Josef Koch Frage/Bridgeproblem senden:
Betreff: 1 SA oder 2 Treff? ( 24.08.2026 )

Heute habe ich eine Hand mit mehreren schwierigen Judgementaspekten.
Ost eröffnet mit 1 Treff, Süd könnte passen, 1 Karo wie bei uns am Tisch ist auch nornal.
Auf 1 Karo meiner Partnerin bot West jetzt 1 SA.
Dies ist nicht mein Favorit, es kann goldrichtig sein, es kann aber auch Probleme heraufbeschwören.
Ich würde hier 2 Treff ( = nach pass noch vor 1 SA meine erste Option) bieten,der einfache Karostopper wäre mir zu wenig für 1 SA, falls Partner eine gute Hand hat, ist es schwer ihn von dem Trip eines höheren SA Kontraktes abzubringen, man müßte dann u.U. 8 Stiche "außerhalb von Karo von oben" haben.
Auf Wests 1 SA bot Nord 2 Karo und Ost jetzt grob fehlerhaft 2 SA ( = niemals ohne eigenen zusätzlichen Karostopper), die West passte.
Hätte West 2 Treff und Nord 2 Karo geboten, hätte Ost ( = schließlich haben beide Gegner gereizt und der eigene Partner mit 2 Treff nur schwach gereizt) jetzt 3 Treff für einen Topkontrakt geboten.
Auf 2 Karo hatte Ost auch noch die Chance,mit einem Kontra für die Oberfarben 3 Treff für seine Achse zu erreichen.
Es kam, wie es halt oft kommt, 2 SA sind chancenlos, man versucht sie irgendwie doch noch zu erfüllen, erhöht das Risiko und fällt hier in einem 08/ 15 Teilkontrakt in Rot für minus 200 oder minus 300.
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Betreff: Basic Instinct ( 24.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für guten Bridgeinstinkt, ja Instinkt, denn neben der ganzen Stochastik und Basismathematik spielt dieser in unserem schönen Spiel eben auch noch eine beachtliche Rolle.
Nord eröffnet mit 1 SA, auf Süds Stayman und Nords 2 Coeur bot Süd jetzt stop 3 SA und nicht stop 4 Coeur,meine super Partnerin erklärte später auch warum.
Trotz 27 FP in beiden Händen sind 4 Coeur aufgrund des 4-1 Standes der Coeurs und des extrem schlechten Sitzes aller 3 Könige völlig chancenlos, 3 SA gehen deshalb auch nicht, man erhält aber immerhin eine kleine Chance, falls O/W einen leichten Verteidigungsfehler machen sollten.
Dieser wurde bei uns gemacht, ein weiterer Spieler und ich durften 3 SA daraufhin erfüllen.
Unsere Gegner schauten meine Partnerin beinahe empört an, weil Sie mit 4er Coeur nicht 4 Coeur sondern 3 SA als Kontrakt wählte.
Sie beauskunftete, dass dies ihrer Meinung nach eine Hand sei, die in 3 SA und 4 Coeur wohl die gleiche Anzahl an Verluststichen ( = vor allem wegen der 3-4-3-3 Verteilung) haben würde und daher 3 SA besser sei.
Ich hielt die Luft an, ich staunte und freute mich innerlich wie Bolle, was bei langjähriger Partnerschaft immer noch an verblüffendem Neuen herauskommen kann.
Diese Entscheidung ist auch nicht selbstverständlich, denn die Positionen in allen Nebenfarben sind ja durchaus verletztlich, da könnte es auch schon mal den Fall geben, dass 4 Coeur gehen und 3 SA z. B. wegen Treff nicht.
Ich stehe aber voll hinter ihrer Entscheidung, sie hatte sich Gedanken gemacht und damit reüssiert, das ist mir 100 mal lieber, als jemand, der sich keine Gedanken macht, stur nach Schema F spielt, auch wenn diese im Einzelfall mal in die Hose gehen können.
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Betreff: Zieh es durch !! ( 24.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass man bis zum Schluß eines Boards konzentriert bleiben muß.
Die Reizung in diesem Board sollte reativ unspektakulär verlaufen sein.
Ost eröffnet mit 1 Treff, West antwortet 1 Coeur, Ost wählt 1 Pik als Rebid und West schließt mit 1 SA ab.
Nord spielt wahlweise Treff 6 ( = vierte) oder Treff 8 ( = zweite einer schlechten Farbe) aus.
Ost duckt zweimal.
Süd wechselt auf Karo.
Nord nimmt die zweite Karorunde mit dem Ass und entwickelt sich die beiden Treffstiche, Süd wirft ein Coeur ab.
Mit Treff Ass am Stich beginnt West mit der Bearbeitung der Piks.
Den vorgelegten Pik Buben nimmt Nord mit dem Ass und zieht die beiden hohen Treffs ab.
Hierauf muß Süd abwerfen, was sollten seine Überlegungen sein?
Am Tisch sieht Süd die double Coeur Dame und in Pik König 7,6 am Tisch, nachdem Ost auf die beiden Treffs Karo Dame und ein Coeur abwarf ( = dies ist ein hundertprozentiges Zeichen dafür, dass West auf dem blanken Karo König hockt, mit Double Karo König hätte er Karo Dame behalten und ein Pik abgeworfen, um noch 2 Karostiche zu realisieren).
Er sollte daher die beiden Karos abwerfen und seine Pikposition intakt halten.
Nord steigt mit Karo aus, Süd kann sich jetzt risikolos den Coeur König blank stellen, dann muß West ihm entweder am Schluß einen Pikstich überlassen oder aber seinem Partner Nord einen Coeurstich.
Woher kann Süd wissen, dass er sich den Coeur König blank stellen kann, weil Nord noch Coeur Bube, 9 hat ?
Er kann es nicht WISSEN, er muß drauf hoffen, er weis, dass Nord entweder noch 4 Coeurkarten oder eine Piklusche und 3 Coeurkarten hält.
Was er aber auf jeden Fall weis,ist dass er die Piks halten muß, nachdem West am Dummy kein Pik abwarf.
Dies sollte ihn leiten, 1 Faller wäre der Lohn für eine unglaublich schwierige Verteidigungsarbeit gewesen.
Was ist hier wichtig?
Achten Sie auf das Abwurfverhalten des Alleinspielers, es war hier hochverdächtig, dass er Karo Dame und KEINE Piklusche abwarf, er will also mit dem 3er ( Rest-) pik noch etwas erreichen.
Da Coeur König ohnehin im Schnitt stand, kann er ihn sich auch risikolos blank stellen, wenn seine Achse in Coeur noch etwas ausrichten will, sind es also eher die Mittelkarten ( Bube, 10 oder Bube ,9 bei Nord), sonst wird Coeur König ohnehin bei Süd herausgeschnitten, weil West mit Pik König ja noch zum Tisch kommt.
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Betreff: Standardreizung ( 19.08.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizkonstellation, die man auf keinen Fall falsch behandeln sollte.
Nach pass, pass eröffnet Süd mit 1 Karo, West kontriert.
Nord passt und Ost befindet sich in einer Standardsituation, für die folgendes Konzept gilt:
1. Mit 0-7 FP und 4er Farbe bietet man 1 in dieser Farbe.
2. Ab 8 FP und 4er Farbe springt man einfach in dieser Farbe.
3. Ab 8 FP und 5er Farbe reizt man diese im Doppelsprung.
4. Ab eigener Eröffnung bietet man zunächst 2 in der eröffneten Gegnerfarbe.
In unserem konkreten Beispiel hätte Ost also stop 2 Coeur bieten müssen.
Daraufhin hätte West 3 Karo geboten ( = bin zu stark für 4 Coeur, lass noch was hören).
Ost hätte 4 Karo geboten ( = Kontrolle in Karo), West jetzt mit 4 SA die Assfrage gestellt, auf die Ost mit 0 oder 3 KeyCards ( = habe Karo Ass nicht) geantwortet hätte.
West hätte noch nach der Coeur Dame gefragt, von Cioeur Dame und Treff König gehört und 6 Coeur ausgereizt.
Der Schlemm spielt sich problemlos.
Wenn ich hier in das Ergebnistableau schaue, bin ich tief erschüttert.
Im Anfängerunterricht lernt man, dass man ab 18 FP auf ein Farbgebot des Gegners niemals eine eigene Farbe reizt, sondern zunächst ein Stärkekontra abgibt.
11 von 12 Westsspielern haben dies offensichtlich nie gelernt und Coeur geboten.
Wie das aber so ist, der liebe Gott hält es mit den Beladenen,Ost hat wohl die Coeurs gehoben und so kam man wenigstens noch in 4 Coeur.
West hätte auch Pech haben können und die Reizung wäre mit 1 Coeur beendet gewesen.
1 Coeur plus 5 ist doch auch eine schöne Anschrift, finden Sie nicht?
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Betreff: Wie reizt man das? ( 19.08.2026 )

