Josef Koch Frage/Bridgeproblem senden:
Betreff: Schlechte Reizung schützt nicht vor Top ( 22.04.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizungsthema.
Ost ist an der Eröffnung, er kann passen oder mit 1 Treff eröffnen.
"Wieso mit 1 Treff ? " werden Sie entgeistert fragen, " er hat doch ein 5er Pik".
" Ja, hat er", antworte ich," schwache Eröffnungen ( = 12-14) mit 5-5 in Pik und Treff sollte man mit 1 Treff eröfffnen, weil sonst die Treffs für die Reizung mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren sind, weil Ost sie nicht mehr nennen kann, weil ihm die Reverstärke fehlt".
Die Piks hingegen wird man so gut wie immer noch in die Reizung einbringen können.
Dies werden die meisten nicht verstehen, das brauchen sie auch nicht, solange ihr Partner mindestens so viele Piks wie Treffs hat, das dürfte immerhin in 70% der Fälle vorliegen.
In immerhin mehr als beachtlichen 30% der Fälle landen O/W in einem schlechteren Fit oder Ost wird mit 5-5 in einen SA- Kontrakt gezwungen, obwohl er nur Treff oder Pik spielen will.
Wie wäre die Reizung hier verlaufen, wenn Ost mit 1 Treff eröffnen würde, was ich persönlich ggü. Pass vorziehen würde.
West würde 1 Coeur antworten, Ost 1 Pik und West 1 SA, die zum Endkontrakt werden.
In 1 SA wird man ein schlechteres Ergebnis erzielen, als in 2 Pik, so ist das eben manchmal.
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Betreff: Judgement ( 22.04.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Judgement.
Nord eröffnet in dritter Hand mit 1 Coeur, Ost macht mit stop 4 Pik gleich Stimmung am Tisch.
Süd hat eine ganz schwierige Entscheidung zu treffen, er hat eine sehr gute Coeurunterstützung und ein Ass, aber seine 2 kleinen Piks bereiten auch eine gewisse Sorge.
Er entscheidet sich knapp für 5 Coeur ( = gut so).
Nord hat jetzt eine sehr leichte Entscheidung, wenn sein Partner 5 Coeur gefunden hat, wäre es in einem Teamturnier absolute Pflicht,insbesondere in Gefahr jetzt 6 Coeur zu bieten, in Paarturnier würde ich es auch anraten.
Sorgen macht ihm doch letztlich nur die Double Dame in Karo, die Wahrscheinlichkeit, dass sein Partner für sein 5 Coeur eine der beiden Karo Hochfiguren hat sehe ich bei über 50%.
Konkret gehen hier 13 Stiche, weil Treff 2-2 steht und der Karo König im Schnitt steht.
Noch eine allgemeine Bemerkung zu diesem Board:
In einem Feld mit hohem Niveau wären hier mindestens 30% der Spieler im Schlemm, vielleicht sogar 50%.
Dass bei uns keiner drin war wirft ein negatives Licht auf die Risiko-/ Chance Einschätzung der Mehrheit der Spieler.
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Betreff: Einladen oder draufgehen? ( 22.04.2026 )

Heute habe ich eine recht schwierige Entscheidung, bei der man auch das nötige Glück braucht.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West bietet 1 Pik.
Jetzt stellt sich für Ost die Frage, ob er schlicht stop 4 Coeur bietet oder mit stop 3 Coeur nur einlädt.
Ich entschied mich für die Einladung, die mein Partner selbstverständlich passen musste.
Wir diskutierten nachher lange darüber, ob man mit der Osthand eben direkt 4 Coeur reizen oder nur einladen sollte.
Letztlich fand er wie ich auch 3 Coeur für besser, es sei eine starke Einladung, mit einem Mü mehr hätte er auch angenommen.
Dass man in dieser Hand 4 Coeur erfüllt hat auch objektiv nur eine Wahrscheinlichkeit von deutlich unter 50%, nämlich reine 50% für Treff König vor dem Ass minus der Wahrscheinlichkeit, dass der Partner auch noch mindestens Treff 10 hat oder die 10 double steht, also so ca. 30% insgesamt.
Dass hier viele sogar 11 Stiche machen durften ist nicht von dieser Welt und wirft kein gutes Licht auf die Verteidigungskünste des Feldes.
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Betreff: Sucht selbst Euer Glück ( 22.04.2026 )

Heute möchte ich ein generelles Reizphänomen vorstellen.
Süd eröffnet in letzter Hand mit 1 Treff, Nord antwortet mit 1 Pik.
Süd hat eine Minimumeröffnung mit der schlechtest möglichen Verteilung und kaum Mittelkarten, ich kenne den ein oder anderen guten Spieler, der diese Hand nur deshalb eröffnet hat, weil er ein 4er Pik besitzt.
Süds Partner hat seine Hand angepasst, daher ist ein Vollspiel auf N/S praktisch ausgeschlossen, folglich hebt man mit dieser Hand nicht die Piks, sondern passt diese 1 Pik, die ja aufgrund des initialen Passes von Nord nun nicht mehr forcierend sind.
Es ist jetzt gar nicht so unwahrscheinlich, dass West in der Outpassposition ( = letzter Hand) kein Gebot zur Wiederbelebung der Reizung mehr findet, insbesondere wie hier, wenn er keine eigene 5er Farbe hat und auch wegen eines Verteilungsdefektes kaum kontrieren kann.
Kann er aber nicht kontrieren, hat er oftmals zu viele Piks,also liegt häufig ein für unsere Seite ungünstiger Pikstand vor, so auch hier.
Bei uns am Tisch wurde reflexartig, schematisch 2 Pik geboten.
Für den Fall, dass West doch noch ein Gebot finden würde, würde man wahrscheinlich mit der Südhand kompetitiv auch 2 Pik bieten, diese " Chance" soll sich der Gegner allerdings erst einmal selbst verdienen, ich liefere sie ihm nicht freiwillig.
In unserer Beispielhand ist es tatsächlich so, dass im Schnitt etwas überraschend auch tatsächlich nur 7 Stiche in Pik erzielt wurden.
Was ist hier wichtig?
Falls Sie frühzeitig erkennen können, dass ein Vollspiel mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geht, passen Sie, insbesondere mit hoher Farbe, also besonders mit Piks früh und treiben die Reizung nicht unnötig hoch, erzeugen Sie also kein Risiko, wenn Sie sich damit nicht auch eine Chance ( = also hier das Erreichen des Vollspiels von 4 Pik) "erkaufen" können.
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Betreff: Judgement ( 20.04.2026 )

Heute habe ich eine typische Improvisationsreizung.
Süd eröffnet mit stop 3 Coeur, nach pass, pass ist Ost am Zuge.
Die Guideline für eine Reizung gegen eine Sperreröffnung auf 3er Stufe sollten etwa 15 FP sein, davon ist Ost ein gutes Stück entfernt.
Soll er deshalb kleinlaut passen oder kontrieren?
Er darf sich dann allerdings nicht wundern, wenn seine Achse zu hoch käme, weil sein Partner mehr von ihm erwartet.
Ich würde dieses Restrisiko nehmen, die Verteilung ist halt zum Ausgleich perfekt.
West bietet stop 4 Pik und Ost hält die Luft an.
4 Pik gehen aber locker trotz des katastrophalen Trumpfstandes.
Was ist hier wichtig?
Bei gegnerischen Sperren ist es halt oft schwierig gut zu reizen, es fehlt der Bietraum, man hat meistens nur einen Schuß.
Auch hier ist mein Ratschlag, im Zweifel offensiv vorzugehen.
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Betreff: Abschließen? ( 20.04.2026 )

Heute habe ich gutes Beispiel dafür, dass sich Fleiß in der Reizung lohnen kann und sollte.
Ost eröfnet mit 1 Treff, West bietet 1 Pik und Ost 1 SA ( = 12-14 FP).
Mit 20 Punkten kann West jetzt m. E. hier nicht einfach mit 3 SA abschließen, er muss noch etwas unternehmen.
Für stop 4 SA ( = quantitatives Gebot, einladend zu 6 SA) habe ich Verständnis, Ost würde dies mit seiner Minimumhand zwar passen, aber immerhin hätte man einen Versuch gemacht.
Eine gute Alternative ( = ganz klar meine erste Wahl) ist 2 Karo ( = NUF = Neue Unterfarbe Forcing), worauf Ost mit 2 Coeur sein 4 er Coeur zeigen würde.
Dass Ost für seine Eröffnung etwas in Coeur haben muß, erschließt sich West auch so, aber was hat er dort genauer?
Um dies herauszufinden würde ich jetzt einfach mit 4 SA die Assfrage auf Coeurbasis stellen.
Ost meldet 2 KeyCards plus Coeur Dame, ein super Resultat aus Sicht von West.
Für ihn ist jetzt nur noch die Frage, ob man Treff ( vielleicht 8 er Fit) oder Coeur ( = ganz sicher nur 4-3 Fit) oder 6 SA spielen sollte.
Hier ist mein ganz eindeutiger Rat, 6 SA zu bieten und zwar aus 2 Gründen:
1. 6 SA zählen mehr
2. Sollte Ost ein 5er Treff haben, dürfte dies auch für 6 SA den entscheidenden zwölften Stich liefern.
Der Schlemm spielt sich völlig problemlos mit 5 Treff, 3 Coeur, 2 Pik und 2 Karostichen.
Gratulation und Respekt an Paar 7, die immerhin den Schlemm ausreizten, leider kein Fleißkärtchen für die Paare 6 und 8.
Eine Anmerkung habe ich noch:
Wenn Sie keine Reiztechnik haben , den Schlemm etwas kontrollierter auszuloten, dann sagen Sie ihn im Zweifel statt der hasenfüßigen 3 SA einfach an, wenn Sie dies mit der Westhand tun würden, hätten Sie nach meiner subjektiven Einschätzung damit in über 80 % der Fälle Erfolg.
Hier beim BFC leben Sie leider mit 3 SA plus 3 noch viel zu gut, weil bei 4 Paaren noch zwei weitere nicht im Vollspiel waren, so bekommen Sie noch ca. 33,3% auf dieses Board, wo sie einen Nuller verdient hätten.
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Betreff: Nur Mut ( 20.04.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizung, nachdem 3 von 4 Paaren nicht im Vollspiel waren.
Nord eröffnet mit 1 Pik, Süd antwortet 1 SA.
Nord möche jetzt mit dem Single Coeur nicht unbedingt Süd in einem hohen SA Kontrakt wissen, er bietet daher stop 3 Treff ( = ab 18 FP).
Jetzt bleibt Süd praktisch gar nichts anderes übrig als mit 3 SA abzuschließen.
3 SA gehen hier knapp, aber sie sind nicht zu schlagen.
Süd deckt das im zweiten Stich nachgespielte Coeur von Ost und Ost hat dann kein Entree mehr, den Reststopper von Süd in Coeur auszuhebeln.Falls West selbst mit Coeur fortsetzt, hat Süd noch 1 Stopper.
M.E. kommt man hier zwangsläufig in 3 SA, die Alternatie 4 Pik verstehe ich auch noch, aber aus Angst hier nicht ins Vollspiel zu gehen kann auf Dauer nicht gut gehen.
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Betreff: Sperreröffnungen ( 20.04.2026 )

