Bridge-Ecke mit      Josef Koch
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Betreff: Eunen Move noch ( 23.01.2026 )

Heute habe ich ein wichtiges Thema, nämlich die Frage, wie sich der Partner des Spielers verhalten soll, der den Gegner anfänglich überrufen hat.
Ost eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 Coeur ( bitte nicht 2 Coeur, dafür ist die Hand mit der guten Farbe zu stark).
West passt,wie stellt sich die Lage aus Sicht von Nord dar?
Nord hat eine eigene Eröffnung und einen Minifit in Partners Farbe.
Wir können uns, so glaube ich, darüber einig werden, dass es irgendwo eine Grenze geben muß, ab der hier Nord sprechen muß, um evtl. Vollspielchancen der N/S Achse wahrzunehmen.
Diese Grenze orientiert sich an der Maximalstärke, die Partner Süd hier haben kann, nämlich 17 FP, mit 18 FP aufwärts hätte er ein sog. Stärkekontra abgegeben und nicht Farbe gereizt.Er muß aber auch die Minimalstärke seines Partners bedenken, die im Bereich von nur 8 FP aufwärts liegen kann.
Also : 17 plus 12 sind 29, 8 plus 12 sind 20.
Am wahrscheinlichsten sind ca. 11 Punkte bei Süd, also 1 Stich mehr als er mit 8 Punkten erzielen würde, ein guter Stich weniger, als er mit Maximum erzielen würde.
Daher muß Nord hier reizen, aber was?
Er hat keinen Coeurfit, daher kann er Gegners Farbe nicht überrufen ( = ansonsten das geeignetste Mittel zur Auslotung von Süds Stärke).
Er bietet daher ganz normal und bietraumschonend 1 Pik ( = muß hier keine 5er Farbe sein) und wartet ab, wie Süd sich dazu verhält.
Süd hat jetzt die wichtige Information, dass Nord ab 10 FP hat, zusätzlich wertet Nords Pikgebot seine eigene Pikhaltung von Dame, 10,x deutlich auf, er hat jetzt mit dem 6er Coeur, der Pikhaltung und den beiden Doubles eine Hand, der ich ebenfalls Eröffnungsstärke attestieren würde.
Dies zeigt Süd durch eine positive Aktion, also keine Minimumreizung wie 1 SA, 2 Coeur oder 2 Pik, er bietet stop 3 Coeur ( 6+ Coeurs).
Dies wiederum versteht Nord, er hat Maximum und hebt Süd in 4 Coeur.
Eine fantastische Leistung des Partnerschaftsbridge, jeder der beiden Protagonisten hat sich exakt an die gemeinschaftlich festgelegten Regeln gehalten,dann in einer gegenseitigen Minimax Untersuchung die Partie ausgelotet und sie dann auch sachlogisch ausgereizt.
4 Coeur ( 4 Pik wären auch gegangen) spielen sich problemlos, es ist sehr schade, dass Paar 22 diesen Kontrakt zwar fanden, dann aber durch einen Spielfehler leider fielen.
Was ist hier wichtig?
1. In den Leitplanken ( = Punktspannen und Verteilungsgrenzen) bleiben, also nicht stop 2 Coeur von Süd sondern das stärkere 1 Coeur.
2. Ab 10 FP aufwärts muß Nord mind. einmal reizen und abwarten.
3.Jetzt muß Süd " liefern", er muß Nord sein Blatt hinsichtlich Verteilung ( = 6er Coeur hat Vorrang vor 4er Pik, weil Nord zunächst nur 4 Piks versprach) und vor allem Stärke ( = Eröffnungsstärke versus nur Überrufstärke) weiter beschreiben.
4. Der Ball liegt jetzt auf dem Elfmeterpunkt, Nord verwandelt ( = reizt jetzt 4 Coeur).
Eine Hand, die dem an partnerschaftlichem Brridge orientierten Spieler das Herz wärmt.


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Betreff: Blattbewertung ( 22.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Blattbewertung.
West eröffnet in vierter Hand mit 1 Karo, Ost bietet 1 Coeur und West 1 Pik.
Jetzt hat Ost ein völlig natürliches sehr gut passendes Gebot von stop 2 SA.
West hat 14 FP und gute Mittelkarten, also ein klares, NICHT DISKUTIERBARES 3 SA.
M. E. ist dieses Board in der Reizung so einfach, so klar, dass eigentllich alle 11 Paare in 3 SA sein müßten, es sind aber nur 5, 5 Paare nur in 1 SA ist m. E. nicht mehr normal.
Was ist hier wichtig?
Ost hat 11 FP mit 2 Assen,nur falls West seine Eröffnung verpennt hätte wäre damit ein Kontrakt auf der Einerstufe möglich, sonst müssen es doch wenigstens 2 SA sein.
Falls Ost hier mit 2 SA einlädt muss West mit 14 FP und guten Mittelkarten annehmen, falls nicht, stimmt die Blattbewertung nicht.


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Betreff: Umgang mit Sperrreizungenöffnungen ( 22.01.2026 )

Heute habe ich ein häufig vorkommendes Thema, nämlich den schwierigen Umgang mit Sperrreizungen.
West eröffnet mit 1 SA, Nord bietet über 2 Karo ( = konventionell für eine lange Oberfarbe z. B. im Multilandykonzept gegen 1 SA) oder direkt mit stop 3 Coeur seine lange Farbe an.
Hier hat Ost den sehr grossen Vorteil, dass er von 15- 17 FP bei seinem Partner weis.
Ohne Zwischenreizung hätte Ost einen Piktransfer eingeleitet und West dann zu 3 SA oder 4 Pik eingeladen, es wäre 3 SA von West gespielt worden.
Jetzt ist Ost unter Druck, es ist eine sog. "One Shot" Situation entstanden, er muß sich entscheiden, ob er passt oder aktiv reizt.
Für mich steht außer Frage, dass man mit der Osthand jetzt 3 Pik bieten muß, um eine Entscheidungsgrundlage für West vorzubereiten.
West kann jetzt sowohl 3 SA als auch 4 Pik vertreten.
Osts Gebot war nicht risikofrei, mit Minianschluß in Pik und ohne soliden Coeurstopper hätte es für O/W durchus eng werden können.
Genau dies ist es, was Sperreröffnungen oder auch Sperrgegenreizungen bewirken sollen, den Informationsaustausch der Gegner einzuschränken.
Dabei geht es dann häufig nur noch um Judgement, um Einschätzungen, was richtig sein könnte, man kann es nicht mehr in einem vollumfänglich kontrollierten Prozess herausarbeiten, man muss es zumindest ein Stück weit "aus dem Bauch heraus " entscheiden.
Deshalb freue ich mich, dass unter den 5 Paaren, die 4 Pik oder 3 SA erreichten auch Paar 9 war, die ich auftrags meines Augenarztes in Board 19 fürchterlich herunterputzen mußte.
Sowohl 4 Pik als auch 3 SA spielen sich hier einfach, weil Pik Ass bei Süd steht.


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Betreff: Waren O/W auch da? ( 22.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für kompetitive Reizung versus keiner Reizung.
Nach zweimaligem Pass eröffnet Nord mit 1 Coeur, Süd hebt auf 2 Coeur.
Wie ist die Lage aus Sicht von West?
Nord könnte stark sein und damit N/ S vielleicht 4 Coeur drin haben.
West hat 9 FP und eine schöne Cheffarbe, er sollte unbedingt seinem Partner ein Signal geben, dass man u. U. kämpfen will, zumindest jedoch ein gutes Ausspiel zeigen.
Dies nennt man auch "Prebalancing", also ein vorverlegtes Wiederbeleben.
Er bietet also völlig normal auch in Gefahr 2 Pik.
Nord hat ein schickes Hänchen und bietet selbstverständlich stop 4 Coeur.
Versetzen wir uns jetzt mal in die Situation von Ost.
Hätte sich West nicht gemeldet, könnte er in Gefahr niemals nie nicht mehr in die Reizung gehen. Jetzt kann er auf Basis des 2 Pikgebotes von West sein Blatt neu bewerten.
Er hat plötzlich eine Hand, die ich mit etwa 15 Punkten bewerte,da ist 4 Pik geradezu Pflicht.
Und glauben Sie mir, ich sage hier 4 Pik mit äußerst geringem Restzweifel, dass wir diese nicht machen könnten, zum Erfüllen an, nicht ( = in rot gegen grün sowieso nicht) um irgendwie zu verteidigen.
Ich schaue in die Ergebnistabelle, glaube nur Coeur zu sehen, und besuche aüßerst verzweifelt erst mal einen guten Freund, einen Augenarzt.
Ich zeige ihm wie zum Beweise das Ergebnisdiagramm,er hört sich mein "Leiden" völlig relaxed und etwas amüsiert an, holt die Whiskeyflasche aus dem Schrank und wir trinken erst mal was.Ganz beiläufig eröffnet er mir dabei seine Diagnose: " Alter Junge, ich kann Dich beruhigen, Deine Augen sind völlig in Ordnung, Du brauchst nicht mal eine Brille".
Und dann fügt er noch an: " Ich habe übrigens, jetzt wo ich nicht mehr Tennis spielen kann, auch mit dem Bridgespiel angefangen.Ich war deshalb geschockt, als Du mit dieser Ergebnistabelle ankamst, ich sah auch nur Coeur und befürchtete zunächst, dass wir beide von der gleichen Krankheit befallen wären".
" Du spielst jetzt also auch Bridge , das finde ich toll." Ich wollte ihn natürlich jetzt überreden zu uns in den Verein zu kommen.
Er fragte, was das denn für ein Verein sei, wo hier alle in Coeur waren, einmal Nord 1 Coeur sogar spielen durfte.
Ich lobte den Verein über den grünen Klee, konnte ihn aber nicht überzeugen.
Beim Rausgehen kam er dann noch mit zwei unverschämten Ansinnen.
Zunächst erkundigte er sich nach dem Westspieler von Paar 9, ob dieser privat krankenversichert sei, er hätte ja offensichtlich in der Outpassposition die 5 Pikkarten nicht identifizieren können.
Und dann bot er noch ein Augenscreening für den Gesamtverein an, was ich entschieden zurückwies, der alte Halunke wollte doch tatsächlich die Kosten für den sündhaft teuren Whiskey wieder hereinholen.
Wieder zuhause schaute ich noch mal in die Ergebnistabelle und das Double Dummy Ergebnis, es gehen 5 Pik.
Leute, Leute, dieses Board ist schlicht unfassbar.


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Betreff: Blattbewertung 3 ( 21.01.2026 )

Heute habe ich ein weiteres Beispiel für mangelnde Blattbewertung.
West eröffnet mit stop 2 Pik, Ost ist am Zuge.
Ost hat ein schönes double in Pik und ca. 16 FP, die Hand gibt m.E.locker ein Fragegebot mit 2 SA her.
Egal welches Antwortschema O/W jetzt haben sollten, West hat absolutes Minimum und sollte entsprechend antworten.
Minimum heißt Minimum, wenn man hier also jetzt in 4 Pik kommen sollte, stimmen die Dinge einfach nicht, es ist nicht einfach nur ein Fehler oder Pech,nein, es ist einfach richtig schlecht.
Dementsprechend fällt man einmal.
Was ist hier wichtig?
1. Sollte Ost über stop 2 Pik noch etwas unternehemen?
Die Hand ist eindeutig so angelegt, dass man ggü. einem stärkeren Wesk Two ins Vollspiel gehen sollte.
2. West sollte ehrlich antworten und das kann nur heißen : " ich bin Minimum vom Minimum"
3. Dies MUSS Ost leider zur Kenntnis nehmen, er setzt sich seiner eigenen Lächerlichkeit aus, wenn er erst mit Vollspielfantasie fragt, erhält die Minimumantwort und bietet dann 4, warum fragte er dann?
Beim Bridge ist der richtige Umgang mit schlechten Nachrichten sehr wichtig.
Man sollte NICHT darauf reagieren, "entweder hat mein Partner mich angeschwindelt und ist doch stark, obwohl er schwach beauskunftete" oder aber das Spiel auszureizen, " weil es wird schon irgendwie gehen".


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Betreff: Der Todeskuss ( 21.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für den " Kiss of Death", den " Todeskuss"
Ost eröffnet mit 1 Coeur, Süd hat kein Gebot, Nord kontriert mit seinen 9 FP und der ( =relativen ) Coeurkürze jetzt in letzter Hand auf.
Für dieses Wiederbelebungskontra reichen 9 Punkte, Partner braucht daher entsprechend mehr, um z. B. zu springen oder Ähnliches.
Hier kann Süd davon ausgehen, dass seine Achse die Punktmajorität hat, dass es aber möglicherweise nicht für ein eigenes Vollspiel auf der N/S Achse reicht.
Er passt daher und wandelt damit das Informationskontra des Partners in ein Strafkontra ( = leicht spekulativ, es könnten u.U. doch 4 Pik gehen), es könnte zum Todeskuss kommen, d.h. der Eröffner erzielt mit einem kontrierten Faller schon minus 200, während NS nur einen eigenen Teilkontrakt erfüllen können.
Bei guter Verteidigung fällt Ost zweimal, bei schwächerer Verteidigung aber immerhin auch schon einmal, der Kiss of Death mit minus 200 für einen einsamen Saaltop also.
Was ist hier wichtig?
1. Süd hat über 1 Coeur von Ost keine Reizung
2. Nord sollte nicht passen, sondern in letzter Hand, also in der sog. Outpassposition nicht passen, er darf ab ca. 8 FP kontrieren, ein Wiederbelebungskontra, dass eben nicht vollwertig = Eröffnungsstärke sein muß.
3. Süd muß abwägen, ob er die eigene Partie in Pik sucht oder auf den Todeskuss spekuliert, meine erste Präferenz mit einem starken Partner.Mit einem schwächeren Partner würde ich evtl. stop 2 Pik reizen.