Heute habe ich ein komplexes Reizproblem.
Bei uns am Tisch eröffnete West mit 1 Treff, nach ca. 1 Minute Kopfschütteln, peristaltischen Körperverrenkungen und entsprechendem Mimenspiel bot Nord 1 SA, Süd bot Stayman, Nord 2 Karo und Süd 2 Pik, alle passten.
2 Pik wurden erfüllt.
Die Spielerin auf Nord, sagte: " Entschuldigung, ich war völlig überfordert", ihr Partner kam auch nicht auf die Idee, auf ihre 2 Karo einfach stop 3 SA zu bieten, er war verärgert, dass sie 2 Pik wegpasste, er erläuterte nicht, warum er nach 2 Karo von Nord jetzt 2 Pik geboten hatte.
Nach dem Board fragte mich Nord, wie man diese Hand denn reizen könne, diese Frage ist gar nicht so einfach, ich versuche hier mal eine Antwort.
Nach 1 Treff ist sicherlich Pass das beste Gebot, man hat zwar 15 FP mit solidem Treffstopper, aber die Verteilung mit 6-3-2-2 spricht nicht für SA, die Trefffarbe liefert wahrscheinlich auch kaum Stiche, wenn man sie selber spielen muß.
Daher dürfte Pass richtig sein, die Sorge, dass die Reizung auf 1 Treff stehen bleiben könnte muß man sich nicht wirklich machen, die anderen Spieler am Tisch haben einfach so viele Oberfarbkarten, dass sie sich schon melden werden.
Ost passte und Süd ist jetzt zu einem Kontra verpflichtet, jede andere Reizung ist mit einer Treffkürze schlicht verboten. Warum ist das so?
Im modernen Bridge werden auf niedriger Stufe Informationskontras gespielt, keine DIREKTEN Strafkontras.
Dennoch kann man die Situation für ein Strafkontra erreichen, indem der Spieler in letzter Hand, der kurz in Gegners eröffneter Farbe ist, zu einem Pflichtkontra ( ab ca. 4 bis 5 FP) " verdonnert ist".
Dieses Pflichtkontra hat 2 Funktionen :
1.Es kann wie ein normales Negativkontra behandelt werden, der Partner reizt kompetitiv seine längste Farbe.
2. Der Partner des Kontrierenden, bekommt die Option, das Kontra des Partners zu passsen und es somit in ein Strafkontra zu wandeln, diese Grundkonstellation liegt sehr häufig vor, wenn der Kontrierende kurz in der Eröfffnungsfarbe ist, sein Partner konnte nicht reizen, weil er zu viele Karten in Gegners Farbe hat.
Wie sieht es mit den Punkten in solchen Händen aus, was weis man darüber?
1. Der Partner des Eröffners hat 0-5 Punkte, er hat gepasst.
2. Der Eröffner hat oftmals eine gute Hand, er könnte kurz vor einer 2 SA oder 2 Trefferöffnung gestanden haben, er kann aber auch nur eine minimumnahe Eröffnung haben, entsprechend stärker ist dann der eigene Partner.
Wie sollte Nord auf das Kontra reagieren ?
Für den Partner des Kontrierenden ist die Konstellation häufig so, wie sie sich hier darstellt, viele Punkte, viele Karten in Gegnerfarbe, daher kaum ein Fit in Partnerfarbe, die Option ist dann eben das Strafpassen ( = wandeln durch Pass) oder 1 bis 3 SA, je nach Starke.
Hier spielt auch die Gefahrenlage ein große Rolle, immerhin sind O/W auch in Gefahr.
Es ist folgendes Kalkül anzustellen:
Können wir selbst ein Vollspiel machen ( = hier bieten sich 3 SA für 600 an) oder verdienen wir an einem Kontra mehr?
Diese Frage ist nicht einfach zu entscheiden, es ist knapp, oft reines Judgement.
Ich hätte hier strafgepasst wahrscheinlich für 800 und einen einsamen Top.
Was ist, wenn Nord passen ( = also wandeln) sollte.
Jetzt ist es Osts absolute Pflicht, zu prüfen, ob man erfolgversprechend ( = die Katastrophe, die der Gegner uns fest versprochen hat, lindernd) aus dem Strafkontra " rauslaufen kann".
Hierfür gilt folgendes:
Hat der Gegner strafgewandelt reize ich ( selbstverständlich NON Forcing) eine eigene 5er Farbe auf niedrigster Stufe.
Habe ich nur 4er Farben und bin kurz in Eröffners Farbe, reize ich XX, das sog. SOS- Rekontra.
Der Partner soll seine ( so er hat 4er Farbe von unten nach oben nennen, zur Not auch eine 3er Farbe).
Die Hoffnung besteht darin, dass der Gegner möglicherweise in dieser Farbe nicht so extrem wie in der Eröffnungsfarbe gegen uns verteilt ist und diese Farbe nicht strafkontrieren kann oder im Zweifel jetzt doch selbst reizt.
Hierbei spielt auch eine Rolle, ob man für einen neuen Farbversuch auf eine höhere Bietstufe muß ( scheidet nach 1 Treff aus).
Ich hätte hier konkret mit dem 3er Treff gepasst, Treff ist in der Tat noch der beste Kontrakt für O/W.
" Manno, Mann, Herr Koch, jetzt haben Sie aber wieder viel geschrieben", werden Sie möglicherweise sagen.
" Ja, es ist viel" höre ich mich im Unterbewußtsein sagen," aber es ist kein Gedanke dabei, den Sie sich in dieser Situation nicht genau so machen sollten".
Das hören Sie gar nicht mehr, Sie wollen es nicht hören, Sie hätten das hochkomplexe Bridgespiel am liebsten ganz einfach.
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Betreff: Glaub dran!!!! ( 19.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel dafür, dass wir manchmal unserer eigenen Vorstellungskraft, vielleicht auch unseren Träumen nicht genügend zutrauen.
West eröffnete zu Osts Überraschung mit 1 Coeur, Nord bot 1 Pik.
Ich bot auf Ost 2 Pik ( = stark, wahrscheinlich Coeurfit), Süd hob auf 2 Pik.
Mein Partner bot 3 Treff.
Ich ging lange in die Bücher, was bauchte ich für einen Schlemm?
Ich benötigte ein Single Pik beim Partner und 4 von den 5 Schlüsselkarten Coeur Ass, König, Karo Ass König und Treff König ( letzterer war nach seinem 3 Treffgebot wohl schon klar).
Ich verwarf daher den Schlemmversuch und bot 4 Coeur, dies ist für einen ambitionierten Regionalligaspieler ein sehr grober Patzer.
Es ist zwar nicht hoch wahrscheinlich ( = vielleicht 10 %) , dass der Partner diese Voraussetzungen erfüllt, es ist aber mögich und,jetzt kommt das Entscheidende, ich hätte es kostenlos untersuchen können.
Hätte ich einfach 3 Pik geboten ( = heißt wohl jetzt Erstrundenkontrolle in Pik) hätte mein Partner die fundamental wichtige Karokontrolle mit 4 Karo bieten können.
Schlemm muß damit bei weitem noch nicht gehen, das Risiko einen Schlemmversuch mit 5 Coeur abbrechen zu müssen, ist aber hier nahe null.
Daher hätte ich risikolos die Assfrage stellen können und hätte erfahren, dass Partner 2 der vier Keycards in Coeur und Karo ( zusätzlich zu dem bereits gemeldeten Treff König oder Treffsingle) hatte.
Daraufhin ist der Schlemm entweder zu 100% sicher ( = falls West Karo König oder Treff Dame hätte) oder maximal auf einen Schnitt.
6 Coeur wäre also der richtige Kontrakt gewesen, den ich alleine verbaselt hatte.
Schauen Sie jetzt in die Ergebnistabelle und schauen Sie auf den Unterschied zwischen 6 Coeur ( = 100%) und 4 Coeur plus 2 ( ca. 56%), macht etwa 1,5 % in der Endabrechnung des Turniers.
Und warum?
Weil ich wieder mal zu faul war, einfach diese normale Untersuchung zu durchlaufen, die nichts hätte kosten können.
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Betreff: Casino Irrational ( 19.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für mangelnde Judgementfähigkeiten.
West eröffnet mit 1 Karo, Nord bot stop 2 Coeur, Weak Jump.
Süd hat eine Hand, die ggü. einem guten Weak Two von Partner Nord durchaus Partieinteresse hat.Hätte Nord mit 2 Coeur eröffnet, wäre ein 2 SA von Süd anspruchsvoll, aber nicht out of Rosenheim gewesen.
Hier passte Süd, was auch vertretbar ist.
West hat eine schicke Hand, sein Partner hatte allerdings über 2 Coeur nicht reizen können, er wird wohl begrenzte Ressourcen haben.
Trotzdem reizt er jetzt 3 Treff ( = das Gebot 2 SA = habe auch Treffs, halte ich allerdings für deutlich besser, weil es die Karos tendenziell zu 6 macht), weil er zum einen stark ist und vor allem N/S nicht in ihrem Wohnzimmer 2 Coeur spielen lassen will, er will N/S noch eine Kniffelaufgabe stellen.
Diese 3 Treff passte jetzt Süd, für mich schlicht unvorstellbar.
Wenn ich vorher mit mir gerungen habe, ob ich über 2 Coeur des Partners noch irgendwie zu 4 Coeur einladen muß oder nicht, ist doch ein Pass jetzt völlig irrational, es gibt doch gar kein Vertun, dass mein Partner 3 Coeur machen wird, wenn er in Rot einen WeakJump hatte.
Bei uns passte also Süd, es kam ein kleiner Verteidigungsfehler hinzu und mein Partner erfüllte 3 Treff für einen einsamen Saaltop.Selbst 1 mal down wäre noch ein alleiniger Top gewesen.
Nehmen wir jetzt an, N/S wäre nach diesem Bietverlauf noch in 4 Coeur gegangen, was denkbar ist, denn immerhin die Hälfte der Paare war in 4 Coeur und erfüllte diese ausnahmslos.
Sie sitzen jetzt auf Ost und haben sich das Spielchen teilnahmslos angehört, Sie haben nichts gemacht, aber aufmerksam zugehört.
Ihre Aufgabe besteht doch jetzt darin, eine Beurteilung zu finden, ob 4 Coeur des Gegners gehen oder nicht.
Dies hätte ich auf Ost schnell bejaht, Ost hat null Defensive, seine 3 bzw. 4 Karten in den Unterfarben sprechen stark dafür, dass es bei Nord oder Süd ( = hier sogar bei beiden) Kürzen in den Unterfarben geben wird, 4 Coeur werden also gehen.
Jetzt sollte sein Blick auf die Gefahrenlage wandern.
Die ist mit Rot gegen Rot nicht optimal, aber auch nicht schlecht, falls 4 Coeur gehen sollten, darf der stark reizende Partner in 5 in UF kontriert für minus 500 zweimal fallen ggü. minus 620 für 4 erfüllte Coeur.
Ost MUSS, nicht KANN, SOLLTE VIELLEICHT oder MÜSSTE, jetzt also zwingend 5 in UF bieten. Dazu war ich zum Glück nicht gezwungen, die 6 Ostspieler, die N/S 4 Coeur spielen ließen, haben dies ausnahmslos verbaselt.
Ich möchte noch auf einen Aspekt hinweisen.
Ich schrieb, dass Nord besser 2 SA statt 3 Treff bieten sollte, weil es die Karos eher zu sechst macht.
Bei dieser Reizung hätte ich auf Ost nämlich über 4 Coeur nicht 5 Treff sondern 5 Karo geboten, was entscheidend ist, denn in Karo macht West einen Stich mehr.
" Herr Koch, Sie sind ein unverbesserlicher Schlaumeier" werden Sie sagen," wieso haben Sie die 3 Treff Ihres Partners nicht in 3 Karo korrigiert, he"?
Darauf gibt es zwei Antwortelemente.
Erstens hat Partner durch 1 Karo, 2 Treff (statt 2 SA) eben genau kein 6er Karo suggeriert.
Zweitens kenne ich meinen Verein ( = gemeint sind seine Menschen) jetzt zunehmend besser.
Hätte ich auf 3 Treff auf 3 Karo korrigiert ( = dies ist nur eine Korrektur, sagt überhaupt nichts über meine Stärke aus) behaupte ich, dass zu fast 100 % mindestens 1 Spieler auf N/S jetzt mindestens 3 Coeur geboten hätte, dies ist also reine Psychologie.
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Betreff: Der faule Herr Koch ( 18.08.2026 )