Heute habe ich das ewig junge Thema Verhalten nach Sperreröffnung.
West geht gleich in die Vollen und eröffnet mit stop 4 Pik ( = gut so).Süd ist am Zuge.
Mit Pik Chicane und Spielbereitschaft in allen Farben würde ich jetzt 5 Pik ( = Pick a slam) spielen, dies geht hier wegen des Doubles in Treff nicht.
X geht auch nicht, es wäre Tendenz Strafkontra und würde wahrscheinlich gepasst werden.
Also 4 SA, allgemeiner Zweifärber, nicht notwendigerweise die UF.
Nord bietet 5 Treff.
Dieses Gebot wird Sie verwundern, hat Nord doch ein 4er Karo. Da aber Süd Treff und Coeur haben könnte, braucht er für ein Gebot von 5 Karo eine Toleranz für Coeur und die hat Nord mit den beiden Luschen nicht.
Süd steht jetzt vor der Frage, ob er 5 oder 6 Karo bieten soll, was richtig ist, ist nach einer solch hohen Sperreröffnung nicht mehr herauszufinden, es fehlt einfach der Bietraum dafür.
Im Team wäre jetzt 6 Karo von Süd für mich Pflicht, im Paarturnier würde ich es auch riskieren.
Diese müßte Nord mit z, B, einem Double in Karo und 3er Coeur auf 6 Coeur korrigieren.
6 Karo gehen problemlos, man kann 2 Coeurverlierer am Tisch verschnappen.
Was ist hier wichtig?
Nach hohen Sperreröffnungen gibt es in der Regel zwei Themen abzuarbeiten:
1. Fitfindung
Bei Zweifärbern ist es wichtig, dass alle 3 Restfarben
gefunden werden können, deshalb kann Nord hier nicht
5 Karo bieten.
2. Festlegung der Kontrakthöhe:
Hier kann man oft nur rein nach Gefühl arbeiten, meine
Erfahrung ist dabei generell eher, mutig als zurückhaltend zu seinzu sein, also
hier 6 Karo statt 5 Karo.
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Betreff: Ausspiele ( 20.04.2026 )

Heute habe ich das Thema Ausspiele, ein Feld, auf dem beim BFC die Erde völlig brach liegt und ich zum Teil unfassbare Ausspiele zu sehen bekomme.
Die Reizung in diesem Board sollte realtiv einfach verlaufen.
West eröffnet mit 1 Karo, Nord bietet 2 Treff, Ost Kontra und West 2 Coeur.
Ost gibt mit seiner schönen Eröffnung noch keine Ruhe und bietet 3 Treff, ein allgemeines Stärkesignal und einladend zu 4 Coeur und 3 SA.
West passt mit seinem Minimum in diesem Sinne, er nimmt mit 3 Coeur nicht an.
Nord ist am Ausspiel:
Ausspiel gegen 3 Karo :
Pik Bube kommt definitiv überhaupt nicht in Frage, Nord hat 4 Trümpfe, er will nicht Pik stechen, er will die Trumpfkontrolle der Gegner brechen, deshalb sollte er unbedingt Treff Dame ausspielen, um die gegnerische Trumpfkontrolle anzugreifen.
Ausspiel gegen 3 Coeur: Pik Bube ist ein grober Fehler, nicht ganz so sehr wie gegen 3 Karo, aber noch immer ein grober Fehler.
Am Ausspiel des Pik Buben ( obwohl man mit Treff König , Dame Bube 10 eine ideale Sequenz als Alternative hat) sieht man, dass die Spieler sich nie Gedanken über Ausspiele gemacht haben und entweder Ihr Single oder aber stur 2./4. oder so etwas, also nach einer " greifbaren Regel" ausspielen, nicht denken " Welches Ausspiel könnte meiner Hauptverteidigungsstrategie ( z. B. Brechen der Trumpfkontrolle) am ehesten entsprechen" sondern gerne nach einer Regel ausspielen, dann brauchen sie nicht zu denken.
Dabei ist das Ausspiel der wichtigste Stich in der Abwicklung eines Boards, es stellt die Weichen für Sieg oder Niederlage, ein falsches Ausspiel ist auch nur schwer reversibel, weil der Gegner das gewonnene Tempo ( = Zugrecht) oftmals dazu nutzen kann, auf etablierte Fehlfarblängen Verlierer in anderen Nebenfarben zu entsorgen.
Was sind gute Ausspiele?
Es gibt meherere Favoriten:
1. Von Sequenzen die höchste ( kann nie einen Stich verschenken)
2. Die ungereizte Farbe ( oftmals gegen 3 SA)
3. Ass von Ass und König um den Tisch vo dem Weiterspiel sehen zu können
4. Ein Single, wenn man Schnapppotenzial erkennen kann
5. Vom Double aus dem selben Grund
6. 2./ 4. von der längsten Farbe
Was ist hier wichtig?
Nord hat viele Trümpfe, er will nicht stechen, er will mit seinen Trümpfen gegen die anderen Trümpfe kämpfen.
Also wählt er das Ausspiel so, dass es seiner Strategie, der Trumpfverkürzung beim Gegner ( bei Stechen der eigenen Trümpfen, also genau kontraproduktiv) am ehesten dient.
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Betreff: Paarturnierdschungel ( 20.04.2026 )

Heute habe ich eine paarturniertypische kompetitive Reizung.
Süd eröffnet mit 1 Coeur, West bringt mit 1 Pik seine Piks ins Rennen.
Nord kontriert für die Unterfarben, Ost ist am Zuge.
Wie ist die Situation zu bewerten?
N/S scheinen eine leichte Punktmajorität zu haben, dafür halten O/W die Königsfarbe Pik und darin mindestens 9 Karten.
Meine Empfehlung ist daher jetzt mit der Osthand stop 3 Pik zu bieten, um Süd gleich vor die Frage zu stellen, ob seine Achse noch 4 in UF bieten soll und zwar noch bevor N/S über ihre Stärkeverhältnisse mehr herausgefunden haben sollten.
Süd hat jetzt im Grunde nur zwei Möglichkeiten:
1. Pass, das wäre meine Wahl, Nord soll entscheiden
2. 4 Karo ( würde mehr als Minimum zeigen, was er nicht hat)
Kontra kommt für Süd nicht wirklich in Frage, es fehlt dazu an einer besseren Haltung in Pik.
Nach pass von Süd ist Nord wieder am Zuge.
Passen geht aus seiner Sicht kaum, O/W würden in Grün bei einem kontrierten Faller nur minus 100 machen, N/S hätte in einer der UF auf jeden Fall mehr als plus 100 geschrieben.
Es ist letztlich Nords Gefühl, dass darüber befinden muß, hier noch 4 Treff zu bieten ( = Süd würde dann auf 4 Karo korrigieren) oder zu kontrieren und auf einen zweiten Faller in gegnerischen 3 Pik zu hoffen bzw. wenigstens die plus 100 ggü. plus 50 für unkontrierte 3 Pik mitzunehmen.
Gegen 4 in UF spricht hier aus Nords Sicht der wertlose Pik Bube, ein Double ist die schlechteste Haltung in Pik, die man überhaupt haben kann ( = Partner hat dann zu meist auch ein Double).
Was ist hier wichtig?
Ost sollte sofort 3 Pik bieten, um N/S eine knifflige Aufgabe zu stellen.
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Betreff: Blattbewertung 3 ( 20.04.2026 )

Kaum habe ich Sie wegen Hand 2 und Hand 10 zu einer mutigen Einladung verführen wollen, komme ich jetzt ganz ängstlich um die Ecke.
Süd eröffnet mit 1 Karo, Nord bietet 1 Pik, Süd 1 SA und Nord stop 3 Pik.
Wie stellt sich die Lage aus Sicht von Süd dar?
Süd hat reichlich Punkte, die 3 Asse sind sicherlich um einen guten Punkt aufzuwerten, er hat aber auch nur ein kleines Double in Pik.
Das Stichpotenzial seiner Hand wird von einem ordentlichen Fit in Karo abhängen, ist der nicht vorhanden, wird es schwer werden.
Daher würde ich mit dieser Hand auf Süd die Einladung ablehnen, sie mit 4 Pik anzunehmen, ist aber sicher kein grober Fehler, für meine Begriffe aber ein kleiner.
4 Pik fällt hier einmal wegen des extrem schlechten Pikstandes, dafür hatte Nord aber ja sogar auch eine sehr gute Einladung mit 3 Pik.
Mir kommt es auf Folgendes an:
Wer hier in den Händen 2 und 10 nicht in die Kontrakte von 4 in OF kommt, in Hand 11 aber ( = für Sie auch völlig selbstverständlich) schon, hat Nachholbedarf in Sachen Blattbewertung,der Königsdisziplin der Bridgespiels.
Man kann nicht immer alles richtig machen, man sollte aber die Tendenz erkennen, mit den Händen 2 und 10 eher im Vollspiel zu sein als mit Hand 11. Wenn das umgekehrt sein sollte, und das ist es bei nahezu 100% unserer Spieler, dann stimmt etwas nicht.
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Betreff: Blattbewertung 2 ( 20.04.2026 )

Nachdem ich in Board 2 dargelegt habe, dass eine punktschwache Hand mit viel Verteilung dennoch Vollspielfantasien rechtfertigen kann, kommt bereits in Board 10 die Gelegenheit, das Gelernte auch noch einmal anzuwenden bzw. zu testen.
Die Osthand ist von der Punktstärke her sicher grenzwertig für nur 1 SA, ich würde sie wegen der 4-3-3-3 Verteilung dennoch nur mit 1 SA aufmachen.
West bietet mit 2 Karo einen Coeurtransfer an, Ost führt mit 2 Coeur aus, West ist wieder am Zuge.
Wie beurteilen Sie die Lage?
West hat nur 5 FP, aber mit Single/ Double in Pik und Treff und dem ordentlichen 5er Karo eine Hand, die etwa 10 FVP wert ist, er liegt damit im einladenden Bereich, für direkte 4 Coeur wäre mir die Farbe zu schlecht.
West bietet also 3 Karo, was eine einladende Hand mit Unterstützungsbedürfnis in Karo zeigt, genau die hat Ost mit Marriage zu dritt in Karo und seinem allgemeinen Supermaximum.
Er nimmt also die Einladung an.
Die Hand spielt sich einfach, man gibt aufgrund der anämischen Trumpffarbe zwar 3 Trummpfstiche heraus, aber darüberhinaus eben nichts.
Was ist hier wichtig?
Wenn ich hier West gefragt hätte " Wie stark waren Sie? " hätte ich von Vielen die Antwort bekommen, " 5 Punkte".
Wer so antwortet und denkt, hat einen wesentlichen Aspekt unseres Spiels nicht verstanden, West hat nämlich nicht 5 Punkte, sondern etwa 10 FVP, also etwa das Doppelte.
Das Problem dieser Hand von West ist sicherlich die sehr schlechte Coeurfarbe, daher wird es darauf ankommen, dass Ost einen 3er Anschluß hat oder z. B. 2 Coeurfiguren.
Daher fragt West Ost mit 3 Karo zu seiner Befindlichkeit.
Diese Frage ist zwar spezifisch auf Karo gerichtet und fragt nicht die Coeurqualität von Ost ab, dennoch ist die dritte 10 von Ost in Verbindung mit der guten Karounterstützung und dem allgemeinen Supermaximum seiner Hand jetzt ganz klar ein 4 Coeur.
Ich kann es nur noch einmal deutlich sagen:
Ich möchte nicht, dass Sie stur Figurenpunkte zählen und dabei jeden gammeligen dritten Buben oder eine Double Dame mitzählen, ich will Sie dazu bringen, stattdessen Ihre Hände zu bewerten und entsprechend zu agieren.
ZÄHLEN SIE NICHT PUNKTE, BEWERTEN SIE STATTDESSEN BLÄTTER.
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Betreff: Judgement ( 19.04.2026 )