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Betreff: Schweinchen Schlau ( 21.01.2026 )

Heute habe ich eine Spezialität für Paarturnierhaie.
Süd eröffnet mit 1 Treff, West bietet 2 Treff (= 5er Pik + weitere 5er Farbe).
Nord bietet Non Forcing 2 Coeur.
Süd ist jetzt deutlich zu stark für ein einfaches 4 Coeur,außerdem weis er, dass 3 SA plus x mehr zählt als 4 Coeur, Daher bietet er 3 Karo, Stopperfrage in Wests zweiter Farbe.
Nord " liefert" und bietet 3 SA.
Egal , was Ost ausspielt, O/W realisieren nur die beiden OF Asse, die gleichen beiden Stiche, die Sie auch in 4 Coeur machen würden.
Als sich die Nebel der Schlacht verzogen haben, schreiben sich N/S 660 auf, ein deutlicher Unterschied zu 4 Couer plus 1 für 650.
Was ist hier wichtig?
Hören Sie nicht auf zu denken, wenn Sie glauben, das Ziel ( z.B. Vollspiel in Coeur) erreicht zu haben.
"Besser" ist der Feind von "gut".
Süd sieht das 4 Coeur kalt sind, er hat aber eine SA Hand und er hat auch in Karo, der zweiten Fare von West etwas zu bieten.
Gratulation an die Paare 3 und 12.


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Betreff: Die Macht der Kürzen ( 21.01.2026 )

Heute habe ich ein zweites Mal das Thema blattbewertung, diesmal mit dem Schwerpunkt Bewertung von Kürzen.
Süd eröffnet mit 1 Karo, West kontriert, Ost ist am Zuge.
Ost hat ein sehr schickes Händchen mit 2 Assen, 9 FP und Kürze in GEGNERFARBE Karo.
Er hat m. E. zwei Alternativen, diese Hand zu reizen, etwas defensiv mit stop 2 Coeur oder etwas forscher mit 2 Karo ( = ich bin gut, zeig mal was Du hast), eindeutig meine erste Wahl.
West bietet 2 Coeur. Ost hebt auf 3 Coeur.
Was sagt uns das?
Das Zwischenschalten von 2 Karo zeigt eine gute Hand, die jetzt noch einmal einlädt. West hat mit seinen beiden Assen und 14 FP trotz schlechter Verteilung jetzt genug, um anzunehmen.
Also bietet er jetzt 4 Coeur für einen einsamen Saaltop.
M.E.ist dies aber bei weitem kein Zauberwerk, sondern ein logisches Ergebnis guter Blattbewertung und kreativen Reizens. Ost mußte zum Ausdruck bringen, dass er stärker ist als stop 2 Coeur, stop 3 Coeur konnte er aber nicht bieten, weil dies ein 5er Coeur versprechen würde.
West wiederum sollte Osts Bietverhalten entschlüsseln, er hat die geringen Reserven, die er braucht , um 4 Coeur auszubieten.


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Betreff: Blattbewertung ( 21.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Blattbewertung.
West eröffnet mit 1 Treff, Ost bietet 1 Pik und West hat 1 SA ( 12-14) als Rebid.
Wie sieht die Lage aus Sicht von Ost aus?
Ost hat 19 FP mit unterdurchschnittlichen Mittelkarten und der schlechtest möglichen Verteilung.
Für mich ist das eher keine Einladung, ich habe aber noch ein Restverständnis, wenn man damit stop 4 SA quantitativ bietet, vielleicht hat ja West 14 FP und eine 5er Farbe.
Hierauf hat West ein so eindeutiges Pass, wie es eindeutiger doch nun wirklich nicht geht.
Hier waren 4 Paare im Schlemm, dies ist leider ein absolutes Armutszeugnis, es ist nicht Pech oder unglücklich oder ähnlich, es ist ein absolut unentschuldbares Versagen.


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Betreff: Rohe Eier ( 21.01.2026 )

Heute habe ich eine Hand für sensible Spieler.
Nord eröffnet 1 Treff, Süd könnte passen ( = meine 2. Wahl) oder mit der 5er Farbe 1 Coeur bieten ( = meine Wahl).
West wird 2 Karo bieten, Nord wird ein sog. Support Kontra ( = Unterstützungskontra) mit 3er Coeur abgeben. Ost passt, Süd bietet 2 Coeur und West 3 Karo.
Ich sehe beim besten Willen nicht, wie West hier in 2 SA oder gar 3 SA kommt.
Sollte Süd in der ersten Runde passen, wird West 1 Karo bieten. Nach pass, pass wird Süd kompetitiv 1 Coeur bieten und man kommt in die gleiche Sequenz wie zuvor.
Was ist hier wichtig?
Wests erstes Gebot ist NICHT kontra, also hat er weniger als 18 FP, damit scheidet 3 SA aus Sicht von O/W aus.
Auch 2 SA ist höchst fragwürdig, man sollte sich mit einem Teilkontrakt in Karo zufrieden geben.


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Betreff: Karl Lagerfeld ( 18.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das im Paarturnier extrem wichtige Thema 5 in UF versus 3 SA.
Nord eröffnet 1 SA, Süd hat jetzt 2 Möglichkeiten.
Er kann stop 3 SA bieten ( = meine erste Wahl) oder einen Karotransfer einleiten.
Wählt er 3 SA, hat Nord nichts mehr zu entscheiden.
Wählt er einen Transfer, sollte Nord positiv reagieren.
Was heißt das denn konkret?
Mit guten Karos wie hier antwortet er entweder systemgemäß positiv ( = wäre bei uns 3 Treff = gute Karos, 3 Karo wären schlechte Karos) oder aber 3 SA.
Er hackt sich erst beide Arme und Beine ab, bevor er über 3 SA "hinwegreizt".
Selbst wenn 5 Karo gehen sollten gewinnen Sie damit im Paarturnier keinen Blumentopf, denn zu 95% gehen dann auch 3 SA plus 1 oder 2.
Ich möchte hier prinzipiell niemanden bashen, erst recht nicht unsere Neumitglieder.
Trotzdem erinnert mich das Geschehen stark an Karl Lagerfeld.Warum?
Karl Lagerfeld sagte einmal in "Wetten Dass", " wer den ganzen Tag über einen Trainingsanzug trägt, der hat die Kontrolle über sein Leben verloren", genau so ist es hier, wenn man ohne 3 SA Prüfung 5 Karo bietet.


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Betreff: Ausspiel? ( 18.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Ausspiel, die wichtigste Karte im Board.
Bei uns erreichte im für den Turniersieg entscheidenden Board N/S auf etwas holprigen Wegen 3 SA von Süd, gegen die West anzugreifen hatte, nachdem Nord 2 mal Treff reizte.
West entschied sich für Coeur 3, dies war der neunte Stich für Süd.
Das Ausspiel ist extrem schwierig, man weis wenig, aber man sieht, das OF mit Bube, 10 , 8 und Bube, 9 sehr gefährlich ist.
Mein Favorit wäre daher das Treff Single ( 1. Wahl) oder Karo 5.
In diesem Falle bleibt Süd bei 8 Stichen stehen.Entweder werden später Osts Treff gefährlich oder West realisiert 1 Stich in OF plus die 4 Karostiche.
Schon der alte Richthofen ( = deutscher Spitzenspieler, etwas länger zurückliegend) wußte: " Das Spielen vom vierten Büberl ist von Überl" ),moderne Spitzenspieler nehmen das zwar heute nicht mehr so ernst, hier war es aber entscheidend.


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Betreff: Judgement ( 18.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Judgement in der Reizung.
Meine Partnerin eröffnete etwas unkonventionell mit den beiden Doubles 1 SA ( = 15-17 FP).
West intervenierte mit 2 Coeur.
Da 3 SA auf unserer Achse wohl nicht drin sein würden, passte ich in der Hoffnung, dass wir 2 Coeur dreimal zu Fall bringen könnten, außerdem hoffte ich auf ein Informationskontra, dass wir an dieser Stelle spielen.
Süds Hand ist nicht ideal für dieses Kontra ( = aber immerhin ein schönes Karo Double), ich halte es aber für besser, vor allem variabler ( weil es die Strafkontrawandlung mitnimmt) als 3 Treff, ein pass von Süd kommt nicht in Frage.
Ich sah bei mir 2 Coeurstiche plus Pik Marriage ggü. einer 1 SA Eröffnng bei Partnerin, also wandelte ich das Kontra in ein Strafkontra.
Diese Entscheidung war nicht einfach, wir hatten wahrscheinlich 2 SA für 120 drin, da würde uns ein grüner kontrierter Faller für 100 im Paarturnier nicht reichen.
Wir verteidigten gut, 500 war der reiche Lohn.
Noch eine reiztaktische Bemerkung zu diesem Board:
Ich würde auf West nicht 2 Coeur bieten, ich würde passen, hoffen, dass der Gegner 3 SA spielt und Coeur angreifen.
Dies wäre hier nicht passiert, Süd hätte friedlich 1 SA plus 1 gespielt.


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Betreff: Eröffnung plus 8 Stiche? ( 18.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für die Basisfantasie, die beim Bridge manchmal sehr hilfreich ist.
Sie sitzen auf Ost und haben ein recht schickes Händchen aufgenommen, bei mir erzeugt diese Hand alleine Schlemmfantasien, aber man braucht einen Partner, der helfen kann, "schaun mer mal, dann sehn mer scho" sagte der Kaiser Franz Beckenbauer selig früher dazu.
Sie überlegen noch, wie Sie später eine Pikkontrolle herausbekommen, da eröffnet Ihr Partner mit 1 Treff.
Wie fühlen Sie sich?
Ihr Partner hat eröffnet, Sue geben ihm die üblichen 4 Stiche für seine Eröffnung und zählen bei sich 6 Karostiche, Coeur Ass und zählen optimistisch einen weiteren für Ihren Treff König datzu, Ihr Partner eröffnete ja Treff.
Macht 8 plus 4 ,sind 12.
Sollten Sie deshalb jetzt stop 6 SA reizen ?
Aus zwei Gründen sicherlich nicht, erstens haben Sie keine Pikkontrolle und zweitens könnten Sie ganz leicht einen Großschlemm verpassen.
Deshalb hier ein seriöser Reizplan, den wir aber auch nicht gefunen haben, weil es an der Basisfantasie fehlte und an Faulheit nicht mangelte.
Ost 1 Treff, West 1 Karo, Ost 2 Treff, West 2 Coeur ( = künstliches Forcing mit Werten in Coeur), Ost 2 SA ( = Pikstopper, aber Minimum), West jetzt mit etwas Fantasie 4 Treff ( = Assfrage auf Treffbasis), warum dieses?
Wenn Sie hier auf Treffbasis fragen, kriegen Sie etwas über Treff Dame heraus, eine wahnsinnig wichtige Karte in diesem Board, wo sie 5 OF- Verlierer haben, die werden Sie nur über eine Trefflänge des Partners (= 6er Treff hat er ja versprochen) los.
Wenn Sie mit 4 Karo fragen oder quantitativ 4 SA bieten kommen Sie nicht so recht weiter.
Auf 4 Treff antwortet Ihr Partner 4 Pik ( = Pik Ass, Treff Ass und Treff Dame), Wunschkonzert also.
Ich persönlich kenne keine Biettechnik, um jetzt nach Treff Bube zu fragen, deshalb würde ich mit 4 Coeur nach Coeur König Fragen, den Ihr Partner leider verneint.
Ihr Partner ist aber kein Dummer, er weis ganz genau, dass Sie auf der Suche nach dem 13. Stich für Großschlemm sind, denn sonst hätten Sie diese Frage jetzt gerade nicht gestellt.
Ein sehr guter Spieler weis nämlich jetzt, dass Sie Treff König haben ( = er gibt Ihnen aber kein Single Treff), er würde den Coeur König bejahen, wenn er stattdessen Pik König oder Treff Bube hätte.
Dies tut er leider nicht, also begnügen Sie sich mit Kleinschlemm,ich empfehle Treffschlemm, um ggfls. OF Haltungen Ihres Partners zu schützen.
Was ist hier wichtig?
Es muß erstens ein klarer Schlemmimpuls kommen, wenn Ihr Partner eröffnet.
Es muß zweitens Reizfantasie vorhanden sein, reizen Sie deshalb nicht Karo, Sie sehen die Lage in Karo selbst, reizen Sie etwas, das forcierend ist und Ihren Partner erzählen läßt, also z. B. hier 2 Coeur und später 4 Treff, nicht stop 3 Karo und später 4 Karo.
Man muß nicht in jedem windigen Großschlenn sein ( = mit Treff König double wäre ich allerdings sicher drin), aber 6 in UF sollten es sein.
In 6 Treff von Ost hat man 14 Stiche, weil die Treffs 3-3 stehen, bei Coeurangriff würden 6 Treff fallen, wenn die Treffs 4-2 oder schlechter stünden, weil in der Hand mit jeweils Single in Partners UF zu wenig Kommunikation steckt.