Heute habe ich ein Standardbeispiel für Reizfaulheit, die in unserem Fall zu Recht bestraft wurde.
Süd eröffnete 1 SA ( 15-17 FP).
Aufgrund der vorhandenen Punkte bei N/S landete der komplette Saal jetzt in 3 SA, wir haben die Reiztechnik, aussischtslose 3 SA zu vermeiden,Herr Koch war aber zu faul und zu lötschig, sie einfach anzuwenden.
Ich hätte in unserem System 2 Pik ( = Transfer auf Treff ) reizen können, mein Partner hätte 2 SA geantwortet ( = habe guten Treffanschluss).
Ich hätte jetzt 3 Coeur ( = habe Coeurkontrolle, aber keine Karokontrolle, bin aber partieforcing ) geboten, mein Partner daraufhin ( = weil auch ohne Karostopper) stopp 5 Treff.
Ich habe mich in diesem Board wahnsinnig geärgert, zuvordest darüber, dass wir die Mittel haben ein solches Katastrophenpotenzial zu erkennen, ich Blödmann nur zu faul war, es einfach anzuwenden.
Das zweite, was mich ärgerte, war,dass 3 !!!! mal 3 SA mit Überstichen erfüllt wurde, obwohl Karo ( = dies ist übrigens auch technisch der korrekte Angriff = always your longest and your strongest = spiele immer Deine längste und stärkste Farbe aus) ausgespielt wurde.
In Karo droht keine Blockade oder ähnliches, man nimmt Karo Ass und spielt Karo ( = hier fällt doch die Karo Dame drunter!!!) zurück und kassiert 5 Karostiche.
Dies sollte man hinbekommen können, ich sehe das im übrigen hier heute bei weitem nicht das erste Mal.
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Betreff: Ein Board ohne Kontra? ( 18.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für das Verhalten in einer kompetitiven Reizkonstellation.
Die Reizung an unserem Tisch verlief wie folgt:
Nach meinen Pass auf Ost bot Süd 1 Karo, mein Partner 1 Coeur und Nord 1 Pik.
Ich stand vor der Frage, ob ich ggü. beiden eröffnenden bzw. reizenden Gegnern gleich in 4 Coeur springen oder etwas zurückhaltender reizen sollte.
Ich verwarf 4 Coeur und bot erst mal nur 2 Karo ( = Gegnerfarbenüberruf, einladend zu 4 Coeur).
Süd bestätigte mit 2 Pik den Pikfit, mein Partner bot jetzt FREIWILLIG 3 Coeur ( = habe noch was zuzusetzen, aber für 4 Coeur reicht es wohl eher nicht).
Nord bot jetzt sehr fehlerhaft 3 Pik, die mindestens 7 FP und das 5er Pik hatte er doch bereits gereizt, wo waren jetzt seine Extras?
Ich bot 4 Coeur ( = leicht auf ein Kontra hoffend, 4 Pik befürchtend, weil die kontriert nur 1 bis 2 mal für 200 oder 500 ggü. 620 für erfüllte 4 Coeur fallen).
Völlig irrational passten N/S und mein Partner durfte friedlich unsere 4 Coeur für ein sehr gutes Ergebnis erfüllen.
Was ist hier generell zu beachten?
Wer wie Nord hier 3 Pik bietet,übernimmt die Verantwortung dafür (= erst Recht im Team), dass der Gegner nicht 4 Coeur erfüllt und er es strafkontrieren wird, sollten sie es tun.
Dafür hat Nord mit seinem halben Defensivstich Treff König bei weitem nicht die Hand, also durfte er in keinem Fall 3 Pik bieten.
Was gilt für Ost?
Im Grunde das Gleiche, wer 4 Coeur über 3 Pik bietet übernimmt die Verantwortung dafür, dass der Gegner 4 Pik nicht erfüllen wird und diese kontriert würden, falls sie geboten würden.
Schauen Sie sich jetzt mal die Osthand an.
Ich hatte zwei Asse und einen Partner, der zweimal freiwillig gereizt hatte,Nord hatte einen halben Defensivstich ggü. einem Partner, der lediglich eröffnet hatte.
Ich sehe hier weit und breit kein Kontra, dies ist allenfalls für den Fall vertretbar, dass Ost gleich stop 4 Coeur gereizt hätte, im Falle von Salamitaktikreizungen wie der unsrigen ist es irrational und gegen die von mir dargestellten Grundsätze verstossend.
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Betreff: Erststichanalyse ( 18.08.2026 )

Heute habe ich ein Standardbeispiel dafür, wie wichtig es ist, das Erstausspiel bzw. den ersten Stich eines Boards (fast immer der wichtigste) zu analysieren.
Die Reizung in diesem Board sollte relativ einfach verlaufen,nämlich 1 SA von Süd ( Ost hat keine Eröffnung, 11 FP mit einer blanken Dame sind zu schwach), 2 Treff von Nord, 2 Coeur von Süd, 2 SA einladend von Nord und 3 SA mit Maximum von Süd.
Das Ausspiel von Treff 5 ( = 2./4.) zu Treff 2, Dame von Ost und Treff Ass von Süd ist normal.
6 von 7 Ausspielern auf West gegen 3 SA wählten dieses Ausspiel, wieso erfüllten jetzt nur 3 Spieler, während 3 andere gegen dieses Ausspiel 2 oder gar 3 mal fielen?
Sie haben weder eine Ausspielanalyse gemacht noch haben sie sich den ersten Stich überhaupt angesehen, ist die deprimierende Antwort.
Das Ausspiel von Treff 5 bei 3, 2 am Tisch und der Dame bei Ost zeigt ein 4er Treff mit Bube, 9,8,5 bei West, damit sind 4 Treffstiche zu 100% sicher.
Neben den 4 Treffstichen hat man 3 Coeurstiche, Karo Ass und benötigt noch einen Stich aus der Pikhaltung oder mit Karo Dame.
Man zieht also im zweiten Stich Tref König und spielt Treff weiter, egal ob West sofort mit Treff Bube einsteigt oder duckt, man kommt mit den beiden Entrees Coeur König und Karo Ass immer zu einem vierten Treffstich.
Egal, wie O/W sich verhalten, sie müssen uns immer einen Pik oder Karostich entwicklen.
Dieser Spielplan ist kein Hexenwerk, man muß sich nur den ersten Stich anschauen, dann ergibt sich der Spielplan ganz von alleine.
Ich behaupte einmal etwas provokativ, dass nicht alle Südspieler überhaupt bemerkt haben, dass Ost die blanke Dame legte, andere haben aus diesem Stich einfach keine Schlüsse gezogen.
Dabei ist es doch mehr als natürlich, dass man, wenn man eine 5er Farbe im SA hat, zu allererst prüft, ob und wie man diese Farbe " ans Laufen" bringt oder nicht?
Im ersten Stich fielen schon Treff Dame und Ass, den König hat man selber, am Tisch hinter Wests Bube die fünfte 10,es geht doch nur darum, West seinen vierten Buben zu geben und das fünfte Treff des Dummys hoch zu machen.
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Betreff: Fehlerkette ( 17.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel sowohl für einen häufigen Fehler als auch die daraus oft sich entwickelnden Folgefehler.
Nord eröffnet mit 1 Karo, ich bot 1 Coeur, Süd 1 Pik, die Nord auf 2 Pik hob.
Nach pass, pass,machte jetzt West ( = wie der gesamte komplette Saal) den groben Fehler, 2 Pik zu passen ( = entweder das herrliche 5 er Treff zu reizen oder x ist richtig, es geht wieder einmal um Balancing).
Ich war sauer, registrierte das Coeur Ass Ausspiel kaum, markierte aber mit Coeur 5 korrekt negativ.
Meine Partnerin wechselte auf Treff.
Ich war noch zu sehr mit meinem Adrenalin beschäftigt, dass ich keine Ausspielanalyse machte, hätte ich diese adrenalinfrei gemacht, wäre 2 Pik wenigstens 1 mal gefallen.
Mir hätte dann klar sein müssen, dass Coeur Ass ein Single war.
Ich hätte dann Treff Ass nehmen müssen, Coeur Bube als Lavinthalsignal für Karo für den ersten Coeurschnapper geben müssen, dann machen Ost/West 6 Stiche ( Coeur Ass, 2 Coeurschnapper, Treff Ass und 2 Karostiche), was immerhin 3 Paare ( = bravo) in der Verteidigung fanden.
Was ist hier wichtig?
Ich habe mich zu Recht über meine Partnerin geärgert, dass sie ( =wie natürlich der ganze Saal auch) den Gegner ungestört ( = darüber schreibe ich mir wie heute auch wieder fast jede Woche die Finger wund) 2 Pik spielen ließ, aber war das irgendein Grund für mich, nicht korrekt weiter zu spielen, ihr nicht die Coeurschnapper zu geben und 2 Pik wengstens einmal zu stürzen, was ja immerhin 3 Pare schafften ?
Nein, ganz und gar nicht, mea culpa, mea maxima culpa.
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Betreff: Schlemm? ( 17.08.2026 )

Heute habe ich eine schöne Schlemmhand, bei der mich am Ende ärgert, dass ich nicht auch noch den Großschlemm ausgelotet habe, aber mit 6 Treff muß man auch mal zufrieden sein.
Nord eröffnet mit 1 Treff, Süd bietet 1 Coeur, Nord 1 Pik und Süd 2 Karo ( = vierte Farbe forcing, künstlich und nach weiterer Blattbeschreibung fragend).
So sehr einen auf Nord dieses Gebot auch freut (= Süd hat was, es könnte ein Schlemm gehen),so schwierig ist es jetzt für Nord eine sinnvolle Weiterreizung zu finden.
Unabhängig von der Frage, ob denn Karo Ass, klein ein ausreichender Karostopper wäre, kann man mit dieser Bombe auf keinen Fall einfach 3 SA bieten, wenn schon, dann sollte es einladend 4 SA oder 6 SA sein.
Auf 4 SA würde Süd in jedem Fall 6 SA bieten.
Ich ging einen anderen Weg und bot 4 Treff ( = Assfrage auf Treffbasis), auf die Süd erfreulich mit 4 Pik ( = habe 2 KeyCards ohne Treffdame antwortete).
Ich bot jetzt bietfaul einfach stop 6 Treff, dabei hätte ich in kontrollierter Reizung 7 SA finden können.
Dazu hätte mit 4 SA die Königsfrage ( = Antwort 5 Karo = habe Karo König) und 5 Coeur ( = Frage nach Coeur König) mit der Antwort 7 Treff ( = ja habe Coeur König) gereicht.
Die hätte ich stehen lassen können oder auch 7 SA bieten können.
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Betreff: Spieltechnik ( 17.08.2026 )

Heute habe ich das Thema Spieltechnik, nachdem beim logischen Ausspiel von Coeur Ass 2 Südspieler in 3 Pik fielen ( einer erfüllte), in einem Kontrakt wo 4 Pik gehen.
Die Reizung wird an mehreren Tischen ähnlich verlaufen sein:
Süd eröffnet fehlerhaft mit 1 Pik ( schwache Hände mit 5-5 in Pik und Treff eröffnen mit 1 Treff, nicht mit 1 Pik), Nord bietet 1 SA, Süd 2 Treff, West kontriert, Ost bietet 2 Coeur, West passt, Nord hebt in 2 Pik , West bietet 3 Coeur und Süd jetzt fehlerhaft 3 Pik.
West spielt Coeur Ass aus und Treff König nach, welchen Spielplan machen Sie sich auf Süd?
Die Ausspielanalyse ergibt folgende Teilerkenntnisse:
Wie aus der Reizung zu erwarten war, hält West einen Großteil der gegnerischen Figuren.
Er hat ein schwieriges Nachspiel, nachdem am Tisch Coeur Dame erschien und Süd den offensichtlich blanken Coeur Buben bediente.
Es gibt zwei sinnvoll erscheinende Spielplanvarianten, beide reichen zum Erfüllen von 3 Pik ( = die zwei Spieler nicht erfüllten, sie machten sich offensichtlich gar keinen Spielplan).
Spielplan 1 : Treff einmal ducken und danach zweimal schnappen
Spielplan 2: Treff nehmen und sofort in Karo zur 9 spielen ( bei der Kartenkombination Ass, Dame, 10,9,x ist der sog. Tiefschnitt die technisch richtige Spielweise.
Ich favorisiere eindeutig Spielplan 1, das x von West deutet auf einen 4-2 Stand in Karo hin, man wird also deswegen und mangelnder Entrees die Karos des Tisches nicht ungestört kassieren können.
Man duckt also Treff König, was soll West nachspielen?
1. Das gefährlichste Nachspiel ist sicherlich Trumpf, das man in der Hand gewinnt.
Trumpf zerstört den Plan, zweimal Treff zu stechen, es erlaubt aber einen erfolgreichen Strategiewechsel.
Man zieht jetzt alle Trümpfe und schneidet in Karo zur 9.
Man deblockiert Treff Bube ( = falls Ost deckt ist man mit einem weiteren Treffverlierer mit 10 Stichen zu Hause).
Deckt Ost nicht, schnappt man sich mit Coeur in die Hand, schneidet erneut in Karo und gibt am Schluß noch einen Treffstich an Ost für ebenfalls 10 Stiche ab.
2.Spielt West Coeur König nach, schnappt man Coeur,schneidet in Karo, deblockiert Treff Bube und setzt West in der dritten Trumpfunde mit Pik Dame ans Spiel.Der muß jetzt mit Coeur oder Karo den Tisch für einen entscheidenden weiteren Treffabwurf wiederbeleben.
3. Spielt West Karo mündet das in die gleiche Variante wie zuvor.
Was ist hier wichtig, was lernen wir hieraus?
4 Pik zu erfüllen ist nicht einfach, man braucht einen präzisen Spielplan und das Glück, dass der technisch richtige Karotiefschnitt sitzt.
3 Pik nicht zu erfülllen ist im Grunde ein No Go, es beweist, dass man einfach irgendetwas gespielt hat, man hat offensichtlich hier mal geschaut und da mal geschaut, aber keine sinnvolle geschlossene Gesamtabwicklung verfolgt.
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Betreff: Stärke differenzieren ( 17.08.2026 )