Heute habe ich wieder einmal das Thema Judgement.
West eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 1 Pik, West 2 Treff und Ost 2 Coeur, vierte Farbe Forcing.
West hat einen schönen 3er Pikanschluß,1 Single und einen leichten Punktüberschuß ggü. einer normalen Eröffnung, er bietet deshalb stop 3 Pik.
Ost gefällt dies, er stellt mit 4 SA die Asssfrage, West zeigt 2 KeyCards, Ost bietet aufgrund seiner schönen Verteilung 6 Pik.
6 Pik spielen sich einfach.
Was ist hier wichtig?
Nachdem West im Rebid nur 2 Treff ( 12-17 FP) bot muß er auf 2 Coeur von Ost mit stop 3 Pik zum einen seinen Pikanschluß zeigen, aber auch seine Stärke annoncieren, und die liegt eindeutig oberhalb von 2 Pik.
Jetzt ist Osts Hand so verteilungsstark, dass ein Schlemmversuch obligatorisch ist.
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Betreff: Blattbewertung ( 19.04.2026 )

Heute habe ich das Thema Blattbewertung.
West eröffnet mit 1 SA, Ost bietet 2 Karo Transfer, West führt diesen mit 2 Coeur aus.
Was nun auf Ost.?
Ost hat eine schöne Verteilungshand, wie soll man diese bewerten, gibt sie noch ein Gebot her?
Ich bewerte die Osthand mit ca. 9 FVP, 3 Figurenpunkte, 3 Punkte für das Karochicane, 2 Punkte für die 6. Trumpfkarte und einen guten Punkt zusätzlich für die Mittelkartensequenz in Treff, damit ist sie für mich eine Einladung mit 3 Coeur wert.
West hat zwar Punktminimum, aber gute Kontrollen, Coeur Ass König sind deutlich mehr wert als 7 Punkte, 4-4-3-2 ist auch nicht schlecht.
West sollte also annehmen.
4 Coeur spielen sich einfach, die Karte steht einigermaßen neutral, Trumpf steht 2-2, dafür das Treff Ass hinter der König.
Was ist hier wichtig?
Zählen Sie nicht Punkte, bewerten Sie Blätter.
Wenn Sie das beherzigen, landen Sie im Bereich einer Einladung, nicht mehr.
West wird jetzt seine Coeurhaltung aufwerten und annehmen.
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Betreff: Schlemmimpuls ( 15.04.2026 )

Heute habe ich eine weitere Schlemmreizung, bei der man sich fragen könnte, ob beim BFC Schlemms aufgrund einer vereinsinternen Sonderregel verboten sein könnten, jedenfalls war, wie so oft, keiner drin.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord bietet 2 Coeur und Süd stop 3 SA.
Dies ist DEFINITIV kein Abschluß, es zeigt exakt 18 oder 19 FP und eine SA- Verteilung.
Nord hat 14 FP dazu, 3 Asse und eine 5er Farbe, seine Hand sollte kanpp 16 Punkte wert sein, einziges Manko ist das Pik Single.
Pass auf 3 SA ist also ein absolutes NO GO, er kann defensiv quantitativ 4 SA bieten ( = die würde Süd wegen der fehlenen Mittelkarten passen) oder etwas mutiger stop 6 SA.
6 SA gehen bei Coeur 3-3 (= 36% ) oder Treff 3-3 ( =36 %), dies dürften in der Summe ca. 65 % sein ( = nicht 72 % , denn wenn 1 Spieler 4 oder mehr Karten von einer der Farben hat steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die andere Farbe schlechter als 3-3 steht).
Das hier kein Paar über 3 SA hinaus ging zeigt 2 Dinge:
1. Der Bridgekompass der Spieler stimmt nicht, 18-19 plus gute 14 sind bei mir gute 32 bis gute 33 FP.
2. Die Spieler haben keine Vorstellung und vor allem keine Absprache, was das Gebot von 3 SA konkret bedeutet, sie haben sich darüber noch nie Gedanken gemacht oder sich mit ihrem Partner darüber ausgetauscht.
Wenn ich jemanden frage, " was zeigt denn 3 SA bei Ihnen", kann niemand eine konkrete Punktzahl nennen, meistens kommt die Aussage " er will 3 SA spielen", gemeint ist, " er glaubt für 3 SA wird es reichen, also so ca. ab 14 FP ".
Ich könnte noch die Frage stellen " warum reizt er ab 14, wo er 18 bis 19 Punkte hat", ich habe aber resigniert, weil ich Angst vor der folgenden hochphilosophischen Antwort habe :
" Wenn ich mehr habe, kann ich ja weiter gehen"
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Betreff: Zweifärber ( 15.04.2026 )

Heute habe ich das Thema Zweifärber mit einer zusätzlich kniffligen Kontraktentscheidung.
Süd eröffnet mit 1 Pik, West ist am Zuge.
West hat eine attraktive Hand mit einer qualitativ guten 6er Farbe und einer anämischen 5er Farbe.
Soll er 2 Karo bieten und die Treffs von vornherein unter den Tisch fallen lassen oder den Zweifärber zeigen?
Für mich bleibt es ein Zweifärber, ich biete daher stop 2 SA und nehme in Kauf, dass der Partner mit einer gleichen Länge in Treff und Karo die Treffs auswählt, wo ein Karokontrakt mühelos gegangen oder deutlich besser gewesen wäre.
Auf mein 2 SA kommt Nord mit kompetitiven 3 Pik um die Ecke. ( = dies ist kompetitiv, einladende Hände hätte er mit Kontra starten müssen).
Ost hat 10 FP und daher genug, um eine FREIWILLIGE Reizung immerhin schon auf der Viererstufe abzugeben.
Er bietet daher 4 Karo.
Bis hierher war alles Standard, jetzt beginnt das Judgementstadium, zunächst ist Süd am Zuge.
Ich würde auf Süd glasklar 4 Pik bieten, er hat eine 6er Farbe und eine Viererfarbe und dazu drei Kontrollen in den Unterfarben.
West hat seine Story erzählt und passt ebenso wie Nord.
Ost hat zwar ein mulmiges Gefühl ob der Chancen von 4 Pik, er hat aber seine Hand gezeigt und West bot nicht 5 Karo, was auf eine gewisse Defensive gegen 4 Pik hindeutet,also passt er auch.
Bis hierher hervorragendes Bridge von allen, wichtig ist vor allem zu verstehen, dass Süd nicht grundlos 4 Pik bot, sondern weil er reichlich Zusatzwerte hat.
West hat ein Dilemma, er muß ein Ausspiel finden, er träumt davon, Ost einmal ans Spiel bringen zu können solange er noch einen kleinen Trumpf hat, um Coeur zu schnappen.
Er kann Karo Ass ausspielen, Ost gibt mit der 10 ein Lavinthalsignal für Coeur, dem West gerne gefolgt wäre, so er denn ein Single Coeur hätte.
Er wechselt angesichts des Karo Königs am Tisch auf Treff, Süd gewinnt den Stich.
Jetzt zeigt der liebe Bridgegott, dass er unendlich lieb und unendlich böse sein kann, hier Letzteres.
Aufgrund des Karosingles bei Süd kommt dieser nämlich nicht zum Tisch, um den siegbringenden Pikschnitt machen zu können.
Eine unheimlich schöne und trickreiche Hand.
4 Pik werden mit der Südhand m.E. zu 95% gehen, hier eben aus den Gründen, die ich beschrieben habe, nicht.
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Betreff: Kontrollen, Kontrollen ( 15.04.2026 )

Heute habe ich eine schöne Schlemmreizung.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 Pik , Nord 1 SA und Süd partieforcierend stop 3 Coeur.
Nord hebt in 4 Coeur.
Süd möchte mit 5 Kontrollen die Hand nicht vorzeitig aufgeben und stellt in der Hoffnung auf Pik Ass bei Nord die Assfrage.
Nord zeigt 1 Ass ( = Pik Ass), Süd fragt mit 5 Karo nach Coeur Dame, die Nord mit 5 Pik bejaht und zusätzlich Pikkönig meldet.
Gespielt werden also 6 Coeur von Süd.
Der Schlemm spielt sich nicht einfach, ist aber bei technisch richtigem Spiel ein Aufleger.
Man schnappt zweimal Karo hoch mit Coeur Ass und König und gibt letztlich nur einen Treffstich heraus.
Was ist hier wichtig?
In dem Moment, wo Nord eröffnet, muß bei Süd der Schlemmimpuls da sein, er hat 21 Punkte ggü. Partners Eröffnung.
Die Problematik von Süds Hand ist die fehlende Pikkontrolle bzw. die schlechte Qualität seiner 5er Farbe.
Deshalb versucht er über die Assfrage ( = es fehlt nur Pik Ass) zunächst herauszufinden, ob Nord Pik Ass hat, was dieser erwartungsgemäß bejaht.
Angesichts des nur bestehenden 8 Kartenfits ist die Coeur Dame hier wichtig, also erkundigt er sich noch nach Coeur Dame und erfährt, dass auch diese an Bord ist, sogar mit zusätzlich dem wichtigen Pik König.
Ohne Pik Ass bei Nord hätte er den Schlemmversuch abgebrochen.
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Betreff: Judgement ( 14.04.2026 )

Heute habe ich das Thema Judgement.
West eröffnet mit 1 Treff, Nord bietet 1 Coeur, Süd 1 Pik.
West passt, wie stellt sich die Lage aus Nords Sicht dar?.
Nord hat zwar nur 13 Punkte mit dem fragwürdigen Treff Buben, aber eine tolle Verteilung.
Für stop 4 Karo Splinter halte ich die Hand einen Tick zu schwach, 2 Pik ( was hier wohl viele geboten haben ) geht eindeutig auch nicht, dafür ist die Hand deutlich zu stark.
Ich denke, dass 2 Treff ( = Gegnerfarbenüberruf, bestätigt Pikfit und lädt zu 4 Pik ein) hier das beste und passendste Gebot ist.
Süd hat 8 FP mit der fragwürdigen Treff Dame, aber er hat auch eine neunte Trumpfkarte, dies sollte ausschlaggebend für die Annahme der Einladung sein.
4 Pik ist ein sehr schöner Kontrakt, der sich nicht schwer spielt, es erzielten aber nur 4 von 9 Spielern tatsächlich 10 Stiche, ganz offensichtlich aufgrund eines minderwertigen Spielplans.
West wird mit Treff Ass und Treff König angreifen.
Auf das dritte Treff wirft man Coeur ab, obwohl ein Treffschnapper drohen könnte.
Der Versuch, einen evtl. Schnapper zu verhindern ist nicht sehr aussichtsreich, Pik Ass ist zu wertvoll, Pik 8 wahrscheinlich zu niedrig, außerdem braucht man die 4 Trümpfe auf Nord zum Verschnappen von Karoverlierern der Südhand.
Jetzt zieht man einfach 2 Runden Trumpf, Ost gewinnt die zweite Runde mit Pik König.
Egal was Ost fortsetzt, man macht mit Karo Ass, zwei Karoschnappern auf Nord und einem Karoabwurf auf ein hohes Coeur immer 10 Stiche, es ist praktisch gar nicht zu vermeiden.
Was ist hier wichtig?
Zählen Sie nicht Punkte, bewerten Sie Hände.Wenn Sie das beherzigen, dann können Sie mit der Nordhand nicht 2 Pik bieten sondern müssen stärker reizen.
Süd hat auch genug, eine Einladung anzunehmen, vor allem hat er die neunte Trumpfkarte, da wird er mit der Nordhand ( = Nord hat definitiv nur maximal 4 UF Karten insgesamt) genügend Unterfarbverlierer am Dummy stechen können.
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Betreff: Balancing ( 13.04.2026 )

