenfarben und seinen guten Piks mit 4 SA die Assfrage, hört von 3 Assen und bietet 6 Pik aus.
Eine etwas sicherere Alternative wäre 6 Karo, wo man vermutlich 1 Trumpf mehr hätte.
Viele Ausspiele sind möglich, eines, dass 3 Paare wählten, ganz sicher nicht, nämlich Treff 10 weg vom König in einem Schlemm.
Bei Coeurauspiel ist man auf den erfolgreichen Karoschnitt von West nach Ost angewiesen.
Nehmen wir hier an, der Gegner spielt Trumpf aus.
Welcher Spielplan ist der erfolgsversprechendste?
Man könnte versuchen, 3 mal Coeur zu schnappen oder sich die Karos hoch zu spielen.
Der Plan, die Coeurs zu verschnappen scheitert an den Übergängen.
Daher geht man über Karo, muß aber zuvor den ( nicht sitzenden) Treffschnitt machen, um auf das hohe Treff des Dummys ein Karo aus der Osthand abwerfen zu können.
So gewinnt man, wenn Karo 3-2 steht ( = 67% ) und die Treffs nicht schlechter als 5-3 stehen ( = ca. 90% ), Gesamterfüllungschance also 57%.
Der Gesamtablauf:
1. Stich Trumpf in der Hand gewonnen.
2. Stich Treff Bube ( verliert an Treff König)
3.Rückspiel genommen
4.und 5. ter Stich Treff mit einem Karoabwurf
6. Stich Karo zum Ass
7. Stich Karo zum König
8. Stich Karo hoch geschnappt
9. bis 11 Stich restliche Trümpfe beim Dummy endend gezogen.
12. und 13. Stich hohe Karos
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Betreff: Balancing ( 24.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für erfolgreiches Balancing.
Süd eöffnet in dritter Hand mit 1 SA, Ost bietet konventionell 2 Treff ( z.B. im Multilandysystem, oder andere Überrufe, die die OF zeigen in anderen Systemen) für beide Oberfarben.
Gratulation an Paar 1, die das wohl so reizten.
Keinen Applaus für die Paare 7 und 17, wo offensichtlich Ost ins Blaue hinein Pik ODER Coeur im Alleingang reizte, statt den Partner seine bessere OF reizen zu lassen.
Dies spielt im Ergebnis hier, wo der Partner 3-3 in OF hat, keine Rolle, in ca. 70 % der Fälle, wo er eine Längendifferenz hat, eine oftmals entscheidende.
Auf 2 Treff von Ost wird West 2 Karo bieten ( = ich habe beide OF gleichlang, suche Du Deine bessere OF (( = i.d.R. längere)) aus).
Wie stellt sich die Lage aus Nords Sicht dar?
Er hat 7 vernünftige Punkte und ein passables 5er Treff, seine Haltung von 2-2 in den OF ist auch nicht ermutigend, gegen 2 in OF von Ost ein gutes Result zu erzielen.
Hätte West eine der beiden OF ausgewählt, hätte er 3 Treff geboten, jetzt kann er passen ( = er kommt ja noch mal dran) und erst mal abwarten, ob Süd Osts Auswahlfarbe evtl. kontrieren kann ( = mit gutem 4er Coeur oder Pik), dieses Kontra wäre per Definition jetzt ein Strafkontra.
Ost bietet 2 Coeur,Süd passt ebenso wie West.
Jetzt bietet Nord 3 Treff.
Damit haben N/S einen sehr guten Kontrakt erreicht ( = dass man in SA mit 5 Treffstichen und 3 Assen 8 Stiche machen kann, kann man nicht wissen), falls O/W sich noch rühren sollten und 3 Coeur versuchen sollten, werden sie fallen.
Gutes Bridge von allen, die die OF auf der O/W Achse zeigten und von Nord, der 3 Treff bot, kein gutes Bridge von den 4 Paaren, die Süd 1 SA spielen ließen.
Was ist hier wichtig?
Lassen Sie sich nicht alles gefallen ( = hier 1 SA ), wenn Sie eine Karte haben, die wie diese eine Reizung wert ist.
Evtl. machen die Anderen dann auch Fehler.
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Betreff: Warum schlechte Farbe in Gefahr reizen? ( 22.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für völlig unnötige hohe Ergebnisse.
West eröffnet in erster Hand 1 SA 15 bis 17 FP.