Heute habe ich ein sehr schönes Beispiel, das illustriert, dass man seine Stärke möglichst genau differenzieren sollte, damit der Partner die entsprechend richtigen Entscheidungen treffen kann.
West eröffnete 1 Treff, Nord bot 1 Karo und Ost kontrierte.
West ist am Zuge, was sind seine Optionen?
Stop 3 Coeur würde eine Hand ab guten 15 bis 17 ( = oder schlechten 18 FP) zeigen, stop 4 Coeur eine ab 18 FP und 3 Karo eine ab 20 FP zeigen.
Meine Partnerin bot suboptimal stop 3 Coeur, die ich jetzt mit meinem 7 Punkte Trümmerhaufen ( = mein Kontra war schon anspruchsvoll, finde ich) passte.
In dem Moment, wo ich passte, wurde ein Schnute gezogen,dies hätte man mit stop 4 Coeur verhindern können.
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Betreff: Mitwirken ( 16.08.2026 )

Heute habe ich ein schwieriges Reizproblem, ich bin deshalb positiv überrascht, dass hier 3 Paare den Coeurschlemm fanden, wobei mich interessieren würde, ob der Schlemm einigermaßen vernünftig gereizt gereizt oder nur blind angesagt wurde.
Bei uns am Tisch eröffnete West 1 Coeur, Nord kontrierte fehlerhaft ( = zu schwach) und West rekontrierte.
Süd bot fehlerhaft 2 Treff ( = warum freiwillige Reizung mit 0 FP?)
West passte ( = sehr gut), Nord passte und West bot 3 Treff, was eine starke Hand zeigt.
West weis noch nichts von einem Coeurfit, er sollte sein Blatt weiter bestmöglich beschreiben.
Das beste Gebot ist hier 3 Pik denke ich, das 5er Coeur ist schon bekannt, die Piks sind erheblich besser als die Karos, ein Treffstopper ist nicht vorhanden.
Jetzt ist es an Ost eine Entscheidung zu treffen, für 4 Coeur ist er zu stark, also 5 Coeur ( = würde wahrscheinlich mit Wests Minimumhand gepasst) oder 6 Coeur.
Was ist hier wichtig?
Ost darf über 1 Coeur, Kontra auf keinen Fall stop 4 Coeur bieten ( = viel zu stark), West sollte auf 3 Treff positive Features seiner Hand zeigen, hier 3 Pik.
3 Pik lindert Osts Sorge von mehreren Pikverlierern von oben, er kann jetzt entweder den Schlemm ansagen oder mit 5 Coeur einladen.
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Betreff: Eröffnen? ( 16.08.2026 )

Heute habe ich ein Standardreizungsthema.
Süd hat 11 FP und eine schöne 5-5 Verteilung in den Unterfarben.
Damit ist dies eine glasklare 1 Karoeröffnung, pass kommt nicht ernsthaft in Frage.
Auf 1 Karo antwortet Nord 1 Coeur, Süd bietet 2 Treff und Nord 2 Karo.
Damit ist das Ziel der Reise erreicht, der Parkontrakt, der Topkontrakt.
Was ist hier wichtig?
Zählen Sie nicht Punkte, bewerten Sie Hände.
Süds Hand ist mit der schönen Karosequenz und den beiden Assen etwa 14 FVP wert, damit ganz klar 1 Karo.
Nord sollte nicht durchdrehen.
Nach 2 Treff ist er viel zu schwach für 2 Pik ( = vierte Farbe Forcing) oder eine sinnentleerte Wiederholung der Coeurs, 2 SA ist bei Misfit bekanntermaßen das schlechtest mögliche Gebot, obwohl hier immerhin 3 mal gewählt.
Daher korrigiert Nord Süds 2 Treff nur auf 2 Karo.
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Betreff: Kürzenbewertung ( 12.08.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Kürzenbewertung.
Ost eröffnet mit 1 Karo, Süd bietet 1 Coeur und West 2 Karo.
Nord hat jetzt eine schicke Hand, die etwa 19 FVP wert ist.
Er bietet daher stop 4 Karo, Kürze in Karo, Coeurfit, Schlemminteresse.
Süd hat keine Bombe, ist aber eindeutig zu stark für jetzt nur 4 Coeur.Er hat eine sechste Coeurkarte, Pik Ass Single, seine Karoposition hat sich durch Partners Gebot fundamental verbessert, seine einzige Sorge bleibt das kleine Double in Treff, mit Treffkontrolle bei Nord möchte er einen Schlemm anpeilen.
Er bietet daher mit 4 Pik ( = oberhalb von 4 Coeur= damit ist auch das seinerseitige Schlemminteresse bestätigt) eine Pikkontrolle.
Diese gefällt Nord sehr gut, er könnte jetzt die Assfrage stellen oder mit 5 Treff ( = Kontrolle) weitermachen.
N/S landen schließlich in 6 Coeur, die vom sitzenden Treffschnitt abhängig sind.
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Betreff: Dynamische Blattbewertung ( 12.08.2026 )

Heute habe ich ein bemerkenswertes Beispiel für die Wichtigkeit der dynamischen Blattbewertung.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord kann mit Mühe 1 SA antworten.
Süd hat standardmäßig das Rebid 2 Coeur, was mind. 5-4 in Pik und Coeur mit 12 bis 14 FP zeigt.
Dieses Gebot wertet Nords Hand enorm auf, er hat jetzt ca. 10 gute FVP und nicht mehr nur 6 schlechte FP,insbesondere das Single in Pik sollte bei mind. 9 gemeinsamen Trümpfen Gold wert sein.
Diese jetzt faktisch eingetretene starke Bewertungsverbesserung sollte er daher zum Ausdruck bringen, also nicht passsen, sondern mit 3 Coeur zeigen,dies nennt man eine sog. " Höflichkeitshebung".
Was soll Süd jetzt damit anfangen?
Sein Partner Nord hat sein Standardgebot von 2 Coeur freiwillig gehoben, also hat er eine einladende Hand, er ist entweder allgemein Maximum für 1 SA mit normalem Coeurfit oder hat einen sehr guten Coeurfit bei relativer Pikkürze.
Dies wiederum wertet jetzt auch Süds Blatt deutlich auf, Süds Pikfarbe sollte jetzt für mindestens 2 Abwürfe in Partners Hand gut sein.
Gratulation an Süd, der diese Üerlegungen anstellte und für sein mutiges 4 Coeur belohnt worden wäre.
Diese Überlegung stellte wohl nur Paar 11 an, leider hatten sie aber dann eine schlechte Spieldurchführung und fielen unnötig 1 mal, auch zwei weitere Paare erzielten etwas unverständlich nur 9 Stiche in Coeurkontrakten.
Was will ich mit dieser Darstellung erreichen?
Ich möchte erreichen, dass Sie nicht stur Punkte zählen ( = Nord hat zunächst einmal nur müde 6 FP), sondern Ihre Hände vor Beginn der Reizung statisch und danach vom Reizungsverlauf abhängig dynamisch ( = neu bewerten ) und damit die Anfangsbewertung entsprechend anpassen.
Sollten Sie ( = wie im hier vorliegenden Fall) zu einer deutlich veränderten Blattbewertung gelngen, scheuen Sie sich nicht, diese auch im Bietverhalten zum Ausdruck zu bringen.
Mit deutlich veränderter Blattbewertung meine ich allerdings nicht nur positive Bewertungsveränderungen, sondern auch negative.
Wenn Sie 6 FP haben, darunter ein Double König in der von Ihrem linken Gegner gereizten Farbe, dann haben Sie halt keine 6 Punkte mehr, sondern nur noch deren ca. 4, entsprechend sollten Sie agieren und nicht später sagen " ach schade, mein König saß leider im Schnitt und war daher leider nichts wert",dies ist nämlich jetzt kein Zufall mehr, es war nach der Reizung zu befürchten, im Grunde bekannt und entsprechend einzuplanen.
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Betreff: Inverted Minor ( 12.08.2026 )

Heute habe ich ein Paradebeispiel für die Konvention Inverted Minor.
West eröffnet mit 1 Treff, Ost hat eine volle eigene Eröffnung, keine 4er OF und ein hochattraktives 5er Treff, in der Eröffnungsfarbe des Partners.
Es ist jetzt Osts Aufgabe, sicher zu stellen, dass, falls West nicht absolutes Minimum haben sollte, seine Achse 3 SA oder 5 Treff erreicht.
Er bietet daher jetzt 2 Treff ( = Forcierend bis mindestens 2 SA oder 3 Treff) und zeigt eine zweistellige Figurenpunktanzahl mit mind. 4er Treff und keiner 4er OF).
Diese Konvention/ Methode nennt man " Inverted Minor", eine Konvention, ohne die kein Spieler ab 1. Landesliga aufwärts auskommt.
2 Treff ist also stärker als 3 Treff ( ab 7 FP, mind. 5er Treff).
Wie soll West jetzt darauf reagieren?
Mit Minimum würde er 2 SA bieten oder mit 3 Treff seine Treffs wiederholen.
Er hat aber 14 FP,daher kein Minimum, er leitet folglich mit 2 Karo eine Kontrollreizungssequenz ein, um 3 SA zu untersuchen.
Ost bietet 2 Pik ( = habe Pikkontrolle, aber keine Coeurkontrolle), West bietet daraufhin mit seinen guten Coeurs 3 SA.
Ein schöner Kontrakt, den immerhin gut die Hälfte der Paare fand,Gratulation dazu.
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Betreff: Ich versuche noch was ( 11.08.2026 )

Heute habe ich eine interessante Judgementfrage.
Süd eröffnet mit stop 2 SA, Nord leitet mit 3 Karo einen Coeurtransfer ein.
Süd bietet ernüchternde 3 SA ( = habe maximal double Coeur).
Nord bietet 4 Karo ( = Süd soll Spieler in 4 oder mehr Coeurs werden) Retransfer, Süd führt diesen mit 4 Coeur aus.
Nord kann jetzt ( = und besonders im Paarturnier) auf 4 Coeur passen, er kann aber durchaus mit 5 Treff auch ein Cue Bid abgeben, Süd bietet 5 Karo ( = Kontrolle) und Nord 5 Coeur ( = keine Pikkontrolle), jetzt riskiert Süd 6 Coeur.
Ein wunderbarer, unschlagbarer Kontrakt.
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Betreff: Balancing ( 11.08.2026 )