Heute habe ich ein schönes, für viele vielleicht auf den
ersten Blick absurd anmutendes Beispiel für Balancing.
Ost eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 1 Coeur und West kontriert.
Ost bietet 1 Pik, nach pass pass ist Nord am Zuge.
" Na, und, Herr Koch, was wollen Sie von uns", werden viele sagen, ich habe doch nichts, also passe ich".
" Ich will, dass Sie nachdenken" antworte ich.
Damit fremdeln Sie, Sie haben 2 Punkte, Sie können ( = vor allem wollen Sie) mit dieser Hand nichts zu tun haben, Sie haben bereits abgeschaltet.
Bei genauerem Hinsehen haben Sie auch nicht Nichts, Sie haben 2 Punkte, ein unangenehmes 4er Trumpf in Gegnerfarbe und einen Partner, der deutlich mehr als eine Eröffnung haben muss, sonst hätte sich die Reizung von O/W nicht auf 1 Pik festgelaufen.
Letzteres ist genau der springende Punkt in dieser Hand, Sie stehen vor der Frage, ob Sie die vermuteten 16-18 Punkte des Partners " mitreizen" sollen oder nicht.
Wenn Sie so denken, und das sollten Sie tun,ist 2 Treff mit der Nordhand jetzt beinahe Pflicht.
2 Treff wird nicht Endkontrakt werden, der Gegner wird 2 Pik bieten, was heißt das?
Noch nicht viel, richtig, aber der Gegner muss jetzt eine Stufe höher spielen, als er ursprünglich wollte, das ist für ihn unangenehm, es kommt Druck bei ihm auf.
2 Pik gehen nicht, nicht zuletzt dank Ihrer gammeligen vierten Pik 10, es fällt ein bis 2 mal.
Was ist hier wichtig?
1. Bleiben Sie wach, auch wenn Sie wenig haben
2. Reizen Sie nicht Ihre Karte, reizen Sie die Karte Ihres Partners. Was heißt das ? Hören Sie sich die Reizung an, ziehen Sie ihre Schlüsse daraus und handeln Sie danach.
Wenn Sie das sorgfältig machen, wird Ihnen auffallen, das der Gegner ( = dies gilt um so mehr, je besser die Gegner sein sollten) freiwillig auf 1 Pik stehenblieb.Worum tat er das?
Die logische Antwort ist, es fehlen ihm zur Weiterreizung die Punkte. Wer hat diese Punkte? Da Sie sie nicht haben, hat sie zwingend ihr Partner.
Was ist das Fazit dieser Hand?
Wer hier sagt " ich hatte doch nur 2 Punkte", der hat einen wesentlichen Aspekt unseres schönen Spiels nicht verstanden, es kommt nicht darauf an, was Sie( = alleine) haben, es kommt ausschließlich darauf an, was Sie gemeinsam mit Ihrem Partner haben.
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Betreff: Judgement ( 13.04.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Judgement und einige grundsätzliche Regeln für das Bietverhalten.
West eröffnet mit 1 Coeur, Nord meldet mit 2 Karo Widerstand an.
Ost und Süd passen, West bietet 2 Coeur.
Nord ist am Zuge, was tun?
Die Antwort ist ganz klar und zwar lupenrein klar, nämlich eindeutig " Nichts".
" Nichts" ist nämlich gar nicht " Nichts", es sagt lediglich, dass Nord sein Lied schon gesungen hat, es ist jetzt an Süd, zu entscheiden, ob seine Achse noch etwas unternimmt, immerhin hat ja Nord mit seinem 2 Karogebot und anschließendem Pass Süds Datenkranz erweitert, auch Osts zweimaliges Pass war informativ.
Vor allem sollte Nord nicht selbst 3 Karo reizen ( = es bleiben nur 5 Karos), evtl. hat seine Partner ja die Piks und könnte diese noch auf der Zweierstufe bieten oder er hebt seinerseits die Karos, ein 3 Karogebot von Nord würde die Optionen von N/S ohne Not verringern.
Es kommt tatsächlich so, wie Nord insgeheim erhoffte, Süd bietet tatsächlich 2 Pik, was hier ein 5er zeigen sollte.
Zwei Pik ist darüber hinaus auch eine freiwillige Reizung ( = Süd könnte passen), zeigt also eine Hand ab etwa 7 bis 8 FP.
Dies zu wissen ist für Nord hilfreich, insbesondere, falls Ost nach pass, pass auf 2 Pik jetzt noch 3 Coeur bieten würde.
Ich möchte zunächst darauf hinweiden, dass West auf 2 Pik definitiv kein Gebot mehr hat, für O/W gilt jetzt nämlich Ähnliches wie zuvor auch für N/S,es ist an Ost zu entscheiden, ob es noch weitergeht.
Sollte Ost noch 3 Coeur bieten, ( wozu ich angesichts seines 4er Piks ebenfalls rate) kann Nord jetzt nämlich auf deutlich besserer Informationslage beurteilen, ob er noch 3 Pik bietet, wozu ich mit dem Double Ass als Anschluss ebenso rate.
Was ist hier wichtig?
1. Erzählen Sie Ihre Geschichte nicht zweimal, ein mind. 5er Karo und mind. 11 FP haben Sie bereits in der ersten Bietrunde gezeigt, Ihr leichter Punktüberschuss mit 14 FP ist nicht Anlaß genug, selbst weiter zu reizen.
2. " Babbeln" Sie nicht ständig selbst, geben Sie Ihrem Partner die Chance, etwas zu erzählen, insbesondere, falls Sie mit einem eigenen Gebot den Bietraum Ihrer Achse ohne Not einschränken sollten
3.Unterscheiden Sie zwischen dem Informationsgehalt einer " freiwilligen" Reizung Ihres Partners und einem "erzwungenen"
Gebot seinerseits, z. B. nach einem Kontra oder Farbüberruf, wo er ab 0 Punkten reizen müßte.
4.Sie erarbeiten sich damit eine bessere Informationsbasis für spätere Entscheidungen, hier bei der Frage, " was machen wir nach 3 Coeur des Gegners"?.
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Betreff: Blattbewertung ( 13.04.2026 )

Heute habe ich in einer interessanten Paarturnierhand wieder einmal das Thema Blattbewertung.
Falls N/S keine Zweifärberkonvention für die Unterfarben im Programm haben sollten wird West mit 1 Pik eröffnen, Ost wird eine Einladung zu 4 Pik aussprechen und West 4 Pik bieten.
Süd ist am Zuge in Rot gegen Rot.
Im Paarturnier ist dies für mich jetzt ein 4 SA ( = Zweifärber, Tendenz beide UF, aber auch mit Coeur ist möglich.)
In Grün gegen Rot ist es selbstverständlich, in Rot gegen Rot lange nicht, ich rate trotzdem dazu, der Gegner kann ja jetzt auch Fehler machen.
Wie sieht die Lage aus Sicht von West aus?
Er hat mit seinen 16 FP einen Punktüberschuss ggü. einer normalen Eröffnung, 5 in UF des Gegners werden sicher fallen, verdient man jedoch an einem Kontra genug, oder gehen auch eigene 5 Pik?
Er kann ( = und sollte) zunächst über 4 SA passen, er kommt ja noch einmal dran.
Nord bietet 5 Karo, über die Ost definitiv keine Aktion hat.
Der " schwarze Peter" liegt bei West, es ist aber ja ohnehin eine sog. " Forcing Pass" Situation entstanden, er muss also mindestens strafkontrieren oder selber höher bieten.
Ich würde mit 3 Kontrollen in den Unterfarben ( = Ass, König in Treff und Single in Karo) jetzt 5 Pik bieten, die auch gehen.
Ein sehr schwieriges Problem, hier braucht man auch ein wenig Glück ( = z. B. Gegner reizt über 4 Pik nicht) um zu reüssieren.
Was ist hier wichtig?
Der Gegner ist in 4 Pik, die allem Anschein nach gehen, Süd hat selbst eine sehr schöne Verteilungshand.
Wichtig ist jetzt vor allem, dass man nicht bedenkenlos oder schlicht faul die 4 Pik wegräumt, sondern mal in die Bücher geht.
In Grün gäbe es über 4 SA keinerlei Diskussion,bei gleicher Gefahrenlage in Rot ist es schwieriger.
Ich empfehle im Ergebnis jetzt 4 SA zu reizen, um auch dem Gegner die Chance zu geben, Fehler zu machen, z. B. 5 Pik zu bieten, wenn sie nicht gehen würden.
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Betreff: Was ist der richtige Konrakt? ( 12.04.2026 )

Heute habe ich wieder einmal ein schönes Beispiel, dass vernünftiges Reizen nicht notwendigerweise zu guten Ergebnissen führt.
Ost eröffnet mit 1 Treff, West bietet 1 Karo und Ost 1 Pik.
Plausible Gebote von West sind jetzt m. E. stop 4 Pik von West ( = eindeutig meine erste Wahl) oder etwas defensiver stop 3 Pik, worauf Ost ins Vollspiel gehen würde.
22 von 26 Tischen waren auch in 4 Pik, die wegen des unglücklichen Pikstandes dann in der Regel zweimal fielen.
Bei uns am Tisch gab es eine Diskussion darüber, wie man eine Hand mit Chicane bewerten sollte, weil ich über das 2 Pikgebot von West verwundert war und dies auch zum Ausdruck brachte.
Es wurde m.E. zu Recht eingewandt, dass man ein Cicane in Partnerfarbe geringer bewerten sollte als in einer anderen Nebenfarbe.
Ich bewerte dieses Argument vor allem dann nicht so stark, wenn der Spieler mit Chicane auch kleine Trümpfe hat.
Kein Zweifel kann aber darüber bestehen, dass 2 Pik nie und nimmer geboten werden kann, das Blatt ist mindestens eine Einladung wert, viele werden sogar gleich 4 Pik geboten haben.
Das Gebot von 2 Pik wurde sehr stark vertreten, nicht zuletzt mit der Argumentation " es gingen ja auch nur 2".
Wenn Sie so argumentieren, werden Sie nur in den Fällen Erfolg haben, wo Hände schlecht stehen ( = ich schätze 5 bis 8 %), in 92 bis 95 % der Fälle sind Sie nicht bei der Gruppe, die hier ganz normale 4 Pik bietet und erfüllt.
Wenn Sie das verstehen, ist schon viel gewonnen, Sie müssen es dann nur noch umsetzen.
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Betreff: Vorsicht ( 08.04.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für Verhalten in Misfitsituationen.
Süd eröffnet mit stop 2 Coeur.West passt, schwach auf schwach gibt es nicht.
Nord fragt mit 2 SA nach der Qualität des Weak Two und hört 3 Coeur ( = habe kein Feature).
Nord geht in die Bücher, er sinniert über pass, 4 Coeur oder 3 SA.
Gegen Pass sprechen eindeutig die Punkte mit zweimal Ass, König und einem weiteren König, für pass lediglich der Misfit.
Gegen 3 SA sprechen das Single Coeur und die schwache Pikhaltung, 3 SA ist glasklar das schlechteste Gebot, lassen Sie sich nicht dadurch kirre machen, dass sie hier wegen Karo Dame Double und Treff Dame, Bube 8,6 davor doch Double Dummy gehen, nachdem Süd kein Feature zeigen konnte, ist 3 SA praktisch tot.
Für 4 Coeur spricht die hohe Punktzahl und immerhin die Coeur 10, mit Coeur 5 z.B. wäre die Hand schon deutlich fraglicher.
Also alles in allem ein 4 Coeur von Nord mit gleichzeitigem Gebet für den Bridgegott.
4 Coeur gehen letztlich trotz des unmöglichen Coeurstandes,entscheidend dafür sind die Coeur Mittelkarten ( = sehen Sie die Kraft der 10 in Verbindung mit Bube 9,8 bei Süd? ) und die Tatsache, dass Ost nur Double Pik hat, so dass er Süd nicht forcieren kann.
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Betreff: Sachte bitte! ( 08.04.2026 )