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Betreff: Alleine klettern die Affen,ich bin der Oberaffe ( 14.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für die geringen Erfolgsaussichten, wenn man glaubt ohne Partner spielen zu können.
Nord eröffnete 1 Coeur, Ost bot 2 Treff und ich auf Süd Non Forcing 2 Karo.
West bot 3 Treff, Nord kontrierte, ich bot 3 Karo,was mein Partner in der Post Mortem Analyse auch ausdrücklich goutierte.
Nach pass, pass bot Ost 4 Treff.
Ich war wieder dran, wie ist die Lage?
Ich hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich mit 4 FP zweimal gereizt hatte, meine Hand würde nur bei Karo als Trumpffarbe in diesem Board eine Rolle spielen.
Ich schreibe in dieser Kolummne oft über Bietfieber und darüber, dass die Spieler lieber selber reizen als ihren Partner ggfls. sprechen zu lassen und verurteile dies oft genug scharf. Was aber tue ich ?
Genau, ich bot 4 Karo, mein Partner fiel zu Recht beinahe vom Stuhl.
Ich fiel zwei mal, wir erhielten dafür noch völlig unberechtigter Weise einen Mittelscore, er hätte 4 Treff für einen bis 2 Faller für einen Top kontriert.
Ein fürchterlicher Black Out von mir, Mea Culpa.
Was sollten wir daraus lernen ?
1. Man reizt eine schwache Hand prinzipiell nur einmal, mit dem 8er zwei mal zu reizen ist noch vertretbar, ein drittes Mal auf keinen Fall.
2. Man soll das machen, was man auch ständig predigt, sorry an die Lesergemeinschaft.
3. Man spricht im Zweifel nicht selbst, sondern läßt den Partner sprechen.


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Betreff: Beste Verteidigung ( 14.01.2026 )

Heute habe ich eine interessante Problemstellung in der Verteidigung.
Ost eröffnet mit 1 SA, West bietet Stayman und hebt nach der Antwort 2 Karo in 3 SA von Ost.
Interessant ist die Verteidigung, da dieser Kontrakt etwas überraschend ohne gravierende Farbschwäche von O/W nicht geht.
3 Paare brachten ihn zu Fall, Gratulation.
Ich spielte Coeur 5 aus, Nord gewann mit dem König.
Wie ist die Lage?
Nach der Ausspielregel 2./ 4. hat Ost aus Nords Sicht zwingend nur ein Double, da Coeur 3 und 4 am Tisch lagen, und Ost die 2 zugab,kann Süd keine fünfte Coeur Karte mehr haben und außerdem hätte Ost mit der blanken Coeur 2 dann 1 SA eröffnet.
Normalerweise spielt man von einer 3er Länge die hohe karte zurück, von einer Viererlänge klein.
Hier muß man letztlich von dieser Regel abweichen,was extrem schwer ist, warum?
Die zweite Karte von Ost kann nicht das Ass sein, sonst hätte er Nords König übernommen, weil mit der dann noch dritten Coeur 10 ja ein weiterer Stopper am Tisch liegt.
Ist es die Dame, darf man nicht Coeur Bube retournieren, weil sonst West mit Coeur 10, 8 N/S keinen weiteren Coeurstich mehr erzielen läßt.
Sollte Süd tatsächlich Ass, Dame in Coeur halten, ist das Rückspiel der Coeur 6 allerdings auch nicht ohne, weil Süd den Buben dann zunächst zu Ost setzt, und überrrascht ist, dass diesen später Süd abzieht.Immerhin werden aber in diesem Fall 3 Coeurstiche erzielt.
Also ist im Ergebnis das Rückspiel von Coeur 6 richtig,Süd gewinnt den Stich mit dem Coeur Ass.
Süd kann jetzt passiv in Pik oder Treff aussteigen, wenn Nord mit Treff König dran kommt, kann er Coeur Bube abziehen und Süd macht danach unweigerlich noch den Karo König für einen Faller.
Was ist hier wichtig?
Spielen Sie für Ihren Partner treu nach den vereinbarten Ausspielregeln aus.
Beide Gegenspieler und der Alleinspieler tun gut daran, den ersten Stich bis in die kleinste Kleinigkeit hinein zu registrieren,zu interpretieren und die richtigen Konsequenzen für das Weiterspiel daraus zu ziehen, die Fortseztzung ist in aller Regel der Schlüsselstich für die Verteidigung.


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Betreff: Gambling? ( 14.01.2026 )

Heute habe ich ein prinzipielles Reizungsthema,Gambling 3 SA oder nur 1 in UF.
Ich habe diese Hand mit 3 SA ( = stehende mind. 7er Unterfarbe) aufgemacht, mein Partner überzeugte mich nachher in der Diskussion darüber, dass wohl mit dem 8er Karo und noch 5 Leichtfigurenpunkten nebendran 1 Karo die bessere Wahl sei.
Falls West mit 1 Karo eröffnet, hat Nord ein Problem.
Er ist zu stark für 1 Pik ( die wohl zumindest bis zu West durchgepasst würden), für Kontra hat er nicht so richtig die passende Verteilung, ich würde mit den 3 Assen und dem König dennoch Kontra wählen, weil er nach einem Coeurgebot von Süd leicht gezogen dennoch seine Piks bieten kann.
Süd bietet 2 Treff, West stop 3 Karo und Nord stop 5 Treff.
Jetzt wäre es an Ost, noch mit 5 Karo zu verteidigen, dass mein Partner dies in rot nicht riskierte kann ich gut nachvollziehen.
So schrieben wir unabhängig von der Frage 3 SA oder 1 Karo den einsamen Nuller, wobei wir auch das Pech hatten, dass niemand sonst auf N/S die Partien in Treff und Pik erreichte, was aber auch nicht einfach ist.


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Betreff: Judgement ( 14.01.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Judgement mit der ewig jungen Frage, wie man sich verhalten soll, wenn sich beide Achsen im Bereich von 4 in OF bewegen.
Nord kann mit zwei Assen und einem König eröffnen, ich würde es hier nur empfehlen, wenn die Farben Pik und Karo vertauscht wären ( also mit 5er Pik).
Süd eröffnet also mit 1 Coeur, West bietet 1 Pik, keine schöne Farbe, dafür aber mit 12 FP Punktreserven ggü. einem möglichen Minimum von 8-9 FP).
Nord bot jetzt stop 3 Coeur, was auf Nachfrage als einladend ( = ungewöhnlich, man spielt besser stop 3 Coeur als schwache Hebung und 2 Pik als einladende) deklariert wurde, Ost bot stop 4 Pik und stellte damit Süd genau die richtige Kniffelaufgabe.
Süd wollte nicht kniffeln.
Das 4 Pik Gebot hatte noch nicht seine Ruhelage auf dem Tisch gefunden, geschweige denn die Stopkarte wäre wieder aufgenommen worden, schon zückte Süd 5 Coeur aus der Box.
Wir haben 5 Coeur unkontriert spielen lassen, so schwach fühlten wir uns.
Lassen Sie uns auf Süd schauen, wie ist die Lage nach 4 Pik zu beurteilen ?
Der oberste Grundsatz in dieser Situation ist, sich erstmal zu sammeln und in Ruhe zu überlegen, was man macht.
Dann sollte man sich vielleicht erkundigen, ob 4 Pik zum Erfüllen oder Sperren gedacht ist, man bekommt zwar nur Gestotter zur Antwort oder ein gestreamtes " Es ist dual", man hört aber mögliche Untertöne und gewinnt Zeit, letzteres auch für Partner Nord.
Dann, und das ist der Hauptpunkt, sollte man sich ganz einfach mal fragen, wenn man 3 Coeur als einladend spielt, warum Partner 3 Coeur und nicht 4 Coeur bot, die Antwort ist recht einfach, er hatte nur eine Einladung und nicht mehr.
Zurück in die eigene hand zur Blattbewertung.
Man hat zwar ein 6er Coeur aber nur 11 FP incl. der schlechten Pik Dame, einer unklaren Karo Dame und 3-3 in den Unterfarben.
Hätte Ost gepasst, hätte man sich doch mit der Südhand 3 mal überlegen müssen, ob man überhaupt 4 Coeur bietet, 5 Coeur können praktisch gar nicht gehen.
Die beste Option auf Süd ist sicher zu passen ( = habe nichts zuzusetzen) und Nord entscheiden zu lassen.
Der wird mit Sicherheit nicht 5 Coeur bieten, aber mit Pik König und zwei Assen außerhalb Coeurs mit Sicherheit kontrieren.
Außerdem gilt hier:
Je stärker Sie O/W hier als Spieler einschätzen, DESTO EHER kontrieren Sie, nicht umgekehrt.
Nord kann klar erkennen, dass Ost 4 Pik zum Sperren wählte, also ist Kontra logisch und ein ca. zweistündiges Gespräch mit Partner Süd wegen dessen 5 Coeurgebot oligatorisch.


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Betreff: Vorsicht mit die jungen Pferde ( 14.01.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für gute Schlemmreiztechnik.
West eröffnet mit 1 Karo, Ost antwortet 1 Coeur, West stop 2 SA ( = 18-19 FP, ausgeglichen und ein 4er Pik verneinend).
Ost kann jetzt noch mal in sich gehen und überlegen, ob ein Schlemm gehen könnte, vielleicht am ehesten ein Karoschlemm, wenn West eine Länge und nicht zu viel in Treff haben sollte.Der ist aber bei einer asslosen eigenen Hand ein gutes Stück weit entfernt und die Treffkonstellation ist nicht mehr herauszufinden).
Daher hat Ost 2 Optionen ( 1. Pass, ganz klar meine erste Wahl) und 2. 4 Karo ( = Assfrage auf Karobasis), wobei dann herauskommt, dass 2 Asse fehlen, dann wird man 4 SA ( " sog. Last Train to Jacksville") spielen.
"Ach, Herr Koch" werden drei Paare von Ihnen auf gut Kölsch sagen, "jetzt reizen wir mal ausnahmsweise einen Schlemm und machen den auch noch und trotzdem haben Sie wieder was zu kamellen".
" Ja", sage ich, " ich möchte, dass Sie möglichst kontrolliert Schlemms finden, die gehen können, nicht unkontrolliert Schlemms reizen, zumal Sie hier wissen, dass das Hemdchen mit 28 oder 29 FP mit hoher Wahrscheinlichkeit zu kurz sein wird".
Und ich schiebe noch eine Spitze nach:
Wenn Sie sich jetzt freuen sollten, dass Sie den Schlemm machten, haben Sie mit absoluter Sicherheit das falsche Mind Set für Bridge.
Der gute Bridgespieler stellt nie die Frage, " was war HIER erfolgreich? ", die richtige Frage ist, " was ist erfolgreich, wenn ich das 100 mal so mache" ?.
Wenn Sie das tun und die richtigen Konsequenzen daraus ziehen, haben Sie schon einen guten Schritt vorwärts gemacht.


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Betreff: Die Kraft der Zweifärber ( 14.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für das Potenzial von Zweifärbern, soweit sie " Fit bekommen".
Das Systemgebot für Eröffner Ost ist hier 1 Karo, ich habe vollstes Verständnis, wenn Ost angesichts der anämischen Karos ( = die will man sowieso nicht spielen müssen) und der sehr schönen Treffs hier abweicht und mit 1 Treff eröffnet.
Süd wird mit 1 Pik intervenieren, West sollte negativ kontrieren und nicht Coeur reizen, obwohl auch hier eine leichte Asymetrie eines sehr schlechten 6er Coeurs und einer anämischen ( aber immerhin 5er) Trefffarbe vorliegt.
Nord sperrt mit stop 3 Pik, in grün wäre hier auch stop 4 Pik nicht abwegig.
Bei uns hatte West Non Forcing 2 Coeur geboten, deshalb hob Ost jetzt in 4 Coeur.
Ich stand jetzt vor der Frage, ob 4 Coeur gehen oder ich mit 4 Pik sicherheitshalber verteidigen sollte.
Ich wertete meinen Coeur König und meine Piks ab und von meiner Hand blieb nicht mehr viel übrig, daher ein klares 4 Pik.
Ich fiel dann einmal, zweimal wäre normal, aber O/W fanden den Karoschnapper nicht.
O/W dürfen m. E. mit dem Ergebnis in diesem Board nicht zufrieden sein, es sind sowohl eigene 5 Treff als auch 5 Coeur drin, die nicht gefunden wurden, warum nicht?
Eine Krankheit ist dabei das Fehlen einer sauberen Zweifärberkultur ( = i.d.R. zu zeigen über explizite Zweifärbereröffnungen, Kontras oder Gegnerfarbenüberrufe),fast alle reizen einseitig ihre längste Farbe, die zweite Farbe wird nicht einmal erwähnt.
Dies führt nicht nur dazu, dass man sie nicht findet ( = obwohl sie vielleicht einen besseren Fit aufweisen könnte als die erste Farbe), das Hauptmanko liegt darin, dass Partne unser Blatt und dessen Interaktionsmöglichkeiten mit seiner eigenen Hand viel besser bewerten und beurteilen kann, wenn er wenigstens einen groben Überblick über Partners Verteilung hat.
Ein zweites Problem ist, dass die Kraft von Zweifärbern von ihrer Verteilungsstärke her stark unterschätzt wird.
So hätte hier West, trotz der anmischen Treffs nach 4 Pik von Süd durchaus noch die Treffs anbieten können, nicht unbedingt in der Hoffnung, dass seine Achse 5 Treff spielen will, sondern eher als Stärkesignal für seine beiden Singles ( = wobei Karo Ass in Partnerfarbe prinzipiell kein gutes Single sein sollte, hier schon) für einen möglichen Coeurschlemm.