Nord ist am Zuge.
Nord hat 9 FP mit einer schlechten 6er Farbe und ist in Gefahr.
In Nichtgefahr wäre das ein glasklares Pass, in Gefahr würde ich meine Bietbox im Keller einschließen gehen.
Hier war es wohl so, dass Nord konventionell einen Einfärber reizte, den Süd ausführte. Man landete dann in Gefahr mit 15 gemeinsamen FP im 7 Kartenfit in kontrierten 4 Treff und erhielt mit minus 1100 den verdienten Lohn.
Hätte man hier geschwiegen, wäre der Gegner wahrscheinlich in 4 Pik ein bis zweimal gefallen, ein kleiner Unterschied von ca. 14 IMPS.
Was ist hier wichtig?
Der Gegner hat stark eröffnet, man hat in zweiter Hand eine schwache, höchst fragwürdige Karte, was will man damit in Gefahr bewirken außer ein hohes Risiko einzugehen?
Man kann doch zumindest eine Bietrunde warten und mal reinhören, wem die Hand wohl gehören könnte, hier hätten O/W zügig 4 Pik angesteuert.
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Betreff: Wir haben doch mehr Treffs!!!! ( 22.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, welche Wertigkeit Fits haben.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 Pik ( = mind. 4er OF im Inverted Minor Konzept).
Nehmen wir an West passt auf 1 Pik.
Dann bietet Nord 1 SA ( 12-14 FP) und Süd 2 Treff.
Jetzt wird West 2 Coeur bieten und Süd überrascht mit stop 5 Treff.
Ost wird mit Coeur König angreifen, 5 Treff erfüllt, weil man einen Karoverlierer auf Pik Dame los wird.
Nehmen wir an, West reizt auf 1 Pik von Süd 2 Coeur, die Ost in 3 Coeur hebt.
Dann wiederum überrascht Süd mit 5 stop 5 Treff.
Paar 701 von uns erhielt ein Geschenk, der Gegner bot wohl 5 Coeur, darauf antwortete man mit Grandezza 5 Pik,die der Gegner dann doch mal kontrierte.
Man hätte jetzt mit 6 Treff das Ergebnis mit minus 200 noch in Grenzen halten können, warum man sich in Pik verrannte, bleibt das Geheimnis von N/S.
Was ist hier wichtig?
Das Inverted Minor Konzept sieht zu Recht vor, dass man eine 4er OF der direkten Treffhebung vorzieht, um ggfls. einen in der Regel 8 Kartenfit in der OF nicht zu verpassen.
Dies heißt aber noch lange nicht, dass Nord Süd mit einem 3 er Pik ( mit 1 SA verneint er ein 4er Pik) unterstützen soll oder noch weniger, dass Treff als Trumpffarbe gestorben sei.
Hier haben entweder Nord ( hob sie Pik? ) oder Süd ( erwähnte sie etwa ihr 6er Treff ggü. einer Trefferöffnung des Partners überhaupt nicht ? ) sehr krass gegen diese einfache Logik verstossen und mit minus 1700 = 18 IMPS den verdienten Lohn erhalten.
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Betreff: Logisch bleiben ( 22.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass Bridge auf einer einfachen Logik basiert und man gut daran tut, in dieser Logik zu bleiben.
Ost eröffnet mit 1 Treff, Süd hat ein knappes Stärkekontra.
Wests passt und Nord ( = das ist jetzt entscheidend, aber logisch und Gegenstand des Anfängerunterrichts) sollte jetzt mit 10 FP stop 2 Coeur und nicht 1 Coeur bieten.
Süd bietet stop 4 Coeur und 620 Punkte ggü. 170 ( = 13 IMPS) sind in der Scheune, für die man keine geniale bridgeliche Inspiration brauchte, man mußte nur den Stoff des Anfängerunterrichts rekapitulieren und anwenden.
Unser Paar 701 tat das nicht, obwohl sie das können, ich frage mich, warum nicht?
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Betreff: Friedensnobelpreis ( 22.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für ein Mindestmaß an Kombinatorik, die man in unserem schönen Spiel mitbringen sollte.
West hat eine schöne Hand, die ganz knapp unter einer 2 Trefferöffnung liegt.Er eröffnet diszipliniert ( = richtig) mit 1 Karo, Nord bietet 2 Karo ( = 5er Pik und 5er weitere Farbe).