Heute habe ich ein Board, das Fingerspitzengefühl in der Reizung bedarf.
Ost eröffnet mit 1 Karo, West bietet mit dem 5er Pik und den 5 FP jetzt 1 Pik ( = gut so),Ost reizt diszipliniert 2 Treff ( = Zweifärber bis 17 FP), West bessert auf 2 Karo aus.
Ost gibt noch nicht auf und bietet 2 SA, West daraufhin 3 Karo ( = Passzwang).
Dies gefällt Ost nicht, gute Ostspieler hören aber zu und passen.
Wer jetzt 3 SA bietet sagt damit im Grunde, " ich sitze leider nicht auf Ost UND West, sonst könnte ich alleine spielen und müßte nicht ständig das beachten, was Du Dödel mir erzählst".
Hier gehen zwar 5 Karo, das ist aber Zufall und nur dem Umstand geschuldet, dass beide eine nützliche Kürze haben, normal ist das nicht.
3 SA gehen deutlich nicht.
Was ist hier wichtig?
Hören Sie zu, wenn der Partner was sagt, nehmen Sie es ernst ( = oder wechseln den Partner, wenn er zu oft Blödsinn erzählt, nachdem Sie mit ihm darüber gesprochen haben).
Er sieht seine Hand, glauben Sie ihm, was er Ihnen darüber erzählt.
Die Gebote 2 Karo und später 3 Karo zeigen Schwäche und noch mehr Schwäche, wie soll da eine Partie gehen.?
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Betreff: Balancing 2 ( 08.04.2026 )

Heute habe ich erneut ein Beispiel für gutes Balancing.
Ost eröffnet mit 1 Karo, West antwortet mit 1 Coeur, Ost bietet 1 SA.
Für mich hat jetzt Süd ein klares 2 Karo, ein sog. Prebalancing, ein vorverlegtes Balancing, weil er befürchten muß, dass sonst die Reizung mit 1 SA endet.
Hierüber werden auch die Experten streiten,auf jeden Fall spielen diese auch besser gegen 1 SA, als unsere Spieler dies taten.
Ich spiele nicht so gut, deshalb reize ich zur Kompensation schon mal etwas glücklicher, so wie hier 2 Karo.
2 Karo wird wahrscheinlich durchgepasst werden, man erfüllt mit einem bis 2 Überstichen.
Was ist hier wichtig?
Ost hat sich mit 1 SA in der Reizung auf 12-14 Punkte limitiert, sein Partner ist allerdings noch unlimitiert.
Trotz Gefahr und des unlimitierten West ist es wichtig hier im Paarturnier mit 2 Karo die Betriebstemperatur etwas zu erhöhen,nach dem anfänglichen Pass wird Partner dies schon einordnen können.
" Ist das nicht zu gefährlich ? " werden Sie vielleicht fragen.
Es ist zweifellos gefährlich, kann im Paarturnier böse enden ( = dann ist es eben ein ganz schlechtes Board), endet aber öfter darin, dass der Gegner zu hoch kommt.
Außerdem ist es so, dass West, falls er stark sein sollte, nicht notwendigerweise kontriert, oft wird er dann weiterreizen und ein eigenes Vollspiel suchen.
Wäre die Reizung auf 1 SA stehengeblieben ?
In 80% der Fälle ja, hier hätte ein guter Spieler auf Nord jetzt mit 2 Coeur ein Balancing abgegeben, dieses wäre leider deutlich schlechter gewesen als Süds 2 Karo.
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Betreff: Spieltechnik ( 08.04.2026 )

Heute habe ich einen Aspekt der Spieltechnik.
Die Reizung in dieser Hand verläuft relativ unspektakulär.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd antwortet mit 1 Coeur und Nord bietet stop 2 SA.
Süd macht wenig Federlesens und schließt mit 6 Coeur ab.
Zunächst mal finde ich es erstaunlich, dass hier immerhin 5 Paare im Schlemm waren, normalerweise findet beim BFC fast niemand einen Verteilungsschlemm, allenfalls rein punktbasierte Schlemms werden gefunden.
Sehr erstaunt bin ich, dass 2 Paare in 6 Coeur fielen.
Ein Paar erhielt den unangenehmen Angriff von Pik 6 ( = dieser Angriff ist objektiv sehr schlecht, gegen einen Schlemm spielt man niemals von einem König weg), hier aber gefährlich.
Welchen Spielplan machen Sie sich ?
Sollte Pik König bei Ost stehen, müssten Sie, falls Sie im ersten Stich klein bleiben, den blanken Coeur König finden, um zu erfüllen.
Wenn Sie Pik Ass nehmen und versuchen, auf Karo Ass, König den Pikverlierer abzuwerfen, sticht Ost etwas unerwartet die zweite Karorunde, Sie gewinnen dann nur noch , wenn Sie überstechen und Coeur Ass ziehen.
Dieses Risiko müssen Sie aber nicht eingehen, mit einem Sicherheitsspiel ( = hier Verzicht auf Coeurschnitt) gewinnen Sie zu nahezu 100%, Sie verlieren nur, wenn ein Spieler alle drei Trümpfe hätte und zusätzlich selbst Karo in der zweiten Runde stechen würde.
Sie nehmen also Pik Ass und spielen klein Coeur zum Ass.
Falls beide Gegner bedienen und nur der Coeur König " bleibt stehen", gewinnen Sie mit Karo zum Ass und Karo König nach.
Hier machen Sie automatisch 13 Stiche, weil West den Coeur König blank hat.
Bei Treffausspiel werden Sie in der Praxis vermutlich nur 12 Stiche machen, man nimmt dann Treff am Tisch und spielt den Coeurschnitt, der an den blanken König verliert.
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Betreff: Extreme Hände reizt man extrem ( 08.04.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für das Reizverhalten in einer Extremhand.
Ost eröffnet mit 3 Coeur, Süd bietet 4 Treff, was im Non Leaping Michaels Konzept mindestens 5-5 in Treff und Pik verspricht.
West bietet 4 Coeur und Nord erkennt auf 5 Treff.
Obwohl Ost wenig Punkte hat, ist sein Blatt durch Süds und Wests Gebote enorm gewachsen, er hat in beiden Gegnerfarben ein Single und seine Achse hat einen schönen Fit.Es spricht auch einiges dafür, dass sein Partner Anschluß in seiner zweiten Farbe Karo hat.
Er bietet daher 5 Coeur, dies ist einer der ganz wenigen Fälle, wo der Eröffner einer langen Farbe noch einmal sprechen können dürfte.
Merken Sie sich aber bitte Folgendes : Ost spricht hier nicht noch einmal, weil er N/S nicht spielen lassen will, er hat die von mir aufgezählten Gründe zu sprechen.
5 Coeur gehen hier, wenn man die Trümpfe technisch richtig behandelt, erst klein zur kurzen Figur und dann Schnitt auf dem Rückweg.
Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Hand ist die Fragestellung für Nord, ob er auf die Piks ( = kann seine Achse 1 Stufe niedriger spielen) oder die längeren Treffs geht, die man allerdings eine Stufe höher spielen muß.
Dies ist eine ganz schwere und kaum logisch abzuleitende Entscheidung, manchmal braucht man auch im Bridge etwas Glück.
Richtig und wichtig ist hier auf jeden Fall, was ich jede Woche predige, einen Zweifärber auch wie einen Zweifärber zu reizen, bietet Süd hier einseitig nur Pik, geht seine Partei als Verlierer vom Platz, die Treffs sind für immer verloren.
" Aber Herr Koch", werden Sie sagen, " wenn Süds 4 Treff künstlich für Treffs und Piks steht, dann kann ich ja den Einfärber in Treff nicht mehr natürlich auf der Viererstufe reizen".
" Das ist richtig ", antworte ich, " mit dem Einfärber in Treff reizen Sie 5 Treff oder passen, falls Ihr Partner nichts hat, werden Sie auch keine 5 Treff machen".
Ich hätte noch arrogant ergänzen können "Vier Treff ist sowieso ein Gebot für Looser".
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Betreff: Balancing ( 07.04.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für gutes Balancing.
Ost eröffnet mit 1 Karo, West bietet 1 Pik und Ost 1 SA, West bessert in 2 Karo aus.
Nord ist am Zuge,hat er außer pass noch Möglichkeiten?
Ost hat sich auf 12-14 limitiert, West hat offensichtlich auch nicht die Punkte, eine Vollspieluntersuchung einzuleiten, das 2 Karogebot ist eher sogar defensiv.
Daher wird Süd auf mindestens 8, eher 10 Punkten sitzen.
Aber was soll er bieten, Kontra wäre eine Möglichkeit, lacht einen mit den 3 schwächlichen Coeurs aber auch nicht geradezu an.
Für mich ist das trotz der Pikreizung von West ein klares 2 Pikgebot.
Süd wird vermutlich 2 Pikkarten dazu haben und Entrees, um in Pik zweimal gegen West zu schneiden.
Auf 2 Pik werden O/W möglicherweise noch 3 Karo bieten, was dann?
Hier erwarte ich von einem guten Spieler auf Süd eine kompetitive Hebung auf 3 Pik.
3 Pik gehen, N/S durften auf keinen Fall O/W 2 Karo, besser auch nicht 3 Karo spielen lassen.
Was ist hier wichtig?
Wenn sich die Reizung der Gegner auf niedriger Stufe festgelaufen haben sollte, was Nord hier sicher weis, muss man in den meisten Fällen noch einmal "im Quark rühren", d.h. den Gegner aus seinem Paradies vertreiben, ihn ins Risiko bringen, dies war hier klar erkennbar.
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Betreff: Wo ist die Grenze? ( 07.04.2026 )