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Betreff: Blattbewertung ( 14.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Blattbewertung bei der Kartenaufnahme und in der Dynamik während des Reizverlaufes.
Wie beurteilen Sie Wests Hand nach der Blattaufnahme und wie eröffnen Sie sie?
Für mich hat diese Hand ca. 9 Spielstiche ( = 3,5 in Pik, 5,5 in Karo) und liegt damit irgendwo zwischen stop 2 Treff ( = semiforcing) und stop 2 Karo ( = partieforcing), weil die Defensive nur auf die Pikfarbe konzentriert ist, würde ich sie mit stop 2 Treff aufmachen.
Nord sollte unbedingt mit 3 Treff stören, manche Gegner bekommen bereits Schnappatmumg, wenn Sie nicht wie brave Erstklässler ( = egal, was sie haben) das auch bei Ihnen hoch beliebte Standardrelais 2 Karo abgeben können.
Dabei wäre hier ungestört die Antwort 2 Coeur ( = ab 8 FP, unausgeglichene Hand richtig, 2 Karo sowieso nicht).
Immerhin hat Ost jetzt ein klassisches Kontra für die Oberfarben, das er hier auch mit 2-2 in den UF abgeben darf, weil sein Partner so stark eröffnet hat.
Dieses Kontra wertet Wests Karte noch einmal deutlich auf, Pik 4 und möglicherweise sogar Coeur Bube haben sich im Wert verbessert.
West zeigt mit 3 Karo nun seine Farbe, sie ist seine längste und ggfls. beste,3 Karo zeigt nicht unbedingt einen reinen Einfärber.
Ost weis damit, dass sein Karo Ass jetzt die XXL- Perle sein muß,hält die Reizung aber zunächst bietraumsparend nur mit 3 Coeur offen, West bietet 3 Pik.
Wegen seines kleinen Treffproblems stellt Ost jetzt nicht die bei Ihnen so beliebte Assfrage ( = falls 1 KeyCard fehlen sollte könnte dies Treff Ass sein), sondern bestätigt mit 4 Pik die Piks.
Dies ist nach eingangs 2 Treff 2 Coeur ( = sehen Sie jetzt den Unterschied zu 2 Treff- 2 Karo ? ) und späterem Kontra auf Nords Zwischenreizung jetzt keineswegs Abschluss, es deutet eher auf das Fehlen einer Treffkontrolle hin.
Jetzt stellt West ( = dies darf er nur wegen des Treffsingles) seinerseits die Assfrage und erfährt von 2 KeyCards bei Ost.
West ist ein erfahrener Paarturnierspieler, er möchte nicht mit 920 für 6 Karo mit 980 für 6 Pik verglichen werden und schließt daher mit 6 Pik ab, die sich vollkommen stressfrei spielen lassen.
Herzliche Gratulation an Paar 5 für das Finden des richtigen Schlemms.
Mit den Paaren 1, 10 und 18 würde ich mich gerne mal austauschen wollen, was denn dazu führte, dass man in einem Teilkontrakt verendete, einer der BFC- spezifischen Gründe wird sicher sein, dass West nur die Karos zeigte und Ost aufgrund des nur bestehenden 2 Karten Supports in Karo trotz seiner super Hand Angst bekam, sein Blatt zu zeigen bzw. West im Zweifel wenigstens in 5 Karo zu heben.( = ein Semiforcing in UF kann ich mir jedoch mit nur einer 5er Farbe praktisch nicht vorstellen).
Die Paare 4 und 7, die immerhin wenigstens 5 Karo erreichten,sollten sich dringend noch einmal mit der Arithmetik der Bridgebewertung (= SA vor OF, zuletzt die UF) beschäftigen, danach sollten sie wissen, dass man UF in der Regel mit starken Händen nur auf Schlemmniveau spielen will, deshalb sollte vor 5 in UF immer eine obligatorische 3- oder 6 SA Untersuchung durchgeführt werden, hier hätte man also über vierte Farbe Forcing oder ähnliches die Stopperfrage in Treff klären müssen.
Was ist hier wichtig?
1. Starten Sie mit der Reizung gleich auf dem richtigen Niveau, diese Hand IST NICHT 1 Karo
2.Stören Sie, wo immer es geht, den reibungslosen Informationsaustausch der starken Seite, daher 3 Treff auf Nord, die gibt seine Hand auf jeden Fall her.
3.Unterstützen Sie als Partner ihren stark eröffnenden Partner maximal,reizen Sie nicht blind 2 Karo ( ohne Gegenreizung), hier z. B. durch ein die OF zeigendes Kontra, dass man bereits ab ca. 6 FP abgeben kann.
4. Allgemein und speziell hier durch die Treffgegenreizung steht das Thema Treffkontrolle mit im Vordergrund.
Hier sollte nur der Spieler ( = hier West mit Treff Single) Richtung Schlemm aktiv werden,der eine Lösung für dieses Problem hat.


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Betreff: Kaninchen und Schlange ( 14.01.2026 )

Heute habe ich ein wichtiges Thema, nämlich das Reizverhalten mit sehr schwachen Händen.
Bei uns am Tisch eröffnete Ost mit 1 SA, wir haben darauf kein Strafkontra im Programm, also passte ich auf Süd, als sich die Nebel der Schlacht verzogen hatten, haben wir es einmal gestürzt.
Sehr viel häufiger dürfte Ost im 5er OF- System mit 1 Coeur eröffnet haben, worauf Süd ein klassisches Infokontra hat.
West sollte passen, Nord ist mit seinen stolzen 3 FP ( = auch noch vor Osts Eröffnung sitzend) am Zuge, was tun?
Zu passen und damit das Kontra des Partners in ein Strafkontra zu wandeln ist m. E. nicht opportun, zumindest hochgradig gefährlich, zumal Ost dadurch dann weis, wo die Coeurs zu finden sein werden.
Ich glaube, die vier Spieler, die das Kontra auf 1 Coeur wandelten, haben gar nicht bewußt gewandelt, Sie haben das getan, was Sie zumeist tun, wenn Sie nichts haben, Sie werden passiv, das Kaninchen vor der Schlange sozusagen, sie passen.
Dabei sollte man GERADE DANN, WENN MAN NICHTS HAT, sich die Frage stellen, was dem Partner und damit unserer Achse am meisten helfen könnte.
Dies ist hier sicher ein Farbgebot auf niedrigstem Level, dies darf ( = und muss geradezu) man immer bieten und hoffen, dass Partner schwach ( = in der Nähe von Minimum für sein Infokontra) ist und die Hufe still hält.
Daher folgender sehr ernstgemeinter Rat an Sie :
Wenn Sie in diese Situation kommen, lassen Sie durch keinerlei körperliche Reaktion oder sehr langes Überlegen den Gegner darüber im Unklaren, wie Sie sich fühlen, legen Sie cool und in angemessenem Tempo 1 Pik ( = das billigste vom Billigen in der Reizung mit hier auch nur einem 3er Pik) auf den Tisch.
Jetzt ist erst einmal der Gegner dran, konkret wird hier Ost mit seinen stolzen 18 FP noch einmal aufkontrieren, Süd aufgrund seines " schicken Händchens" rekontieren und West ( = der macht das dann garantiert mit sehr viel Mimik und Körperperistaltik) 2 Coeur bieten.
Dies passen sowohl Nord als auch Ost.
Viele Spieler auf Süd werden jetzt noch 2 Pik bieten, man wird dann 1 mal down für 100 gehen,immerhin deulich besser als 160 für kontrierte 1 Coeur.
Sehr gute Spieler auf Süd werden nicht 2 Pik bieten, sie haben die Situation nämlich richtig erfasst, zumal sie eh wissen, dass West und Süd arme Kirchenmäuse sind.
Sie schließen aus der Tatsache, dass West nach Süds Kontra nicht stop 3 Coeur oder 2 Coeur bot, dass Ihr Partner eine unangenehme Coeurhaltung für die Gegner haben muß, dies ist doch im Zusammenspiel mit der eigenen Hand mit 4 recht sicheren Defensivstichen eine gute Basis, um 2 Coeur zu stürzen.
Was ist hier wichtig?
Wenn Sie nichts haben und Ihr Partner zwingt Sie dennoch zum Sprechen, sprechen Sie nicht langsam und behalten Sie eine neutrale bis positive Körpersprache, passen Sie auf keinen Fall paralysiert, es gilt die Grundmaxime " Je schwächer Sie sein sollten", desto eher müssen Sie sprechen.


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Betreff: Spieltechnik ( 14.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Spieltechnik, weil im natürlichen Kontrakt von 3 SA hier 3 Paare fielen, m. E. deutlich zu viele.
Nord eröffnete mit 1 Pik, Süd antwortete 2 Karo, West bot ( = völlig überzogen) 2 Coeur, Nord bot 2 Pik ( = zu schwach für 3 Treff revers), Süd bot 3 Treff ( = es mag sein, dass 3 SA besser ist), Nord jetzt 3 SA.
Mein Partner erhielt Coeurangriff, durchaus normal, insbesondere nach der fraglichen Coeurreizung von West.
Wie sollte der Spielplan aussehen?
"Wie Spielplan, was Spielplan, was meinen Sie damit?" werden einige sagen, die eben genau diesen nie machen.
Der Gegner hat immerhin unsere relative Achillesferse Coeur getroffen, in Pik, Treff und Karo drohen Abgeber, die unsere Coeurdeckung u. U. nicht überleben könnte.
Man hat mit Pik Ass, 2 Coeurstichen und 2 Treffstichen nur 5 Stiche sicher, es sind derer noch 4 zu entwickeln.
Die beste Chance dafür liegt sicherlich in der Karofarbe, die man u.U. sogar ohne Verlierer ( König , Bube sec. davor), zumeist mit einem Verlierer " lösen" können wird.
Dazu läßt man am besten in der ersten Karorunde Nords 9 " laufen", es ist erfolgreich, der König fällt.
Mit dem Tiefschnitt in der zweiten Runde sind somit 9 Stiche sicher.
Wenn man der Coeurreizung von West Glauben schenkt, sollte dieser auf jeden Fall Pik König haben, auf jeden Fall hat Ost nur 3 Coeurkarten.
Daher kann man risikolos auf den Pik König bei West schneiden, was den zehnten Stich bringt.
Dies ist weit und sicher weg von ein bis 2 Fallern in 3 SA.
Was ist hier wichtig?
Reizen Sie keine anämischen Farben wie hier das total leere fünfte Coeur Ass, reizen Sie möglichst überhaupt nicht, wenn Sie keine Aussicht auf Gewinn der Reizung haben, Sie verraten sonst doch nur dem Gegner, wo er die ihm fehlenden Figuren zu suchen hat, Sie liefern ihm quasi freiwillig umsonst einen guten Teil seines Spielplans.


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Betreff: Wiederholung von 5er Farben? ( 13.01.2026 )

Heute habe ich die bei Ihnen so extrem beliebte Wiederholung von ( zum Teil sogar schlechten) 5er Farben als Thema.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd antwortet 1 Karo, Nord hat 1 Coeur als Rebid und Süd bot 1 SA.
Damit ist ein schöner Kontrakt erreicht.Ich kann Nord verstehen, dass er mit 16 FP ( Treff Ass, König sind 8 Punkte) noch einen Move wagen wollte, aber wenn , dann doch mit 2 SA, eine Einladung, die Süd mit Supermaximum mehr als gerne angenommen hätte.
Stattdessen wurde 2 Treff geboten, die Farbe hat zwar Ass, König an der Spitze, es bleibt aber eine nur mittelprächtige 5er Farbe.
Nach pass, pass war ich in der Outpassposition auf West am Zuge, ich hätte passen können (= meine zweite Wahl), ich hätte 2 Pik bieten können ( = meine dritte Wahl), ich entschied mich dafür, den Adrenalinspiegel der Gegner mit Kontra zu stressen.
Nord passte etwas irritiert, Ost auch, ich verfluchte meine " Böse Tat" im Geiste und erinnerte mich innerlich, dass ich doch früher sehr gläubig war, ich sprach ein Gebet.
Wie sollte Süd jetzt mit dieser Sitution umgehen?
Süd wußte, dass auf O/W relativ gute Spieler in Bezug auf die Gesamtstärke sassen, insbesondere dass Ost im Allgemeinen weis, was er so tut.
Er schaute auf ein Single Treff, Supermaximum und mußte wissen, dass dieses Strafpass von Ost gefährlich sein könnte.
Er hätte m. E. jetzt 2 Coeur ( = 3er Anschluss in Partners zweiter Farbe Coeur) mit der Hintergrundidee reizen sollen, dass Nord ein bis zwei potenzielle Treffverlierer dann mit der kurzen Seite stechen könnte.
Er hockte aber paralysiert auf seinem Stühlchen, mein Partner brachte 2 Treff 1 mal kontriert zu Fall.
Was ist hier wichtig?
Man sollte sich hüten,5 er Farben zu wiederholen, wenn sie gut sein sollten, sind sie eine gute Stichquelle für SA, wenn sie schlecht sind, ist es fast immer auch schlecht, sie gereizt zu haben.
Wenn ich merke, dass die Gegner durch Aufkontrierung ein Strafkontra erreicht haben, versuche ich in der Outpassposition aus dieser Konstellation herauszugehen, hier wäre das mit 2 Coeur nicht risikolos gewesen ( = drinzubleiben ist gegen gute Gegner aber noch gefährlicher), aber kreativer und aktiver.
Mit 2 Coeur hätte Süd seine Achse " gerettet".