Heute habe ich mal wieder ein Standardbeispiel für das elememtare Balancing insbesondere im Paarturnier.
Nord eröffnet mit 1 Pik, Ost passt ( = in rot etwas schwach für 2 Pik = 5er Coeur plus 5+ weitere Farbe), Süd bietet 2 Pik, nach Wests und Nords Pass ist Ost wieder am Zuge.
Wie stellt sich die Lage dar?
N/S haben es sich mit 2 Pik im Wohnzimmer gemütlich gemacht, die Chips und ein gutes Glas Rotwein stehen bereit, ein schöner Fernsehabend steht bevor.
Not in my House denkt sich Ost, aber wie soll er das zum Ausdruck bringen?
2 SA ist die eindeutige Antwort auf diese Frage, ein beliebiger Zweifärber mit mindestens 9 Karten in diesen beiden Farben.
Wie soll West darauf reagieren?
NICHT 3 Karo bieten ist die mehr als eindeutige Antwort darauf, warum nicht?
Falls Ost wie beinahe zu erwarten Treff und Coeur haben sollte wird er auf 3 Karo 3 Coeur bieten, weil ???, West mit seinem 3 Karogebot eine Toleranz für einen Coeurkontrakt gezeigt hat, die er aber nicht hat.
Daher muß West zunächst 3 Treff bieten.
Ost korrigiert zu Wests Freude auf 3 Karo ( = habe Karos und Coeurs).
Jetzt hat West eine schwierige Abwägung zu treffen, nämlich passe oder 5 Karo.
Einerseits hat Ost über 1 Pik nicht sofort geboten, andererseits hat er aber dann auf 2 Pik in Rot noch 2 SA geboten, er wird also knapp unter einer Eröffnung liegen.
Ich würde daher 5 Karo probieren wollen, ein einsamer Saaltop.
Was ist hier wichtig?
N/S spielen nicht 2 Pik, DEFINITIV NICHT, dafür steht Ost gerade.
Der Rest ist Judgement, Temperamentsfrage und auch ein Quäntchen Glück.
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Betreff: Welcher Kontrakt? ( 11.08.2026 )

Heute habe ich ein interessantes Board hinsichtlich der Frage der richtigen Kontraktwahl.
Ost eröffnet mit 1 Treff, West bietet 1 Pik und Ost stop 2 SA.
West bietet 3 Karo ( = Werte in Karo).
Ost steht jetzt vor der Wahl zwischen 3 SA und 4 Pik.
Für 3 SA sprechen das 5er Treff und die schützenswerte Position in Coeur, für 4 Pik das kleine Double in Karo und die guten Kontrollen, insgesamt spricht für mich mehr für 4 Pik als für 3 SA, so dass ich 4 Pik wählen würde.
Diese Auswahl wäre hier glücklich gewesen, 11 Stiche in Pik zählen mehr als deren 10 in SA.
Auffallend ist in diesem Board das 6 malige !!!! Katastrophenaussspiel von Treff 6, wie kann man auf so etwas nach der 1 Trefferöffnung von Ost kommen?
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Betreff: Hamanns Rule ( 09.08.2026 )

Heute habe ich mal wieder eine perfekte Bob Hamann Hand.
Ost eröffnet entweder mit stop 2 Coeur oder über stop 2 Karo Multi seinen schönen ( = fast zu stark für 2 Coeur) Weak two in Coeur.
Auf 2 Karo würde Süd 2 Coeur reizen, auf 2 Coeur passt er.
West passt sowohl auf Osts 2 Coeur als auch auf Süds 2 Coeur.
Nord reizt so oder so stop 3 SA.
Was würde passieren, wenn Ost mit stop 2 Coeur eröffnet und Nord kontriert auf?
Süd müßte einen Moment überlegen, ob er das Kontra von Nord in ein Strafkontra wandeln oder eigene 3 SA ( = Nord reizte mit seinem Kontra ja auch Pik) bieten sollte.
Ich würde auf Süd 3 SA bieten, es wäre mir zu heiß, auf einen vierten kontrierten Faller in 2 Coeur für 800 zu hoffen.
Es ist nicht zu begreifen, dass Ost oder West hier ungestört ggü. 26 gemeinsamen FP bei N/S 2 Coeur spielen durften.
Was ist hier wichtig?
Süd sollte nicht auf 2 Karo ( = Multieröffnung) passen, er muß irgendwie ( = durch Coeurreizung am besten) zeigen, dass er was hat, mit diesem Wissen hat Partner Nord es viel leichter.
Falls Süd anfangs passen sollte bleibt unklar, ob Nord mit Kontra lediglich unterwertig und mit Coeurkürze aufkontrierte oder seinerseits eine volle Eröfnung als Grundlage für eine Partie auf N/S hat.
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Betreff: Drury ( 09.08.2026 )

Heute möchte ich kurz die Drurykonvention vorstellen, weil diese Hand dafür ideal erscheint.
Nachdem Ost und Süd passen eröffnet West in dritter Hand leicht unterwertig 1 Pik.
Ost hat jetzt trotz seines anfänglichen Passes ein Restinteresse an einer Pikpartie, es braucht dazu eine gute Eröffnung bei West.
Für diese Konstellation ( = Eröffnung 1 in OF in dritter oder vierter Hand bei angepasstem Partner) haben die Reizexperten die sog. Drurykonvention entwickelt.
Ost fragt demnach mit einem künstlichen ( = zu alertierenden) 2 Treffgebot seinen Partner West, ob dieser eine vollwertige Eröffnung ( = dann immer konventionelle Antwort 2 Karo) hat oder ( = wie hier) tendenziell minderwertig eröffnete ( = dann wie hier Antwort 2 Pik) und legt damit auch Pik als Trumpffarbe fest ( = also Drury immer nur mit Fit).
Damit gelingt es meistens, die Vollspiele ( = wie dieses ) zu vermeiden, die nicht gehen oder zu knapp sind.
Der einzige Nachteil der Drurykonvention ist, dass man 2 Treff nicht mehr natürlich reizen kann, dies braucht man aber auch in der Praxis kaum.
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Betreff: Schlemmversuch? ( 04.08.2026 )

Heute habe ich eine schöne abgebrochene Schlemmreizung.
Süd eröffnet mit stop 2 SA, Nord reizt 3 Karo als Coeurtransfer.
Süd bietet 3 SA ( = habe max. ein Double Coeur).
Jetzt ist der Coeurschlemm Nord zu heiß, er hat vor allem Angst, dass Süd ungeschützte Figuren haben könnte, wie hier konkret in Pik. Sollte er gar ein kleines Double in Coer haben, wäre der Schlemm ohnehin abwegig.
Er passt daher 3 SA.
West spielt Pik 2 aus, Süd erfüllt mit 4 Überstichen für 520.
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Betreff: Partie müsste schon sein, oder? ( 04.08.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizung.
Ost eröffnet mit 1 Treff, West bietet 1 Coeur und Ost 1 SA.
West hat 11 FP und ist damit zu einer Einladung ohne Wenn und Aber VERPFLICHTET.
Dies kann entweder über 2 Karo ( = dritte Farbe Forcing, NUF) oder über 2 SA erfolgen.
Auf 2 Karo wird Ost 3 Karo bieten und West auf 3 SA erkennen.
Auf 2 SA wird er mit seinen 14 Hühnern selbst 3 SA bieten.
Der Kontrakt spielt sich einfach, die Ausbeute von 5 Vollspielen bei 13 Ausspielungen finde ich arg dürftig.
Was ist hier wichtig?
Falls Ihr Partner eröffnet hat und Sie 11 FP haben, sind Sie zu einer Einladung verpflichtet und damit zumeist auch gut beraten.
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Betreff: Karten nachhalten ( 04.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel, dass sich das Nachhalten der Karten lohnt.
Die Reizung in diesem Board könnte wie folgt laufen:
Nord eröffnet mit 1 SA, Süd bietet 2 SA für Karotransfer, Nord 3 Karo ( = kann schlecht Karo spielen), 4 Treff von Süd ( = starkes Schlemminteresse nachdem Nord schlecht Karo spielen konnte), 6 SA von Nord.
Ost greift mit Coeur Bube an, Nord gewinnt mit Coeur König ( = suggeriert möglicherweise den Sitz von Coeur Dame bei West), West gab Coeur 2 ( = dies kann ein Double sein oder aber Coeur Dame zeigen).
Nord macht erfolgreich den Treffschnitt und spielt 5 mal Karo, auf die er die beiden Pikverlierer abwirft.
Nachdem der Gegner 6 SA ausreizte und den erfolgreichen Treffschnitt spielte besteht hier Großalarm für 13 Stiche.
Gegen ausgereizte 6 SA ist es nicht entscheidend, gegen nur 3 SA von N/S wird es entscheidend sein, dass die O/W Achse einen Stich macht.
Hier kann West seinem Partner entscheidend helfen, indem er auf das vierte Karo von Süd die Coeur 3 abwirft, dies würde er ganz sicher nicht tun, wenn er Coeur Dame hätte.
Hat Ost dies beobachtet und richtig interpretiert, wird er seine nunmehr noch vierte Coeur 10 intakt halten ( d. h. maximal 1 Coeur abwerfen), dann macht seine Achse am Schluß einen Coeurstich.
Wie wichtig das ist, sehen Sie im Ergebnistableau, für 3 SA plus 4 gibt es nur 8 Matchpunkte ( = ca. 33%), für 3 SA plus 3 aber deren 18 ( = über 80%), da lohnt es sich, mal hinzuschauen, was Partner so abwirft, finden Sie nicht?.
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Betreff: 3 SA Vermeidung ( 03.08.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizung, die den schlechten 3 SA Kontrakt zu vermeiden hilft.
West eröffnet mit 1 SA, Ost leitet mit 2 SA einen Transfer auf Karo ein.
Ost antwortet 3 Karo ( = ich kann nicht gut Karo spielen), falls er 3 Treff geantwortet hätte, hätten O/W herausgefunden, dass sie 5 Karo, aber nicht 3 SA spielen konnten.
Hier gehen zwar sowohl 5 Treff als auch 5 Karo,dies ist aber nur dem Zufall des Piksingles von Ost geschuldet.
So passt Ost auf Wests 3 Karo, sonst hätte er mit 3 Coeur eine Coeurkontrolle gezeigt.
West wäre das dritte leere Pik Ass zu wenig für 3 Pik gewesen, er hätte Ost mit 4 Treff die Chance gegeben, entweder mit Pikstopper 4 SA zu reizen oder mit 5 Karo abzuschließen.
Was ist hier wichtig?
Untersuchen Sie die Qualität des Karofits und die Stopperqualität für 3 SA, bevor Sie eine Kontraktentscheidung treffen.
6 von 13 Paaren interessierte das hier nicht, sie fielen verdient in 3 SA.
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Betreff: Aufgabe? ( 03.08.2026 )

Heute habe ich die ewig junge Frage, Schlemmimpuls ja oder nein?
Nach dreimaligem Pass eröffnet Süd mit 1 Pik, Nord springt in 4 Pik.
Das 4 Pikgebot scheint auf einem besonders guten Fit zu beruhen.
Süds Problem ist die Karofarbe, für einen Schlemm bräuchte er dort Hilfe von seinem Partner.
Er hofft auf maximal 2 Karoverlierer in 5 Pik und erhofft sich einen Schlemm, falls der Partner seine Verlierer dort auf einen reduzieren kann.
Er reizt deshalb mit 5 Treff eine Treffkontrolle und hofft, dass sein Partner eine Karokontrolle melden kann.
Dies kann und tut dieser, so daß Süd auf 6 Pik gehen kann.
Der Kontrakt spielt sich einfach, schade, dass niemand im Schlemm war.
Was ist hier wichtig?
Das 4 Pikgebot ist aus Nords Sicht hier Abschluß, für Süd muss es das keineswegs sein.
Süd muss jetzt das Risiko des Weitergehens ( = und damit Fallens in 5 Pik) abwägen mit der Chance auf einen Schlemm.
Da Nord mit höchstens einem Punkt in Pik 4 Pik bot, muß er wo anders noch etwas haben, am wahrscheinlichsten sogar in Karo.
Daher ist es gut vertretbar, hier noch 5 Treff zu bieten, um Nord die Chance auf ein Karokontrollgebot zu geben.
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Betreff: Vorsicht, Vorsicht ( 03.08.2026 )