Heute habe ich ein interessantes Board für die kompetitive Reizung.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Ost kontriert in der Outpassposition auf, Süd bietet 2 Pik.
West zeigt seine Hand und bietet 3 Coeur.
Süd gibt nach dem anfänglichen Passs von Ost noch nicht auf, auch West hatte ja über sein initiales 1 Pik keine Reizung gefunden und dies kann nicht daran gelegen haben, dass er auf langen Piks hockt.
Süd bietet noch 3 Pik.
Dies ist im Paarturnier wahrscheinlich genau die richtige Höhe, wo der Gegner weder erfolgreich kontrieren kann noch mit 4 Coeur ins Risiko gehen will.
Wie findet man diese kritische Höhe heraus?
Dies ist sehr schwer, für mich gilt hier die Guideline, dass ich mit der guten Pikfarbe und der 7er Länge um zwei Stiche besser bin als mit einer normalen einfachen Eröffnung mit 5er Pik.
Daher biete ich jetzt auf der 3er Stufe.
Was spielt noch in die Überlegung herein?
M.E. ist es unwahrschenlich, dass Partner null Punkte hat, 1 Stich traue ich ihm schon zu, Ost eröffnete nicht und West hatte keine Stärkekontra, die fehlenden Punkte werden tendenziell bei Nord sitzen, den ich im Spektrum von 0 bis 5 Punkten ( = er passte ja mein 1 Pik) eher am oberen Rand verorte.
Was spielt darüberhinaus noch eine wichtige Rolle?
Das sieht man meiner Hand direkt an, ich habe praktisch null Defensive außerhalbe der langen ( = und damit für die Verteidigung ungeeigneten) Pikfarbe.
Was sind die Risiken?
Partner wird auch nicht viel Defensive haben, mein Double Coeur deutet auch auf einen normalen Sitz der Coeurs mit 3-2 oder 2-4 hin.
Was ist, wenn der Gegner 4 Coeur bietet?
Dann muss ich es aussitzen, ich biete auf keinen Fall 4 Pik.
Weil ich aber auf jeden Fall 110 oder 140 für 2 oder 3 Pik machen wollte kontriere ich 4 Coeur wenigstens, viel wird es gegegn den grünen Gegner nicht bringen, aber immerhin.
Im konkreten Beispiel hätte ich mit Zitronen gehandelt, 4 Coeur gehen in der Praxis, das geniale Nachspiel von Karo Dame nach Nords Pikangriff findet man nicht, es ist das einzige, das 4 Coeur schlägt.
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Betreff: Irreguläres Board ( 01.04.2026 )

Heute habe ich eine Anmerkung zur Einstellung unseres Turniercomputers respektive unserer Turnierleitung.
Hier in diesem Board haben O/W 18 FP und N/S 22.
Auf N/S gehen 3 SA, O/W erzielen also nur 4 Stiche in 3 SA.
Die Ergebnistabelle zeigt im Schnitt 3 SA Kontrakte von O/W mit 10 Stichen, also nur ( im Schnitt!!!) 6 mehr als sie drin haben.
Das Board muß also aus der Wertung genommen werden, offensichtlich stimmen die Karten und die Ergebnisse nicht überein, wahrscheinlich eine Hand- oder Achsenvertauschung.
M.E. kann man in den Bridgeprogrammen RuderSyv oder Merlin eine Einstellung wählen, wonach dem Turnierleiter offensichtlich irreguläre Ergebnisse angezeigt werden ( oft fehlerhafte Eingabe als Grund), damit er dem nachgehen kann.
Wir sollten prüfen, was wir da machen können.
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Betreff: 6 Pik sollte ein Nuller sein ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel für mangelnde Reiztechnik.
Nord eröffnet mit 1 Pik, Süd bietet stop 2 SA ( = Partieforcing mit Pikfit).
Nord bietet stop 4 Karo ( = Kürze in Karo), Süd 5 Treff ( = Treffkontrolle, verneint Coeurkontrolle), Nord 5 Coeur, Süd 6 Karo ( = karokontrolle), Nord 6 Pik ( = habe nicht Coeur Ass und König, sonst hätte er 6 Coeur geboten), Süd 6 SA.
Der Schlemm spielt sich einfach, man macht alle Stiche, weil Coeur König im Schnitt steht.
Was ist hier wichtig?
Aufgrund des gewaltigen Materials und Superfits in Pik werden hier selbst beim BFC einige im Schlemm sein.
Wenn ich die schlagen will, muß ich mich mit der Frage beschäftigen, ob anstatt 6 Pik auch 6 SA gehen.
Das ist hier absolut sicher.
Sollte Nord nur den Coeur König haben, kommt der Angriff von der richtigen Seite.
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Betreff: Vollspiel? ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für Blattbewertung.
Falls N/S keine Zweifärberkonvention im Programm haben wird Süd mit 1 SA eröffnen,Nord wird mit 2 Coeur einen Piktransfer einleiten.
Nach Süds 2 Pik ist Nord wieder dran, was tun?
Nord hat eine sehr schöne Verteilung, Süd hat allerdings definitiv kein 4er Pik, sonst hätte er ein Gebot aus dem Superacceptance- Konzept gewählt.
Da der Weg zu 5 Karo sehr weit erscheint ( sie gehen hier zufällig, sind aber kaum zu erreichen, 3 Karo von Nord wäre ein Cue Bid für 4 Pik), konzentriert sich Nord auf ein evtl. Pikvollspiel und lädt nit 2 SA ( = zeigt definitiv nur ein 5er Pik) dazu ein.
Mit dem schwachen Pikfit passt Süd hierauf.
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Betreff: Grundrechenarten ( 31.03.2026 )

Heute habe ich wieder ein Beispiel aus der zweiten Grundschulklasse.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 1 SA ( = für 2 Treff wäre mir die Hand zu schwach).
Nord hat jetzt m. E. 3 Handlungsmöglichkeiten, wobei ihm das Double Pik zu Recht gewisse Sorgen bereitet, nachdem Süd nicht 1 Pik bot.
1. Stop 3 SA = Augen zu und durch
2. 2 Coeur revers und Forcierend ( = meine Wahl)
3. Stop 3 Pik ( = Stopperfrage, nicht meine Wahl, setzt Partner enorm unter Druck, falls dieser keinen Pikstopper hätte)
Ganz egal, was Nord macht, unter Vollspiel kann es hier mit 19 FP und 10 FP nicht abgehen, 4 von 8 Paaren ( = eindeutig mind. 3 zu viel) sahen das anders.
Mir ist vollkommen, aber wirklich vollkommen, unverständlich, wie entweder Nord es hinbekommt, nicht forcierend bis zur Partie weiter zu reizen oder Süd forcierende Gebote unter Partie passen kann.
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Betreff: Zu wenig Vollspiele ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein Hand, die wieder einmal beweist, dass man in der Reizung gut zusammenarbeiten muß.
Süd ist knapp unter einer Eröffnung, past aber diszipliniert an ( = gut so), Nord eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 1 Pik.
Süd sollte jetzt mit dem 4 er Coeur kontrieren, die mangelnde Spielfähigkeit in Treff spielt hier keine Rolle, da Süd auf Karo ausweichen kann.
Nord bietet 2 Coeur.
Jetzt geht mit 11 FP ein Pass auf Süd gar nicht, er muß mindestens mit 2 Pik eine starke Einladung zu 4 Coeur abgeben ( für pass von Nord = 3 Coeur darauf habe ich dann Verständnis) oder aber gleich 4 Coeur bieten.
Dies ist vermutlich nur einmal passiert, Ost bot dann wohl völlig überzogen 4 Pik.
Was ist hier wichtig?
Süd hat anfangs zu Recht gepasst, dann muß er in der Folgereizung entsprechend mehr Gas geben, damit Nord seine Hand einordnen kann.
Die Kontrakte 2 Karo ( = unfassbar) und 2 Coeur kann es definitiv nicht geben, 3 Pik unkontriert von Ost auch nicht.
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Betreff: Mitmachen!!! ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel, das zeigt, dass man in der Reizung immer wo es eben auch nur geht, mitwirken soll und sich nicht mit dem Vollspiel zufrieden geben soll, wenn man kostenlos " mehr" untersuchen könnte.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West bietet korrekt 1 Pik ( = ein möglicher 4-4 Fit in Pik ist einem 5-3 Fit in Coeur in der Regel überlegen), Ost jetzt stop 3 Coeur.
West sollte jetzt, wie es wohl 7 von 8 Paaren lustlos und fehlerhaft taten, mit 4 Coeur abschließen.
Er kann aber auch auf dem Weg zum sicheren Hafen 4 Coeur dem Partner noch einiges zeigen, vielleicht geht ja mehr.
Ein Gebot, das nicht 4 Coeur ist, heißt hier nicht, dass unbedingt und auf jeden Fall Schlemm gespielt werden muß, es zeigt lediglich eine positive Hand, mit der ein Schlemm nicht ausgeschlossen ist.
Daher bietet West 4 Treff ( = zeigt Kontrolle und Coeurfit),auf das Nennen einer Pikkontrolle verzichtet er bewußt, um keine Missverständnisse hinsichtlich der Trumpffarbe aufkommen zu lassen.
Ost gefällt dieses Gebot außerordentlich gut, es schützt seinen Treff König und sorgt wahrscheinlich für einen Pikabwurf, ein Schlemm scheint jetzt nur noch von einem Karoschnitt abhängig zu sein, falls West Karo König nicht haben sollte.
Ost zeigt mit 4 Karo eine Karokontrolle, West hat nichts mehr zuzusetzen und bietet 4 Coeur.
Dies ist aus seiner Sicht Abschluß, Ost darf aber weitermachen, wenn ihm nach Wests Positivsignal 4 Treff danach wäre.
Dies ist hier der Fall, er stellt mit 4 SA die Assfrage und erfährt von einem Ass ( = Treff Ass), leider hat West nicht das Pik Ass.
Ost kann jetzt an schlechten Tagen mit 5 Coeur kneifen oder an guten Tagen 6 Coeur bieten.
6 Coeur spielen sich einfach, weil die Karte sehr gut steht ( = Coeur 2-2, Karo König vor den Karos und Pik Ass bei Süd).
Es ist ein sehr schlechter Schlemm in dem man auf Dauer nicht sein sollte, aber wenn man drin ist erfüllt man ihn quasi zwangsläufig.
Es ist schade, dass Paar 5, die einzigen, die drin waren, nicht den richtigen Spielplan fanden bzw. sich diesen nicht machten, es gibt nämlich nur einen.
Frühzeitiger Karoschnitt, 2 mal Trumpf ziehen, Treff König entblockieren, Karoschnapper und Pikexpass.
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Betreff: Taktisches Pass ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel, das illustriert, dass man nicht jedes mögliche Gebot auch abgeben muß.
Nord eröffnet mit 1 SA, Ost bietet 2 Coeur ( = mind. 5er Coeur und mind. 4er UF), Süd jetzt NON Forcing 3 Treff.
Wie stellt sich die Lage aus Sicht von West dar?
Der Gegner dürfte eine leichte Punktmajorität haben, seine Seite hat einen Coeurfit, er bringt außer Coeur Ass fast nichts mit, evtl. einen Unterfarbschnapper.
Wenn man jetzt 3 Coeur bietet erlaubt das dem Gegner eher Coeurkürzen auf seiner Seite zu erschnüffeln und auszuwerten, er wird mit einer bekannten Kürze auf einer Seite viel eher höher bieten als ohne diese Kenntnis,daher empfehle ich auf West ein taktisches Pass.
Auf pass wird Nord passen, auf 3 Coeur wird er 4 Treff bieten.
Falls West und Nord passen würde Ost mit der tollen Verteilung noch 3 Karo bieten, West 3 Coeur und Nord 4 Treff, alle passen.
Auf 4 Treff bot Ost jetzt ( = verständlich) 4 Coeur und Süd nach Wests Coeurhebung 5 Treff, obwohl er vom mind. Double Coeur bei Nord weiß.
5 Treff spielen sich einfach.
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Betreff: Wach bleiben ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass man nach einer Positivinformation, die eigentlich auf einen Teilkontrakt angelegte Reizung doch noch Richtung Vollspieluntersuchung lenken sollte.
Ost eröffnet mit 1 Pik, West bietet 1 SA, Ost ist am Zuge.
Ein bischen trauert man seinem ersten Gedanken nach, diese Hand statt mit 1 Pik mit 1 SA zu eröffnen, dann hätte man die Punktzahl sauber rübergebracht.Hat man aber nicht.
Was aber jetzt? Pass kommt mit dem Single nicht in Frage, für einen Sprung hat man nicht genug Masse.
Also bietet man systemgemäß 2 Coeur, Partner soll zwischen Pik und Coeur auswählen, oder ggfls. eine lange eigene Farbe reizen, nachdem er sich ja zuvor limitierte.
West hört das Coeurgebot sehr gerne, seine Hand ist jetzt eine knappe Eröffnung wert, insbesondere das Pik Double in Verbindung mit den 4 kleinen Trümpfen sowie die 3 Kontrollkarten in den UF ( = wo Partner ja nur 4 Karten insgesamt hat) machen seine Hand so stark, dass er mindestens jetzt einladen sollte, sogar ein Sprung in 4 Coeur ohne vorherige Einladung wäre vertretbar.
West bietet also 3 Coeur, woraufhin Ost gerne mit 4 Coeur abschließt.
Der Kontrakt spielt sich problemlos.
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Betreff: Wieso Einerstufe? ( 31.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass richtiges Bridge im einzelnen Board nicht notwendigerweise zu guten Ergebnissen führt.
In letzter Hand eröffnet Ost mit 1 Karo, West bietet 1 Pik und Ost 1 SA.
Wie stellt sich die Lage aus Wests Sicht dar?
West hat gute 11 FP, sein Partner eröffnete und zeigte dann eine ausgeglichene Hand mit 12-14 FP.
4 von 8 Paaren blieben jetzt auf der Einerstufe, dies mag zwar leidlich erfolgreich sein, ist aber definitiv kein gutes Bridge.
Falls Partner eröffnet hat und man selbst hat 11 FP ( = genau genommen wegen Treff Ass und König sogar 12 FP), ist eine Einladung zwingend abzugeben.
Die Wahrscheinlichkeit, dass man zu hoch kommen könnte, ist deutlich niedriger als die Gefahr 3 SA zu verpassen.
Was ist hier wichtig?
Hat mein Partner eröffnet und ich habe 11+ FP, unterbreite ich ein Vollspielangebot, basta.
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Betreff: Schludern ist teuer ( 30.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für das "Klein- Klein" im Bridge, das in ca. 70% der Hände Praxisalltag ist, nur etwa in 30% der Boards liegt etwas, was ich als eine Spezialität bezeichnen würde bis hin zur " Zauberei".
Warum wähle ich diese simple Hand aus, um darüber zu schreiben ?
Zum einen weil ich persönlich betroffen bin und zum anderen um Ihnen den Unterschied zwischen 5 MP für 140 und 0 MP für 170 der Gegner zu zeigen.
Durch einen Fehler meinerseits schafften wir es nicht, die uns zustehenden 2 Stiche in jeweils Pik und Treff zu kassieren.
Der Kostenpunkt ist etwa 35% in diesem Board, macht in der Endabrechnung ca. 1,4 %.
Da wir gestern in mehreren einfachen Händen solche Fehler einbauten, war unser Resultat entsprechend, wir bekamen sogar mehr als wir verdient hatten.
Daher mein Rat an Sie gerade im Paarturnier:
Versuchen Sie exakt zu spielen, jeder Stich ist wichtig, schalten Sie nicht ab , wenn der Gegner spielt, besonders in " langweiligen" Teilkontrakten nicht, es lohnt sich.
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Betreff: Stayman ja oder nein? ( 30.03.2026 )