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Betreff: Nonforcing bieten oder nicht? ( 13.01.2026 )

Ich möchte über dieses Board gerne etwas schreiben, obwohl wir durch ein krasses Reizmissverständnis in 2 Pik im 3-3 Fit landeten, die mein armer Partner sogar efüllte.
Wie könnte die Reizung ohne Misverständnis verlaufen?
West wird mit stop 2 Coeur eröffnen, Nord wird 2 SA ( = klar meine 1. Wahl, weil die Stärke exakt beschreibend) reizen, Kontra wäre auch kein grober Fehler.
Ost steht jetzt vor der hochschwierigen Frage, ob er in Gefahr ( = in Nichtgefahr wäre es für mich viel eindeutiger) bei limitiertem schwachem Partner ( = immerhin reizte er aber) und stark reagierendem Gegner vor ihm Non Forcing 3 Treff bieten soll.
Ich befürworte dies im Paarturnier, die Farbe ist o.k., es kann zwar sehr teuer für minus 800 oder ähnlich in die Hose gehen, dann sollte aber der Gegner ohnehin eine eigene Partie drin haben.
Ich weis, dass 800 nicht durch eine Partie mit 420 oder ähnlich kompensiert werden können, aber zum einen werden 800 oder auch 500 sehr selten eintreten, der Stressfaktor, den 3 Treff auf jeden Fall erzeugen wird,ist aber viel wert und kann N/S sehr leicht zu Fehlern verleiten.
Daher vertrete ich das und würde meinem Partner keinen Vorwurf machen, wenn dann mal die 800 eintreten sollten.
Hier im konkreten Fall wäre 3 Treff " der Jackpot" gewesen, der Gegner hat weder 3 SA drin noch kann er 3 Treff erfolgreich kontrieren.
Dabei hilft natürlich, dass West einen Maximum Weak Two mit zwei Assen, u. a. die Perle Treff Ass hat.


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Betreff: Zweifärber ( 13.01.2026 )

Heute habe ich eine kompetitive Zweifärberreizung.
Süd eröffnet mit 1 Karo, ich empfehle für West mit 2 Karo einen sog. "Michaelsüberruf", der 5+ Piks und eine weitere Farbe mit 5+ zeigt.
Reizen Sie bitte nicht Treff oder Pik, Sie haben einen Zweifärber, keine reine Pik- oder Treffhand.
Auf 2 Karo passt Nord und West bietet 2 Coeur.
Dies zeigt vor allem, dass West keinen guten Pikanschluß hat, es zeigt längere Coeurs als seine längste UF, West steht es frei, jetzt zu passen ( = mit Coeurs) oder seine Treffs zu reizen.
Süd passt und West reizt 3 Treff.
Nord kontriert relativ unspezifisch, er muss sich mit 9 Punkten jetzt einfach mal zu Wort melden.
Süd wiederholt mit 3 Karo seine Karos, alle passen.
3 Karo spielen sich recht einfach, zumeist mit Überstich.
Gutes Bridge von allen,die im Ergebnis bessere Verteidigung von 4 Treff im Kontra minus 1 für 100 ggü. 130 für 3 Karo plus 1 muss man nicht unbedingt finden.
Was ist hier wichtig?
West sollte seinem Partner 2 Farben anbieten, nicht nur eine wie mit 2 Treff an unserem Tisch.
Nord solte sich unbedingt in der zweiten Bietrunde mit seinen 9 FP zu Wort melden, auch um Partner Süd eine Stärkeindikation zu geben, falls O/W doch in 3 Pik oder 4 Treff gehen sollten.


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Betreff: Die Macht der Kürzen ( 12.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für einen punkschwachen Verteilungsschlemm.
Nord eröffnet nach der 20er Regel ( = 9 FP plus 11 Karten in den beiden Farben macht 20 ) mit 1 Pik.
Süd bietet stop 2 SA ( mindestens gutes 3er Pik, mind. partieforcing).
Nord bietet stop 4 Coeur ( = Kürze in Coeur) Süd 5 Karo ( = Karokontrolle, keine Treffkontrolle, Nord 5 Coeur ( habe Coeur Chicane und Treffkontrolle, Süd jetzt stop 6 Pik.
6 Pik spielen sich einfach, wenn man technisch richtig mit Pik Ass anfängt und nicht mit Pik König.
Noch zwei Bemerkungen zur Reizung;
Nord sollte auf keinen Fall mit 2 Pik eröffnen, dies ist eine Pik- Treffhand, keine reine Pikhand.
Wenn Nord anpassen sollte, eröffnet Süd mit 1 SA, Nord bietet 2 Coeur Transfer, Süd 2 SA ( = 4er Pikanschluß, Maximum), dann Nord 4 Coeur Splinter und man ist in der gleichen Bietfolge wie zuvor.


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Betreff: SA- Untersuchung ( 12.01.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für Transferbreaks und SA - Untersuchung.
West eröffnet mit 1 SA. Ost bietet 2 SA, in einem modernen System ist dies Transfer auf Karo.
West bietet 3 Treff ( = ich habe gute Karos), Ost 3 Pik, ( = ich habe keinen Coeurstopper, aber Pikstopper und bin an 3 SA oder 5 Karo interessiert.
West bietet jetzt mit schwacher Haltung in Treff und Coeur stop 5 Karo.
5 Karo gehen hier, Gratulation an die 3 Paare, dies es kontrolliert gefunden haben, wenn es den kontrolliert war.
Das Schlüsselgebot ist hier die positive Antwort von West auf den Transfer, hätte er schwächere Karos wäre 5 Karo keine gute Wette.
Eine alternative Reizung wäre 1 SA 3 Karo ( = riskiere 3 SA mit guten Karos), dann wäre man allerdings fürchterlich über die Wupper bei Treffausspiel von Nord, was hier konkret sicher kommt.


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Betreff: Spieltechnik ( 12.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Spieltechnik, weil ich gesehen habe, dass 3 Spieler sehr unnnötig in 3 SA gefallen sind.
Die Reizung in diesem Board ist recht problemfrei, Süd wird mit 1 SA eröffnen, Nord bietet stop 3 SA.
Der Endkontrakt 3 SA von Süd ist völlig normal, warum aber einmal von Nord weis ich nicht, es ist aber im Ergebnis gleich, Gratulation an alle, dass überall 3 SA erreicht wurde.
Lassen wir West Coeur 6 ausspielen, was auch völlig normal ist und auch an 6 Tischen so gewählt wurde.
Dem Ausspieler von Paar 17, der Karo 2 ausspielte sage ich, Karo 2 wird auf Dauer deutlich weniger erfolgreich sein als Coeur 6 und zwar aus 3 Gründen.
1. Es verrät in der Regel den Sitz des Karo Buben, was hier sofort einen Stich kostet, wenn Süd korrekt die 10 einsetzt.
2. Kein Spieler der N/S Achse hat ein 5er Coeur, Süd eröffnete 1 SA ( = keine 5er OF) und Süd reizte nicht Transfer ( = auch kein 5er Coeur)
3. Die Coeurfarbe ist mit Bube,10,x,x bei West deutlich besse als Karo mit Bube, x,x,x.
Wie erfüllt man jetzt 3 SA sicher ?
Man sollte rein technisch gesehen Coeur einmal ducken, es ist hier egal, weil Coeur 4-4 steht, d. h. beide Parteien erzielen 2 Coeurstiche.
Welche Stiche sind sicher, wo kommen die erforderlichen Reststiche her?
Süd hat 2 Coeur , 3 Karo, 2 Treff und einen Pikstich, also 8 Stiche sicher.
Der neunte Stich könnte aus drei unterschiedlichen Quellen kommen :
1. Karo Bube zu dritt ( = unter 50% ).
2. Treffstand von 3-2 ( = knapp 68 % )
3. Schnitt auf Pik Bube ( = exakt 50%)
Die beste ( = und auch noch zusätzlich ungefährlichste) Chance besteht also darin, auf Treff 3-2 zu spielen, am besten dadurch, dass man Treff früh EINMAL klein aus BEIDEN Händen spielt.
Da Treff 3-2 steht kann man später u. U. noch versuchen in Pik zusätzlich gegen den Buben zu schneiden, um evtl. sogar 10 Stiche zu machen.
Immerhin ist dies 3 Spielern gelungen, bei den beiden Spielern, die sogar 11 und 12 !!! Stiche erzielten betrieb die Verteidigung Sabotage, wir müssen den Ausgang des diesbezüglich anhängigen Kriegsverbrecherprozesses abwarten.
Also, 9 oder 10 Stiche sind normal, nur 8 sollten es nicht sein, 11 oder 12 aber auch nicht.


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Betreff: Normal spielen ( 12.01.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizung.
Ich würde die Südhand mit zwei mal Ass, König mit stop 2 SA eröffnen.
Nord abtwortet mit 3 Karo ( = Transfer auf Coeur), Süd stop 4 Coeur ( = 4er oder 5er Fit).
West greift mit Pik Bube an.
Es sieht so aus, als ob 4 Coeur einmal fallen würden, gibt man doch 1 Pikstich, einen Karostich und 2 Treffstiche ab, falls Treff Ass bei West sitzen sollte.
Letztlich ist dies hier nicht der Fall, weil auf der O/W Achse immer West zu Stich kommt und nach dem Trümpfeziehen, Süd letztlich einen Stich in einer Nebenfarbe schenken muß, weil Ost nie ans Spiel kommt, um einmal Treff für West " durchzuspielen".
Warum schreibe ich hier " normal spielen" ?
Es ist normal hier mit 2 SA zu eröffnen, die beiden Kontrakte 1 SA plus 2 von Süd darf es also gar nicht geben.
Falls Süd 2 SA eröffnet, hat West keine Gegenreizung und Nord startet den Coeurtransfer.
Auf den Transfer seitens Nord hat Süd ( = prinzipiell , nicht in dieser konkreten Austeilung) 3 Möglichkeiten darauf zu reagieren.
1. 3 SA ( = ich habe nur double Coeur)
2. 3 Coeur ( = ich habe 3 Coeurs)
3. 4 Coeur ( = ich habe 4 oder 5 Coeurs)
Natürlich kann ggü. einem Nullblatt von Nord 3 Coeur besser sein als 3 SA als Endkontrakt, natürlich konnen 4 Coeur mal nicht gehen.
Die Praxis und die stochastischen Vergleiche legen aber auf Dauer ( = und nur die Dauer, nicht die hier vorliegende Verteilung ist maßgeblich) legen aber nahe, dass man damit die besseren Ergebnisse erzielt, also ist es bessser so zu reizen als irgendwie anders.


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Betreff: Blattbewertung ( 12.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Blattbewertung.
Mit 5-5 in den OF stellt Nords Hand eine Eröffnung auf Einerstufe dar, dem entsprechend eröffnet er mit 1 Pik, Süd antwortet mit 2 Treff, worauf Nord 2 Coeur bietet.
Süd ist jetzt an einer Klippstelle der Reizung, er hat eine eigene Eröffnung, er muß mehr wissen, bevor eine Entscheidung getroffen werden kann.
Er reizt daher künstlich 3 Karo ( = 4. Farbe Forcing).
Nord bietet 3 Coeur ( = damit mind. 5-5, die Meldung des 5er Coeurs hat Vorrang vor dem Karostopper, Nord hat eine Farbspielhand, keine SA- Hand) und Süd hebt in 4 Coeur.
4 Coeur spielen sich einfach.


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Betreff: Freiwilllig versus erzwungen ( 12.01.2026 )

Heute habe ich das enorm praxisrelevante Thema einer freiwilligen ggü. einer forcierten Reizung.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, Süs kontriert, West sperrt mit stop 3 Coeur.
Nord ist am Zug.
Hätte West gepasst, hätte Nord mit 8 FP und einem 5er Pik erzwungenermaßen gereizt und wäre in stop 2 Pik gesprungen.
Durch Wests Gebot, ist Nord mit schwachen Händen außer Obligo, d. h. er könnte passen ( = und auf eine evtl. nochmalige Wiederbelegung durch Süd hoffen) oder mit besserer Hand reizen.
Wo liegt die Grenze zwischen schwach und besser? Als Arbeitshypothese hierfür liegt für mich die Schwelle dort, wo ich bei forcierter Reizung gesprungen wäre und nicht einfach diese Farbe auf niedrigster Stufe gereizt hätte ( = ca. 0-7 FP).
Ziemlich genau an dieser Grenze liegt die Nordhand, wegen des 5er Piks gibt sie m. E. so gerade noch ein freiwilliges 3 Pik her, auf mind. diese Stärke muss sich Partner bei eienem FREIWILLIGEN Gebot verlassen können, denn er wird jetzt ggfls. die Entscheidung zu treffen haben, ob hier noch ein Vollspiel gespielt werden kann.
Hier hat er mit 14 FP und dem Coeur Double mehr als Minimum, wenn auch nicht viel mehr, er könnte passen, ich würde 4 Pik riskieren, die keineswegs sicher sind.
Hier gehen konkret 4 Pik knapp, obwohl eine Doppelbewertung in Coeur vorliegt.
Besprechen Sie mit Ihrem Partner genau diese Situation, kommen Sie gemeinsam weg von der Konstellation, dass mal mit Eröffnung freiwillig gereizt wird und ein anderes Mal mit 5 Punkten.
Es lohnt sich, weil sich diese Frage sehr häufig stellt.


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Betreff: Piano, piano ( 12.01.2026 )

Heute habe ich eine relativ einfache Reizung.
Ost eröffnet nach pass, pass mit 1 Treff, West antwortet 1 Coeur, Ost ist wieder dran.
Die Theorie besagt, dass man mit single Coeur jetzt nicht 1 SA reizen soll, also wiederholt Ost mit 2 Treff sein 5er Treff, obwohl auch ich hier mit 1 SA liebäugeln würde.
Jetzt verstehe ich nicht, wieso West mit schlechten 9 FP ( =" aus jedem Dorf nen Köter") noch weitergereizt hat.
Ich sehe auch bei Nord mit seinen 6 FP keine Wiederbelebung, obwohl er mit 4-4 in den Restfarben inclusive der Königsfarbe Pik eine passende Verteilung hat.
Stattdessen sehe ich 2 mal 3 SA, da würde mich mal interessieren, wie man da reinkam,hat West tatsächlich noch mal gereizt oder hat Ost noch einen zuvor verborgenen Zusatzkönig gefunden?
Oder hat Nord wiederbelebt und O/W darüber den Überblick über ihre begrenzten Mittel verloren?
Man weis es nicht, jedenfalls ist 3 SA " Out of Rosenheim".