Heute habe ich ein interessantes Paarturnierkampfboard.
Süd eröffnet mit 1 Coeur, West reizt ggü. seinem gepassten Partner stop 2 Pik, um mit einem Gebot sein Blatt möglichst gut zu beschreiben.
Nord hat Defensive gegen die Piks und nicht genug Verteilung für 4 Coeur, er bietet folgerichtig damit nur 3 Coeur.
Ost hebt seinen Partner in 3 Pik.
Süd hat zwar mit dem Pik Single, den 3 Assen und den guten Mittelkarten Reserven, er überläßt aber dem Partner die Entscheidung, weil dessen 3 Coeur gezogen gewesen sein könnte.
Nord kontriert 3 Pik ( = bravo) und rechnet mit 300.
4 der 8 Paare, die 4 Coeur reizten, erfüllten mit Überstich obwohl nur 3 Coeur gehen, was an der sehr schlechten Verteidigung liegt.
Wird Karo ausgespielt, fällt 4 Coeur sofort, bei Karowechsel nach Pikausspiel auch ( Wo will die Verteigung sonst Stiche machen? ).
Dieses Board zeigt für mich das Dilemma der Dienstagsturniere beim BFC.
Es ist letztlich egal, ob man gut nur 3 Coeur reizt oder noch besser 3 Pik kontriert, wenn 4 von 8 Falschreizern ( = 4 Coeur) durch schlechtes Gegenspiel die anderen mit Überstich erfüllen lassen, kriegen die Guten fast keinen Lohn für Ihr richtiges Reizen, in einem guten Feld schreiben sie auf dieses Board 85 bis 90 %, bei unserem Club 50%, genau wie die 4 Coeurreizer im Durchschnitt.
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Betreff: Guter König, schlechter König ( 03.08.2026 )

Heute habe ich ein typisches Kampfboard im Paarturnier.
Nord eröffnet mit 1 Coeur, Ost passt ( = hat zu viel seiner Stärke in Coeur konzentriert),Süd hat ein kleines Problem.
2 Coeur wäre unterreizt, 2 Treff leicht überzogen, ich neige eher zu 2 Treff.
Nord bietet 2 Coeur und Süd jetzt 3 Coeur.
3 Coeur ist passbar, mit forcierender Hand hätte Süd in der ersten Bietrunde 2 SA reizen können.
Nord hat mit dem wenn auch schwachen 6er Coeur Kontrollen in allen Nebenfarben,der Single Treff König ist nach Partners Treffgebot auch eher aufzuwerten.
Er riskiert daher 4 Coeur.
4 Coeur spielt sich wie von selbst, Coeur steht 2-2 ( = 48%).Stünde Pik Ass bei Ost würde man den Karoschnitt benötigen, hier nicht einmal.
Noch interessanter wäre der Fall, wenn Ost sich zu einem Kontra in der ersten Bietrunde entschieden hätte, dann wäre seine Achse wohl in 4 Coeur getrieben worden.
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Betreff: Balancing ( 02.08.2026 )

Heute habe ich mal wieder ein schönes Beispiel für erfolgreiches Balancing.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Süd antwortet mit 1 Coeur, Nord bietet 1 SA, Ost und Süd passen.
M. E. ist jetzt 2 Pik von West Pflicht, sogar mit einem 4er Pik würde ich es bieten.
2 Pik ist der einzige Kontrakt, der in diesem Board auf der 2er Stufe geht.
Was ist hier wichtig?
Paarturnier ist Dschungelkampf, man soll dem Gegner Aufgaben stellen, ihn nicht ungestört " sein Spiel" spielen lassen.
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Betreff: Markierung!!!! ( 02.08.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für wirksame Markierung.
Reizungsvarianten gibt es in diesem Board wie Sand am Meer, eine mögliche wäre stop 2 Pik von Nord, 2 SA ( = Ougust oder sonstiges Fragegebot) von Süd, stop 4 Coeur von West und 4 Pik von Nord.
Ost spielt Coeur König aus, West gibt Coeur Dame als Lavinthalsignal für Karo.
Auf Karo Ass von Ost gibt West Karo König.
Auf Karo Dame wirft er Treff 4 ab.
Mangels Alternative spielt Ost Treff und West schnappt für einen Faller.
Es ist etwas verwunderlich, dass keines der 4 Paare, die Coeur König ausspielten, diese Lösung fanden.
Double Dummy fällt 4 Pik sogar 2 mal, wenn man gleich Karo Ass ausspielt, weil dann West sogar zu 2 Schnappern in Treff kommt.
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Betreff: Its Muiderberg Time ( 29.07.2026 )

Heute habe ich eine Idealhand für die Muiderbergeröffnung.
Nord eröffnet mit stop 2 Pik ( = 5 + Piks und 4 + UF, unter Eröffnungsstärke).
Süd hat eine schicke Hand und fragt mit 2 SA nach Qualität und Verteilung der Nordhand.
Nord antwortet 3 Coeur ( = habe Treff als zweite Farbe und Maximum).
Süd setzt auf den Pikfit und die guten Karos und bietet 4 Pik.
Der Kontrakt ist nicht zu schlagen.
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Betreff: Ja, ist denn heut schon Weihnachten? ( 28.07.2026 )

Heute habe ich eine interessantes Beispiel dynamischer Blattbewertung.
West eröffnet mit 1 Treff, Nord bietet 1 Pik, Süd hebt höflich in 2 Pik.br>
Nord hat eine schöne Hand, Treff Marriage hinter Wests Treffreizung, Single Karo Ass, 15 FP. Süd hob nur in 2 Pik, er hat offensichtlich keine einladende Hand.
Ich würde auf Nord die Hand noch nicht aufgeben, ich schlage 3 Coeur als Trial Bid vor ( = unterstützungsbedürftige Farbe, einladend zu 4 Pik).
Das Versuchsgebot in Oberfarbe verspricht zwingend eine 4er Farbe, damit ein 4-4 Fit in dieser farbe noch gefunden werden kann.
Süd weis jetzt von einem Doppelfit in den OF, er weis außerdem, dass Partner Nord Reserven haben muß, also packt er die gelegenheit beim Schopfe und bietet 4 Coeur.
4 Coeur spielen sich einfach, man gibt in 3 Farben jeweils 1 Stich ab.
Was ist hier wichtig?
Aus Süds Sicht dümpelt die Reizung ihrem Ende in 2 Pik entgegen, da überrascht ihn Nord mit 3 Coeur.
Dies wertet seine Hand so stark auf, dass er 4 Coeur versuchen sollte.
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Betreff: Judgement ( 28.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder das Thema Judgement.
Ost eröffnet mit 1 Pik, West antwortet 1 SA und Nord bietet 2 Coeur.
3 Karo von West würde jetzt eine Reversreizung ab 18 FP mit 4 er Karo zeigen.Sollte Ost also passen?
Osts hat mit 5-5, Single Coeur und 14 FP eine schöne Hand,erfüllt die Voraussetzungen für diese Reizung aber knapp nicht, ich würde sie trotzdem abgeben.
West korrigiert mit dem schönen Double König auf 3 Pik.
Nord hat jetzt kein Gebot mehr, Süd könnte noch 4 Coeur riskieren.
Jetzt dürfen O/W nicht 4 Pik bieten, entweder kontrieren sie 4 Coeur oder spielen wenigstens gut gegen, so fällt 4 Coeur einmal.
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Betreff: Principle of borrowed king ( 28.07.2026 )

Heute habe ich eine Standardreizung, ich bin erstaunt, dass nur sehr wenige den richtigen Endkontrakt erreichten.
Nord eröffnet mit 1 Treff, nachdem Ost und Süd passen kontriert West mit 11 FP und 4-3 in den OF auf.
Dazu braucht er entweder eine starke Hand oder er darf ab ca. 7 bis 8 FP mit Kürze in Treff aufkontrieren.
Nord passt und Ost muß jetzt einerseits zeigen, dass er stark ist.
Andererseits hat er das Principle of Borrowed King zu beachten, er muss West zunächst eine um ca. einen König schwächere Hand geben, als dieser z. B. für ein Infokontra in zweiter Hand ( = ab Eröffnungsstärke aufwärts) haben müsste.
Er hat meines Erachtens jetzt 2 Möglichkeiten, erstens 2 Treff ( = Gegnerfarbenüberruf = ich habe mindestens eine Eröffnung) und zweitens ( = mein Favorit) stop 2 Pik, was eine Hand ab ca. 11 FP zeigen sollte.
Mit einem 4er Pik würde West mit 3 Pik rückeinladen, mit dem nur 3er passt er, warum?
Ost ist stark, mit einem 5er Pik hätte er in der ersten Bietrunde mit hoher Wahrscheinlichkeit sofort Pik geboten, im 7 Kartenfit ist 4 Pik West zu heikel.
Was ist hier wichtig?
Der Antwortende Partner des Aufkontrierenden muß den Fall abfangen, dass der Aufkontrierende nur ab ca. 8 FP haben kann, er darf daher nicht blind in die Vollen gehen.
Hier hat West zudem ein starkes Indiz, dass seine Achse nur im 4-3 Fit spielen muss.
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Betreff: Vollspiele, so weit das Auge blickt ( 27.07.2026 )

Heute habe ich wieder einmal das Thema Kürzenbewertung.
West eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 2 Karo nach dem Inverted Minor Konzept.
Mit dem Chicane in Treff ist Wests Hand jetzt nicht mehr Minimum, er zeigt mit 2 Coeur daher einen Coeurstopper.
Ost meldet mit 2 Pik einen Pikstopper.
West bietet 3 Treff, was hier vierte Farbe forcing ist, Ost bietet 3 Karo, er hat also keinen Treffstopper, was aus Wests Sicht ideal ist.
Jetzt stellt West mit 4 Treff die Exclusion KeyCardfrage auf Karobasis, auf die Ost mit 4 Pik ( = 2 KeyCards ohne Karo Dame antwortet.
Daraufhin bietet West stop 6 Karo.
Ich darf von Ihnen nicht verlangen, hier in 6 Karo zu kommen, ich darf m. E. aber schon einmal fragen, warum hier niemand wenigstens in 5 Karo war.
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Betreff: Müllhaufen ( 26.07.2026 )

Heute habe ich wieder einmal das Thema Blattbewertung.
Nord eröffnet mit 1 SA.
Nach Osts pass ist Süd am Zuge.
Seine Hand ist etwa 7 FP wert, nur bei guter Treffhaltung von Nord wäre evtl. 3 SA möglich.
Folglich empfehle ich mit der Südhand zu passen, zu vage erscheint die positive Treffkonstellation.
Dies sahen 4 von 6 Spielern auf Süd ganz anders, sie trieben Nord in 3 SA. Warum dieser eine Einladung zu 3 SA annahm erschließt sich mir auch nicht.
" Was wollen Sie, Herr Koch ?" höre ich Sie fragen, " 3 SA wurden doch zweimal erfüllt ?"
" Ja, das stimmt leider", höre ich mich antworten. Die Verteidugungskünste von O/W sind hier eher bescheiden, aber das darf man ja nicht sagen.
Wenn man sich hier passiv verhält, wird Nord 2 Pikstiche, 1 Coeurstich, 2 Karostiche und einen Treffstich konzedieren müssen ( also 6 Stiche) , einen davon kann er vermeiden, nicht mehr.
Was ist hier wichtig?
Nord hat eine schlechte 1 SA Eröffnung, Süd hat einen 8 Punkte Müllhaufen, wie kann es da zu 3 SA kommen?
Es ist Team,ich habe noch ein gewisses Grundverständnis, dass Süd mit dem 5er Treff noch etwas riskieren will.
Er sollte daher 2 Pik bieten ( = Transfer auf Treff), worauf Nord mit 3 Treff ( = habe schlechten Treffanschluß abwinkt).
In 3 Treff wird man u. U. schon fallen, in 3 SA zu kommem ist im Grunde indiskutabel.
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Betreff: Schlemmimpuls ( 26.07.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel dafür, wie elementar es ist, Schlemmfantasien zu entwickeln und dann auch umzusetzen.
Süd eröffnet mit 1 Coeur, Nord antwortet 1 Pik und Süd reizt 2 Treff nach.
Süds Treffgebot wertet Nords Hand enorm auf, sie ist jetzt sehr stark, einzig die 4 FP für die roten Leichtfiguren stören.
Falls Süd eine Karokontrolle haben sollte, würde Nord gerne einen Treffschlemm spielen wollen, aber wie soll er das herausfinden?
Hier sollte das Gebot von 2 Karo ( = Vierte Farbe Forcing) helfen, angesichts der eigenen Haltung von Dame , Bube in Karo sollte Süd eine Hochfigur halten, falls er auf 2 Karo ein SA-Gebot abgeben sollte.
Süd antwortet tatsächlich mit 2 SA und Nord bietet 6 Treff aus.
Der Schlemm hat leider nur 50%, spielt sich aber wegen des sitzenden Karoschnitts sehr einfach.
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Betreff: Taktische Klugheit ( 26.07.2026 )