Heute habe ich eine reiztheoretische Fragestellung.
West eröffnet in letzter Hand mit 1 SA, Ost hat 7 gute FP und beide OF zu viert.Die zahlreichen Mittelkarten ( = 3 Zehner und 3 Neuner sind zusätzlich ca. 2 Punkte wert.
Die Frage ist,ob man mit dieser Hand Stayman reizt oder nicht, 4-4-3-2 ist ja prinzipiell auch eine SA- Verteilung.
Ich würde aus zwei Gründen Stayman empfehlen, zum einen hat man das Treff Double und zum anderen könnte die Piksequenz zu einem Stich befördert werden, letzteres wohl nur bei einem 3er Pik von West oder einem Coeurfit.
Also 2 Treff Stayman von Ost und 2 Coeur von West.
Im Team wäre jetzt eine Einladung durch Ost absolut zwingend, im Paar ist es unklar, ich würde noch einen Move empfehlen.
Erfolgt die Einladung, wird West mit seinem Maximum annehmen.
4 Coeur spielen sich recht einfach, auf die dritte Treffrunde wird man ein Karo los , durch den 3-3 Stand der Karos schnappt man sich das vierte Karo hoch.
Man muß hier nicht in 4 Coeur kommen, sie gehen durch sehr glückliche Umstände.
Worauf ich hinweisen will ist etwas anderes, ein 4-4 OF Fit ist dem 1 SA Kontrakt in der Regel überlegen, man macht in Coeur 140 bis 170, in SA wohl nur 120.
Ist also ein Fit vorhanden, wird man besser schreiben als in 1 SA, ist kein Fit vorhanden,muß man im 4-3 Fit spielen.
Das ist nicht schön, das Risiko lohnt sich aber auf Sicht.
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Betreff: Etwas faul, die Herrschaften ( 29.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass sich Fleiss und Sorgfalt in der Reizung lohnen können.
West eröffnet 1 Treff, Ost bietet 1 Coeur und West stop 2 SA.
Ost hat eine kontrollstarke Hand mit 11 FP und 4er Treff.
Ich halte es für etwas lustlos, hier einfach mit 3 SA abzuschließen, man sollte einen Treffschlemm untersuchen, falls der nicht gereizt werden kann, sollten 4 SA nach Versuchsabbruch problemlos gehen.
Also bietet Ost stop 4 Treff ( = Assfrage auf Treffbasis) nach Wests 2 SA.
West zeigt 3 KeyCards, Ost fragt mit den schwachen Treffs noch nach Trumpf Dame und erfährt, dass diese und Coeur König an Board sind.
Daraufhin sind 6 Treff klar, man kann auch 6 SA bieten.
Was ist hier wichtig?
Ost hat in dem Wissen, dass West 18-19 FP hat eine kontrollstarke Hand und ist zu stark für 3 SA.
Sollte West auch eine kontrollstarke Hand haben ist ein Schlemm denkbar, hat er 5 Treffs, hat er allerbeste Chancen.
Die fünfte Treffkarte ist hier besonders wertvoll, sie stellt schlicht einen zusätzlichen Stich dar, die Hand hat einen Nebenfarbverlierer weniger, den Ost abdecken muß.
Gratulation an Paar 9, kein Fleißkärtchen für den Rest des Feldes auf Ost/West.
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Betreff: Zweifärber ( 26.03.2026 )

Heute habe ich wieder das Thema Zweifärber, nachdem wieder 4 Paare auf N/S im minderwertigen 7 Karten Pikkontrakt strandeten, obwohl sie gemeinsame 9 Karten in Coeur haben.
Ost eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 2 Treff ( = habe einen Zweifärber mit Piks und einer weiteren Farbe).
Wer hier 1 Pik geboten hat, beweist, dass er weder seine Hand verstanden hat noch eine Reiztechnik für Zweifärber hat.
Diese Hand ist ein Zweifärber, keine Pikhand.
Nord bietet 2 Karo ( = Deine Piks gefallen mir nicht, ich möchte lieber Karo oder Coeur spielen).
Ost kommt noch mal mit 3 Treff.
Süd bietet 3 Coeur, dies ist eine FREIWILLIGE Reizung, zeigt also eine gute Hand, woraufhin Nord 4 Coeur bietet.
Wenn Ost diese nicht kontriert, ( = kann er nicht) verteidigt West mit 5 Treff, Süd bietet jetzt mit dem Treffchicane 5 Coeur.
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass er dafür einen speziellen Grund benötigt, ( = hier das Treffchicane), er bietet niemals 5 Coeur aus dem Grund, die anderen nicht 5 Treff spielen zu lassen.
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Betreff: Gibts was unter Schlemm? ( 26.03.2026 )

Heute habe ich eine automatisierte Schlemmreizung.
Süd eröffnet mit 1 Treff, Nord weis jetzt, dass man mit seinen 21 FP einen Schlemm spielen wird.
Es entwickelt sich folgende Reizung:
Nord 2 Treff ( = inverted Minor, Forcing)
Süd 2 SA ( = bin Minimum, was Nords Grossschlemmambitionen dämpft, aber noch nicht endgültig ad acta legt)
Nord 3 Karo ( = Karokontrolle
Süd 3 Coeur ( = Coeurkontrolle)
Nord 3 Pik ( = 4. Farbe Forcing)
Süd 3 SA ( = habe Pikstopper)
Nord 4 Treff ( = Assfrage auf Treffbasis)
Süd 1 KeyCard
Nord fragt nach Treff Dame
Süd ( = habe Treff Dame, aber keinen König irgendwo)
Nord stop 6 SA ( nach Süds 3 SA auf 3 Pik wählt er bewußt 6 SA um die Konkurrenten in 6 Treff zu distanzieren).
Der Schlemm spielt sich einfach, man gibt lediglich Pik Ass heraus.
Was ist hier wichtig?
Nord muss nach Süds Eröffnung anhand seiner guten 21 FP erkennen, dass Schlemm gespielt werden MUSS, er muß jetzt die Reizung steuern, vor allem aufpassen, dass unterhalb Schlemm keine passbaren Gebote abgegeben werden.
Bei der Endfestlegung des Kontraktes ist die Prüfung wichtig, ob man SA spielen kann oder in 6 Treff bleiben muss.
In einem schwachen Feld wie beim BFC macht dies viel aus.
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Betreff: Features ( 26.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für gute Reiztechnik.
West eröffnet mit stop 2 Coeur, Ost hat eine schlemminteressierte Hand, benötigt aber mindestens eine Pikkontrolle von West.
Viele spielen hier folgendes System :
Ost fragt mit 2 SA nach der Qualität des Weak Two von West, erfahren mit 3 Pik von Maximum mit guter Farbe und stehen trotzdem dann im Nebel, die Assfrage würde nicht weiterhelfen, wenn 1 Ass fehlte, muß man vermuten, dass dies Pik Ass ist.
Hier wäre aber Pik König völlig ausreichend.
Dieses System ist minderwertig.
Ein moderneres Reizsystem fragt nicht nach Min./Max/ Min./ Max sondern nach sog. Features, nach einem König oder Ass in einer Nebenfarbe.
Besitzt der Weak Two Eröffner keines antwortet er mit 3 in seiner OF ( = quasi pass), hat er ein Feature, hier Pik Ass antwortet er mit 3 in dieser Farbe, also 3 Pik.
Jetzt kann Ost beruhigt stop 6 Coeur bieten.
6 Coeur spielen sich recht entspannt.
Lassen Sie sich nicht kirre machen von der Double Dummy Analyse, es gehen 13 Stiche, ich kenne keinen guten Spieler, der hier in Karo und Treff schneidet, 6 Coeur ist der beste Kontrakt in der Praxis gefolgt von 6 SA.
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Betreff: Reizpsychologie ( 25.03.2026 )