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Betreff: Was spielen wir? ( 12.01.2026 )

Heute habe ich ein weiteres Standardreizproblem.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West antwortet 2 Coeur, Ost lädt mit 2 SA oder sonst irgendwie ein.
West hat mit 9 FP, der schönen Sequenz in Coeur und dem Doeuble Karo ganz eindeutig Maximum und sollte mit stop 4 Coeur annehmen.
4 Coeur fallen bei Treffangriff, was aber heißt dies?
Völlig verfehlt, unter besseren Speilern schon eher pervers wäre es, zu denken, 4 Coeur wäre der falsche Kontrakt.
Man wird 4 Coeur in gut 80% der Fälle machen, das genügt, Schluss, aus, Ende, FINI.
Süd muss erst einmal Treff Aussspiel finden und dann, sobald er mit Coeur König ans Spiel kommen sollte, Treff fortsetzen, beides keinesfalls selbstverständlich.
Die Hälfte der Paare hat 10 Stiche gemacht, die andere Hälfte nicht, deshab ausdrücklich keine Gratulation an die Paare 5 und 15, die in 3 Coeur stehen blieben.


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Betreff: Balancing ( 12.01.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizungsthema.
Ost eröffnet mit 1 Karo, West antwortet 1 Coeur, Ost hebt auf 2 Coeur,Nord ist wieder dran.
Wie ist die Lage zu beurteilen?
O/W haben sich limitiert, die Punkte sollten etwa max. 22 Punkte bei O/W und min. 18 Punkte bei uns verteilt sein.
O/W haben in 2 Coeur bei der aktuellen Wetterlage einen kuschelig warmen Platz am knatternden Ofen gefunden, den würde Nord gerne etwas lüften wollen, insbesondere aufgrund des 4er Piks, der bisher ungereizten Königsfarbe.Nord weis nicht, wozu das führen wird, er weis aber , dass eigene 2 Pik 2 mal nicht schon besser sind als 2 erfüllte gegnerische Coeurs, außerdem könnten O/W ja vielleicht ein paar Frostbeulen bekommen, wenn man sie von dem kuscheligen Ofenplatz vertreiben sollte, sie machen dann auch evtl. Fehler.
Daher ist eine Reizung auf Nord jetzt ein ABSOLUTES MUSS, KEIN KANN oder VIELLEICHT, und dies unter besseren Spielern auch DISKUSSIONSLOS.
5 von 8 Paaren sahen das nicht so, dies ist enttäuschend und schlicht einfach nur schwach.
Nord sollte aufkontrieren, Süd kann dann den optimalen Kontrakt 2 Pik bieten, O/W würden fallen, wenn sie höher gingen.
"Aber, aber, aber " fangen Sie vielleicht jetzt an rumzustottern, "ist Kontra denn nicht zu gefährlich, Nord hat doch nur ein Double Treff".
" Es ist nicht ungefährlich", sage ich, " aber auf keinen Fall so gefährlich wie Pass" . Sie denken intensiv drüber nach und lassen sich sogar für einen Moment von mir überzeugen, um beim nächsten Mal in exakt gleicher Situation natürlich.... wieder zu passen.
Man sollte 2 Pik erfüllen, falls man denn 1 mal fallen sollte hat man mit minus 50 auf jeden Fall besser geschrieben als mit 110 für erfüllte 2 gegnerische Coeurs.


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Betreff: Schweres Stöffchen ( 12.01.2026 )

Heute habe ich eine knifflige Reizaufgabe, wobei es um die ewig junge Frage geht, wie man in hohen Bietbereichen bei kompetitiver Reizung vorgehen soll.
West eröffnet mit 1 Coeur, Nord bietet 2 Coeur ( = Michaels Überruf, zeigt 5 + Piks und eine 5+ weitere Farbe, hier also eine UF).Reizen Sie bitte NICHT 1 Pik, Sie haben keinen Einfärber in Pik, Sie haben eine Pik- Karohand.
Ost will N/S richtig einheizen und bietet stop 4 Coeur.
Dies ist von der Blattstärke her sicherlich überreizt, aber N/S werden aus seiner Sicht über einen gewaltigen Karofit verfügen, den er sie ja nicht unbedingt finden lassen will.
Mächtig unter Druck gesetzt ist Süd am Zug, er hat mehrere Optionen bei gleicher Gefahrenlage.
Er hat ca. 8 FP ( = die Coeur Dame ist abzuwerten) und nur Double Pik, er weis sicher von einem mindestens 8 Kartenfit in einer der UF.
1. Option wäre pass,dann wäre die Reizung aber vermutlich durch, es ist unwahrscheinlich, dass Nord über 4 Coeur ohne Signal vom Partner noch einmal bieten können wird.
2. Option wäre 4 Pik, mit dem Vorteil, noch auf der Viererstufe spielen zu können, der Nachteil wäre, dass man nur im 5-2 Fit spielen würde.
3. Option ( = Meine Wahl) wäre 4 SA ( dies zeigt zum einen eine Punktzahl oberhalb der Grenze der Kampfbereitschaft, zum anderen einen Fit in Unterfarbe).Das " Problem" ist sicher die niedrige Punktzahl, aber nach 4 Coeur des Gegners muß ich " springen" oder es lassen, hier gilt " grobes Schwert" vor " feinster Klinge".
Nord ist außerordentlich erfreut, dass sein Partner nicht schwieg, sondern " da ist", er könnte jetzt alo beruhigt 5 Karo bieten, wenn man ihn denn ließe.
Genau vor dieser Frage steht jetzt West.
Er kann passen und sich nach 5 in UF ( 99,8% Karo, 0,2 % Treff) neu entscheiden, er kann es auch ( = was ich empfehle) jetzt schon tun, was sind die Optionen?
1. Pass ( = ich traue uns 5 Coeur nicht zu)
2. Kontra ( = ich habe mindestens 2 Defensivstiche, ich kontriere auf Deinen erwarteten 1 Defensivstich, an 5 Coeur bei uns glaube ich nicht, biete Du auf KEINEN FALL noch 5 Coeur)
3. 5 Coeur
Dies wäre meine Wahl vor allem aufgrund des Chicanes in Karo bei sicherlich gutem Coeurfit.
Was sollen N/S jetzt machen?
Dies ist eine sehr schwierige Frage, ich würde es ( = wir sind hier im Bereich des Buchgefühls, nicht des gesicherten Wissens) davon abhängig machen, wie ich die Spielstärke des Westspielers einschätze. Je besser er ist ( = "der weis wohl, was er tut"), desto eher würde ich zur Verteidigung 6 Karo reizen, gegen einen schwachen Spieler würde ich im Paarturnier eher kontrieren.
Dies ist meine Spielweise, das erhebt keinerlei Anspruch auf Richtigkeit.
5 Coeur spielen sich aufgrund der guten Mittelkarten in Treff bei sitzendem Treffschnitt im Grunde einfach, man gibt Pik Ass und einen Coeurstich ab.
In 6 Karo wäre man kontriert 2 mal für 500 gefallen, Topbridge von allen Beteiligten.
Zu ausnahmslos allen Ergebnissen in dieser Hand kann man den Teilnehmern im Grunde nur gratulieren, sie sind alle plausibel, wobei ich auf N/S eher nicht 4 Coeur über mich ergehen lassen würden wollte, aber ohne Signal von Süd hat Nord es schwer.


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Betreff: Schwierig zu reizen ( 12.01.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizungsthema.
Ost eröffnet mit 1 Karo, nach zweimaligem Pass ist Nord am Zuge.
Was soll Nord reizen?
Es git mehrere Optionen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben, die alle eine "kleine Lüge" beeinhalten.
1. Kontra
Kontra ist von der Punktstärke und der Verteilung mit 4-3 in den OF völlig in Ordnung, aber wie soll es weitergehen, wenn Süd 2 Treff bietet, was ja nicht unwahrscheinlich ist und er hier tatsächlich konkret bieten würde?
2. 1 Pik
Mit 4 guten Piks wäre dies vielleicht eine Notlösung, aber mit König , 5,4,3 käme das für mich nicht in Frage
3. 1 SA
Dies zeigt in der Outpassposition ( = letzter Hand) 11-14 FP, unschön ist die blanke Treff Dame und die "kleine Punktelüge", er hat 15 FP.
Meine Wahl wäre letztlich 1 SA.
Ost sollte passen,falls er 2 Karo bieten sollte, sollte Süd aufkontrieren, um Nord, der ja mit 1 SA bereits Karo Halt versprach, dies evtl. durch Pass in ein Strafkontra wandeln kann, was hier passieren würde.
Nach Osts pass kann Süd entweder passen ,( = wäre meine Wahl, insbesondere wenn ich Nord systemgemäß 11-14 FP geben muß) oder alternativ einen Trefftransfer einleiten.
1 SA spielt sich einfach mit 2 Überstichen, wenn man von Nord aus immer Pik und von Süd aus immer Coeur spielt.
Hier gehen also 3 SA, ich finde es allerdings falsch, diese zu reizen und wundere mich, dass es 4 Paare taten. Falsch wäre es ganz sicher, falls Ost noch 2 Karo gereizt hätte, dann hätte man mit einem Strafkontra schon 500 verdienen können und dabei nicht einmal 3 SA riskieren müssen.


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Betreff: Wie eröffnen? ( 12.01.2026 )

Nord ist Eröffner und hat 3 Optionen.
1. Pass Diese Hand ist eine Coeur- Treffhand, keine reine Coeurhand.Daher ist zunächst Pass und nachher ein Zweifärberüberruf durchaus eine Option, aber nicht meine Wahl, da ich nicht in die Situation kommen will,nach gegnerischen 4 Pik erst zum zweiten Mal zu Wort zu kommen bzw. dann passen zu müssen.
2. stop 2 Coeur scheidet für mich mit diesem Zweifärber aus.
3. Nach der 20er Regel ( = Anzahl der FP von 9 plus Anzahl der Karten in den beiden längsten Farben von 11 macht 20) ist dies eine klare 1 Coeureröffnung.
Ost könnte passen oder auch ( = meine Wahl) 1 Pik bieten.
Süd zeigt mit 2 Coeur den Coeurfit, West wird jetzt stop 4 Pik bieten, für eine starke Einladung mit 3 Coeur ist die Hand schon zu stark.
Sehr erfreulich ist finde ich, dass alle O/W Paare 4 Pik erreicht haben, Gratulation dazu.
Wieso aber kam es an 3 Tischen zu 5 PIk?
Ich sehe weder bei N/S in Gefahr das Potenzial die Treffs auf 5er Stufe zu reizen, noch bei O/W hierauf 5 Pik zu reizen, sollten N/S dies doch tun.
Falls 5 Treff kommen sollte ist die O/W Hand deutlich eher ein Kontra als ein 5 Pik, etwas anders sähe es aus, wenn z. B. West ein Treffsingle und eine Karokarte mehr hätte.
Letztendlich haben hier aber nur 2 Paare überhaupt 10 Stiche in Pik erreicht, die anderen 6 Paare nur 9 Stiche.
Wie kommt man jedoch sicher auf 10 Stiche?
Die Zauberantwort lautet Elimination, was meint dies?
Nach dem Trümpfeziehen eliminiert man durch jeweis zweimaliges Spielen die Nebenfarben Coeur und Treff ( = in Treff von West nach Ost), so dass in beiden Händen nur noch jeweils 2 Trumpfe und 4 Karos verbleiben.
Dann zieht man Karo Ass, um sich gegen eine blanke Figur oder ( = wie hier) auch gegen die blanke 9 zu schützen.
Dann spielt man klein Karo von West nach, die man ( = speziell nachdem Nord jetzt ausblendet) zu Süds 7 laufen lätßt.
Nach dem Gewinn dieses Stiches muß Süd jetzt von Karo Dame , 10 entweder in Osts Gabel von König, Bube oder aber in die gegnerische Doppelchicane ( = BEIDE Gegner haben diese Farben nicht mehr) in Coeur oder Treff hineinspielen, worauf Ost in einer Hand stechen und in der anderen Hand den verbliebenen potenziellen Karoverlierer abwerfen würde.
Dies ist eine relativ einfache Spieltechnik.
Was ist hier wichtig?
Zunächst sollten O/W 4 Pik erreichen, bravo an alle.
Auf evtl. 5 Treff sollte man nicht 5 Pik reizen, 3 Paare in 5 Pik und davon keines im Kontra auf 5 Treff ist mir eindeutig zu wenig.
Falls Treff Ass beim Eröffner Nord stehen sollte, macht man über Treffspiel von West nach Ost ( = sog. Expass zum Treff König) zu 100% 4 Pik, ansonsten müsste man die Hand ohne Karoverlierer lösen können, was hier nicht möglich ist.
Sollte wie hier der Expass in Treff " sitzen" löst man das Karoproblem ( einen Karostich darf man dann abgeben, aber nicht zwei) zu 100% über vorherige Elimination der Hand, eine Spieltechnik, die sich immer quasi anbietet, wenn beide Hände in den Farben komplett oder nahezu gleichverteilt sind ( = sog. Spiegelblätter) wie hier mit jeweils 5-2-4-2.