Heute habe ich ein schönes Beispiel für die Richtigkeit des alten deutschen Sprichworts " Reden ist Silber, Schweigen ist Gold", manche dieser Sprichwörter lassen sich auch auf unser schönes Spiel übertragen.
Ost eröffnet mit 1 Pik, Süd ist am Zug.
Manch jemand wird jetzt mit der Südhand nicht an sich halten können und 2 Coeur bieten.
Ich empfehle mit diesem Blatt dringend ein Pass, sollte West passen und Nord hat ein bischen was, wird er etwas unternehmen. tut er dies nicht, haben wir nichts verpasst.
West ist in einem Dilemma, er kann nur passen oder stop 5 Karo bieten, 2 Karo geht nicht mangels Punkten, 3 Karo wäre eine Bergenhebung für Pik, 4 Karo ein Splinter für Pik.
Daher wird er passen.
Nord passt mit seinem 4er Pik ebenso.
Kein Mensch kann wissen, dass N/S jeweils eine Karofigur blank haben und daher 3 SA ein Kinderspiel wären.
Meine Erfahrung lehrt mich aber, mit der Südhand nicht in zweiter Hand einzusteigen, evtl. ergibt sich später noch die Möglichkeit, die Coeurs ins Rennen zu werfen.
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Betreff: Blattbewertung ( 26.07.2026 )

Heute habe ich wieder einmal das Thema Blattbewertung.
Ost eröffnet mit 1 SA, Süd bietet konventionell 2 Treff für die Unterfarben, Nord bietet 2 Pik.
Wie ist die Situation aus Süds Sicht zu beurteilen?
Süd hat eine sehr schöne Verteilung, West passte,falls Ost den Pik König halten sollte und Nord 1 Entree hat, könnten 4 Pik gehen.
Dafür, dass er Entree(s) hat sprechen Süds geringe Punktzahl und Wests Pass.
Er lädt daher mit 3 Pik zur Partie ein, Nord nimmt diese Einladung mit seinen 8 FP gerne an.
4 Pik spielen sich relativ einfach, Ost hat noch nicht mal ein gutes Ausspiel.
Es ist erstaunlich, dass alle N/S Paare sich von Osts 1 SA einschüchtern ließen, insbesondere Süd sollte seine guten Haltungen in Coeur und Pik hinter Ost entsprechend aufwerten.
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Betreff: Judgement ( 22.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder das sensible Thema Judgement.
Süd eröffnet 1 Treff, West bietet 1 Pik.
Nord kontriert mit 4er Coeur und 3er Karo.
Ost hebt auf 2 Pik, Süd passt aufgrund seiner nur 3 Coeurs und des Double Karos ebenso wie West hinter ihm.
Nord ist am Zuge, wie ist der Datenkranz für seine Entscheidung?
Sein Partner Süd konnte nicht auf die Farben, die er mit Kontra zeigte, eingehen, das deutet neben einem 3 er Pik bei ihm auf maximal 6 rote Karten ( wahrscheinlich genau 5,mit nur 4 roten Karten hätte er wohl seinerseits 3 Treff geboten) hin.
Also bietet Nord vollkommen sachlogisch 3 Treff, er will O/W auf jeden Fall aus ihrem Wohnzimmer 2 Pik vertreiben.
Damit ist ein Plusscore für N/S sichergestellt.
Dass sogar 2 Pik schon gefallen wären, war nicht bzw.nur schwer erkennbar, man kontriert auch nicht gerne einen Teilkontrakt auf niedriger Stufe, wenn man nicht den zweiten Faller sehen kann.
Meine Analyse wendet sich vor allem an die vier Paare ( = 40%), die O/W unbehelligt 2 Pik spielen ließen, dies kann eben auf Dauer auch bei einem Faller für 100 nicht gut sein, wenn man selbst 110 für 2 Treff plus 1 drin hat.
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Betreff: Blattbewertung ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Beispiel dynamischer Blattbewertung, speziell wie sich der Wert einer Karte verändern kann aufgrund verschiedener Informationen aus der Reizung.
Nord hält trotz der nur 9 FP eine sehr schöne Hand und eröffnet diese nach der 20er Regel ( = Summe der FP plus Anzahl der Karten in den beiden längsten Farben soll 20 oder mehr sein, hier mit 21 erfüllt) mit 1 Karo.
Ost bietet 2 Treff und Süd muß sich etwas einfallen lassen.
Er kann nicht 2 Coeur bieten, das wäre NON Forcing, er hat jedoch Partiestärke.
Also bietet er mit 5-3 in den OF Kontra.
West hebt seinen Partner auf 3 Treff, 5 Treff wäre aggressiver.
Nord ist wieder dran, wie ist die Situation zu beurteilen ?
Durch Süds Kontra, das ein mindestens 3er, eher 4 er Coeur verspricht, ist Nords Karte extrem gewachsen.
Er hat jetzt mit dem Treff Chicane etwa 17 bis 18 FVP und sollte den Schlemmbereich anpeilen.
Doch was soll er bieten?
Für stop 4 Coeur ist er eindeutig zu stark,m.E. bleiben 3 Möglichkeiten, erstens 4 Treff als allgemeines Forcing mit Treffkontrolle und zweitens stop 3 Coeur oder stop 5 Coeur.
Er entscheidet sich (= eindeutig meine Wahl) für 4 Treff, auf die Süd 4 Coeur bietet.
Jetzt ist Nords Karte noch einmal gewachsen.
Daraufhin stellt Nord mit 5 Treff die Chicane Assfrage auf Coeurbasis, die Süd mit 5 SA ( 2 KeyCards plus Coeur Dame beantwortet).
Es fehlt entweder eine der Coeur Hochfiguren oder Pik Ass, Nord schließt mit 6 Coeur ab.
Der Schlemm spielt sich extrem einfach, man sollte in der Praxis immer 13 Stiche machen, weil der Coeur König im Schnitt sitzt.
Es ist bedauerlich, dass hier niemand im Schlemm landete.
Offensichtlich hat Nord wieder nur 9 Punkte gezählt und nicht bemerkt, dass er auf einer Bombe mit enormer Sprengkraft sitzt.
Durch Süds wohltemperierte, gefühlvolle Reizung kann Nord sein Blatt nochmals aufwerten und den Schlemm ausloten und ihn auch letztlich verwandeln.
Geholfen hat auch das zögerliche Reizverhalten von O/W, West hätte auch statt 3 Treff mal 5 Treff reizen können, dann wäre es für N/S viel schwerer geworden, Nord hätte 5 Coeur reizen müssen, es ist fraglich ob Süd dann auf 6 Coeur geht, was ich angesichts meiner guten Coeurs ( = den König gebe ich jetzt immer zu Nord) und meines 4er Treffs ( = deutet auf maximal Single, eher Chicane bei Nord hin) auch getan hätte.
Die Kontrakte 3 SA auf N/S und 2 bzw. 3 Pik von West wie auch evtl. Treffkontrakte von O/W unter Partiehöhe von N/S sind aufgrund der Verteilung von N/S schlicht abwegig.
Was ist hier wichtig?
Extreme Hände reizt man extrem, Nord weis nach Aufnahme der Karten, dass in jedem Fall seine Achse spielen wird, egal auf welcher Höhe, erst bei 7 Karo oder 7 Coeur wäre da für mich Schluss.
Man sollte sowohl eine statische ( = vor Beginn der Reizung) als auch dynamische Blattbewertung ( = die Gebote der Gesamtreizung einbeziehend) machen und sein weiteres Bietverhalten daran ausrichten.
Dies führt hier zu einer starken Aufwertung des Treff Chicanes und des wenn auch schwachen 5er Cours.
Allein diese Basics lassen den Schlemm beinahe als selbstverständlich erscheinen.
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Betreff: Kismet ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, wo man sich anschließend die Haare rauft, man hat das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, hatte aber nur Pech.
Süd eröffnet mit 1 Karo, Nord springt in 3 SA, alle passen.
Ost spielt klein Pik aus, man gewinnt in der Hand, kreuzt zu Karo Dame und läßt Treff 10 laufen, Treff Dame gewinnt.
Die nächste Pikrunde wird gewonnen, man kreuzt zu Karo König und spielt Treff zur 9, die ( = und ewig grüßt das Murmeltier)
Ost mit dem Ass gewinnt und Pik fortsetzt,man gewinnt jetzt nur noch, wenn Ost nicht das Coeur Ass hat oder Pik 4-4 stand.
Ost hat Coeur Ass und 5 Piks...., Kismet.
Bei besseren Spielern, wird über dieses Board kein Wort verloren, ich werde immer gefragt, "was haben wir falsch gemacht? ".
" Sie haben überhaupt Nichts falsch gemacht, wenn Sie nicht in 3 SA gewesen wären, dann hätten Sie was falsch gemacht. Hier haben Sie schlicht und einfach in zweierlei Hinsicht Pech gehabt, zum Einen hat Ost alle 3 Entrees und ein 5er Pik, die Wahrscheinlichkeit dafür liegt weit unter 3 %.
Zum Anderen haben Sie auch noch Pech gehabt, dass die Verteidigungskünste von 4 Paaren trotz Pikausspiel nicht ausreichten, Nord zu Fall zu bringen, doppeltes Pech also"erwidere ich, schon ahnend, dass das nicht ausreicht.
" Wir sind doch in 3 SA gefallen, da müssen wir doch was falsch gemacht haben oder nicht,Herr Koch?" ist die Frage,die ich erwartet habe.
" Glauben Sie mir, Sie haben Nichts falsch gemacht, Sie hatten nur das von mir beschriebene Pech, dass die Variante mit den maximal 3 % vorlag, sonst nichts".
" Nein, nein, so einfach kommen Sie mir nicht davon, ich werde in Zukunft mit diesem Blatt vorsichtiger reizen, man muß nicht immer auf Teufel komm raus im Vollspiel sein".
" Genau das sollten Sie nicht tun", erwidere ich verzweifelt," wenn Sie das tun, gehören Sie zu den 97% Verlierern, die nicht 3 SA ausreizten, es ist nicht erstrebenswert, zur Vermeidung des 3 % Falles aus allen ähnlichen Vollspielen herauszubleiben".
" Ich glaube, ich höre mit dem Bridge auf, es kann doch nicht richtig sein, etwas zu tun, was verliert und Sie verteidigen das noch vehement".
" Das,was zu 97% Erfolg bringt IST RICHTIG, es macht keinen Sinn, sich über die restlichen 3 % Gedanken zu machen" sage ich noch, an der nächsten Schleife des Murmeltiers beteilige ich mich nicht mehr.
Was ist hier wichtig?
Bridge ist vor allem ein Spiel der Stochastik, der Lehre der Wahrscheinlichkeiten.
Wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass etwas richtig ist, und dieses Ergebnis auch noch hoch belohnt würde (= wie hier mit 600 oder 630 für 3 SA), dann macht es keinen Sinn, zu versuchen, die Fälle herausfiltern zu wollen, die schiefgehen.
Sie wissen z. B., dass etwas zu 70% Positiv ausgeht ( = statistischer Durchscnitt von 100 Fällen).Sie ( = und auch die besten Spieler der Welt) können nicht wissen, ob Sie sich gerade in einem der boards befinden, das zur 70% Mehrheit oder zur 30% Minderheit gehört.
Dies gilt es zu akzeptieren, gute Spieler stört dies überhaupt nicht, sie wissen nämlich,dass ihre Konkurrenten auch in dem Fall der 30% unterwegs sind, wenn Sie es selbst sind, dieses Board entscheidet also nichts.
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Betreff: Mitmachen!!!! ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, das mal wieder beweist, dass es oft der puntschwächere Spieler ist, der die Initiative zu einem Schlemm ergreifen muss.
Falls es Ihrem Bietsystem entspricht, sollte Nord diese Hand mit stop 2 Treff (= beliebiges Semiforcing) eröffnen.
Süd ist haarscharf zu schwach, mit 2 Coeur ( = ab 8 Punkten, unausgeglichene Hand) zu antworten, er bietet daher 2 Karo.
Nord deklariert sich mit 3 Treff,Süd bietet 3 Karo ( = partieforcierend), Nord zeigt mit 3 Coeur seine zweite Farbe.
Süd sollte jetzt diese Hand nicht mit 3 SA aufgeben, sondern in eine Treffschlemmuntersuchung eintreten, er bietet daher 4 Treff, die Unterfarbassfrage.
Die normale Antwort darauf wäre 4 Coeur ( 41/30), also 3 KeyCards, worauf Süd mit 5 Treff abschließen würde.
Es gibt aber eine Spezialantwort von Nord, die zusätzlich das Karochicane zum Ausdruck bringen kann, dies hilft hier entscheidend.
Er bietet stop 5 Treff ( = ungerade Anzahl von KeyCards (( = hier sicherlich 3)) plus Chicane in einer über der Trumpffarbe Treff liegenden Farbe ( = hier Karo oder Pik).
Daraufhin schließt Süd mit 6 Treff ab.
Der Schlemm ist nicht übermäßig gut, man Kommt aber mit dem Schnitt auf Pik Dame nach Hause.
Was ist hier wichtig?
Durch die 4 Trümpfe und Coeurkürze (= normal ist es nicht vorteilhaft, in Partnerfarbe kurz zu sein, bei sehr gutem Trumpffit ist das anders, weil man mehrere Verlierer der Spielhand verstechen kann, sofern nötig) ist die Südhand mehr wert als 3 SA oder 3 Pik ( = vierte Farbe Forcing), Süd sollte sich zu einem Schlemmversuch entschlie0en, im Team wäre der für mich Pflicht, im Paarturnier würde ich es auch riskieren, man muß es aber nicht unbedingt.
Sollte Pik ausgespielt werden, muß man (= weil das Ass ohnehin bei West stehen sollte) am Dummy klein bleiben, bei Karo Ass Ausspiel ist es einfach.
Man kommt immer dazu, zwei mal Coeur am Dummy zu verstechen.
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Betreff: Systemfalle ( 22.07.2026 )