Heute habe ich ein reizpsychologisches und biettechnisches Problem.
Nord eröffnet mit 1 Treff.
Was löst dies bei einem besseren Turnierspieler auf Süd aus, bei 11 von 12 Spielern unseres Vereins aber nicht?
Hätte vor ihm niemand eröffnet, hätte Süd eine eigene stop 2 Trefferöffnung.
Jetzt frage ich Sie. Können Sie sich eine 2 Trefferöffnung vorstellen, die ggü. einer einfachen Eröffnung des Partners keinen Schlemm spielen kann ?
Ich kann mir das NIEMALS NIE NICHT vorstellen und will es auch nicht.
Wir spielen also Schlemm, wir untersuchen nur noch welchen.
Dabei ist darauf zu achten, dass uns in der Reizung nichts danebengeht, insbesondere nicht vor Schlemm gepasst werden darf.
Süd bietet 1 Coeur, Nord 1 Pik und Süd 2 Karo ( = sagt nichts über Karo aus, sondern forciert lediglich als sog. vierte Farbe forcing.
Nord beschreibt mit 3 Treff weiter sein Blatt.
Jetzt ist der kritische Punkt erreicht, viele schwache Spieler wissen jetzt nicht mehr weiter, vergessen auch, dass sie definitiv Schlemm spielen wollten und bieten 4 Coeur, das so ziemlich einzige Gebot, was hier jetzt gar nicht geht
Süd kann folgende forcierende Gebote abgeben:
1. 3 Coeur ( durch vorherige vierte Farbe forcing zeigt dies Schlemminteresse, ist stärker als 4 Coeur und forcierend)
2. 4 Treff, Assfrage auf Treffbasis
3. 4 Karo, Assfrage auf Karobasis
4. 5 Coeur, undefiniert, lange Coeurs, forcierend
Ich würde 3 Coeur wählen, auf die Nord mit dem Ass, auch wenn es nur Single ist, 4 Coeur bieten sollte.
Daraufhin stellt Süd mit 4 SA die Assfrage, erfährt von einem fehlenden Ass ubd schließt mit 6 Coeur ab.
Das Problem der Assfrage bei einem Chicane besteht immer darin, dass, sollte 1 Ass fehlen, man nie weis welches es ist, in der Chicanefarbe braucht man kein Ass.
Sollte einem das alles zu kompliziert sein habe ich eine klare Empfehlung an Sie.
Reizen Sie sobald als möglich 6 Coeur, nicht 4 Coeur.
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Betreff: Drury ( 25.03.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel, das zeigt wie wichtig es ist, möglichst präzise zu reizen und nicht zu schludern.
Süd eröffnet in letzter Hand mit 1 Pik.
Für OF- Eröffnungen in dritter oder vierter Hand, die oft schwächer als eine normale Eröffnung sind, haben die Reiztheoretiker die Konvention Drury entwickelt.
Sie wird immer dann angewandt, wenn der angepasste Eröffner aufgrund eines Fits dennoch u. U. Partieinteresse in dieser Farbe hat.
Dazu reizt man konventionell 2 Treff.
In einem einfachen Drurysystem antwortet der Eröffner mit unterwertiger Eröffnung durch Wiederholung seiner OF, jedes andere Gebot zeigt eine mindestens vollwertige Eröffnung.
Hier würde die Reizung also wie folgt verlaufen:
1 Pik, 2 Treff Drury, 3 Treff ( = habe volle Eröffnung mit Treffs dazu) und Nord stop 4 Pik.
Falls N/S kein Drury spielen, müsste Nord die Piks einladend heben, also entweder stop 3 Pik oder 3 Karo ( = Bergenhebung). Sollte Nord fehlerhaft nur 2 Pik bieten, verpassen N/S eine schöne Partie, ebenfalls wie wenn Süd eine Einladung von Nord ablehnen würde, weil er seinem angepassten Partner nicht so recht traut.
Das ist der Hälfte aller Paare ( = viel zu viele) hier passiert.
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Betreff: Wir spielen ( 25.03.2026 )

Heute habe ich eine kompetitive Paarturnierreizung.
Ost eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 2 Karo ( = 5+ Piks und 5+ in einer weiteren Farbe).
West bietet Non Forcing 2 Coeur, Nord FREIWILLIG 2 Pik.
Ost hebt in 3 Coeur, Süd mit dem Chicane Coeur 3 Pik.
Einige werden auf West mit ihrem Supermaximum jetzt 4 Coeur bieten, die N/S, wenn sie klug sind, im Paarturnier spielen lassen,warum?
Ost bot nicht 4 Coeur, sondern wollte freiwillig nur 3 Coeur spielen.
Im Teamturnier würde man 4 Pik bieten, um sich abzusichern, falls 4 Coeur doch gehen sollten und man u. U. auch 4 Pik erfüllen könnte.
4 Coeur gehen nicht, man gibt 2 Treffs, 1 Pik und einen Trumpfstich ab.
3 Pik werden in der Praxis erfüllt werden, man schlägt sie nur mit dem Spielen von Karo in die dreifache Chicane, was in der Praxis keiner machen wird.
Was ist hier wichtig?
N/S müssen O/W an die Grenze herantreiben, wo sie sich entscheiden müssen und im Risiko sind, das ist hier 3 Pik über 3 Coeur.
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Betreff: 2. Grundschulklasse, Versetzung gefährdet!!! ( 24.03.2026 )

Heute habe ich wieder das Thema Grundrechenarten.
Ost eröffnet mit 1 Coeur, West bietet 1 Pik, Ost bietet 2 Treff ( = keine Wiederholung der schwachen Coeurs bitte), ein passbares Gebot, obwohl Supermaximum, eine schwere Entscheidung.
West hat jetzt 11 Punkte ( Ass und König beim Ass sind 8 Punkte), er MUSS, also nicht KANN, SOLLTE VIELLEICHT oder MÜSSTE also zwingend ein Vollspielangebot unterbreiten, dies macht er mit 2 Karo ( = vierte Farbe Forcing), zeigt 11 Punkte, Ost nimmt mit Doppelstopper in Karo und 15 Punkten jetzt gerne an.
3 mal wurde hier ein stolzer Teilkontrakt gespielt, wie kann das sein.?
In dem Moment wo Ost eröffnete, wußte doch West, dass die Reizung doch mindestens bis 2 SA oder der vierten Farbe Forcing offen gehalten werden muß, dafür hat er zu sorgen.
Ost wiederum wird mit seinen 15 FP von West mit mindestens 11 Punkten eingeladen, 15 + 11 sind bei mir 26, mit Stoppern in allen Farben fällt mir da außer 3 SA nicht fiel ein, eigentlich GENAU GAR NICHTS.
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Betreff: 3 SA erfüllt? ( 24.03.2026 )

Heute habe ich das Thema Spieltechnik, nachdem ( = ich reibe mir jetzt noch die Augen) O/W zweimal 3 SA erfüllte.
West wird mit 1 Treff eröffnen, Nord bietet stop 3 Karo, Ost hat ein knappes Kontra für die Oberfarben, 3 mal landeten O/W in 3 SA.
Egal wer spielt, es wird Karo ausgespielt ( = obwohl Coeur deutlich besser wäre), O/W können 6 Stiche in Treff und Karo Ass, König machen, also 8 Stiche.
Zwei mal erfüllten O/W mit Überstich,wie konnte das gehen?
Auf die 6 Treffs bedient Nord einmal und wirft 1 Pik und 4 Karos ab, dann realisieren N/S die 4 OF Hochkarten und einen entwickelten Karolängenstich.
Vermutlich wurde hier falsch abgeworfen, z. B. Coeur Ass oder Pik König blank gestellt oder ähnliches, eine peinliche Leistung der Defensive auf die naiv gebotenen 3 SA von O/W.
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Betreff: 3 Karo? ( 24.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für kompetitive Reizung.
Nord eröffnet mit 1 Treff,Ost bietet 1 Karo, West 1 Coeur und Nord kontriert.
Ost bietet 2 Karo und Nord kontriert erneut.
Süd bietet 2 Pik ( er sollte die Piks zeigen, obwohl in Treff womöglich ein besserer Fit besteht, aber in Treff muss man eine Stufe höher spielen) und Ost jetzt noch 3 Karo.
Nord ist wieder am Zuge.Was tun?
Er hat eine starke Hand ( = ich bewerte sie mit etwa 18 Punkten), aber auch mit seiner Eröffnung und dann zweimaligem Kontra auch schon stark gereizt, gibt seine Hand noch ein Gebot her ?
Ich meine ohne verschwendete Werte in Karo und der schönen Treffs und leidlichen Piks tut sie das sehr wohl, ich würde 3 Pik bieten.
Egal was O/W jetzt noch machen, sie schreiben minus, 3 Karo hätten sie erfüllt.
Lassen Sie sich vom Double Dummy Diagramm nicht kirre machen, 4 Pik muss man hier nicht unbedingt finden, sie gehen auch nur, wenn man neben dem erfolgreichen Treffschnitt auch Pik Dame findet.
Was ist hier wichtig?
Lassen Sie den Gegner nicht in seinem Wohlfühlkontrakt ( = 3 Karo) spielen, stressen Sie ihn, er braucht Stress, dann macht er Fehler.
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Betreff: Hamanns Rule ( 24.03.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für gute Reiztechnik.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 2 Karo ( = inverted Minor, stärker als 3 Karo und FORCIEREND) , Nord zeigt mit 2 Pik einen Pikstopper und Süd mit 3 Coeur einen Coeurstopper, verneint also explizit einen Treffstopper.
Jetzt bietet Nord 2 SA ( = habe Treffstopper, bin aber Minimum) und Süd erhöht auf 3 SA.
Damit haben N/S den Topkontrakt erreicht, 3 SA gehen wegen der Treffhaltung nur von Nord, nicht von Süd, was alle 3 Paare bei uns falsch machten.
Was ist hier wichtig?
Nord muß nach der starken Reizung von Süd den Mumm haben, mit Treff König, x die SA zu belegen, er hat sich dabei an den amerikanischen Weltklassespieler Bob Hamann erinnert, der formulierte, " immer wenn 3 SA ein möglicher Kontrakt sein könnte, biete 3 SA, sonst auch."
Noch eine Bemerkung zu den Ausspielen, die gegen 3 SA von Süd getätigt wurden.
Es gibt in dieser Hand exakt 1 Ausspiel, nämlich Treff Dame, sonst nun wirklich keines, ABER AUCH WIRKLICH GAR KEINES.
Wer hier Treff 6 ( = "wir spielen 2./4.,wir denken nicht") oder Treff 10 ( = "ich möchte meinem Partner nicht helfen, er soll selber schauen, wo er bleibt") ausspielt, beweist damit, dass er und sein Partner sich noch nie mit Bridge beschäftigt haben, sonst hätten sie Treff Dame ausgespielt.
Versetzen Sie sich doch nur einmal auf den Stuhl von Ost, der Treff 6 Ausspiel des Partners und den Dummy sieht.
Sein Partner hat ihm mitgeteilt, dass er definitiv NICHT Dame, Bube ,10 in Treff hält, also MUSS eine dieser Karten bei Süd sitzen.Er wird also möglicherweise Treff Ass ( = ein sehr guter Spieler nicht) einsetzen und Treff nachspielen um den Treff König bei Nord zu beseitigen.
Noch viel schlimmer, sozusagen total Banane ist das Ausspiel von Treff 10, das defintiv den Besitz von Treff Bube VERNEINT, also den Partner fahrlässig und vorsätzlich anlügt.
Wenn Sie so Bridge spielen wollen empfehle ich Ihnen, einem Sado/ Maso Club beizutreten, dafür sind Sie allerbestens geeignet, Treff 10 erzielt dort maximale Wirkung.
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