Ost hat nicht genug für eine FREIWILLIGE Reizung und passt, Süd bietet 2 Pik, West insistiert mit 3 Karo.
Nord bietet 3 Coeur, Ost 4 Karo, Süd 4 Pik, West 5 Karo und Nord 5 Pik.
Auf Ost saß jetzt eine BFC Spielerin, die mit allein zwei Trumpfstichen ggü. einem Partner der stark reizte gerne kontriert hätte.Sie konnte sich ausrechnen, dass 5 Pik 2 bis vielleicht 5 mal fallen würden, aber sie wurde von ihrem politischen Grundverständnis übermannt ( = oder muß ich korrekt überfraut sagen? ).
Sie dachte nämlich völlig sachlogisch, wenn ich jetzt nicht kontriere, erhalte ich, und nicht der 45. und 47. Präsident der USA den Friedensnobelpreis, das ist es mir wert, ich brauche diese lächerlichen 800 oder 1100 Punkte in diesem Board durch ein Kontra nicht.
Die ( = 1100 ggü. 250 = 14 IMPS) hätte sie nämlich erhalten, wenn sie das gleiche Kombinatorikniveau auf dieses Bridgeboard eingebracht hätte, sehr schade.
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Betreff: Bietfaulheit ( 22.06.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel, dass es sich lohnt, dem Partner wo immer es geht, wertvolle Informationen zu geben.
Süd eröffnet mit 3 Coeur, West passt ( = schwach auf schwach gibt es nicht), Ost bietet Non Forcing 3 Pik.
Wie sieht die Lage aus Wests Sicht aus?
Ins Auge fallen der sehr schöne Pikfit, das Coeur Chicane und die schönen Kontrollkarten in den UF.
Dass man damit mindestens 4 Pik spielen sollte ist selbstverständlich, aber es könnnte auch mehr gehen, schließlich war Ost unter Druck, er kann so stark sein, dass er knapp nicht im Alleingang 4 Pik bieten konnte.
Daher bietet West nicht 4 Pik sondern zeigt mit 4 Coeur die Erstrundenkontrolle in Coeur.
Osts Coeur König ist zwar immer noch keine schöne Karte, er hat aber mit dem Treff Single und Karo Ass gute Kontrollen, außerdem deutet Wests Bietverhalten auf einen sehr guten Pikfit hin ( = erst gepasst, dann Gegnerfarbenüberruf auf 4 er Stufe).
Er macht daher mit und bietet mit 5 Treff eine Treffkontrolle, West jetzt ( = entscheidend für Schlemm aus Osts Sicht) 5 Karo ( = Kontrolle = sollte König sein) und Ost stop 6 Pik.
Der Schlemm spielt sich sehr einfach, Süd spielt Coeur Dame aus ( = warum? = das Ass sitzt kurz bei Nord), Ost gibt nur Pik Ass heraus.
Was ist hier wichtig?
Diesen Schlemm hätten in der BuLI 8 von 10 Paare gefunden, in der RL 4 Paare, in der LL keiner, warum nicht?
Es fehlt an zwei Dingen:
1. Dynamische Blattbewertung
Durch Osts 3 Pik hat Wests Karte enorm gewonnen, ist etwa 18 FVP wert ( = 9 FP,5 FVP für Coeur Chicane bei 5 Trümpfen, und ca. 4 FVP für die neunte und zehnte Trumpfkarte).
2.Reizfantasie
Wenn mein Partner auf der 3er Stufe überruft und ich habe 18 FVP ist es absolut sachlogisch, trotz pass zu Beginn jetzt einen Schlemmversuch zu machen.
Dies erkennen aber nur gute Spieler, weil sie im Kopf weg sind von dem reinen Punktedenken " Partner hat Pik geboten, ich habe 9 FP, also versuche ( = sie sind noch nicht mal davon überzeugt, dass er 4 erfüllen wird) ich mal 4 Pik".
Falls dieser Gedankentransfer nicht gelingt, haben Sie keine Chance ein guter Bridgespieler zu werden.
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Betreff: Blattbewertung ( 22.06.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für eine beidseitig krass fehlerhafte Blattbewertung.
Nord hat eine schwache 1 SA Eröffnung, die abwertungsbedürftige Position Ass, Bube in Coeur wird aber zu einer 1 SA Minimumeröffnung durch die schöne 5er Farbe Treff kompensiert, Mittelkarten fehlen allerdings auch.