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Betreff: Richtiger Kontrakt? ( 12.01.2026 )

Heute habe ich ein Standard Reizungsthema.
Nord eröffnet in letzter Hand 1 PIk, Süd bietet 1 SA.
Der entscheidende Punkt in der Reizung ist erreicht.
Soll Nord jetzt 2 Pik oder stop 3 Pik bieten?
Nord hat 15 FP ( = Karo Ass, König sind 8 Punkte wert) mit drei Assen und Treff König,das Coeur Single wird vielfach auch mehr als null Punkte wert sein.
Damit hat Nord ein klares stop 3 Pik Gebot und nicht 2 Pik.
Süd verhält sich dementsprechend, auf 2 Pik hätte er gepasst, auf 3 Pik bietet er mit 4 Pik das Vollspiel aus.
4 Pik spielen sich sehr leicht, man sticht die dritte Karo Runde und läßt Pik Bube laufen, so daß man letztlich nur einen Coeur- und einen Trumpfstich abgibt.
Nach 1 SA muß Nord vor seinem Zweitgebot sein Blatt neu bewerten. 2 Pik würde von der reinen Verteilung her auch ein 6er Pik, aber Minimum zeigen.Seine Hand ist aber diesen einen König mehr wert, den es braucht, um 3 Pik zu bieten.
Dies ist hier entscheidend, an dieser Hürde sind 3 Paare gescheitert.
Süd hat auf stop 3 Pik ein klares 4 Pik, mit dem Verteilungspunkt für das Karo Double hat Süd Maximum.
Mit dem Double in Karo sollte Süd Nord nicht in 3 SA belassen, sondern, sollte dieser 3 Pik geboten haben, ihn in 4 Pik heben.


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Betreff: Balancing 2 ( 07.01.2026 )

Heute habe ich ein weiteres Beispiel für eine Balncingsituation.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 1 Pik und Nord 2 Karo.
Nach pass, pass ist West am Zuge.
Er hat 5-4 in den ungereizten Farben, alle Punkte in diesen Farben und in Gegners Hauptfarbe Chicane.
West sollte sich eher beide Arme und Beine abhacken, ehe er mit dieser Hand passt, ein ABSOLUTES NO GO, dass aber von 3 Paaren gewählt wurde.
Hier MUSS, NICHT KANN ODER SOLLTE VIELLEICHT man reizen, den Gegner aus seinem Wohlfühlparadies vertreiben und unbedingt aufkontrieren, vielleicht sitzt Partner Ost ja sogar auf einem Strafkontra gegen die Karos, was hier aber nicht der Fall ist.
Er sollte auch nicht einseitig Coeur reizen, er hat beide ungereizten Farben und sollte diese auch seinem Partner annbieten.
In dieser Hand gehen 4 Coeur, die man aber nicht unbedingt finden und reizen muss, man bietet 2 Coeur und später auch noch 3 Coeur, sollte den Gegner das Coloniafieber befallen, wie natürlich vielfach wieder geschehen, und noch 4 Karo bieten, gibt es halt Kontra.


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Betreff: SA- Hand? ( 07.01.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizproblem.
West eröffnet mit 1 Coeur, Ost bietet 2 Treff, West bietet 2 Pik revers und Ost schließt für sich mit stop 3 SA ab.
West ist am Zug.
West hat einen Zweifärber, keine SA-Hand.
Sein Partner hat sicher genug Punkte, aber er reizte zunächst Treff, er wird sicher einen bis 2 Karostopper haben, aber reicht das ggü. der single 10 ?
Er bietet daher völlig zu recht 4 Coeur, die Ost trotz des nur kleinen Doubles passt.
4 Coeur spielen sich gut, die 11 Stiche sind den zumeist erzielten 10 Stichen in SA auch überlegen.
Was ist hier wichtig?
Spielen und reizen Sie nach dem Charakter Ihrer Hände, Zweifärber sind für SA nicht besonders geeignet, Asse und Könige sind Farbkarten, Damen und Buben sind SA- Karten.
Hier läßt sich oft nicht alles bis in den letzten Winkel antizipieren, gehen Sie nach Ihrem Gefühl.


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Betreff: War Süd auch da? ( 07.01.2026 )

Heute habe ich einen wichtigen Aspekt einer Standardreizung.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 1 Pik und Nord 1 SA.
Jetzt haben einige Südspieler gepasst.
Sie wiederholen doch sonst oft an vielen falschen Stellen 5 er Farben, wieso haben Sie jetzt nicht mit Ihrem 6er Pik ( = absoluter Standard) 2 Pik ( = NON Forcing, verspricht keine Zusatzstärke) geboten?
Wer hier passt, hat das im Bridge hochwichtige Wirkprinzip eines Weak Two nicht verstanden, das daraus besteht, dass eine Achse immer in der besten Farbe des punktschwächeren Spielers spielen sollte, weil seine Hand nur etwas wert ist, wenn seine Farbe Trumpf ist.
Schauen Sie sich die Hand mal an,Süd hat außerhalb der Piks kein Entree, er macht also Pik Ass und Ende, 1 ganzer Stich.
Wenn Pik Trumpf ist, macht Süd 4 Stiche, 3 Stiche Differenz, also Welten.


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Betreff: Welcher Kontrakt ist hier richtig? ( 07.01.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel dafür, dass der richtige Kontrakt oder allgemein gutes und richtiges Bridge IM KONKRETEN EINZELBOARD nicht unbedingt zu einem guten Ergebnis führen muß.
Süd eröffnete mit 1 SA, Nord bot 2 Karo Transfer, Süd bot 2 Coeur und Nord schloss mit stop 4 Coeur ab.
Die Geschichte ist schnell erzählt, West zog die beiden Topfiguren in Treff ab, gab Ost einen Treffschnapper und Ost machte später noch 2 Trumpfstiche für 2 Faller.
Was sollte man hieraus auf keinen Fall schließen ?
Richtig, nämlich dass 4 Coeur nicht der richtige Kontrakt sei.
In dieser Hand kulminieren alle Negativfaktoren, die man sich so vorstellen kann.
Erstens hat Süd nur ein Double Coeur, dann sitzen beide Treffhochfiguren bei West, Ost bekommt den Schnapper und dann macht Ost noch zwei Naturstiche in Coeur, weil er den Double König am Tisch sehen kann.
Den 6 Spielern ( = 50% ), die hier nicht in 4 Coeur waren und deshalb gute Resultate schrieben sage ich folgendes :
Freuen Sie sich ruhig über Ihr schönes Ergebnis hier, wenn Sie wieder nüchtern sind, denken Sie mal drüber nach.
In ca. 80% der Fälle wird N/S problemlos 4 Coeur erfüllen und Sie waren nicht drin, wenn Sie das stramm durchhalten, werden Sie mit 20% mit Abstand Turnierletzter, können Sie das wollen?
Was denken Weltklassespieler, wenn sie hier in 4 Coeur 2 Mal gefallen sind ? GAR NICHTS denken sie, warum nicht?
Sie wissen, dass alle aus Ihrer Sicht ernst zu nehmenden Konkurrenten in 4 Coeur minus 2 sein werden, sie also 50% in einem Saalspiel schrieben, also : " Next Board Please".
Was versuchen Sie auf keinen Fall ?
Sie weichen nicht von der normalen gewohnten Spur ab, um zu versuchen, vielleicht die 20 % Boards herauszufinden ( = sozusagen zu antipizieren), wo 4 Coeur nicht gehen, sie wissen ( = aus ihrer Erfahrung), dass der Kontrakt in 80% der Fälle geht und dass man deshalb drin sein muss, um in 80 % der Fälle mit dabei zu sein, da nehmen sie gerne in Kauf, dass sie in den 20% schlechten Fällen also auch mit dabei sind.
Also Fazit :
Wer hier in 4 Coeur war und 2 Mal fiel muss sich keinerlei Gedanken machen, wer nicht drin war um so mehr, auch wenn er hier einen 20% Zufallserfolg feiern durfte.
Noch eine böse Bemerkung von mir, verzeihen Sie mir diese bitte, ich hab ja hoffentlich noch was gut:
Manchmal höre ich zwischen den Runden " gut, dass wir da nicht in 4 Coeur drin waren, die gehen ja nicht wegen Treffschnapper", dann denke ich immer " selig sind die Beladenen....".


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Betreff: Schlechtes Bridge, gutes Resultat ( 07.01.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel dafür, dass Zwischenreizungen auch dann den Gegner aus dem Konzept bringen können, wenn Sie schlecht oder falsch sein sollten.
Ich schreibe dies ausdrücklich nicht aus Sicht einer " beleidigten Leberwurst", weil wir die Leidtragenden dieser Reizung waren.
Nach pass, pass bot ich mit meiner Supermaximumhand 1 SA, Süd reizte 2 Karo ( = Einfärber in OF).
Mein Partner passte, Nord bot 2 Coeur ( = pass or correct), ich zeigte jetzt mit 3 Karo mein 5er Karo.
Süd bot jetzt fehlerhaft 3 Coeur ( = womit, schlechte Farbe, wenig Punkte) und West ging in die Bücher.
Das an und für sich schlechte Gebot 3 Coeur führte dazu, dass er jetzt nicht mehr mit 3 Coeur nach einem Coeurstopper fragen konnte, was zu 3 SA plus x von Ost geführt hätte.
Er bot dann, was ich für richtig halte stop 5 Karo, die ich mit Überstich erfüllte, aber, wie zu befürchten war und ich hier schon oft dargelegt habe, damit den 3 SA plus x Kollegen deutlich unterlegen war.
Wann sind hier 2 Karo und später das geradezu wahnwitzige 3 Coeur richtig?
Sie sind genau in dem Fall richtig, der hier vorlag, in dem O/W keine eindeutige Partie haben bzw. die Stopperfrage in Coeur bräuchten, das dürften max. ca. 10 % der Fälle sein.
In 90% der Fälle finden O/W ihre Partie auch so,kontrieren u.U. die Coeurs für 2 Faller, wenn sie keine Partie drin haben ( = z. B. West ein 4er Coeur haben sollte) sollten oder ( = und dieser Aspekt ist wichtig), Partner Nord verteidigt mit Coeuranschluß viel zu teuer, weil er Süd eine bessere Hand zuschreibt.


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Betreff: Super Acceptance ( 07.01.2026 )

Heute habe ich zum einen den Aspekt der Super Acceptance und zum anderen den Umgang mit gegnerischen Zwischenreizungen.
In diesem Board haben nur 5 von 12 Paaren Vollspiel erreicht, dies ist deutlich zu wenig.
Falls Ost nicht stört sollte Nord mit 1 SA eröfnen, Süd bietet 2 Karo Transfer.
Nord sollte jetzt auf KEINEN Fall 2 Coeur bieten, er hat ein fettes Maximum für 1 SA und er hat 4 ordentliche Coeurs dazu, also ist bereits ein mindestens 9 Kartenfit in Coeur gesichert.
Es macht wenig Sinn, mit Double Coeur und 15 Punkten genau so zu reizen wie mit 17 Punkten und 4 Coeurs, das sind in der Regel 1 bis 2 Stiche Unterschied, dies sollte er daher dem Partner auch zeigen.
Die Reiztheorie hat für diesen Fall das Konzept der Super Acceptance entwickelt, dass der Eröffner mit 4 Karten in der transferierten Farbe anwendet, zumeist wird mit 4er Anschluß und Minimum ( = ca. 15 Punkt) stop 3 in OF geboten, mit Maximum 4 Coeur.
Dies ist hier sehr wichtig, denn Süd würde auf 2 Coeur von Nord eher passen, Nord kann noch Glück haben, dass Süd doch noch einlädt und er dann annehmen kann.
Bei uns war es so, dass ich auf Ost nach 1 SA mit 2 Karo ( = Einfärber in OF) störte.
Da 2 Karo künstlich ist und damit Süd noch einmal sicher dran kommt, ist pass von Süd jetzt richtig ( = Transfers gibt es nach Zwischenreizung sowieso nicht mehr).
West wird 2 Coeur ( = pass or correct) bieten, Nord passt ( = wenn Süd auf 2 Coeur oder dann 2 Pik von Ost KEIN GEBOT haben sollte, haben N/S nichts drin, Nord hat sein Lied schon mit 1 SA gesungen, die Regie liegt hier ausschließlich bei Süd).
Ost korrigiert auf 2 Pik, jetzt bietet Süd 3 Coeur, was eine konstruktive Hand zeigt, Nord hebt auf 4 Coeur.
4 Coeur müssen nicht gehen, Ost hat durch seine Zwischenreizung die Kreise von N/S empfindlich gestört, sie müssen jetzt ein klein wenig raten.


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Betreff: Paarturnierlogik ( 07.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Paarturnierlogik.
Nord wird hier mit 1 Coeur eröffnen und prompt reizten ca. 85% im Verein wieder falsch, sie zeigten nämlich einen Einfärber in Pik, haben aber eine 5-5 Hand in Pik und Treff.
" Was wollen Sie denn, Sie arroganter Schnösel, wir haben doch 4 Pik erreicht" werden Sie sagen. Sie sehen nur den vorhandenen Pikfit und denken, es sei alles gut.
" Den Pikfit erreiche ich auch immer", antwortet der Schnösel und dann schiebt er noch kackfrech nach, dass er mit seiner Reizung " auch noch den Trefffit gefunden hätte, FALLS DIESER BESSER GEWESEN WÄRE".
Nachdem der Schaum vor dem Mund abgeklungen ist wäre ich schon zufrieden, wenn einer aus den 85% sich mal vorstellen würde, West hätte ein single Pik und ein 5er Treff oder ähnliches.
Das verstehen sie nicht, denn sie haben ja HIER 5 Piks dazu.
Also: Über 1 Coeur muß ein Zweifärberüberruf erfolgen, der Piks und Treffs zeigt ( = z. B. durch GHESTEM) oder durch 2 Coeur ( = Michaels, zeigt ein 5er Pik plus eine weitere unbekannte Farbe).
Jetzt kann West je nach seiner Stärke und Blattstruktur auswählen, was gespielt wird, er wird mit seinem 5er Pik und 2 Assen stop 4 Pik bieten.
4 Pik gehen problemlos, aber gehen auch 5 Pik?
Süd sieht an seinem Blatt, dass 4 Pik problemlos gehen werden und damit N/S einen schlechten Score haben werden.
Er sieht leider auch, dass N/S in Gefahr sind und nicht umgekehrt.
Er sieht ferner, dass er 6 ordentliche Karos und immerhin 3 Coeurs zur Coeureröffnung des Partners hält.
Daher ist es für mich keine Frage, dass man hier O/W im Paarturnier noch ein Nüsschen zu knacken geben sollte und 5 Karo bieten sollte.
Dies können O/W gerne für minus 200 kontrieren, wenn sie 5 Pik ( = darauf besteht beim BFC eine Topchance für N/S) bieten sollten und N/S verteidigen gut, schreiben sie hier einen einsamen Top.
Noch eine Bemerkung zum Ausspiel von Nord gegen 4 Pik von West.
Nord hat ein relativ leichtes Ausspiel, entweder Coeur König oder Trumpf, was gegen einen Zweifärber allgemein oft gut ist.
Bei uns am Tisch wurde vom Double König Treff 6 ausgespielt.
Dies ist ein absolutes NO GO, bescherte uns einen einsamen Top und Nord verschenkte damit ca. 40% , also kapp 2 % im Turnierendergebnis.