Heute habe ich ein Board, das mit den gängigen Reizsystemen nicht vernünftig reizbar ist.
West eröffnet mit 1 Treff, Nord passt, Ost ist am Zuge.
Falls Ost sich zu 1 SA entschließen sollte, wird West mindestens mit 2 SA einladen oder gleich stop 3 SA reizen.
Sollte Ost nach dem Inverted Minor Konzept 3 Treff ( ab 6 Punkte, 5er Treff) bieten, würde West mit 3 SA abschließen.
Spielt man nicht Inverted Minor, würde Ost 2 Treff bieten und West würde wiederum mindestens mit 2 SA einladen oder gleich stop 3 SA bieten.
Soweit zur Theorie in einem Board, in dem Double Dummy nur 2 Treff gehen.
Die Praxis lehrt uns aber, dass 5 Paare mindestens 9 Stiche (davon 4 sogar 11 Stiche) in einem SA- Kontrakt erzielten, egal von welcher Seite sie gespielt wurden.
Dies liegt vor allem an einem grottenschlechten Ausspiel von Pik 8 von Nord oder einem unglücklichen Ausspiel von Karo 4 von Süd.
Bei bestem und natürlichen Ausspiel von Coeur 3 von Nord hat West keinerlei Chancen, mehr als 1 SA zu erfüllen.
Der Grund dafür ist ein funktionierendes Längenmarkierungssystem von N/S.
West wird versuchen, die Treffs des Tisches zu nutzen und Treff König spielen, durch Nords Markierung mit Treff 5 (= wahrscheinlich Double) duckt Süd diesen zunächst 1 Mal, auf die nachgespielte Treff 3 von West gibt Nord die Treff 6 ( = hat definitiv ein Double, jetzt duckt Süd erneut.
Jetzt hat West kein Entree für die Treffs des Tisches, Nord " bewacht" Coeur Dame, Süd Karo Bube.
Nach dem Kassieren von 2 Treffstichen und 3 Coeurstichen sowie Karo Ass und König muss West entweder selbst Pik spielen oder Süd zwei Karostiche gewähren, worauf der Treff Ass abziehen und dann Pik durchspielen kann.
Spielt Ost 3 SA und Süd spielt Karo 4 aus, wird es eng für N/S, weil die Kommunikation in Karo gestört ist und Süd weder einen Karostich noch Treff Ass bekommt.
Dann macht West 3 Karostiche, 2 Treffstiche, 3 Coeurstiche und einen Pikstich und erfüllt 3 SA.
Das Ausspiel von Karo 4 ist kein grober Fehler im engeren Sinne, aber für meine Begriffe ein leichter, weil die Reizung schlicht nach Oberfarbausspiel schreit.
Coeurausspiel würde hier Nichts kaputtmachen, Pikausspiel würde das Geschäft von N/S enorm befeuern, allein 4 Pikstiche wären erzielbar.
Eine faszinierende Hand, wie ich finde.
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Betreff: Blattbewertung ( 22.07.2026 )

Heute habe ich mal wieder das allseits so beliebte Thema Blattbewertung, das viele Spieler ( = vor allem unsere Punktezähler) aber kaum beschäftigt.
West eröffnet mit 1 SA.
Ost hat eine Hand mit formal 9 FP, es sind aber 9 gruselige Punkte, die Mittelkarten fehlen völlig, auch die Verteilung ist nicht gerade schön.
Es ist eine Überlegung mit der Osthand zu passen, man könnte aber auch z. B. folgenden Beschluss fassen, nämlich den Stayman zu machen und danach einzuladen, mit Maximum und Fit bei West könnten 4 in OF gehen.
Also bietet Ost 2 Treff, West 2 Coeur und Ost 3 Coeur einladend.
Auf diese Einladung hat West ein eindeutiges Pass, 7 von 10 Paaren haben offensichtlich eine ganz andere Blattbewertung und boten die Coeurpartie aus.
Der extrem schlechte Coeurstand ist mitverantwortlich, dass 4 Coeur nicht gehen, aber nicht entscheidend.
Durch gute Umstände ( = Karo Ass bei Süd, Pik König ggü. double Ass) macht man im Cross Ruff 3 Coeur und fällt nur einmal.
Was ist hier wichtig?
Ost muß sich bewußt sein, dass seine Hand weniger wert ist als 9 FP, was seine 3 Könige suggerieren.
Dennoch ist Stayman unter dem Strich ein akzeptabler und nachvollziehbarer Reizplan.
West muß Osts 3 Coeur als das verstehen und akzeptieren, was es ist, eine Einladung.
Bei Einladung ist seine Hand ohne Diskussion Minimum, und bei Minimum ( = eine Einladung ist im Grunde eine MiniMAX- Frage) lehnt man diese ab.
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Betreff: Wie kommen wir dahin? ( 21.07.2026 )

Heute habe ich ein interessantes Verteidigungsproblem.
Süd eröffnet mit 1 Pik, Nord bietet 2 Karo und Süd 2 Coeur, die Nord in 4 Coeur hebt.
Wie ist die Lage auf Ost einzuschätzen?.
N/S haben die Punktemajorität und wohl auch einen stabilen Fit, aus Osts Sicht spricht wenig dafür, dass 4 Coeur nicht gehen könnten.
Er hat aber ein ordentliches 7er Treff und seine Achse ist in Grün gegen einen roten Gegner, für mich ist damit 5 Treff jetzt Pflicht.
Die 5 Treff sind zwar in erster Linie zur Verteidigung angesagt, wie gut diese Verteidigung jedoch ist, sieht man daran, dass mit dem konkreten Sitz in Treff und Karo sogar 5 Treff relativ einfach gehen.
Ich finde es erstaunlich, dass nur 2 Paare mit 5 Treff Widerstand gegen 4 Coeur leisteten, so leicht sollte man sich nicht den Schneid abkaufen lassen.
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Betreff: Piano, piano ( 21.07.2026 )

Man sagt mir ja oft nach, dass ich zu schlemmlastig berichte, deshalb bin ich heute mal am anderen Ende des Reizspektrums unterwegs.
Süd eröffnet mit 1 Karo, Nord bietet 1 Coeur und Süd passt mit seinem 3er Anschluss,an Partie ist mit angepasstem Partner ohnehin kaum zu denken.
West ist am Zuge, eine schwierige Situation.
Ich denke, Experten würden in der Outpassposition trotz 4er jetzt 1 Pik bieten.
Wenn er das tut, haben O/W die gleichen Chancen wir N/S im 7 Kartenfit 1 in OF zu erfüllen, passt West, dürfte es gut für N/S sein.
Eine hochinteressante Hand, finde ich, nur 2 Paare schafften es, auf der 1er Stufe stehen zu bleiben, leider im falschen Kontrakt 1 SA.
Wer hier nach 1 Coeur von Nord noch 1 SA bietet, begibt sich m. E. in zu unsicheres Terrrain.
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Betreff: Die Macht der Kürzen ( 20.07.2026 )

Heute habe ich wieder mal die Themen Kürzenbewertung und das Reizverhalten mit extremen Händen.
Nord eröffnet mit 1 Karo, Ost bietet 1 Pik, Süd kontriert.
West sperrt mit stop 4 Pik, Nord kontriert.
Für Süd ist das eine nicht einfache Situation, er kann das Kontra nicht stehen lassen, in 4 Pik kommt die Kraft seiner Hand nicht angemessen zur Geltung.
Auch 5 Coeur fände ich unterreizt.
Er kann 4 SA für einen Coeur-/ Karozweifärber bieten, mit 5 Pik eine Erstrundenkontrolle in Pik zeigen oder 6 Coeur bieten.
Ich würde stop 6 Coeur bieten, ob das richtig ist, weis ich selber nicht.
Interessanter wäre das Gebot 4 SA.
Darauf darf Nord wiederum nicht unterreizen und einfach 5 Coeur oder 5 Treff bieten.
Ich würde mit 5 Pik meinerseits Erstrundenkontrolle in Pik bieten und damit auch eine relative Längengleichheit in Coeur und Treff übermitteln.
Daraufhin bietet Süd 6 Coeur, die man mit Überstich erfüllt, falls der Gegner nicht Karo ausspielen sollte.
Was ist hier wichtig?
In der Blattbewertung sollte Süd seine Kürzen hoch taxieren, mit Fit in z. B. 6 Coeur ist seine Hand etwa 15 FVP wert, es sollte also ein Schlemm werden.
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