Nord eröffnet also mit 1 SA ( = richtig).
Wenn Sie schwache Spieler fragen werden, wie sie die Südhand bewerten,werden die meisten völlig automatisch und ahnungslos antworten " ich hatte 8 Punkte, damit muß ich doch, gerade im Team einladen".
Die Südhand hat für mich etwa 6,5 FP, keine Länge, keine Mittelkarten, sie ist, auch im Team, auf keinen Fall eine Einladung wert.
Wenden wir uns jetzt wieder Nord zu.
Wie soll Nord sich verhalten, wenn er denn , z. B. mit 2 SA zur Partie eingeladen würde?
Ich wäre froh, wenn ich 2 SA überleben könnte, die Hand ist Galaxien weit von einer Annahme entfernt.
Schauen Sie jetzt ins Ergebnistableau.
Nur 1 Paar ( = bravo!!!!) schaffte es tatsächlich mann- oder frauhaft in 1 SA stehen zu bleiben, 3 Nordspieler lehnten immerhin eine Einladung ab ( = auch gut, aber nachträgliches Blattbewertungsseminar mit Partner erforderlich), 2 Paare, darunter eines unseres Clubs waren hier tatsächlich in 3 SA und fielen 4 mal.
Was ist hier wichtig?
Zählen Sie nicht Punkte, BEWERTEN SIE BLÄTTER kann ich nur zum etwa hundertsten Mal dazu sagen.Wenn man hier in 3 SA landen sollte, ist das alles nicht stimmig, es ist auch kein singulärer Fehler, es ist eine grundsätzliche Krise.
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Betreff: Gefahr? ( 22.06.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizung.
Es gibt viele gute Spieler, die die Südhand in Nichtgefahr mit stop 3 Treff eröffnen, lassen wir ihn hier passen.
West eröffnet mit 1 Pik, Nord entgegnet 2 Coeur, Ost ist einen Tick zu schwach für 3 Coeur ( = einladend mit Pikfit) und bietet 2 Pik.
Süd passt.
West könnte jetzt durchaus stop 4 Pik bieten, da er aber weis, dass Partners 2 Pik etwas gezogen sein könnte, forciert er mit 3 Karo für eine Runde, woraufhin Ost jetzt mit 4 Pik ( = habe eine gute 2 Pikhebung) abschließt.
Wie stellt sich die Lage aus der Sicht von Süd dar?
Er hat selbst einen halben Defensivstich in Treff, sein Partner hatte auf 3 Karo nichts mehr zu sagen, 4 Pik dürften also für minus 620 in rot gehen.
Süd hat einen 3er Coeuranschluß und ein Single Pik, evtl. könnte Nord in einem Coeurkontrakt auch etwas aus seinen Treffs machen, in 4 Pik spielen diese auf keinen Fall eine nachhaltige Rolle.
Im Team ist damit 5 Coeur Pflicht.
Diese würden O/W für minus 300 kontrieren, wenn sie gut sind, ein Paar kontrierte nicht, andere würden vielleicht 5 Pik bieten.
Noch eine Bemerkung zu unseren Klubkameraden, die 3 Pik plus 1 spielten.Wenn man hier nicht in 4 Pik kommt, stimmt das Bridgekoordinatensystem nicht, Ost hat eine 5 Looser Hand, eine normale Eröffnung hat 7 Looser.West muß also stärker reizen und Ost muß zeigen, dass er eine gute Pikhebung hatte.
Was ist hier wichtig?
Es liegt hier einer der beiden Fälle vor, in der die Gefahrenlage überhaupt eine Rolle spielt, nämlich der positive Fall, dass 3 kontrierte Faller in 5 Coeur besser sind als erfüllte 4 Pik der Gegner in Rot.
Sie sehen ja auch am Ergebnistableau, was passiert.
Eines unserer BFC Paare kontriert grundlos 4 Pik, ein N/S Paar kontrierte 5 Coeur nicht einmal, ich behaupte, dass im Feld der LL 2 Spieler ein bis 2 Paare statt die 300 für kontrierte 5 Coeur mitzunehmen noch grundlos 5 Pik gereizt hätte.
Die letztgenannte Chance nimmt man erst gar nicht mit, wenn man überhaupt nicht 5 Coeur reizt.
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