Was ist hier wichtig?
2 Dinge: 1. Reizen Sie Zweifärber wie Zweifärber, dies ist eine PIk- Treffhand und keine Pikhand
2. Lassen Sie im Paarturnier nicht den Gegner in seinem Wohnzimmer spielen, da fühlt er sich pudelwohl, ihm tut nichts weh.Holen Sie ihn aus seiner Wohlfühlecke heraus, stellen Sie ihm Probleme, auch wenn das z. B. hier in Gefahr übel in die Hose gehen könnte.Sie können dies im Paarturnier relativ gefahrlos machen, oft klappt es, manchmal nicht, wenn Sie den Gegner hier 4 Pik spielen lassen, haben Sie definitiv ein schlechtes Ergebnis, da nehme ich lieber diese Zusatzchancen mit.


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Betreff: Schlemminitiative ( 07.01.2026 )

Heute habe ich eine Schlemmkonstellation, bei der es wie sehr oft darauf ankommt, dass der Partner eines limitierten Spielers die Entscheidung treffen muß, ob ein Schlemmversuch zu unternehmen ist und entsprechend agieren muß.
Ost eröffnet mit 1 Karo, West bietet 1 Coeur und Ost jetzt stop 2 SA.
Wie stellt sich die Lage aus Wests Sicht dar?
Er hat selbst 13 FP ( = Ass und König in einer Farbe sind wie zwei Asse ) mit ordentlicher 6er Farbe, seine Hand ist etwa 15 Punkte wert und Partner hat 18 -19 FP gezeigt.
Wenn man ( = ja, ich weis, ist schon eine Weile her...) damals in der Volksschule die Versetzung aus Klasse 2 in die dritte geschafft haben sollte, dann kann man hier drauf kommen, dass 3 SA oder 4 Coeur hier uninspiriert, schlampig, lustlos oder schlicht unterbelichtet sein werden.
Es muß also etwas anderes gereizt werden.
Dies könnte etwas spekulativ stop 6 SA oder mit etwas feinerer Klinge 3 Pik ( = vierte Farbe Forcing) sein, auf die Ost 3 SA bieten würde, was aus Wests Sicht Pik König zeigt.
Jetzt würde ich auf West 4 Treff bieten.Dies zeigt schlicht eine Treffkontrolle und dokumentiert hochgradiges Schemminteresse, nachdem vorher 3 Pik gereizt wurde und man jetzt über 3 SA hinwegbietet.
Ost bietet 4 Karo, West 4 Coeur und Ost 5 Coeur, was jetzt ganz sicher Coeur Dame zeigt.
Jetzt kann West, so er möchte 7 SA bieten.
Ist es nicht sein Naturell, ohne Assfrage 7 SA zu bieten ( = was ich verstehen kann), bietet er halt 6 SA, alles darunter ist indiskutabel.


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Betreff: Auf Markierung achten ( 07.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Markierung und Konzentration auf Markierung.
West könnte diese Hand anpassen, genauso gut kann man sie mit 1 Treff eröffnen, insbesondere auch als evtl. Ausspielmarke für das Abspiel, falls der Gegner in der Reizung obsiegen sollte.
Nord wird so oder so ein Karo bieten, Süd wird mit 1 SA abschließen, falls West mit 1 Treff eröffnet haben sollte.
Dies wäre aus meiner Sicht eine Standardreizung.
Sollte West anfänglich gepasst haben wird der angepasste West ( = wäre m.E. in Rot kritisch bei gepasstem Partner und noch unlimitiertem Nord) möglicherweise über Süds 1 SA noch 2 Treff und Nord dann kompetitiv 2 Karo bieten, die dann zum Endkontrakt werden sollten.
2 Karo gehen nicht, ich ließ sie durch Nichtbeachtung einer Markierung meines Partners als einziger von 5 Gegnern erfüllen.
Ich spielte Treff Bube aus, die Spielerin orderte Treff König, West gewann mit dem Ass und zog Treff Dame ab, worauf ich Coeur 3 ( = Werte in Coeur) abwarf.
Jetzt spielte mein Partner Treff 4 ( = das niedrigste seiner verbliebenen Treffs und damit eine Lavinthalmarkierung für Coeur, ein hohes Treff ( = die 6) hätte Pik gezeigt.
Ich achtete unkonzentriert nicht auf diese Markierung und spielte, nachdem ich das Treffnachspiel gestochen hatte, nicht Coeur Ass und Coeur nach sondern Pik, was uns nachher einen Coeurstich kostete, weil die Alleinspielerin ( = gut gemacht) jetzt nach der ersten Trumpfrunde und Pik zur Dame auf Treff 8 einen Coeurverlierer ( = Looser on Looser, weil ich durch das erforderliche Stechen jetzt einen Trumpfstich weniger machte) abwerfen konnte.
Was ist hier wichtig?
Eine gute Markierung ist das Herzstück und Hauptwerkzeug guter Verteidigung, mein Partner hatte hier auf Coeur hingewiesen.
Eine meiner persönlichen Hauptschwächen beim Bridge ist die mangelnde Konzentration auf die Markierungen, Hauptursachen dafür sind zu schnelles Spielen und mangelnde Ausschöpfung der Möglichkeiten des Regelwerks, insbesondere die Verhinderung des Umdrehens eines Stiches, bevor man diesen nicht genau " gelesen" und interpretiert hat.
Zur besseren Visualisierung des Stiches während der Interpretationsphase darf man sogar dessen Liegenlassen auf dem Tisch verlangen und dies auch tun, es ist keine Spielverzögerung oder " Drangsalierung" des Gegners, jeder Spieler hat das Recht, sich diesen Stich anzusehen, wie lange er auch immer dazu nötig hat, er sollte allerdings durch eindeutige Willensäußerung wie " ein Moment noch, ich brauche noch ein paar Sekunden" ein Umdrehen des Stiches verhindern, damit es ggfls. nicht zu " Streitfällen" hierüber kommen kann.


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Betreff: Phantasie in der Reizung ( 07.01.2026 )

Heute habe ich eine schöne Schlemmreizung.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 2 Karo.
Dies ist die von mir hier schon öfter vorgestellte Konvention " Inverted Minor" = vertauschte Unterfarben), die Vertauschung besteht darin, dass man (= nur ohne 5er oder 4er OF) die Hebungen 2 in Unterfarbe ( = mindestens 4er Anschluß) und 3 in Unterfarbe ( = mindestens 5er Anschluß) von der Stärke her " vertauscht", d.h. 3 in Unterfarbe zeigt 6-9 FP, 2 in Unterfarbe unlimitiert nach oben ab 10 FP.
Der Grund für die Anwendung dieser wichtigen Konvention ist das Sparen von Bietraum für eine Vollspiel-oder Schlemmuntersuchung in Unterfarbe oder SA.
Nord zeigt mit 3 Treff jetzt einen Treffstopper für 3 SA, er verneint damit definitiv Stopper in beiden OF, d. h. Süd darf sich nur dann in Richtung 3 SA orientieren, wenn er beide Farben stoppt.
Dies tut er hier, Pik Ass blank ist allerdings ein sehr schlechter Stopper, dies ist aber hier nicht wichtig, Süds Hand ist ohnehin zunächst eher an einem Karoschlemm interessiert.Süds Hand ist etwa 22 FVP wert ggü. Partners Eröffnung.
Wie könnte es nach 3 Treff weitergehen?
Süd ist viel zu stark, um mit 3 SA oder 5 Karo abzuschließen, mit Treff Ass, König und Karo Ass beim Partner ist ein Großschlemm so gut wie sicher.
Er hat daher hier die Fantasie, um mit 4 Treff die Assfrage auf Treffbasis ( = obwohl ganz klar Karo die beiderseitige Hauptfarbe ist und bleibt) zu stellen. 4 Treff ist hier absolut eindeutig die Assfrage, da es freiwillig über 3 SA hinausgeht und ein Kontrollgebot in Treff hier keinen Sinn machen würde.
Und ..... eh Voila...., der Partner meldet 3 KeyCards, genau Treff Ass, König und Karo Ass, " Wunschkonzert" sozusagen.
Jetzt werden " Normalos" mit 6 Karo oder 6 SA abschließen.
Profis würden mit 6 Coeur noch nach der Drittrundenkontrolle in Coeur für einen Großschlemm fragen.
Dies würde Nord mit Coeur Dame mit 7 SA ( = die Dame liefert den dritten Stich in Coeur) beantworten, mit einem kleinen Double mit 7 Karo ( = man kann dann ja nur die dritte Coeurrunde stechen), ohne Coeur Dame reizt Nord 6 SA.
Ich finde es erfreulich für das Dienstagsturnier, dass immerhin 5 Paare einen Schlemm fanden.
Unter den 7 Paaren, die nicht Schlemm spielten gab es wohl 3 Reiznisverständnisse, die nur zu einem Teilkontrakt in Karo führten, das ist eindeutig viel zu viel.
Die, die kein Misverständinis hatten, sollten sich m. E. einfach mal grundsätzlich mit der Frage beschäftigen, wie sie ihren Umgang mit schlemmorientierten Händen " finden" bzw. kultivieren könnten.
Nicht gut finde ich es, wenn man die Einstellung haben sollte " Schlemm ist mir zu aufregend, das will ich nicht" Grundsätzlich ist es nämlich so, dass eine Schlemmentscheidung nicht viel anders ist als eine Entscheidung Vollspiel ja oder nein, nur 2 Etagen höher halt, dafür hält man ja aber auch entsprechend mehr Material in den Händen wie hier Süd.
Süd hat hier 22 FVP, für ein Vollspiel braüchte er nur ca. 14, die 8 überschüssigen Punkte sind ja mindestens 2 Stiche.br> Viele scheuen die Schlemms, weil sie nicht die Reiztechnik dazu haben, die kann man aber lernen und sollte es auch, ich fände es unbefriedigend, wenn ich mindestens an jedem zweiten Bridgeabend ( = eher noch öfter) wegen fehlender Reiztechnik 3 SA bieten müsste, obwohl ich " fühlen, sehen, schmecken" kann wie hier Süd, dass doch ein Schlemm eigentlich gehen müßte.
Da halte ich es dann noch für besser, im Zweifel einfach 6 Karo als 3 SA zu bieten.


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Betreff: Schlecht ausspielen kann ich auch ( 07.01.2026 )

Heute habe das Thema Ausspiel.
Nord eröffnete mit 1 SA, Süd bot Stayman 2 Treff, durch ein Reizmisverständnis landeten jetzt N/S in 3 SA, bei einer Einladung wäre es wohl bei 2 SA geblieben.
Ich hatte jetzt auszuspielen und verstieß mit Pik König gegen meine eigenen ( = auch hier schon gelegentlich dargelegten Regeln), wonach es zu gefährlich ist, von einer nicht mal mit der 10 unterfütterten Sequenz auszuspielen, weil dies zu einseitig auf den Buben beim Partner setzt.
Ich erhielt meinen verdienten Lohn ( = jetzt sogar erfüllt mit Überstich).


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Betreff: Balancing ( 07.01.2026 )

Heute habe ich das Thema Balancing im Paarturnier.
Süd eröffnet mit 1 Coeur, Nord verzichtet wegen seiner Stärke ( = 8 FP) und der schlechten Farbqualität auf die Nennung der Piks und hebt in 2 Coeur.
Nach pass, pass war mein Partner in der Outpassposition ( = in letzter Hand) am Zuge.
Er entschied ( = m. E. völlig zu recht) trotz seiner wahrscheinlichen 2 Coeurstiche N/S mit 2 SA ( = habe die Unterfarben) aus ihrer Komfortzone zu vertreiben und Ihnen eine Aufgabe zu stellen.
Ich bot auf Ost entsprechend 3 Treff, N/S passten, Gratulation dazu.
Wie Sie sehen, gehen 2 Coeur hier schon nicht mehr ( = kaum zu sehen von West bei gepasstem Partner), 3 Treff hätte ( = hier unerheblich) auch zwei mal fallen können.
Beide Seiten haben gut agiert, N/S gebührt größtes Lob, dass sie der BFC- Krankheit " Bidding Feaver" nicht erlagen und beide ohne Grund nicht einfach ( = wie es leider reflexartig zu oft geschieht) 3 Coeur boten.
Sie sehen im Diagramm, was auf 3 Coeur passiert wäre.
O/W hätten bei einem Faller schon einen geteilten Top geschrieben, bei zwei Fallern eine einsamen Top und bei Kontra wären sie mit 500 u. U. in eine andere " Milchstrasse" vorgestossen.
Gutes Bridge, Gratulation an alle.


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